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ZeitZeichen in der MorgenMusik erinnert an wichtige Ereignisse in der Vergangenheit. Dabei geht es nicht nur um Geschichte, Politik, Kunst und Kultur, sondern auch um das Alltägliche und Skurrile. Eine Kooperation von SR 2 KulturRadio mit dem Westdeutschen Rundfunk.

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ZeitZeichen in der MorgenMusik erinnert an wichtige Ereignisse in der Vergangenheit. Dabei geht es nicht nur um Geschichte, Politik, Kunst und Kultur, sondern auch um das Alltägliche und Skurrile. Eine Kooperation von SR 2 KulturRadio mit dem Westdeutschen Rundfunk.

    Der Geburtstag von Rosa Luxemburg (5.3.1871)

    Der Geburtstag von Rosa Luxemburg (5.3.1871)

    "Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden". Der wohl berühmteste Satz, den Rosa Luxemburg je niederschrieb. Und sie schrieb viel. Scharfzüngig, intelligent, rebellisch, so war sie und gleichzeitig: naturlieb und eine Freundin von Gedichten. "Ich fühle mich in der ganzen Welt zu Hause, wo es Wolken und Vögel und Menschentränen gibt," auch ein Zitat von ihr. Geboren am 5. März 1871 in Zamosc, im russischen Teil Polens, geht sie mit 18 Jahren nach Zürich, um dort Rechts- und Wirtschaftswissenschaften zu studieren. Schon da ist sie politisch verfolgt, weil sie sich gegen die russische Unterdrückung in ihrer Heimat wendet. Nach Berlin kommt sie 1898 und mischt dort die deutsche Sozialdemokratie auf, wird führendes Mitglied der SPD, ist Kopf des linken revolutionären Flügels, "bringt alles durcheinander", wie der gemäßigte Karl Kautsky klagt. Sie ist eine glänzende Rednerin und brillante Journalistin, hat Ausstrahlung und viele Feinde. Majestätsbeleidigung, Anreizung zum Klassenhass, Aufruf zum Kriegsdienstverweigern, immer wieder wird sie festgenommen und ins Gefängnis gesteckt, den ersten Weltkrieg verbringt sie in sogenannter "Schutzhaft". Ihre Ansichten und Überzeugungen lässt sie sich aber nicht austreiben. Sie bleibt rebellisch, gilt in der Weimarer Republik als Regierungsfeindin, muss sich versteckt halten. Am 15. Januar wird sie zusammen mit Karl Liebknecht grausam ermordet.

    Die Gründung des Dresdner Kreuzchors (4.3.1216)

    Die Gründung des Dresdner Kreuzchors (4.3.1216)

    Der Dresdner Kreuzchor, das älteste Musikensemble der Stadt, feierte vor fünf Jahren seinen 800. Geburtstag. Im Kurrende-Mantel mit weißem Schillerkragen singen die "Kruzianer" - 130 Knaben und junge Männer - bis heute in der Kreuzkirche am Dresdner Altmarkt. Sie leben und lernen auf dem Campus im Stadtteil Striesen und genießen neben dem Gymnasialunterricht eine umfassende musikalische und sängerische Ausbildung. Seit 1997 ist Kreuzkantor Roderich Kreile für Vermittlung und Darbietung des umfangreichen Chor-Repertoires verantwortlich. Es reicht von der Renaissance bis hin zur Neuen Musik. In mehr als 100 Jahren haben sich die Choristen auf Konzerttourneen rund um den Globus und durch zahlreiche Aufnahmen Weltruhm erworben. Selbstverständlich verkörpern sie auch die drei Knaben in Mozarts "Zauberflöte", wenn dieses Werk auf dem Spielplan der Dresdner Semperoper steht.

    Der Todestag des deutschen Stuhlfabrikanten Michael Thonet (3. 3.1871)

    Der Todestag des deutschen Stuhlfabrikanten Michael Thonet (3. 3.1871)

    Der Stuhl Nr. 14 ist eines der bekanntesten Sitzmöbel der Welt: der Wiener Kaffeehaus-Stuhl. Entworfen hat ihn 1859 der aus Boppard stammende Tischlermeister Michael Thonet. Mit diesem Stuhl revolutionierte Thonet den Möbelbau. Michael Thonet wusste, dass man mit heißem Dampf Buchenholz biegen kann. In seiner Werkstatt übertrug er das Wissen darüber auf den Möbelbau und fertigte Stühle mit geschwungenen Lehnen. Damit legte er auch den Grundstein für die industrielle Serienfertigung von Möbeln. In Deutschland gelang es Thonet aber nicht, seine Erfindung patentieren zu lassen. Erst als ihn der österreichische Staatskanzler Metternich nach Wien holte, bekam er sein Patent. Von Wien aus revolutionierte Thonet nicht zuletzt den Vertrieb: 36 Stühle verschickte er in einer Kiste von einem Kubikmeter - in Einzelteilen. Erst beim Empfänger wurden sie montiert. In Wien starb Michael Thonet, am 3. März 1871 im Alter von 75 Jahren.

    Der Geburtstag von Papst Pius XII. (2.3.1876)

    Der Geburtstag von Papst Pius XII. (2.3.1876)

    "Wir haben einen Diener des Friedens verloren. Die Stimme des Papstes verteidigte die Opfer." So kondoliert 1958 Israels spätere Premierministerin Golda Meir zum Tod von Papst Pius XII. Nur fünf Jahre später dreht sich das Bild, als 1963 Rolf Hochhuths spektakuläres Theaterstück "der Stellvertreter" uraufgeführt und von da an ein feiger Pius XII. in den Augen der Nachwelt zu "Hitlers Papst" wird. Warum hat Pius XII. geschwiegen? Die Haltung des Papstes zum Hitlerreich und die Gründe seines Schweigens zur systematischen Vernichtung der europäischen Juden haben über Jahrzehnte hinweg zu Fragen und leidenschaftlicher Polemik geführt. Zum 144. Geburtstag von Pius XII. hat Papst Franziskus im Jahr 2020 erstmals die vatikanischen Archive für die Jahre 1939-58 geöffnet. Werden sie Antwort geben auf die Frage: Warum schwieg der Papst zum Holocaust und rettete doch auch gleichzeitig Tausenden von Juden das Leben?

    Der Rücktritt von Verteidigungsminister Guttenberg (1.3.2011)

    Der Rücktritt von Verteidigungsminister Guttenberg (1.3.2011)

    Er ist der Traum der Boulevardpresse: jung, adelig, gutaussehend! Selbst die seriösen Politikmagazine können sich seinem Charme – und dem seiner Gattin, einer von Bismarck – kaum entziehen. "Paarlauf ins Kanzleramt" titelt der "Spiegel" im Oktober 2010. Ohne Fragezeichen. Nur wenige Wochen später: aus der Traum. Die "Süddeutsche" bezichtigt zu Guttenberg, bei seiner Dissertation im großen Stil abgeschrieben zu haben. Bald überführt ihn die Schwarmintelligenz des Internets des umfassenden Plagiats. Die einstige Lichtgestalt windet sich. Beruf, Abgeordnetenmandat, seine Pflichten als Familienvater: all das zusammen habe ihn überfordert. Höhnisches Gelächter bei der aktuellen Stunde im Bundestag. Guttenberg war Minister und inszenierte sich doch als Anti-Politiker. Widersprach bei Opel-Rettung und Bundeswehrreform der Kanzlerin, weckte die Hoffnung auf mehr Glamour im Kabinett – und gleichzeitig auf mehr Ehrlichkeit. Ein Populist vielleicht, aber einer mit mehr Stil. Zuletzt tauchte er beim Wirecard-Skandal wieder in den Schlagzeilen auf.

    Der Geburtstag von William Frederick Cody, genannt "Buffalo Bill" (26.2.1846)

    Der Geburtstag von William Frederick Cody, genannt "Buffalo Bill" (26.2.1846)

    Er gilt als berühmtester Bisonjäger des 19. Jahrhunderts und Held des Wilden Westens. Doch Geschichte geschrieben hat Frederick William Cody eher als einer der Erfinder des Showgeschäfts. Seine "Buffalo Bill‘s Wild West Show" zog mit hunderten Darstellern und Tieren durch die USA und Europa, ließ echte, "wilde" Indianer Postkutschen überfallen, Bisons durch die Manege jagen und stellte die Schlacht am Little Big Horn nach. Damit prägte er das Bild vom "Wilden Westen" für ein ganzes Jahrhundert. Erst seit den 1970er Jahren setzt sich in Filmen und Büchern eine realistischere Wahrnehmung durch, die der blutigen Ausrottung der amerikanischen Ureinwohner und ihrer Nahrungsgrundlage, der Büffelherden der Prärien, Rechnung trägt. Übrigens: Die Karnevalisten von Trier haben seine Rolle als Unterhaltungskünstler vielleicht am besten begriffen, als sie ihm bei seinem Gastspiel 1906 ihren Karnevalsorden verliehen.

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