BackstageClassical

Axel Brüggemann

Der Podcast von BackstageClassical.com – Der Musikjournalist Axel Brüggemann trifft in unregelmäßigen Abständen die Player der klassischen Musik und redet, kurz oder lang, über Themen, die die Welt der Musik bewegen: Oper, Konzert und Bühne.

  1. 49 min ago

    REPORT: Das Geschäft mit der Hoffnung

    Eine Recherche des Klassikportals BackstageClassical über kostenpflichtige Karriereangebote für junge Opernsänger hat Konsequenzen. Mindestens zwei angekündigte Teilnehmer des Vienna Opera Lab haben ihre Mitwirkung nach Anfragen des Portals zurückgezogen. Im Zentrum der Debatte steht die Frage, ob Vertreter öffentlich finanzierter Opernhäuser bei einer Veranstaltung auftreten sollten, für die junge Sängerinnen und Sänger 1.099 Euro Teilnahmegebühr bezahlen. Das Vienna Opera Lab wirbt damit, Nachwuchssänger mit Casting-Verantwortlichen, Agenturen und Vertretern renommierter Opernhäuser zusammenzubringen. Für die Bewerbung werden zunächst 39 Euro fällig, die bei einer Aufnahme auf die Teilnahmegebühr angerechnet werden. Veranstalterin Samantha Farber, Gründerin der Künstleragentur Sono Artists, weist gegenüber BackstageClassical den Eindruck zurück, sich persönlich an dem Angebot zu bereichern. Die Einnahmen würden für Organisation, Räume und Durchführung benötigt. »I don’t earn money«, sagte Farber. BackstageClassical hatte mehrere angekündigte Teilnehmer aus Opernhäusern nach ihrer Rolle bei der Veranstaltung gefragt. Dabei erklärten unter anderem Evamaria Wieser von den Salzburger Festspielen, Boris Ignatov von der Staatsoper Stuttgart und Dominik Licht von den Osterfestspielen Salzburg, dass ihnen die Höhe der Teilnahmegebühr bei ihrer Zusage nicht bekannt gewesen sei. Nach den Anfragen zog Peter Heilker, designierter Intendant der Oper Leipzig, seine geplante Teilnahme zurück. Er sollte beim Opera Lab eine Keynote halten. Sein Büro teilte mit, Heilker habe sich mit Blick auf seine künftige Intendantentätigkeit entschieden, die Rede nicht zu halten und seine externen Verpflichtungen entsprechend zu fokussieren. Auch Malte Puls, Operndirektor der Volksoper Wien, sagte seine Teilnahme an einem Diskussionspanel ab. Die Teilnahmegebühr sei ihm zuvor nicht bekannt gewesen, erklärte Puls gegenüber BackstageClassical. Er wolle deutlich machen, »dass weder ich noch die Volksoper irgendeine Art von Zugang zu Engagements oder Möglichkeiten zu Vorsingen über externe oder gewerbliche Kanäle gewähren oder den Anschein dazu erwecken wollen«.

    REPORT: Das Geschäft mit der Hoffnung

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