Was liest du gerade?

Wer ist nun besser: Kehlmann oder Kafka? Und was macht ein wirklich gutes Buch mit seinen Lesern und Leserinnen? Zweimal im Monat streiten und schwärmen wir über Bücher. Wir suchen aus der Fülle der Neuerscheinungen die interessantesten Bücher aus – mit Vorliebe solche, die uns selbst auf neue Gedanken gebracht haben. Es geht um neu erschienene Romane und Sachbücher und literarische Klassiker, die überraschende Schlaglichter auf die Gegenwart werfen. Im Wechsel sprechen aus der ZEIT-Redaktion Adam Soboczynski und Iris Radisch über Belletristik sowie Maja Beckers und Alexander Cammann über Sachbücher. Falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos Die ZEIT: www.zeit.de/podcast-abo

  1. 8 hr ago

    »Das Leben der M«: Hat Natalie Portman keine Seele?

    Am neuen Roman Das Leben der M von Rachel Cusk hat sich ein Streit über die Grenzen der literarischen Freiheit entzündet. Denn die britische Star-Autorin porträtiert eine Schauspielerin namens »M«, die stark an Natalie Portman erinnert – und in dem Buch gar nicht gut wegkommt. Sie habe kein authentisches Ich, heißt es. Das ist ein heftiger Angriff. Aber stimmt er vielleicht? Clemens J. Setz ist der Spezialist für die Einsamkeit im digitalen Zeitalter. In den 19 Erzählungen seines neuen Erzählbandes Mein Leben als Noiseband gibt es wieder viele Figuren, die reichlich entrückt und ziemlich weird sind. Meist ist man hier in den dunkelsten Ecken des Netzes unterwegs – und staunt, wie auch in dem neuen Buch des Büchner-Preisträgers wieder aus den traurigsten und nerdigsten Schicksalen grandiose Literatur entsteht.  Unser Klassiker ist die Erzählung Die Nase des genialen russischen Autors des grotesken Humors Nikolai Gogol. Bücher:  - Rachel Cusk: Das Leben der M. Aus dem Englischen von Eva Bonné. Suhrkamp Verlag, 175 Seiten, 25 Euro - Clemens J. Setz: Mein Leben als Noiseband. Suhrkamp Verlag,  383 Seiten, 26 Euro - Nikolai Gogol: Der Mantel. Die Nase. Aus dem Russischen von Eberhard Reissner. Reclam Verlag, 91 Seiten, 4,80 Euro [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.

  2. 5 Sept

    Mieten wir uns zu Tode?

    Wohnen ist zur Schicksalsfrage geworden und zu einer der größten gesellschaftlichen Krisen, sagen Rolf Heinze und Sebastian Kurtenbach, zwei renommierte Forscher in Sachen Stadtentwicklung, Wohnungswesen und Immobilienwirtschaft. In dieser Folge diskutieren Maja Beckers und Alexander Cammann über ihr Buch Die Wohnkrise. Wie sie Demokratie und Zusammenhalt bedroht. Es geht um die wahren Ursachen der Wohnungskrise, ihre vielfältigen Folgen und was die beiden Wissenschaftler zu ihrer Lösung vorschlagen. Außerdem sprechen die beiden über eines der meistdiskutierten Sachbücher in diesem frühen Herbst: den Bestseller Deutschland 2033. Ein Szenario. Der Journalist Justus Bender entwirft hier eine fiktive Zukunft, 2033, in der die AfD in Deutschland an die Macht kommt. Wie krempelt sie das Land um und was würde eine Kanzlerin Weidel bedeuten für Klima, Kultur und Pressefreiheit? Ein Buch für alle, die sich fragen, ob man die AfD mal machen lassen sollte, um sich selbst zu entzaubern. Spoiler: Nein. Der Klassiker ist diesmal eine Premiere. Es ist nämlich zum ersten Mal ein religiöser Text: Franz von Assisis Sonnengesang. Mit welchen kirchlichen Konventionen brach dieser Text und warum ist er bis heute so beliebt – in Form des absoluten Kirchenhits Laudato si oder Pop-Referenzen von Donovan bis Mickie Krause. Zum Schluss geben unsere Hosts wieder eine persönliche Empfehlung mit. Maja Beckers empfiehlt allen, die diesen Sommer oder irgendwann einmal durch Ruinen gelaufen sind, dieses Buch des Althistorikers Martin Zimmermann: Versunkene Welten. Ruinenstädte in der Antike von Troja bis Pompeji. Es erzählt davon, wie man früher in diesen Ruinen lebte, als sie schon Ruinen waren, aber es noch keine neuzeitlichen Bestrebungen gab, sie zu erhalten und zu besichtigen. Alexander Cammann empfiehlt das neue Buch der Tausendsasserin Judith Schalansky: Marmor, Quecksilber, Nebel. Woraus die Welt gemacht ist. Es versammelt drei überraschende Essays über das Leben und seine Materialien. Das Team von Was liest du gerade? erreichen Sie unter buecher@zeit.de. Literaturangaben: - Rolf G. Heinze / Sebastian Kurtenbach: Die Wohnkrise. Wie sie Demokratie und Zusammenhalt bedroht, Kiepenheuer & Witsch, 272 Seiten, 24 Euro - Justus Bender: Deutschland 2033. Ein Szenario, CH Beck, 284 Seiten, 20 Euro - Franz von Assisi: Sonnengesang, u.a. in: Franziskus von Assisi: Sämtliche Schriften, Reclam, 379 Seiten, 9,80 Euro - Martin Zimmermann: Versunkene Welten. Ruinenstädte in der Antike von Troja bis Pompeji, CH Beck, 544 Seiten, 39,90 Euro - Judith Schalansky: Marmor, Quecksilber, Nebel. Woraus die Welt gemacht ist, Suhrkamp, 176 Seiten, 24 Euro [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.

  3. 22 Aug

    Valeria Gordeev erzählt vom Wahnsinn in Russland

    Die neue Büchersaison verspricht ein fulminantes Comeback des großen politischen Epochenromans in der deutschen Literatur. Wir sind begeistert von Valeria Gordeev und ihrem aufsehenerregenden ersten Roman Die Zikade entschlüpft ihrer goldglänzenden Hülle, der zwischen Moskau, Kyjiw und Berlin ein atemberaubend komisches Gegenwartspanorama entfaltet. Im Mittelpunkt stehen zwei Geschwister und ein geheimnisvoller russischer Oligarch, der seine teuflischen Intrigen spinnt. Lenins Leiche spielt dabei eine herausragende Rolle, die Forschungen zur endgültigen Abschaffung des Todes, aber auch Putin, der durch einen zwölfjährigen Varietékünstler ersetzt wird. Virtuos setzt die Autorin die russische Literaturgeschichte des Absurden auf ihre besondere Weise fort und parodiert dabei mit schwarzem Humor den transhumanistischen Machbarkeitswahn unserer Gegenwart. Außerdem sprechen wir über den neuen Roman von Shida Bazyar Die Lücken. Der Romanheld ist ein fiktives Dorf im Hunsrück – Heimesbach. Die Autorin lässt ihre migrantische Erzählerin tief in die Köpfe der noch lebenden und schon verstorbenen Heimesbacher Bürgerinnen und Bürger hineinsehen. So ergibt sich ebenfalls ein großes Zeitpanorama, das fast hundert Jahre deutscher Geschichte umfasst und fragt: Was haben sich die Heimesbacher dabei gedacht, als sie ihre jüdischen Mitbürger verfolgten, Steine in ihre Häuser warfen und sie aus Heimesbach vertrieben? Und wie gehen Migranten in Deutschland heute mit dieser viel zu lange verdrängten Vergangenheit ihrer neuen Heimat um? Unser Klassiker ist die Erzählung Ein schlichtes Herz von Gustave Flaubert, deren unsentimentale Zärtlichkeit für die ungebildete, arme Dienstmagd Félicité noch immer ergreifend ist. Das Team von Was liest du gerade? erreichen Sie unter buecher@zeit.de. Literaturangaben: Valeria Gordeev: Die Zikade entschlüpft ihrer goldglänzenden Hülle, S. Fischer Verlag, 640 Seiten, 26,- Euro, erscheint am 26. August Shida Bazyar: Die Lücken, Verlag Kiepenheuer & Witsch, 512 Seiten, 25,- Euro, erscheint am 3. September Gustave Flaubert: Ein schlichtes Herz, in: Drei Erzählungen, übersetzt von Elisabeth Edl, Hanser Verlag, 320 Seiten, 28,- Euro [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.

  4. 8 Aug

    Gesellschaft der Klimaanlagen

    Kühlschränke und Klimaanlagen haben das moderne Leben geformt: Wie wir wohnen, wie wir arbeiten, was wir essen und welche Krankheiten wir heilen können. Heute hängt die Moderne am Tropf der künstlichen Kälte und das hochaktuelle Sachbuch »Kühle neue Welt« von Jan Eike Dunkhase geht der Frage nach, wie es dazu kam und was das für die Zukunft bedeutet. Befinden wir uns in einem Teufelskreis der Frische? fragen sich Maja Beckers und Alexander Cammann in dieser Folge. Außerdem sprechen sie über Sarah Diehls zauberhafte Beschreibungen der Unterwasserwelt in ihrem Buch »Ins tiefe Blau«. Was lernt man beim Tauchen über das Leben? Wie zieht man sein Bein aus dem Maul eines Hais? Und warum sind die Vorfahren der Wale eigentlich vom Land zurück ins Wasser gegangen? Diehl verwebt so geschickt Naturwissenschaft und Kulturgeschichte mit ihren Erlebnisberichten, dass man gar nicht merkt, wie viel man lernt und sofort lostauchen möchte. Oder braucht man eigentlich etwas ganz anderes zum Denken, nämlich die Großstadt? So in der Art behauptet es der Klassiker, den die beiden in dieser Folge besprechen: »Die Großstädte und das Geistesleben«. Der Berliner Philosoph Georg Simmel schrieb den legendären Aufsatz im Jahr 1903 und legte damit den Grundstein für die moderne Stadtsoziologie. Was macht den Großstädter aus? Warum ist er eigentlich so blasiert? Nervt er oder nervt die Stadt ihn? Maja Beckers und Alexander Cammann sprechen darüber, wie aktuell die Thesen heute sind und warum es einer von ihnen in Berlin so gut und der andere so gar nicht aushält. Zum Schluss geben die beiden noch ihren persönlichen Geheimtipp. Alexander Cammann empfiehlt das Büchlein »Der Bleistift« von Hanns Zischler und Maja Beckers empfiehlt »Köln«, ein Stadtporträt aus vielen Texten des Kölner Schriftstellers Navid Kermani. Das Team von Was liest du gerade? erreichen Sie unter buecher@zeit.de. Literaturangaben: Jan Eike Dunkhase: Kühle neue Welt. Wie Kühlschrank, Klimaanlage und künstliche Kälte unser Leben und das Klima verändern, Reclam, 288 Seiten, 26 Euro Sarah Diehl: Ins tiefe Blau. Was ich unter Wasser lernte. Gutkind, 288 Seiten, 25 Euro Georg Simmel: Die Großstädte und das Geistesleben, Suhrkamp, 37 Seiten, 11 Euro Navid Kermani: Köln. E Jeföhl, C.H. Beck, 175 Seiten, 23 Euro Hanns Zischler: Der Bleistift, Residenz, 64 Seiten, 15 Euro [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.

  5. 25 Jul

    Heinz Strunk und die Ehekrise

    Eine Beziehung am Ende ihrer Laufzeit und eine gemeinsame Reise nach Heidelberg. Auf den ersten Blick: keine gute Kombination. Der Schriftsteller, Musiker, Moderator und Songwriter Heinz Strunk porträtiert in seinem neuen Roman Memories of Heidelberg ein Paar mittleren Alters mit großem Sinn für die Komik und Tragik des Lebens. Wieso gehen Bertram und Isolde jeden Abend in dasselbe Restaurantschiff auf dem Neckar? Warum werden sie dort so mies behandelt? Schweißt sie der Schrecken, den sie dort erleben, wieder zusammen? In jedem Fall: ein herrlicher, burlesker Sommerroman. Michael Köhlmeier erzählt zum ersten Mal ausführlich über seine Kindheit und Jugend. Sein großer Roman Mein privates Glück, der im August erscheinen wird, handelt vom Aufwachsen in Coburg. Der kleine Junge lebt hier mit seiner Schwester bei der Großmutter, da seine Mutter schwer erkrankt war. Köhlmeier gelingt es meisterhaft, seine individuelle Geschichte mit der trauma- und schuldbehafteten Nachkriegszeit zu verbinden. In unserem Klassiker beschäftigen wir uns mit der kleinen, aber sehr spannungsreichen Erzählung Das dicke Kind von Marie Luise Kaschnitz. Auch hier wird persönliche Erfahrung in Literatur verwandelt. Bei Was liest du gerade? diskutieren Iris Radisch und Adam Soboczynski zwei neue Romane, die nicht in den großen Metropolen Deutschlands spielen – sondern in Heidelberg und Coburg.  Das Team von Was liest du gerade? erreichen Sie unter buecher@zeit.de. Literaturangaben: - Heinz Strunk: Memories of Heidelberg. Roman. Rowohlt Verlag, Hamburg 2026. 176 Seiten, 23,00 EUR - Michael Köhlmeier: Mein privates Glück. Roman. Hanser Verlag, München 2026. 320 Seiten, 26,80 EUR. Erscheint am 18.08.2026 - Marie Luise Kaschnitz: Das dicke Kind und andere Erzählungen. Suhrkamp Verlag, Berlin 2002. 250 Seiten, 11,40 EUR. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.

  6. 11 Jul

    Wie viel Wagner steckt im Nationalsozialismus?

    Er ist der umstrittenste Komponist überhaupt – Richard Wagner, glühend verehrt und heftig verabscheut. Und er hat eine braune Weste, obwohl die Nazis erst 50 Jahre nach seinem Tod an die Macht kamen: Hitlers Lieblingskomponist war er, und der »Führer« förderte die Bayreuther Festspiele kräftig. Die feiern in diesem Sommer ihren 150. Geburtstag mit Prominenz und Fans – und in der neuen Sachbuchfolge von »Was liest du gerade?« diskutieren Maja Beckers und Alexander Cammann das kritische Buch des Musikwissenschaftlers Anno Mungen über den Wagner-Kult in Deutschland 1933 bis 1945. Wie hat das NS-Regime Wagners Opern genutzt – und kann man ihn heute mit diesem Wissen noch unbefangen hören? Sommerzeit ist Reisezeit: Die Schriftstellerin Felicitas Hoppe ist die große Reisende unter den heutigen Erzählern. In dem schmalen Band »Reisen« erklärt sie, wie sie seit Jahrzehnten in der Welt unterwegs ist, obwohl sie eigentlich immer eine Stubenhockerin war. Wir erfahren, wie sie die Welt auf einem Containerschiff umrundet hat und warum die Erfahrungen beim Reisen wichtiger sind als das, was man dabei lernt. Ein Buch für unterwegs, mit dem man aber auch perfekt zu Hause bleiben kann. Dort befindet sich wahrscheinlich auch der perfekte Ort zum Lesen oder Podcasthören, um den diesmal unser Klassiker kreist: die Couchecke. Über dieses besondere Interiorstück, seine Entstehung und gesellschaftliche Bedeutung hat der Kunsthistoriker Martin Warnke 1979 einen klugen und amüsanten Essay geschrieben. Maja Beckers und Alexander Cammann fragen sich, ob man heute immer noch eine Couchecke in seinem Wohnzimmer haben muss. Als Geheimtipp haben sie diesmal ein Buch über Palmen und die deutsche Künstlerkolonie Olevano bei Rom mitgebracht. Kommen Sie gut durch den Sommer – natürlich mit guten Sachbüchern!   Das Team von »Was liest du gerade?« erreichen Sie unter buecher@zeit.de. Literaturhinweise: - Anno Mungen: »Von Bayreuth nach Auschwitz«, Westend, 381 Seiten, 32 Euro - Felicitas Hoppe: »Reisen«, Hanser Berlin, 128 Seiten, 20 Euro - Martin Warnke: »Zur Situation der Couchecke«, in: »Warburgs Schnecke«. Kulturwissenschaftliche Skizzen, Wallstein, S. 96–106 - Jutta Person: »Palmen«, Matthes & Seitz, 152 Seiten, 22 Euro - Golo Maurer: »Olevano. Als ein paar romantische Aussteiger in Italien die deutsche Kunst erfanden«, C. H. Beck, 384 Seiten, 29,90 Euro [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.

  7. 27 Jun

    Liebe in Zeiten des Krieges

    Bei Was liest du gerade? diskutieren Iris Radisch und Adam Soboczynski zwei ganz neue Romane, die beide viel über die Liebe in unserer Gegenwart erzählen – Alles Liebe von Ronja von Rönne und Trost von Angelika Klüssendorf. Ronja von Rönne erzählt von Menschen, die über ihren ganz persönlichen Abgrund balancieren, schwere Krebserkrankungen ihrer nächsten Freunde und Verwandten aushalten müssen und darüber aus der Bahn kippen. Oder plötzlich feststellen, dass sie einander nicht mehr lieben, als gerade ein Kind unterwegs ist. Obwohl es sich auf den ersten Blick um Erzählungen handelt, die scheinbar nichts miteinander zu tun haben, ergibt sich am Schluss ein interessanter Zusammenhang. Die Erzählerin aus der ersten Geschichte taucht in der letzten Geschichte als Lokalreporterin wieder auf und verbindet alles. Wir fragen uns, geht diese ungewöhnliche Konstruktion auf? Und passt der schwarze Humor der Autorin zu dem schicksalsschweren Thema? Angelika Klüssendorfs Roman Trost spielt 2022, dem ersten Jahr des russischen Angriffskriegs, in Berlin und im Berliner Umland. Es sind düstere und schicksalsschwere Tage, die man an der Seite einer weitverzweigten Patchworkfamilie durchlebt. Leider verschwindet die Hauptheldin schon nach wenigen Seiten nach einem Wespenstich auf einer Intensivstation und der Rest ihrer bunt zusammengewürfelten Familie kreist um diese schmerzende Leerstelle wie um eine untergegangene Sonne. Wir diskutieren: Ist dies ein eindrückliches, großes Gesellschaftspanorama aus dem ersten Berliner Kriegsjahr? Oder eher ein heiter-makabres Nebenwerk einer bedeutenden Autorin? Unser Klassiker ist einer der berühmtesten Kurzromane der Weltliteratur: Ernest Hemingways Der alte Mann und das Meer. Die tragischen Tage alleine auf hoher See, die hier erzählt werden, erinnern an das besondere Verhältnis des Menschen zu allen Meeresbewohnern. Ein alter Fischer, der ewig nichts gefangen hat, will es noch einmal wissen und fährt weit hinaus. Der große Fisch, den er dann an der Angel hat, liefert sich mit dem Alten einen erbitterten Zweikampf – aus dem fast eine ergreifende Liebesgeschichte wird. Eine eiskalte Empfehlung für den Strandkorb! Das Team von »Was liest du gerade?« erreichen Sie unter buecher@zeit.de Literaturhinweise: Ronja von Rönne: Alles Liebe, dtv, 240 Seiten, 23 Euro (erscheint am 2. Juli) Angelika Klüssendorf: Trost, 208 Seiten, 24 Euro (erscheint am 3. Juli) Ernest Hemingway: Der alte Mann und das Meer, diverse Taschenbuchausgaben [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.

  8. 13 Jun

    Mit Annette Dittert durch den Sommer

    Warum ist das englische Königshaus mehr als bunter Boulevard, warum ist Armut in Großbritannien so unsichtbar und wie lebt es sich eigentlich auf einem Hausboot in London? Annette Dittert hat nach fast 20 Jahren als Korrespondentin bei der ARD gekündigt und ein Buch geschrieben, mit dem sie sich auf die Suche nach der Seele Großbritanniens begibt. Dear Britain. Auf der Suche nach der Seele Großbritanniens wurde sofort zum Nummer-1-Bestseller und zur ersten Sachbuchempfehlung für den Sommer von Maja Beckers und Alexander Cammann in dieser Folge. Ein persönliches, unterhaltsames und selbst für Kenner noch lehrreiches Portrait dieses wunderbaren, bisweilen skurrilen Landes. Als Zweites empfehlen die beiden einen herausragenden Nature-Writing-Titel: Die dänische Journalistin Lea Koorsgaard hat sich vorgenommen, in einem Jahr alle Schmetterlingsarten Dänemarks zu sehen. Das Jahr der Schmetterlinge, eine Erkundung dieser zarten Tiere, Dänemarks und seiner Natur und eigentlich des Lebens an sich. Und falls Sie nach Paris fahren, jemals dort waren oder irgendwann hinwollen, sollte Ruth Zylbermans Rue Saint Maur 209 in ihren Koffer, eine außergewöhnliche und wunderbar geschriebene Recherche über die Bewohner eines Pariser Wohnhauses von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis heute. Einen besonderen Fokus legt Zylberman auf die Zeit des Zweiten Weltkrieges, in der jüdische Bewohner von hier aus deportiert wurden und zu der Nazi-Kollaborateure und Retter, die jüdische Kinder versteckten, hier unter einem Dach lebten. Der Klassiker, den man diesen Sommer wunderbar gut lesen kann, ist Die Alpen des berühmten Alpenforschers Werner Bätzing. Er hat sein extrem erfolgreiches Buch von 1984 komplett überarbeitet und mehrere Kapitel neu geschrieben, unter anderem das über die Zukunft der Alpen. Hochaktuell und unterhaltsam – nirgendwo lernt man mehr über Europas größtes Hochgebirge. Und zuletzt geben Maja Beckers und Alexander Cammann auch wieder eine persönliche Empfehlung: Das ist diesmal Shakespeares Schwestern. Wie Frauen die Renaissance schrieben von Ramie Targoff und Ein Sommer mit Goethe von Gustav Seibt. Auch diese beiden sind perfekter Ferienlesestoff. Literaturhinweise: Annette Dittert: Dear Britain. Auf der Suche nach der Seele Großbritanniens, Dumont, 256 Seiten, 24 Euro Lea Koorsgaard: Das Jahr der Schmetterlinge, übersetzt von Kerstin Schöps, Ullstein, 336 Seiten, 22,99 Euro Ruth Zylberman: Rue Saint-Maur 209. Ein Pariser Wohnhaus und seine Geschichten, Schöffling, 480 Seiten, 21,99 Euro Werner Bätzing: Die Alpen. Geschichte und Zukunft einer europäischen Kulturlandschaft, C.H. Beck, 502 Seiten, 39,90 Gustav Seibt: Ein Sommer mit Goethe, C.H. Beck, 272 Seiten, 25 Euro Ramie Targoff: Shakespeares Schwestern. Wie Frauen die Renaissance schrieben, Insel, 431 Seiten, 28 Euro [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.

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