SOMMELIER

Silvio Nitzsche

Sie sind Superhelden! Sie sind Sommeliers. Die Experten der Weinwelt, der Worte, der Menschen und des Genusses. Denn sie können einfach alles. Sie sind Gastgeber, Schreiber, Trendsetter, Wissenschaftler, Influencer, Vermittler, Gestalter, Forscher und vieles mehr. Und oft ist es schade, dass man diese Multitalente, die es verstehen, uns in wenigen Minuten zu begeistern, nicht und nirgends länger und intensiver kennenlernen kann. Wie gerne möchte man sie so richtig ausquetschen? Viele von uns denken an kurze und doch prägende Wortwechsel mit diesen versierten Weinprofis, oft jahrelang zurück. Welche Berufsgruppe vermag sonst so nachhaltig zu beeindrucken? Wir präsentieren die Interessantesten unter ihnen und haben mit ihnen gesprochen. In diesem Podcasts schaffen wir es, diese besonderen Charaktere sicht- und greifbar, hörbar und verständlich zu machen und ihnen zu entlocken, was deren Geheimnisse sind. Einmal in der Woche lädt Silvio Nitzsche einen Gast zum mehrstündigen Zwiegespräch und vermag es, höchst persönliche Erfahrungen und echtes Insiderwissen zu einem unterhaltsamen Hörerlebnis zu machen. Silvio Nitzsche betrieb bis zum letzten Jahr über 15 Jahre lang die WEINKULTURBAR in Dresden/Striesen, die vielfach als beste Weinbar Deutschlands ausgezeichnet wurde. Er selbst erhielt nahezu jede branchenrelevante Auszeichnung, wurde mehrfach als „Sommelier des Jahres“ geehrt und erhielt den „Award of Honor“. Damit ist er selbst einer der interessantesten Sommeliers unserer Zeit und geradezu prädestiniert, diesen besonderen Podcast zu hosten. Jeder und jede seiner Gäste bekommt die gleichen Fragen, und doch ist jedes Gespräch anders. Ein Podcast für alle, die Freude am Wein und/oder am Gastgeben haben. Unterstützt und begleitet wird dieses Format von den Weingütern aus dem Programm der Schlumberger Gruppe, die mit den Handelshäusern Schlumberger, Segnitz und Consigliovini sowie dem Bremer Weinkolleg aktiv ist. Die Branchenunterstützung wird in diesen Unternehmen sehr groß geschrieben. Der 2006 verstorbene Hermann Segnitz hat bereits Mitte der achtziger Jahre den „Sommelier des Jahres“ und den „Maitre des Jahres“ ausgelobt und seine tiefe Wertschätzung für diese besonderen Menschen öffentlich kundgetan. Mit diesem Podcast schließen wir an die historische Tradition an und führen sie in zeitgemäßer Form weiter. Sei ein Teil dieses Projekts und folge, like, teile, kommentiere und liebe einfach deinen neuen Lieblingspodcast.

  1. 31 min ago

    Caro Maurer MW – Die Persephone der Weinwelt

    Du stimmst mir zu. Es gibt Weingrößen, die man verehrt. Dann gibt es Weinexpertinnen, bei denen man regelrecht erblasst. Und dann gibt es jene seltene dritte Kategorie, bei der man beides gleichzeitig tut – und dabei noch dankbar ist für jeden Moment, in dem diese das eigene Weinleben begleiten. Caro Maurer MW bespielt diese dritte Ebene, schier konkurrenzlos und so unfassbar einzigartig. Leader in unserer Weinwelt werden nicht gewählt. Sie entstehen. Wenige Menschen vermögen es, eine oft so verkopfte und künstlich verkomplizierte Sache, wie den Wein, wie ein Wollknäuel aufzudröseln und greifbar zu machen, wie Caro. Und ja, deshalb ist Caro Maurer vielleicht Persephone mit Weinglas und Notizblock. Dass sie in Bayern geboren wurde, wird nicht der Grund für ihre tiefe Bodenständigkeit oder ihren unkorrigierbaren Ehrgeiz sein, aber es half vielleicht. Sie studierte Kommunikationswissenschaft, ging nach New York und Los Angeles, schrieb für Forbes und Die Welt – also zunächst einmal all das, was eine bemerkenswerte Karriere so macht, bevor sie bemerkenswert wird. Und dann kam der Wein. Oder vielleicht kam Caro zum Wein. Bei einer Begegnung dieser Größenordnung ist die Frage nach dem Wer-zuerst-wen ohnehin eher für Historiker interessant. Und wir klären es in dieser Episode. Was wir schon wissen: Es blieb nicht beim Interesse. Aus Neugier wurde Können, aus Können Autorität und aus Autorität schließlich etwas, das in der Weinwelt ungefähr den Rang eines göttlichen Titels besitzt: Master of Wine. 2011 bestand Caro Maurer die Prüfung und wurde damit zur ersten Frau aus einem deutschsprachigen Land, die diesen Titel trug. Man könnte jetzt sagen: eine bemerkenswerte Karriereleistung. Man könnte auch sagen: eine kleine historische Verschiebung der tektonischen Platten. Denn die Weinwelt war lange ein erstaunlich männlicher Tempel. Frauen durften dort vieles sein – Gastgeberin, Muse, Kennerin, Begleitung. Nur die Hohepriesterin des Geschmacks war man lieber unter sich. Caro Maurer hat diesen Tempel nicht gestürmt. Sie hat ihn einfach betreten, die Weine verkostet, die richtigen Antworten gegeben und irgendwann den Schlüssel bekommen. Sie musste nie erklären, warum sie dort hingehört. Sie hat es einfach bewiesen. Und apropos erklären: Niemand erklärt Wein so wunderbar bodenständig, authentisch, wissend und unaufgeregt wie Caro Maurer MW. Vielleicht kann sie das, weil sie Wein genauso sieht. Aber das hörst Du ja gleich selbst.

    Caro Maurer MW – Die Persephone der Weinwelt
  2. 27 Aug

    Thomas Bergk - Weinmeisterei in Vollendung

    Thomas Bergk gehört zur gefährdeten Spezies jener Sommeliers, bei denen selbst das aufdrehen einer schraubverschlossenen Weinflasche den Charakter einer Weltpremiere hat und das Nachschenken von Wasser die Würde eines Rituals trägt, das älter ist als jede Religion, die je eine Kirche gebaut hat. Er erscheint nicht. Er materialisiert sich. Lautlos, präzise, mit der Selbstverständlichkeit eines Naturgesetzes. Keine Flasche ploppt, wenn er den Korken lüftet. Kein Glas klirrt, wenn er es absetzt. Thomas Bergk lebt den Unterschied zwischen Herzlichkeit und Vertraulichkeit, und er zieht diese Grenze mit der Sicherheit eines Architekten, der weiß, wo die tragende Wand sitzt. Er weiß, dass Herr Felsner seinen Rotwein immer eine Viertelstunde vor dem Essen dekantiert haben möchte, dass Frau Hecht Sprudelwasser und Champagner verabscheut. Sein Lächeln ist ein Meisterwerk der Ambiguität ohne dass dabei auch nur ein Muskel zu viel zuckt. Es ist kein aufgesetztes Lächeln, kein Berufslächeln, kein von der Personalabteilung empfohlenes Lächeln. Es ist das Lächeln eines Menschen, der seinen Beruf liebt und deshalb nie aufgehört hat, sich zu wundern, wie viele Menschen an einem einzigen Abend, an einem einzigen Tisch, satt und glücklich und für einen Moment von sich selbst erlöst werden können. Er hat Epochen erlebt, Trends kommen und gehen sehen, Köche aufsteigen und abstürzen, Weinkarten in Flammen aufgehen, den Kani-Trend, den Barrique-Wahnsinn, den Natural-Wine-Taumel. Er hat all das mit der stoischen Gelassenheit eines Mannes beobachtet, der weiß: Am Ende möchte der Gast satt werden, glücklich sein und das Gefühl haben, dass jemand für ihn da war. Der Rest ist Dekoration. Sein Beruf ist seine Berufung. Das klingt pathetisch, ist aber das Nüchternste, was man über ihn sagen kann. Er hätte auch Arzt werden können, Anwalt, Ingenieur. Er hat sich für den Speisesaal, für den Weinkeller entschieden – und zwar mit der Ernsthaftigkeit eines Berufenen, der genau weiß, dass Gastfreundschaft keine dienende Haltung ist, sondern eine der ältesten und würdevollsten Gesten, die ein Mensch einem anderen gegenüber vollziehen kann.

    Thomas Bergk - Weinmeisterei in Vollendung
  3. 20 Aug

    Antonios „#askToni" Askitis - Georgien im Deep Dive

    Bei Toni fängt Wein an zu klingen. Das ist bekannt. Und er lässt Geschichte vibrieren. Mit seinem „#askToni“ macht Antonio Askitis das – obgleich im Trend befindliche, für viele dennoch unbekannte – Weinbauland Georgien für Dich lebendig und zeigt Dir, warum es so sehr dem Zeitgeist entspricht. Und irgendwie kann fas nur Toni Wein so leben und erklären, wie es nur Toni kann. Also perfekt für einen Deep Dive und vor allem für ein so leidenschaftliches Thema, wie Georgien. Aufgewachsen zwischen Imbiss und Restaurant in Düsseldorf, Sohn einer griechischen Gastronomenfamilie, geprägt von Skate- und Graffiti-Kultur – und irgendwo dazwischen, in dieser merkwürdigen Mischung aus Straße und Stube, ist ihm Wein passiert. Nicht als Karriereplan. Seine Mutter sagte kurz vor dem Abitur: „Vielleicht wirst du ja Sommelier." Er wusste damals nicht einmal genau, was das ist. Aber der Samen war gelegt. 2002 bis 2006 studierte er Betriebswirtschaftslehre an der Fachhochschule Düsseldorf. 2011 folgte die Ausbildung zum Sommelier an der Deutschen Wein- und Sommelierschule Koblenz. Dazwischen ein Praktikum beim Weingut Karthäuserhof an der Ruwer – einer der stillen, großen Adressen des deutschen Weinbaus. Von 2008 bis 2017 war er Sommelier und Geschäftsführer im D'VINE in Düsseldorf, das 15 Gault-Millau-Punkte, zwei Gläser vom Wine Spectator und die Auszeichnung als „Weinplace" von Gerolsteiner erhielt. Aber das Entscheidende kam danach. Mit seinem Berufs- und Lebensmotto „Wein ist unkompliziert" hat er das nahezu Undenkbare geschafft: Wein in die nächste Generation zu transferieren. Er spricht die Sprache der Jugend, macht Wein greifbar, ohne ihn zu verunglimpfen. Er wurde zu einer der 25 wichtigsten Weinpersönlichkeiten Deutschlands (Vinum) gekürt, erhielt den VDP Traubenadler-Sommelier und den Schlemmer Atlas Top 50-Titel – und blieb trotzdem der Typ, dem man beim Erklären einfach zuhören will, ohne das Gefühl zu haben, dass er einem etwas beibringen möchte. Seit April 2023 begleitet er Pommes & Wein am Graf-Adolf-Platz in Düsseldorf – eine Weinbar, in der Hip-Hop läuft, über 750 Weine auf der Karte stehen und das Signature Dish Pommes mit Currywurst heißt. Das ist kein Konzept, dass ist Toni wie er leibt und lebt. 2024 wurde er als Sommelier des Jahres ausgezeichnet. Sein Buch „#askToni – Wein ist unkompliziert" beantwortet über 50 Fragen, die man schon immer stellen wollte, sich aber nie getraut hat. Wer das gelesen hat, weiß: Dieser Mann denkt nicht darüber nach, wie er Wein erklärt. Er erklärt einfach. Und das ist der eigentliche Unterschied.

    Antonios „#askToni" Askitis - Georgien im Deep Dive
  4. 6 Aug

    Iris Giessauf – Die Leichtigkeit des Weins

    Du kennst sie als Iris vom Esser. Und ja, da ist ihre unvergleichliche Lebendigkeit. Doch das, was Du spürst, wenn Du bei Iris zu Gast bist, ist so unglaublich viel mehr. Iris berührt Dich durch ihre Wärme. Und natürlich ist Iris Giessauf die urige, heimatverbundene steirische Weinfachfrau. Aber sie trägt ihre Herkunft nicht wie ein Etikett vor sich her – sie lebt sie. In ihrer Sprache, ihrem Humor, ihrer Gelassenheit, ihrer Gastfreundschaft und in der Art, wie sie einem Glas Wein begegnet. Nein, eigentlich begegnet Iris den Weinen nicht – sie spürt sie. Und somit ist das Gasthaus Esser nicht mehr und nicht weniger als ein synergetischer Kreisschluss zwischen dem Wein, Dir und der Iris aus der Steiermark, in der Weinberge nicht bloß Rebstöcke sind, sondern Familiengeschichten erzählen. Wo Nebel morgens langsam aus den Tälern steigt, die Sonne die Hügel vergoldet und jede Jahreszeit ihren ganz eigenen Duft besitzt. Und damit eine Herzlichkeit, die nicht aufdringlich ist. Mit einer Lebensfreude, die dort beginnt, wo sie viele Menschen längst vergessen haben. Man sagt den Steirern nach, sie seien herzlich, humorvoll, fleißig, naturverbunden und ein wenig eigensinnig. Bei ihr trifft all das zu. Sie diskutiert leidenschaftlich, aber nie verletzend. Sie lacht laut und ehrlich. Und wenn sie lacht, lacht meist der ganze Tisch, ach was, das ganze Lokal mit. Darüber hinaus – und das verspreche ich Dir – spürst Du vom ersten Moment im Podcast, dass sie diese seltene Gabe besitzt, Menschen das Gefühl zu geben, genau dort richtig zu sein, wo sie gerade sitzen. In ihrem Gasthaus ist Wein kein Statussymbol. Es ist wie zu Hause, und dort gehört er auf den Tisch wie gutes Brot, ein ehrliches Gespräch und Zeit. Dabei besitzt sie einen trockenen Humor, wie man ihn in der Steiermark oft erlebt. Nie laut, nie verletzend, sondern augenzwinkernd. Vinophile Gastfreundschaft bedeutet für sie Aufmerksamkeit. Sie erinnert sich an Lieblingsweine, an kleine Vorlieben und an Geschichten, die Gäste vor Monaten beiläufig erzählt haben. Sie besitzt ein feines Gespür für Menschen. Noch bevor ein Gast ausgesprochen hat, was er sucht, hat sie oft schon verstanden, was ihm gefallen könnte. Nicht, weil sie Gedanken lesen kann, sondern weil sie aufmerksam beobachtet. Sie ist eine der wenigen Weinfachfrauen, die gezielt für einzelne, bestimmte Gäste Weine einkauft oder von einem Wein, der sie besonders begeistert hat, eine zweite Flasche zurückbehält. Wo sonst findet man diese unglaubliche Gastfreundschaft? Und auch wer sich unsicher fühlt, wird von ihr nicht belehrt, sondern abgeholt. Wer zum ersten Mal einen Muskateller, einen Sauvignon Blanc oder einen Welschriesling probiert, erlebt keinen Vortrag über Thiolverbindungen, sondern hört vielleicht den Satz: „Schließ einmal die Augen und sag mir, woran Dich dieser Duft erinnert.“ Plötzlich wird Wein greifbar, verständlich und persönlich. Wie die Iris es einfach ist.

    Iris Giessauf – Die Leichtigkeit des Weins

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Sie sind Superhelden! Sie sind Sommeliers. Die Experten der Weinwelt, der Worte, der Menschen und des Genusses. Denn sie können einfach alles. Sie sind Gastgeber, Schreiber, Trendsetter, Wissenschaftler, Influencer, Vermittler, Gestalter, Forscher und vieles mehr. Und oft ist es schade, dass man diese Multitalente, die es verstehen, uns in wenigen Minuten zu begeistern, nicht und nirgends länger und intensiver kennenlernen kann. Wie gerne möchte man sie so richtig ausquetschen? Viele von uns denken an kurze und doch prägende Wortwechsel mit diesen versierten Weinprofis, oft jahrelang zurück. Welche Berufsgruppe vermag sonst so nachhaltig zu beeindrucken? Wir präsentieren die Interessantesten unter ihnen und haben mit ihnen gesprochen. In diesem Podcasts schaffen wir es, diese besonderen Charaktere sicht- und greifbar, hörbar und verständlich zu machen und ihnen zu entlocken, was deren Geheimnisse sind. Einmal in der Woche lädt Silvio Nitzsche einen Gast zum mehrstündigen Zwiegespräch und vermag es, höchst persönliche Erfahrungen und echtes Insiderwissen zu einem unterhaltsamen Hörerlebnis zu machen. Silvio Nitzsche betrieb bis zum letzten Jahr über 15 Jahre lang die WEINKULTURBAR in Dresden/Striesen, die vielfach als beste Weinbar Deutschlands ausgezeichnet wurde. Er selbst erhielt nahezu jede branchenrelevante Auszeichnung, wurde mehrfach als „Sommelier des Jahres“ geehrt und erhielt den „Award of Honor“. Damit ist er selbst einer der interessantesten Sommeliers unserer Zeit und geradezu prädestiniert, diesen besonderen Podcast zu hosten. Jeder und jede seiner Gäste bekommt die gleichen Fragen, und doch ist jedes Gespräch anders. Ein Podcast für alle, die Freude am Wein und/oder am Gastgeben haben. Unterstützt und begleitet wird dieses Format von den Weingütern aus dem Programm der Schlumberger Gruppe, die mit den Handelshäusern Schlumberger, Segnitz und Consigliovini sowie dem Bremer Weinkolleg aktiv ist. Die Branchenunterstützung wird in diesen Unternehmen sehr groß geschrieben. Der 2006 verstorbene Hermann Segnitz hat bereits Mitte der achtziger Jahre den „Sommelier des Jahres“ und den „Maitre des Jahres“ ausgelobt und seine tiefe Wertschätzung für diese besonderen Menschen öffentlich kundgetan. Mit diesem Podcast schließen wir an die historische Tradition an und führen sie in zeitgemäßer Form weiter. Sei ein Teil dieses Projekts und folge, like, teile, kommentiere und liebe einfach deinen neuen Lieblingspodcast.