Jagdwissen to go

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„Jagdwissen to go" ist ein Podcast über die faszinierenden, überraschenden und manchmal unbekannten Seiten von Natur und Jagd. Kurz, klar und auf den Punkt: eine Folge für unterwegs.  Neue Folgen jeden 2. und 4. Dienstag im Monat!

  1. 7. Sept.

    Das Rotwild

    Der Rothirsch (Cervus elaphus) — Deutschlands größtes regelmäßig freilebendes Wildtier und nach dem Elch die größte Hirschart Europas. Eine Folge über Biologie, Verhalten, Lebensraum und jagdliche Verantwortung — für Jäger und Naturinteressierte. Ernährungsökologisch ist Rotwild ein Intermediärtyp nach Hofmann: flexibel zwischen Raufaser und nährstoffreichen Konzentraten — anders als das Reh, das als Konzentratselektierer auf leicht verdauliche Nahrung angewiesen ist. Das Leittier des Kuhrudels ist definitionsgemäß ein führendes Alttier mit Kalb — ein jagdpraktisch oft unterschätztes Detail.Schwerpunkt der Folge ist die genetische Verarmung deutscher Rotwildpopulationen durch Lebensraumfragmentierung und die gesetzliche Beschränkung auf Bewirtschaftungsgebiete. Sichtbares Symptom in betroffenen Populationen ist die Brachygnathia inferior — eine Unterkieferverkürzung als Folge von Inzuchtdepression.Quellen Westekemper & Balkenhol (2022) — Genetische Untersuchung deutscher Rotwildvorkommen, Universität Göttingen, gefördert vom DJV: www.jagdverband.de/content/rotwild-genetisch-verarmtArnold et al. (2015) — Winteranpassung des Rotwildes, Vetmeduni Wien, American Journal of Physiology: www.vetmeduni.ac.at/de/infoservice/presseinformationen/presseinfo2015/hirsche-winterRotwild — Steckbrief und Jagdzeiten, Deutscher Jagdverband: www.jagdverband.de/content/rothirsch-cervus-elaphusRotwild als Wildtier des Jahres 2026, NABU: www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/saeugetiere/sonstige-saeugetiere/30840.html

    Das Rotwild
  2. 27. Juli

    Der Mäusebussard

    Der Mäusebussard ist der häufigste Greifvogel Mitteleuropas — und trotzdem einer der missverstandensten. Diese Folge ist ein vollständiges Porträt: Biologie, Verhalten, Gefieder, Bestand und jagdrechtliche Einordnung. Biologie und Steckbrief Körperlänge 51–58 cm, Spannweite bis 137 cm. Weibchen deutlich größer und schwerer als Männchen. Namensgeber: Wühlmäuse als Hauptbeute — bis zu 1.000 Stück im Jahr.Gefieder und Bestimmung Das variabelste Gefieder aller mitteleuropäischen Greifvögel: von cremeweiß bis dunkelbraun. Die drei Morphen, sichere Feldmerkmale wie Karpalflecken und Brustbinde sowie die Unterschiede zwischen Jungvogel und adultem Tier werden ausführlich erklärt.Lebensraum und Verbreitung Standvogel und Kurzstreckenzieher, verstärkt durch Wintergäste aus Nordosteuropa. Ideallebensraum: Kulturlandschaft mit Waldrändern und offenen Flächen — die mitteleuropäische Agrarlandschaft als Erfolgsrezept.Jagdweise und Brutbiologie Ansitzjagd, Thermikkreisen, Rütteln — drei Strategien eines Opportunisten. Brutzeit, Gelegestärke und Nestlingsdauer werden erklärt.Bestand und Gefährdung Ca. 80.000–135.000 Brutpaare in Deutschland — rund die Hälfte des gesamten mitteleuropäischen Bestands. Windkraftanlagen und Vermaisung als unterschätzte Bedrohung: In Schleswig-Holstein wurde auf Untersuchungsflächen ein Bestandsrückgang von 76 % festgestellt.Jagdrecht Der Mäusebussard ist Wild nach § 2 BJagdG — kein reines Naturschutzobjekt. Ganzjährige Schonung nach BJagdG i. V. m. Bundeswildschutzverordnung, bundesweit seit 1977. Gleichzeitig streng geschützt nach BNatSchG. Was das für den Jagdausübungsberechtigten konkret bedeutet, wird praxisnah erläutert.

    Der Mäusebussard
  3. 14. Juli

    Gesellschaftsjagden

    Gesellschaftsjagden sind mehr als viele Jäger auf einer Fläche. Hinter Drückjagd und Treibjagd steckt ein präzises System aus Wildbiologie, Wildmanagement, Recht und waidmännischer Kultur. In dieser Folge erklären wir, wie beide Jagdformen funktionieren, warum der Herbst kein Zufall ist — und was das Streckelegen mit Respekt zu tun hat. Auch für alle, die nicht jagen.Rechtsquellen Bundesjagdgesetz (BJagdG) — Rahmengesetz für das Jagdrecht in Deutschland. Regelt jagdbare Tierarten, erlaubte Methoden und Strafvorschriften. Einschlägig für Jagdausübung und Jagdscheinpflicht: §§ 1, 15, 19, 21, 22 BJagdG. Seit der Föderalismusreform 2006 haben die Länder faktischen Vorrang bei der Ausgestaltung.Landesjagdgesetze — regeln Gesellschaftsjagden konkret, insbesondere die Pflicht zum Jagdleiter und die Definition ab welcher Teilnehmerzahl eine Gesellschaftsjagd vorliegt. Beispiele:LJG NRW, § 17a — Definition Gesellschaftsjagd (mehr als vier Personen), Pflicht zum Jagdleiter, Schießübungsnachweis für Bewegungsjagden auf SchalenwildSächsJagdG, § 20 Abs. 5 — Gesellschaftsjagden bei mehr als vier Jägern, Pflicht zur Bestimmung eines JagdleitersUVV Jagd VSG 4.4 (Unfallverhütungsvorschrift der SVLFG) — schreibt die Funktion des Jagdleiters bei Gesellschaftsjagden verbindlich vor. § 4 VSG 4.4: Pflicht zur Bestimmung eines Jagdleiters, Einweisung der Schützen und Treiber, Bezeichnung des Schussbereichs je Stand, Verbot des Stände-Verlassens vor Beendigung des Treibens. Die VSG 4.4 ist über die SVLFG abrufbar (Suchbegriff: VSG 4.4).VO (EG) Nr. 853/2004 — EU-Hygienevorschriften für Lebensmittel tierischen Ursprungs, in Kraft seit 1. Januar 2006. Einschlägig für Jäger: Anhang III, Abschnitt IV, Kapitel I — Schulung von Jägern in Gesundheits- und Hygienefragen, Definition und Pflichten der kundigen Person, Merkmalsuntersuchung des erlegten Wildes.Durchführungsverordnung (EU) 2015/1375 — spezifische Vorschriften für die amtlichen Fleischuntersuchungen auf Trichinen, zuletzt geändert 2022. Gilt für Schwarzwild, Dachs und andere empfängliche Wildarten — vor dem Inverkehrbringen und beim Eigenverbrauch. Hebt die frühere VO (EG) Nr. 2075/2005 auf.Mehr zum Thema Landesjagdgesetze variieren erheblich. Wer als Jagdgast in einem anderen Bundesland an einer Gesellschaftsjagd teilnimmt, sollte vorab prüfen, ob ein Schießübungsnachweis erforderlich ist. Anlaufstellen sind die jeweiligen Landesjagdverbände — eine Übersicht findet sich beim Deutschen Jagdverband (DJV).

    Gesellschaftsjagden

Info

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