Führen mit Herz

Alexander Schwedeler

Themen des Podcast: Leadership, Empathie, Führen mit Herz, Menschenbild, Führungskonzepte, Teamentwicklung, Selbstführung, Persönlichkeitsentwicklung, psychologische Sicherheit, Vertrauen, Spannung, Konflikt, Purpose, Zusammenarbeit, Kultur im Unternehmen, Untenehmensführung, Selbstfürsorge, Kohärenz, Herz und Kopf, Atmen, Gefühle, Emotionen, Stress, Stressabbau, Umgang mit Stress, sieben Aufmerksamkeitsfelder von Führung, sieben Führungsqualitäten, Herausforderungen von Führungskräften, vertikale und horizontale Führung, Ich-Entwicklung, höheres Selbst, Zukunfts-Ich, New Work, Inner Work, Transformation, Manifestieren, heartmath, Herzintelligenz. www.alexanderschwedeler.com

  1. vor 14 Std.

    #150 Der formlose Raum

    Vor einigen Wochen träumte ich von einer Person, mit der ich einige Jahre zusammengearbeitet habe. Diese Zusammenarbeit war groß und sehr erfolgreich. Nur selten gab es Differenzen. Im Traum war Friede zwischen uns, ein gutes Zusammensein. Einige Tage später schreibt mir diese Person. Sie erwähnt eine Situation, in der wir uneins waren, und entschuldigt sich für den Ton, den sie damals angeschlagen hatte. Das kam unerwartet, und es hat etwas gelöst zwischen uns. Dafür bin ich sehr dankbar. Warum erzähle ich das? Weil sich darin zeigt, wie die Dinge zusammenhängen. Ein Traum, wenige Tage später eine reale Begegnung. Jemand schreibt mir, an den ich gedacht habe. Wir können eine alte Differenz auflösen, uns gegenseitig vergeben — und es entsteht eine neue Freiheit, eine Gelöstheit, eine Freude. Für mich trat die Frage auf, welchen Einfluss meine Gedanken auf andere haben. Szenenwechsel Ich schaue in YouTube einige Ausschnitte aus dem Economist-Interview mit Elon Musk. Er spricht darüber, wann die KI die Summe der menschlichen Intelligenz übersteigen wird und wann sie sich unserer Kontrolle entziehen könnte. Mich hat weniger die Prognose getroffen als die Art und Weise, wie er sie ausspricht: das innere Aufgeben darin. Zufällig finde ich kurz darauf ein anderes Interview mit ihm und schaue mitten hinein. Dort sagt er, es gäbe vielleicht doch noch einen Weg, mit der KI umzugehen — indem wir Menschen unser Bewusstsein erweitern. Das fand ich hochinteressant. Da hat jemand, der wirklich an den Maschinen sitzt, im Blick, dass Bewusstsein sich entwickeln kann. Die Frage ist nur: worauf hin? Ich würde sagen: auf die geistig-seelischen Aspekte der Wirklichkeit. Auf eine Erweiterung des rein materialistischen Weltbildes. Zwei Ausschnitte, aus zwei Interviews, an einem Nachmittag — und plötzlich ergibt sich ein Bild. Ob der Algorithmus mir das gebracht hat oder etwas anderes, lasse ich offen. Ich beschreibe nur das Phänomen: Solche Dinge passieren. Und wenn man wach ist, bemerkt man, dass sie zusammenhängen. So wie der Traum und die Begegnung danach. Für mich trat hier die andere Frage auf, nämlich welchen Einfluss die Gedanken anderer auf mich haben? Wo der Gedanke noch beweglich ist In beiden Fällen werden Gedanken durch Wort, Text und Sprache ausgedrückt. Ursprünglich aber sind sie formlos — eher ein Erlebnis, ein Gefühl, ein Bild. Der Gedanke entsteht, wird bewusst, und erst dann greift die Sprache nach ihm. Die KI beherrscht die Ebene der Sprache inzwischen sehr gut. Sie kann logisch denken, kann helfen zu ordnen, kann einen über die eigenen Fragen bewusster werden lassen. Was sie nicht hat, ist der formlose Teil des Gedankens. Anders gesagt: In der Sprache, die dann als Text, Audio oder Video gespeichert wird, ist der ursprünglich formlose Gedanke verhärtet. Er ist zum festen Begriff geworden. Damit kann die KI hervorragend arbeiten. Wir Menschen aber haben die Möglichkeit, immer wieder zum Ursprungserlebnis zurückzukehren — dorthin, wo das Denken noch Tätigkeit ist und nicht schon fertiger Gedanke. Beide Beispiele, der Traum und die Interviews, haben mir deutlicher gemacht, wie groß der Einfluss von Gedanken auf das wirkliche Leben ist. Dem Traum folgt, dass ich an die Person denke; sie schreibt mir. Die Gedanken von Musk nehme ich über ein Video wahr und verarbeite sie hier weiter. Ständig bewegen wir uns zwischen dem formlosen Raum, wo Bilder und Gefühle leben, und dem fixierten Raum der Sprache und Vorstellungen. Der Zugang Der formlose Raum steht uns jederzeit zur Verfügung. Ich betrete ihn meist, indem ich 1. mit meinem Bewusstsein in die Herzgegend gehe, 2. indem ich dort etwas langsamer atme, so wie es angenehm ist, und 3. indem ich dort ein kraftgebendes Gefühl, wie Wertschätzung, Dankbarkeit, Mitgefühl, Liebe, aktiviere und einige Momente darin lebe. Durch diese Aufmerksamkeit im Herzraum, auch indem ich versuche zu mir und dann zu anderen freundlich zu sein (in Englisch würde man sagen: Be kind) — wird das Denken wieder weicher, beweglicher. Manchmal genügt auch weniger, als die hier genannte Herzübung, nämlich der kurze Moment, bevor ich auf eine Frage antworte, in dem ich die erste fertige Formulierung noch nicht nehme. Es lohnt sich, diesen Moment zu suchen. Denn dort, wo der Gedanke noch Bild ist, wo er beweglich ist, wo das Herz sprechen kann — dort entsteht das Neue. Nicht in der Wiederholung dessen, was schon Sprache geworden ist. Get full access to Alexander Schwedeler at www.alexanderschwedeler.com/subscribe

  2. 28. Juni

    #149 Du bist mehr, als du denkst

    In dieser Podcast-Folge #149 spreche ich zum Thema meines Buches Fully Human - Being Fully Human in the Age of AI, das ich vor sieben Jahren, also 2019, herausgebracht habe. Die deutsche, leicht erweiterte Auflage heist: Die mutige Führungskraft. Führung auf Basis eines erweiterten Menschenbildes. Beide Bücher sind auf Amazon, oder direkt bei mir erhältlich. Worum geht es mir darin? Ich habe versucht, als Laie – das betone ich ausdrücklich, als Laie und Zeitgenosse, der die Zeichen der Zeit zu lesen versucht – die künstliche Intelligenz ins Verhältnis zum Menschen zu setzen. Daher der Titel Fully Human: Wie erhalten wir unsere volle, ja unsere noch gar nicht erreichte Menschlichkeit angesichts der schnellen Entwicklung der KI? Im ersten Kapitel beschreibe ich kurz, was aus meiner Sicht passiert, wenn die Maschine das Niveau menschlicher Intelligenz erreicht – die sogenannte künstliche generative Intelligenz, KGI – und was geschieht, wenn sie diese Niveau überschreitet und schlauer wird als die Menschheit. Nick Bostrom hat das in seinem Buch Die Intelligenz-Explosion beschrieben. Dort zeigt er auf, wie die Maschine dann exponentiell schneller lernt als vorher und wie es unmöglich wird, dass wir das noch kontrollieren können. Wir wissen also dann nicht mehr, wie die Maschine reagieren wird, was sie tun wird. Wir schaffen uns also etwas hochintelligentes, verbinden es u.a. auch mit Waffen und Krieg – und wissen nicht, wie diese Intelligenz denkt und handeln wird. Man sieht ja jetzt schon menschenähnliche Roboter, die perfekt Tischtennis spielen oder leichtfüßig über Hürden springen und die Bewegung dann sogar rückwärts wiederholen wie ein abgespielter Film. Faszinierend – das kann ein Mensch nicht. Bei aller berechtigten Faszination bin ich aber skeptisch, dass das gut ausgeht, wenn wir uns nicht auch selbst als Menschen weiterentwickeln. Und hier liegt ein Kern: Menschliche Entwicklung geht langsam. Und wenn sie langsam geht, geht sie gesund. Sobald es schneller geht, fällt man leicht in ungesunde Extreme. Gesunde Entwicklung sollte einhergehen mit einem gesunden Gleichgewicht verschiedener Fähigkeiten und Eigenschaften. Viele sagen: Die KI ist nur ein Werkzeug, es kommt darauf an, wie wir sie nutzen. Das stimmt natürlich - bis zu einem gewissen Punkt der Entwicklung der KI, nämlich der künstlichen generativen und Super-Intelligenz. Wir haben es mit einem selbstlernenden System zu tun. Das ist logischerweise eine Black-Box. Damit verbunden ist das Alignment-Problem: Wie bringen wir der KI unsere moralisch-ethischen Werte bei – und vor allem, hält sie sich dann daran? Meine große Sorge ist, dass wir uns etwas schaffen, das wir nicht mehr kontrollieren können. Das bringt mich zurück zur Frage nach dem Menschsein, dem Fully Human. Welche Aufgabe geben wir uns? Es gibt jene, die sagen, der Übergang auf die Maschine sei der natürliche nächste Entwicklungsschritt der Menschheit. Ich bin anderer Auffassung. Ich möchte mein Menschsein erhalten und mein Potential weiter entfalten können. Dafür lohnt sich der Blick auf den Menschen selbst. Man kann ihn in drei Bereiche gliedern: oben das Nerven-Sinnes-System, in der Mitte das rhythmische System mit Herz und Lunge, unten den Stoffwechsel mit den Gliedmaßen. Jedes dieser Systeme hat zwei Aspekte – einen inneren und einen, der den Kontakt nach außen herstellt. Beim Herzen etwa ist der Herz-Kreislauf das Innere, der Atem der Bezug nach außen. Und genau hier liegt eine wunderbare Möglichkeit. Bei der Herzübung von HeartMath gehe ich erstens mit dem Bewusstsein in die Herzgegend, atme zweitens dort etwas langsamer, so wie es angenehm ist, und rufe drittens ein kraftgebendes Gefühl auf – Dankbarkeit, Wertschätzung, Mitgefühl, Liebe, Frieden. Über die Schnittstelle des Atems gestalte ich bewusst mein inneres System und beeinflusse so den Herzrhythmus und die Herz-Raten-Variabilität (HRV) – Aus einem nervösen Zustand wird so ein harmonischer, kohärenter Zustand. Das Entscheidende daran: Ich kann mich bewusst für ein kraftgebendes Gefühl entscheiden. Viele Menschen wissen gar nicht, dass das möglich ist. Schmerzhafte Dinge passieren uns – dagegen können wir oft nichts tun. Aber wie ich innerlich damit umgehe, das liegt in meiner Hand. Diese freie Einflussmöglichkeit haben wir als Menschen, auch wenn sie nicht immer leicht ist. Vielleicht erscheint es überheblich, in Zeiten von Krieg und Leid über solche Dinge zu sprechen. Aber gerade wer nicht in diesen extremen Situationen ist, hat vielleicht sogar die Aufgabe, etwas aus seinem Leben zu machen. Mir geht es darum, dass wir uns immer wieder bewusst zu machen, welch riesiges Potenzial wir Menschen haben. Was ich heute gezeigt habe, ist nur ein kleiner Ansatz – weitere folgen. Herzlichen Dank fürs Lesen, und bis zum nächsten Mal. Alexander Schwedeler Get full access to Alexander Schwedeler at www.alexanderschwedeler.com/subscribe

    #149 Du bist mehr, als du denkst
  3. 17. Juni

    #148 Was Millionen Herzschläge uns verraten – Einblicke von der Tagung „Love Unleashed"

    In dieser #148 Podcast-Folge berichte ich von einer besonderen Tagung, an der ich online teilgenommen habe. Sie trug den Titel: Love Unleashed – organisiert vom HeartMath Institute. Sie fand im Mai in Santa Cruz, Kalifornien, statt, ganz in der Nähe des HeartMath-Hauptsitzes in Boulder Creek. Rund 200 Menschen waren vor Ort dabei, viele weitere – wie ich – online. HeartMath forscht seit fast 40 Jahren rund um das Herz. Und genau darum geht es auch in meinem Podcast: Führen mit Herz. Diese Konferenz war für mich deshalb wichtig und sehr spannend. Ich möchte speziell von einem Vortrag berichten. Alle Vorträge waren sehr interessant. Der Vortrag, auf den ich mich hier konzentrieren möchte, ist von Dr. Malathi Muthu. Er trug den Titel: Kohärenz in einer sich verändernden Welt - was Million von Herzschlägen uns sagen (Übersetzung von mir). Hier folgen stichwortartig die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Vortrag: * Herzkohärenz ist nicht nur etwas Persönliches - sie wirkt auch auf andere Menschen, auf die globale Gemeinschaft, und auf die Erde. * Sie wirkt auch auf die über 700 Zufallsgeneratoren, von denen einer bei mir zuhause steht. Diese Zufallsgeneratoren zeigen eine nicht-zufällige Reaktion auf starke Emotionen von Menschengruppen (zum Beispiel ein Ereignis eines Kriegsbeginns, oder ein Meditationsretreat). * Gefühle wie Begeisterung, Dankbarkeit, Freude und Wertschätzung erzeugen die höchsten Kohärenzwerte. Trauer, Wut und Stress hingegen spiegeln sich in einer unruhigen, zackigen HRV-Kurve wieder. * Die Herzratenvariabilität (HRV) wurde übrigens kürzlich auch vom Economist als valide Gesundheitsmessgröße beschrieben (Bemerkung von mir, nicht von Dr. Malathi). * In Kohärenz schwingt sich das Herz in den Rhythmus der Erde ein. * Sonne, Erde und Mensch stehen über das Herz in einem messbaren Zusammenhang. * Wenn ich selbst in Kohärenz bin, fällt es anderen leichter, um auch in Kohärenz zu kommen. * Mein innerer Zustand wirkt auf die anderen im Raum, aber eben auch in den größeren Umkreis, global, kosmisch. Mit Hilfe dieser Erkenntnisse kann man sich der Verantwortung bewusst werden, wie der eigene innere Zustand andere und die Welt beeinflusst. Es ist also nicht egal, was ich denke und fühle. Ganz im Gegenteil: Mit meinen Gedanken und Gefühlen beeinflusse ich ständig meine Umwelt und das Weltgeschehen. Herzliche Grüße Alexander Schwedeler Get full access to Alexander Schwedeler at www.alexanderschwedeler.com/subscribe

    #148 Was Millionen Herzschläge uns verraten – Einblicke von der Tagung „Love Unleashed"

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