Morgenimpuls

DOMRADIO.DE

Gedanken zu Gott und der Welt, Erlebnisse aus dem Alltag einer Ordensfrau - die Olper Franziskanerin Schwester Katharina startet mit Gebeten und Texten um 6 Uhr in den Morgen.

  1. -2 J

    Mutschwester

    Wahrscheinlich kennst du das auch. Man tippt eine WhatsApp-Nachricht ein und das System ist schnell und schreibt aus meinen ersten Buchstaben schon einmal seine Vorschläge. Und wenn man nicht aufpasst, hat man Unfug geschrieben und merkt es nicht einmal. So ist es mir vorhin ergangen.Bei uns in der Ordensgemeinschaft benennen wir uns mit "Schwester" und dem Vornamen. Und wenn wir über unsere Schwestern reden oder schreiben, dann sagen wir Mitschwester, also Schwestern, die mit mir zur Gemeinschaft gehören und mit mir leben. Als ich vorhin etwas schreiben wollte, hat das System nicht Mitschwester geschrieben, sondern Mutschwester. Erst war ich verwirrt, aber dann habe ich laut gelacht und finde diese Bezeichnung einfach herrlich.Mutschwester. Eine Schwester, die mir Mut macht in all dem, was nicht so einfach, nicht so leicht, nicht so fix und auch mal danebengeht. Und so wünsche ich dir für heute und für das begonnene neue Jahr immer wieder Mutschwestern und Mutbrüder, Muteltern und Mutkollegen, Mutkinder und Mutlehrer, Mutengel und Mutheilige und irgendeinen davon möglichst immer zur rechten Zeit.Eines meiner Weihnachtsgeschenke, die ich bekommen habe, ist ein Heiligen-Wochenkalender der etwas anderen Art. Es werden jede Woche heilige oder selige Menschen vorgestellt, die nicht so bekannt sind und eher regionale Bezüge haben. Ich habe erstaunt Blatt um Blatt gewendet und schon manches gelesen und war begeistert von den Notizen über diese Leute, die in ihrer Zeit Mutmacher waren vor Gott und für die Menschen gelebt haben.Einige von ihnen werde ich dir im Laufe dieses Jahres sicher vorstellen und davon erzählen, weil es immer guttut Beispiele zu haben und Geschichten zu hören von Menschen, die es versucht haben wie du und ich in diesem neuen Jahr auch.

    3 min
  2. -3 J

    Menschen des Jetzt und der Zukunft

    Eigentlich ist es nur eine Sekunde, die das Alte vom Neuen getrennt hat.Eigentlich ist es nur eine Zahl, die am Ende von 5 auf 6 springt.Eigentlich ist es nur eine neue Bezeichnung, die von Dezember auf Januar geschrieben wird.Eigentlich ist es nur eine menschengemachte Zählung, die unsere Tage ordnet.Eigentlich ist es nur ein neuer Morgen, so wie viele Millionen vorher und hoffentlich auch nachher.Es sind auch in dieser Nacht Menschen gestorben, eigentlich wie sonst immer auch.Es sind auch in dieser Nacht Menschen geboren, eigentlich wie sonst immer auch.Aber wir Menschen sind nicht Menschen des EIGENTLICH – sondern Menschen des Jetzt und Menschen der Zukunft, ob wir leben oder ob wir sterben.Im Buch Numeri steht der schöne Text, der im neuen Jahr als Lesungstext in der Eucharistiefeier gelesen wird: "Der HERR sprach zu Mose: Sag zu Aaron und seinen Söhnen: So sollt ihr die Israeliten segnen; sprecht zu ihnen: Der HERR segne dich und behüte dich. Der HERR lasse sein Angesicht über dich leuchten und sei dir gnädig. Der HERR wende sein Angesicht dir zu und schenke dir Frieden. So sollen sie meinen Namen auf die Israeliten legen und ich werde sie segnen."Vertrauen wir im neuen Jahr auf diesen Segen Gottes mit der Bitte, dass er gebe, dass es gut wird, was wir beginnen und mit Tatendrang anfangen und auch das gut wird, was uns nicht gelingt, was in die Brüche geht und was wir einander schuldig bleiben, obwohl wir es eigentlich gut machen wollten. Aber wir sind nicht Menschen des EIGENTLICH, sondern Menschen des Jetzt und der Zukunft mit dem Vertrauen auf diesen Gott, der mit uns geht und unter dessen gutem Segen wir stehen.

    3 min
  3. -4 J

    "Die letzte Stunde ist da"

    In der Lesung für die Heilige Messe heute Abend aus dem ersten Johannesbrief heißt es sehr eindrücklich: "Meine Kinder, die letzte Stunde ist da." Mir war gar nicht bewusst, dass es solch einen Vers im neuen Testament gibt, den wir am letzten Tag des Jahres nochmal irgendwie anders hören. Und dann ermahnt Johannes die Christen, dass sie nicht erstaunt sein sollen, dass es so viele Antichristen gibt, die jetzt am Ende der Zeiten vermehrt auftreten. Diese Mahnung ist 2000 Jahre alt und daran hat sich nichts geändert. Es gab und gibt immer Menschen, die sich vom Christsein abgewandt haben und sich nun gegen die Christen wenden mit Lügen und Kämpfen gegen die göttliche Wahrheit, die sie selbst von Jesus Christus empfangen haben.Was mich andererseits zurzeit echt erschüttert, ist die so missbräuchliche Nutzung des christlichen Glaubens durch Präsidenten verschiedenster Ausprägungen. Wenn Christus immer wieder zur Nächstenliebe aufruft und ein Präsident mit viel religiösem Tamtam seine Amtszeit bebeten und segnen lässt, dann aber alles andere als christlich Jagd auf Menschen machen lässt, die nur irgendwie ausländisch aussehen, dann ist das antichristlich. Und wenn ein anderer mit dem Segen seines hörigen Patriarchen Krieg gegen das Nachbarland führt und betont, dass er aber ein gläubiger Christ sei, dann wird mir übel.Und wenn unser Kanzler betont "mit christlicher Nächstenliebe können wir nicht jedes politische Problem lösen" ist das genauso falsch. Nächstenliebe besteht aus den Elementen Liebe, Wahrheit und Gerechtigkeit und der Kapuziner Bruder Paulus macht in seiner Gegenrede sehr deutlich, dass Nächstenliebe bedeutet die Augen zu öffnen, Grenzen erkennen und Verantwortung übernehmen und niemandem mehr aufbürden, als er tragen kann – weder einem Land, noch einer Person und auch nicht sich selbst.Vielleicht findest Du ja heute zwischen letzten Einkäufen und Vorbereitungen für die Silvesterparty ein bisschen Zeit, auf Dein eigenes Jahr zurück zu schauen, weil Dein ganz persönliches Jahr das Jahr ist, das Gott mit Dir gegangen ist. Und ich und Du können fest darauf vertrauen, dass Gott auch im neuen Jahr mit uns geht, durch alle Höhen und Tiefen, Rennstrecken und Slalomläufe, Abstürze und Comebacks, von denen wir heute noch nichts ahnen. Und dass wir Christen bleiben.

    3 min
  4. -5 J

    Ein Zettel mit zwei Worten

    Die Weihnachtstage und die Tage zwischen den Jahren sind immer ein bisschen ruhiger und entspannter. Und so konnte ich auch mal wieder in Ruhe um den Obersee hier in Olpe laufen und meinem verheilten Fuß zumuten, dass das doch gar nicht so schlimm ist. Viele Leute hatten die gleiche gute Idee und so waren wir mit vielen Leuten unterwegs und ich habe Grüße und Gespräche in vielen Sprachen vernommen. Tobende Kinder mit ihren Laufrädchen oder Rollern, größere Kinder mit dem wohl neuen Fahrrad und ganz kleine im Kinderwagen dick eingepackt mit staunenden Augen.Der See war zugefroren, was nicht allzu oft in den letzten Jahren der Fall war und viele Steine und Stöcke und Äste liegen auf dem Eis, weil viele versucht haben zu testen, ob das Eis bricht oder tatsächlich stabil ist. Und dann bin ich wie immer auf dem Rundweg, zur Valentinskapelle gekommen. Und ich habe mich sehr gewundert, wieso da plötzlich ein Kommen und Gehen in der kleinen Kapelle war.Und dann habe ich den Grund gesehen: Am Zaun auf beiden Seiten war ein laminiertes Blatt angebracht mit lediglich zwei Worten und einem Pfeil. ZUR KRIPPE heißt es da. Und ganz viele Leute, die sonst gemächlich weiterspaziert wären, ließen sich verlocken und zur Kapelle gehen und die kleine, schöne Krippe anschauen und bewundern. Drin war nur ein Meter Platz bis zum sichernden Gitter und so gab es ein Gedränge, um einen kurzen Blick auf die Szene zu werfen, um die es an Weihnachten immer geht: der Krippenstall mit Ochs und Esel, die Schafe und die Hirten und Maria und Josef mit dem Kind, dem Gotteskind, das zur Erde gekommen war, um uns Erdlinge wieder mit dem göttlichen Funken zu beseelen. Und alle konnten es sehen, weil zwei einfache Worte sie verlockt hatten, von ihrem gemütlichen Weg abzubiegen, sich ins enge Gedränge zu begeben und zu staunen und sich an der Schönheit der Szene zu erfreuen.Da wurde mir wieder einmal klar, wie Gott in die Welt kommt. Er verlockt einen Menschen, einen Zettel mit zwei Worten zu beschriften und mit einem Pfeil die Richtung anzugeben. Und schon kommen viele und schauen und staunen. Vielleicht können Du und ich auch im kommenden Jahr diese Zettelschreiber sein, die auf etwas hinweisen, dass uns selbst wichtig und wertvoll ist und das mit einem einfachen Pfeil die Richtung angibt.

    3 min
  5. -6 J

    Vertrauen in Gott trotz aller Katastrophen

    Im Wohnzimmer meiner Tante hing ein großes Bild mit dickem, goldenem Rahmen. Und auf dem Bild war die Gottesmutter Maria zu sehen, die den kleinen Jesus auf dem Schoß hatte und der von der Arbeit nach Hause kommenden Nährvater Josef mit der Axt über der Schulter, der dem Kind einen Teller mit wunderbaren Früchten hinhält: Weintrauben, Pfirsiche, Äpfel. Es war ein typisches Bild der Heiligen Familie von Nazareth.Dieses Fest wurde von der Kirche schon im 17. Jahrhundert eingeführt und im 19. Jahrhundert nochmals stärker betont, weil man gespürt hat, dass die Menschen ein Vorbild brauchten, wie man christliches Familienleben in den damaligen Problemen leben könnte. Und wie ist das heute bei unseren vielfältigen Familienkonstellationen? Eigentlich brauchen wir nur in die Bibel zu schauen und das schmückende, später dazu gedachte Beiwerk weglassen. Da ist eine junge Frau, die nicht verheiratet, aber schwanger ist. Da ist der Verlobte, der nicht der Vater des Kindes ist, seine Partnerin aber nicht wegschickt und sie somit vor dem sicheren Tod rettet. Da ist der Kaiser, der mehr Steuern eintreiben will und somit alle Leute im Reich quer durchs Land schickt, damit seine Steuerlisten perfekt sind. Da sind die überfüllten Herbergen und die geldgierigen Vermieter, die das Pärchen in den Stall abschieben.Dann wird das Kind nach der Tradition in den Tempel gebracht und der armen Mutter verheißen, dass ihr ein Schwert durch die Seele dringen wird. Da ist ein König, der vom neugeborenen König hört und in Panik alle Neugeborenen in der Umgebung töten lässt. Da ist der Josef, der durch dubiose Träume rechtzeitig gewarnt wird und auf die Flucht muss. Da ist die Familie als Flüchtlinge im fremden Land und muss sich so durchschlagen. Da stirbt der alte König endlich und sie können nach Hause, müssen aber völlig neu anfangen. Da nehmen sie den Sohn mit auf Wallfahrt und müssen ihn drei Tage lang suchen, weil er einen eigenen Kopf hat und neue Wege geht und völlig unverständliche Dinge erzählt. Und immer so weiter.Ich denke, wenn Familien spüren können: diese Familie von Nazareth hat so viel Trabbel und Chaos und Katastrophen im Leben gehabt und sie haben es trotzdem geschafft auf Gott zu vertrauen und ihr Leben auf ihn zu setzen, dann kann es tatsächlich Vorbild für uns und unser heutiges Leben in all seinem Chaos und Durcheinander sein. Denn nicht die scheinbar heile Welt auf dem Gemälde mit dem goldenen Rahmen und den köstlichen Früchten stellt die heilige Familie dar, sondern ihr Vertrauen in Gott trotz aller Katastrophen.

    3 min
  6. 26/12/2025

    Ein Weihnachtswunder

    Viele Leute schauen in diesen Weihnachtstagen gerne Filme und Serien. Und Weihnachtsfilme und Märchen stehen besonders hoch im Kurs. Da geht es von den drei Haselnüssen für Aschenbrödel, über Sissi, den Kleinen Lord und Kevin allein zu Haus bis zu Serien, die in diesen Tagen rauf und runter gestreamt werden und ein wohliges Weihnachtsgefühl erzeugen. Ein Film, der mich letztes Jahr sehr berührt hat, war "Bach – ein Weihnachtswunder" und erzählt von Johann Sebastian Bach, der 1734 in Leipzig als Thomaskantor mit seiner Familie lebt und arbeitet und an einem großen Werk schreibt, dass zum Weihnachtsfest fertig und aufgeführt werden soll.Und der Film nimmt uns mit in eine bewegte Zeit, in die Abhängigkeit vom Geldgeber der Stadt, in die Eifersucht der Pastöre, die Musik nur als liebliches Beiwerk und nur ihre Worte als Verkündigung gelten lassen wollen. Aber er zeigt uns auch die Probleme und Katastrophen in der eigenen Familie um den Tod seiner ersten Frau, um die Verzweiflung seiner Maria Magdalena um den Tod von sieben Kindern in wenigen Jahren, um die Vaterkonflikte mit seinen so verschiedenen Söhnen und um seinen wirklich schwierigen Charakter.Und dazwischen die Komposition und die tausende von Notenblättern, die überall zum trocknen im Haus hängen, um die üblichen Weihnachtsvorbereitungen für einen großen Haushalt, um die Flucht des sensiblen Sohnes in der Winterkälte und die Rettung in letzter Sekunde, damit nicht der Vorwurf bleibt, er, der Vater, habe an einem Tag zwei Söhne aus dem Haus getrieben, weil er nur an sein Werk und nicht mehr an die Menschen in seiner Nähe denken kann. Und dazwischen Chorproben, Stimmübungen, Orchesterproben und Zoff mit der Tochter, die unbedingt im Chor mitsingen will, was aber damals für Mädchen nicht erlaubt ist.Und dann wird es doch fertig und kommt und bricht heraus mit Chor und Orchester und Pauken und Trompeten erklingt das fulminante "Jauchzet frohlocket, hochpreiset die Tage, rühmet was heute der Höchste getan" und ich konnte mit einem tiefen Seufzer all die Spannung und Tragik, all die Schwierigkeiten und Sorgen in dieser Familie und Zeit, herauslassen und war mit allen glücklich, dass dieses unglaubliche Werk doch noch zustande gekommen ist. Und ich werde es heute anders hören als noch vor Jahren und finde ganz viele Parallelen zum Tun und Rennen und Jagen der letzten Wochen und freue mich ganz neu und jauchze und frohlocke und preise die Tage und rühme was heute der Höchste getan.

    3 min
  7. 25/12/2025

    Gott kommt selbst in diese Welt

    "Moment, ich verbinde", höre ich manchmal am anderen Ende der Telefonleitung, wenn ich jemanden sprechen möchte und im Vorzimmer gelandet bin. Wichtige Leute haben meist ein Vorzimmer, das die Korrespondenz führt, Anfragen bearbeitet und auch unliebsame Kontaktanfragen abwimmelt. Und wenn ich Pech habe, dann bekomme ich diese wichtige Person gar nicht selbst zu sprechen, sondern nach einer Weile in der Warteschleife meldet sich das Vorzimmer wieder zurück und dann heißt es: "Der Herr Doktor lässt ausrichten, dass …".Ich gebe zu, dass mich das manchmal ganz schön nervt, weil es auch manchmal etwas wichtigtuerisch daherkommt. Andererseits denke ich aber, dass manche Leute ganz gut ein Vorzimmer gebrauchen können, das ihnen den Rücken freihält. Und was hat das nun mit Weihnachten zu tun? Der Apostel Paulus schreibt in seinem Brief an die Hebräer, dass Gott viele Male und auf vielerlei Weise zu den Menschen gesprochen hat, allerdings meist durch die Propheten. Sie waren also ein solches Vorzimmer, das als Stimme Gottes gewirkt und seine Botschaft den Menschen gebracht hat.Doch jetzt spricht Gott selbst zu uns – ohne ein Vorzimmer, das ausrichten lässt "Gott wünscht, dass und das sollt ihr tun …". Er kommt nämlich selbst in diese Welt, indem er einer von uns wird. Das Vorzimmer wird plötzlich aufgelöst. Er kommt in seine Welt und wird in einem Stall in einem unbedeutenden Kaff am Ende der Welt geboren. Ganz normal, wie Tausende heute in armen, unbehausten, kriegerischen Situationen in der Ukraine, in Gaza und noch vielen weiteren Ländern.Ein Gott, der so unmittelbar ist, dass er in unser Chaos kommt als ein kleines, verwundbares Kind, das zeigt, wie solidarisch er mit uns ist. Zeigen wir diese Solidarität allen Menschen, indem wir auch ihnen ganz nahe sind – live und in Farbe und in der Freude der Weihnacht.

    3 min
  8. 24/12/2025

    Wie verbringen eigentlich Ordensleute Heiligabend?

    Immer wieder werde ich gefragt, was wir Schwestern denn so am Heiligen Abend machen. Also, wir werden nach den Laudes nachher noch ein paar kleine Vorbereitungen machen und die Kapelle im Haus und in der Pfarrkirche weihnachtlich gestalten. Dann den normalen Haushalt und die Habite und Schleier festtäglich parat machen, Tischdecken nochmal kurz überbügeln und alle Zimmer, die in den nächsten Tagen für Gäste gebraucht werden noch schön dekorieren. Und heute Abend werden wir ins Nachbarstädtchen fahren und mit unseren älteren und alten Schwestern im Altenheim den Heiligen Abend feiern. Wir werden das wunderbare Evangelium lesen, das davon berichtet, dass Kaiser Augustus den ganzen Erdkreis in Steuerlisten eintragen zu lassen befohlen hat und deshalb auch Josef mit Maria nach Bethlehem ziehen musste, weil er aus dem Geschlecht und Haus Davids stammte. Und das mit den Hirten und den Engeln mit der Botschaft vom Frieden auf Erden. Und wir werden zusammen singen, Musik machen, plaudern und ausdeutenden Gedichten und Geschichten lauschen. Dann fahren wir zurück in unseren Konvent, werden ein bisschen zu Abend essen und dann zur Christmette um 22.00 Uhr in ein Nachbardorf fahren. Und wenn wir davon nachhause kommen, dann gibt es bei uns seit vielen Jahren mein Lieblingsritual. Wir gehen in unsere Hauskapelle und singen „zu Bethlehem geboren ist uns ein Kindelein“ und legen das hölzerne Christkind in die Krippe. Soweit das äußere, sichtbare Geschehen. Aber die Dinge, die dazwischen geschehen, die man nicht machen, nicht planen, nicht vorbesprechen kann, auf diese Dinge bin ich gespannt. Wird mein Herz angerührt werden, oder absolviere ich nur, wie immer, wird der göttliche Funke überspringen oder bleibt es eine schöne Feier, wie immer, wird das Kind in der Krippe in mir lebendig oder bleibt es aus schön geschnitztem Holz, wie immer? Ich denke, auch Dir und vielen anderen von uns geht es so. Und so bitte ich mit Dir und euch diesen, zu uns heruntergekommenen Gott, um seine Nähe und seinen Weg mit uns durch diese besonderen Tage und Nächte.

    3 min

À propos

Gedanken zu Gott und der Welt, Erlebnisse aus dem Alltag einer Ordensfrau - die Olper Franziskanerin Schwester Katharina startet mit Gebeten und Texten um 6 Uhr in den Morgen.

Vous aimeriez peut‑être aussi