Der Zweite Gedanke

radio3 (Rundfunk Berlin-Brandenburg)

Hier wird nicht nur debattiert, hier wird auch zusammen nachgedacht. Über alles, was unser Miteinander betrifft. Bildung, Digitalisierung, Demokratie, Einsamkeit, Freiheit, Klima, Kultur, Städtebau, Visionen - die Themen liegen in der Luft, nicht erst, aber besonders deutlich seit der Corona-Pandemie. Jede Folge widmet sich einer Frage unserer Zeit. radio3-Redakteurin Natascha Freundel spricht jeweils mit zwei Gästen, die wissen, wovon sie reden. Philosophisch, aber nie abgehoben. Persönlich, aber nicht privat. Kritisch und konstruktiv. Hier soll es nicht knallen, sondern knistern. Immer auf der Suche nach dem zweiten, neuen Gedanken.

  1. Was ist wahr und wann ist das gefährlich?

    -1 J

    Was ist wahr und wann ist das gefährlich?

    Boualem Sansal im Gespräch mit Katajun Amirpur, Thea Dorn und Irina Scherbakowa. Moderation: Natascha Freundel Mitschnitt vom 19.03.2026 aus dem Paulinum Leipzig Bei seinem ersten öffentlichen Auftritt nach der Inhaftierung erklärte der Friedenspreisträger Boualem Sansal, wie er die Haft in Algerien erlebte und warum er nach seiner Begnadigung einen gerechten Prozess fordert. Im anschließenden Gespräch mit Sansal, Katajun Amirpur, Thea Dorn und Irina Scherbakowa ging es um die Bedeutung und den Missbrauch des Wahrheitsbegriffs heute und vor allem um die Frage: Was können Intellektuelle im Ausland für die Meinungsfreiheit in Diktaturen tun? Eine Veranstaltung im Rahmen des Friedenspreises in Kooperation mit der Stiftung Freedom of Expression, radio3 vom rbb, PEN Berlin e.V., Merlin Verlag und der Leipziger Initiative des Literaturhauses, die sich 2025 gemeinsam für die Freilassung von Boualem Sansal eingesetzt haben. Simultan-Dolmetscher waren Daniel Bintener und Elisabeth Körner-Székelyhidi. Sprecher der Übersetzung von Boualem Sansal für radio3: Matthias Scherwenikas. Boualem Sansal ist algerisch-französischer Schriftsteller, promovierter Ökonom und Ingenieur. Als Kritiker der algerischen Politik und des Islam wurde er im November 2024 in Algerien verhaftet und ein Jahr später nach europaweiten Protesten und diplomatischen Interventionen Deutschlands begnadigt. 2011 erhielt er den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Seine Werke erscheinen auf Deutsch im Merlin Verlag. Katajun Amirpur ist Professorin für Islamwissenschaft und Iranexpertin an der Universität zu Köln. Zuletzt erschien von ihr mit Dina El Omari und Ingrid Overbeck (Hrsg.): "Frau, Leben, Freiheit. Emanzipatorische Potenziale" (2025). Thea Dorn ist Schriftstellerin, Sprecherin des PEN Berlin und Moderatorin des Literarischen Quartetts im ZDF. Zuletzt erschienen von ihr u.a. "Deutsch, nicht dumpf" (2018) und "Trost. Briefe an Max" (2021) Irina Scherbakowa ist Historikerin, Germanistin und Mitbegründerin der russischen Menschenrechtsorganisation "Memorial", die 2022 in Russland verboten wurde. In Berlin ist sie Vorständin von "Zukunft Memorial". Sie ist Mitherausgeberin des Bandes "Memorial. Erinnern ist Widerstand" (C.H. Beck 2025). 2022 erhielt "Memorial" den Friedensnobelpreis. Kapitel: 00:00:00 Intro 00:03:37 Sansal über Deutschland und den Friedenspreis 00:06:22 Sansal: Ich war eine Geisel Algeriens 00:11:00 Sansal über Exil und Begnadigung: "inakzeptabel" 00:15:33 Sansal über Haftsituation 00:23:13 Sansal über Verlagswechsel 00:32:05 Scherbakowa über Memorial und Wahrheit 00:34:40 Dorn über Instrumentalisierung von Wahrheit heute 00:38:40 Amirpur über Informationsgewalt des iranischen Regimes 00:42:41 Sansal über Isolation von Diktaturen und Schwächung der Demokratie 00:50:08 Dorn über den "zwanglosen Zwang des besseren Arguments" (Habermas) 00:55:07 Amirpur und Scherbakowa über Rolle Intellektueller im Ausland 01:06:25 Amirpur über gespaltene Exiliraner 01:10:33 Was gibt Ihnen Hoffnung? 01:17:55 Sansal über Demokratie und islamische Länder 01:22:55 Kooperationspartner Mehr Infos und Fotos s. https://www.radiodrei.de/derzweitegedanke Schreiben Sie uns gern direkt an derzweitegedanke@radiodrei.de.

    1 h 24 min
  2. Was ist wahr und wann ist das gefährlich? (Deutsch-französische Version)

    -1 J

    Was ist wahr und wann ist das gefährlich? (Deutsch-französische Version)

    Boualem Sansal im Gespräch mit Katajun Amirpur, Thea Dorn und Irina Scherbakowa. Moderation: Natascha Freundel Mitschnitt vom 19.03.2026 aus dem Paulinum Leipzig Bei seinem ersten öffentlichen Auftritt nach der Inhaftierung erklärte der Friedenspreisträger Boualem Sansal, wie er die Haft in Algerien erlebte und warum er nach seiner Begnadigung einen gerechten Prozess fordert. Im anschließenden Gespräch mit Sansal, Katajun Amirpur, Thea Dorn und Irina Scherbakowa ging es um die Bedeutung und den Missbrauch des Wahrheitsbegriffs heute und vor allem um die Frage: Was können Intellektuelle im Ausland für die Meinungsfreiheit in Diktaturen tun? Eine Veranstaltung im Rahmen des Friedenspreises in Kooperation mit der Stiftung Freedom of Expression, radio3 vom rbb, PEN Berlin e.V., Merlin Verlag und der Leipziger Initiative des Literaturhauses, die sich 2025 gemeinsam für die Freilassung von Boualem Sansal eingesetzt haben. Simultan-Dolmetscher waren Daniel Bintener und Elisabeth Körner-Székelyhidi. Im Podcast finden Sie auch die deutsche Version, mit Matthias Scherwenikas als Sprecher der Übersetzung von Boualem Sansal für radio3. Boualem Sansal ist algerisch-französischer Schriftsteller, promovierter Ökonom und Ingenieur. Als Kritiker der algerischen Politik und des Islam wurde er im November 2024 in Algerien verhaftet und ein Jahr später nach europaweiten Protesten und diplomatischen Interventionen Deutschlands begnadigt. 2011 erhielt er den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Seine Werke erscheinen auf Deutsch im Merlin Verlag. Katajun Amirpur ist Professorin für Islamwissenschaft und Iranexpertin an der Universität zu Köln. Zuletzt erschien von ihr mit Dina El Omari und Ingrid Overbeck (Hrsg.): "Frau, Leben, Freiheit. Emanzipatorische Potenziale" (2025). Thea Dorn ist Schriftstellerin, Sprecherin des PEN Berlin und Moderatorin des Literarischen Quartetts im ZDF. Zuletzt erschienen von ihr u.a. "Deutsch, nicht dumpf" (2018) und "Trost. Briefe an Max" (2021) Irina Scherbakowa ist Historikerin, Germanistin und Mitbegründerin der russischen Menschenrechtsorganisation "Memorial", die 2022 in Russland verboten wurde. In Berlin ist sie Vorständin von "Zukunft Memorial". Sie ist Mitherausgeberin des Bandes "Memorial. Erinnern ist Widerstand" (C.H. Beck 2025). 2022 erhielt "Memorial" den Friedensnobelpreis. Kapitel: 00:00:00 Intro 00:03:37 Sansal über Deutschland und den Friedenspreis 00:06:22 Sansal: Ich war eine Geisel Algeriens 00:11:00 Sansal über Exil und Begnadigung: "inakzeptabel" 00:15:33 Sansal über Haftsituation 00:23:13 Sansal über Verlagswechsel 00:32:05 Scherbakowa über Memorial und Wahrheit 00:34:40 Dorn über Instrumentalisierung von Wahrheit heute 00:38:40 Amirpur über Informationsgewalt des iranischen Regimes 00:42:41 Sansal über Isolation von Diktaturen und Schwächung der Demokratie 00:50:08 Dorn über den "zwanglosen Zwang des besseren Arguments" (Habermas) 00:55:07 Amirpur und Scherbakowa über Rolle Intellektueller im Ausland 01:06:25 Amirpur über gespaltene Exiliraner 01:10:33 Was gibt Ihnen Hoffnung? 01:17:55 Sansal über Demokratie und islamische Länder 01:22:55 Kooperationspartner Mehr Infos und Fotos s. https://www.radiodrei.de/derzweitegedanke Schreiben Sie uns gern direkt an derzweitegedanke@radiodrei.de.

    1 h 24 min
  3. Kunstfreiheit schützen und fördern

    2 AVR.

    Kunstfreiheit schützen und fördern

    Der zweite Gedanke mit Lukasz Tomaszewski, Monika Grütters und Katarzyna Wielga-Skolimowska "Mutige Künstler sind der Stachel im Fleisch einer Gesellschaft." (Monika Grütters) Angesichts der Kontroversen rund um die Berlinale oder den Buchhandlungspreis ist der deutsche Kulturbetrieb verunsichert. Fragen zur Kunstfreiheit, zu politischer Einflussnahme, zu Kriterien für finanzielle Förderung stehen im Raum. Zwei der renommiertesten Expertinnen der Kulturpolitik sprechen über die Bedeutung der Kunstfreiheit und Kulturförderung in Deutschland. Monika Grütters, Beauftragte für Kultur und Medien a.D., sagt: "Wenn man das avantgardistische Schaffen fördern und stimulieren will, bedeutet das, man muss Künstler ermutigen zum Experiment. Und jedes Experiment schließt das Risiko des Scheiterns ein". Katarzyna Wielga-Skolimowska, Künstlerische Direktorin der Kulturstiftung des Bundes, meint: "Ich würde mir ein bisschen weniger Empörung wünschen. Das betrifft auch die Medien. Unsere Erfahrung mit der Welt generell ist gerade von Empörung getrieben." Monika Grütters war von 2013 bis 2021 Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien. Die Kulturpolitikerin der CDU saß von 2005 bis 2025 als Abgeordnete für die CDU im Deutschen Bundestag. Katarzyna Wielga-Skolimowska stammt aus Warschau und ist seit 2023 Künstlerische Direktorin der Kulturstiftung des Bundes. Sie arbeitete am Adam-Mickiewicz-Institut, war Direktorin des Polnischen Instituts Berlin und am Goethe-Institut in München und Riad, Saudi-Arabien, tätig. Kapitel: 00:00:00 Intro/ Der erste Gedanke 00:02:37 Für welche Kunst und Kultur ist Bund zuständig? 00:06:03 Möglichkeiten der staatlichen Förderung 00:09:30 Kunst und Wissenschaft sind frei 00:14:32 Förderstrukturen 00:20:42 Rolle und Auswahl der Fachjurys 00:26:02 Beispiel Polen: Einfluss der Rechtspopulisten 00:32:35 Horizontaler und vertikaler Druck 00:38:01 Einschränkung der Kunstfreiheit in den USA 00:45:51 Gibt es eine institutionelle Immunisierung? 00:51:40 Der zweite Gedanke Mehr Infos und Fotos s. https://www.radiodrei.de/derzweitegedanke Schreiben Sie uns gern direkt an derzweitegedanke@radiodrei.de

    52 min
  4. To be or not to be free - Fremde Freunde in Deutschland

    26 MARS

    To be or not to be free - Fremde Freunde in Deutschland

    Der zweite Gedanke mit Natascha Freundel, Dany Cohn-Bendit und Hasnain Kazim Aufgezeichnet am 20.03.2026 beim Forum Offene Gesellschaft auf der Leipziger Buchmesse Treffen sich ein Jude und ein Muslim in Leipzig. So könnte ein Witz beginnen, aber der Humor von Dany Cohn-Bendit und Hasnain Kazim kommt gerade bei religiösen Fanatikern gar nicht gut an. Der eine ist vaterlandslos geboren, hat in Paris 1986 für die Studenten, in Deutschland für Multikulti und Die Grünen, im EU-Parlament für Europa gestritten und sagt: "Libertär bedeutet eine andere Gesellschaft, aber frei, nicht totalitär." Der andere stammt aus dem Alten Land bei Hamburg, aber auch aus Indien und Pakistan. Von dort kamen seine Eltern nach Deutschland, konvertierten vom Islam zum Christentum und ahnten nicht, dass ihr Sohn mal als Islamist, mal als Verräter beschimpft werden würde. Was bedeutet "Judentum" für Cohn-Bendit, was bedeutet "Islam" für Kazim? In jedem Fall: gegen religiöse Fanatiker und blinde Toleranz für die Freiheit zu streiten. Dany Cohn-Bendit, geb. 1945, ist heute als Dokumentarfilmer, Redner und Kommentator des Zeitgeschehens in französischen und deutschen Medien aktiv. Sein aktuelles Buch mit Marion van Renterghem heißt "Erinnerungen eines Vaterlandslosen" (Jacoby & Stuart). Hasnain Kazim, geb. 1974, war Auslandskorrespondent des Spiegel in Pakistan und der Türkei. Er ist Autor mehrerer Bücher über arabische und islamische Länder, aktuell: "Der Islam und ich" (Penguin). Kapitel: 00:00:00 Intro 00:03:20 Judentum für Dany Cohn-Bendit 00:06:42 Libertär-liberal 00:08:00 Vaterlandslosigkeit und Europa 00:13:36 Celan und Paris 1968 00:19:36 EU-Parlament 00:22:05 7. Oktober 00:24:43 Hasnain Kazim über seinen Islam 00:27:38 Religionsfreiheit 00:28:41 Islam aufklären 00:35:15 Bunter Vogel mit gebrochenem Flügel 00:40:38 Freiheit erstreiten 00:44:49 Der zweite Gedanke Mehr Infos und Fotos s. https://www.radiodrei.de/derzweitegedanke Schreiben Sie uns gern direkt an derzweitegedanke@radiodrei.de

    46 min
  5. Buchenwald neu denken?

    12 MARS

    Buchenwald neu denken?

    Die Debatte mit Natascha Freundel, Ines Geipel und Rikola-Gunnar Lüttgenau "Wir leisten uns ein DDR-Märchen." (Ines Geipel) In der DDR war Buchenwald die zentrale Mahn- und Gedenkstätte, die nicht dazu diente, die Verbrechen des Nationalsozialismus aufzuklären, sondern einen Mythos zu propagieren. Den Mythos des heroischen kommunistischen Widerstands, der solidarischen Antifaschisten, deren Traum von einem neuen, besseren Deutschland in der DDR realisiert wurde. Gerade heute, da Erinnerungspolitik von Rechts wie Links massiv unter Druck steht, sollten wir diesen Mythos, seine Entstehung und Wirksamkeit bis heute, genau betrachten. Dafür plädiert die Schriftstellerin und Sachbuchautorin Ines Geipel mit ihrem Buch „Landschaft ohne Zeugen. Buchenwald und der Riss der Erinnerung“. Der Historiker Rikola-Gunnar Lüttgenau arbeitet seit über 30 Jahren in der Gedenkstätte und sagt heute: "Ich begreife einen Ort wie Buchenwald nicht, wenn ich nur in Buchenwald nachschaue." Ines Geipel ist Autorin und Germanistin und war Spitzensportlerin in der DDR. Ihr Buch "Landschaft ohne Zeugen. Buchenwald und der Riss der Erinnerung" S. Fischer) ist für den Preis der Leipziger Buchmesse 2026 in der Kategorie Sachbuch/Essayistik nominiert. Rikola-Gunnar Lüttgenau ist Historiker und leitet die Strategische Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora. Er arbeitet seit 1992 in der Gedenkstätte. Kapitel: 00:00:13 Intro 00:02:30 Staatsweihe und Trichterdidaktik 00:09:00 Blinde Flecken 00:15:24 Nackt unter Wölfen 00:16:13 Täuschung im Symbolsystem der DDR 00:19:33 Quellen und Zeugen 00:27:22 Zahngold für die Stasi 00:32:05 Sowjetisches Speziallager 2 00:37:59 Streit um Universalismus und Omri Boehm 00:40:35 Streit um Kufiya in Buchenwald 00:48:18 Neue Methoden der Aufarbeitung 00:50:52 Grabe, wo du stehst 00:56:27 Der zweite Gedanke Mehr Infos und Fotos s. https://www.radiodrei.de/derzweitegedanke Schreiben Sie uns gern direkt an derzweitegedanke@radiodrei.de.

    58 min
  6. Social Media für Kinder: verbieten oder regulieren?

    5 MARS

    Social Media für Kinder: verbieten oder regulieren?

    Die Debatte mit Lukasz Tomaszewski, Nina Kolleck und Mario Voigt "Die Plattformen müssen sich an Regeln halten." (Nina Kolleck) Deutschland diskutiert über ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche. Im Verbotslager deutet sich ein parteiübergreifender Konsens an: Die Regierungskoalition aus CDU, SPD und auch die Grünen sind dafür. Wissenschaftler warnen seit Längerem vor den Gefahren der Sucht und Manipulation durch Soziale Medien. So hat etwa die Nationalakademie Leopoldina bereits im vergangenen Jahr Maßnahmen vorgelegt, um Kinder und Jugendliche besser zu schützen. Der Ministerpräsident Thüringens, Mario Voigt (CDU) setzt sich für Verbotsmaßnahmen ein, die Professorin für Erziehungs- und Sozialisationstheorie Nina Kolleck spricht sich dagegen aus. Sie plädiert für eine stärkere Regulierung der Plattformen. Nina Kolleck ist Professorin für Erziehungs- und Sozialisationstheorie an der Universität Potsdam. Ihr Buch „Der Kampf in den Köpfen: Wie TikTok, Instagram und Co unsere Kinder manipulieren“ erscheint 2026 bei Rowohlt. Mario Voigt, geboren 1977 in Jena, ist seit Ende 2024 Ministerpräsident von Thüringen und seit 2022 Landesvorsitzender der CDU in Thüringen. Kapitel: 00:00:00 Intro/ Der erste Gedanke 00:02:35 Pro Verbot Mario Voigt 00:04:13 Contra Verbot Nina Kolleck 00:9:27 Kinder digital nicht alleine lassen 00:14:31 Social Media und Rollenbilder 00:23:57 Psychische Gesundheit als Netzphänomen 00:28:04 im Netz der Populisten 00:41:00 Es gibt auch gutes Seiten 00:47:38 Umsetzbarkeit eines Verbots 00:51:06 Tipps für Eltern 00:55:00 Der zweite Gedanke Mehr Infos und Fotos s. https://www.radiodrei.de/derzweitegedanke Schreiben Sie uns gern direkt an derzweitegedanke@radiodrei.de

    56 min
  7. Deutschlands Versagen, Europas Verteidigung

    26 FÉVR.

    Deutschlands Versagen, Europas Verteidigung

    Die Debatte mit Natascha Freundel, Katja Gloger und Jana Puglierin "Wir müssen uns vorbereiten." (Jana Puglierin) "Strategisches Versagen", so nennt die langjährige Russland-Journalistin Katja Gloger die deutsche Russlandpolitik spätestens ab dem Krim-Jahr 2014. Mit Georg Mascolo schreibt sie in ihrem jüngsten Buch: "Vieles wurde gesehen – und doch nicht ausreichend verstanden", etwa die frühen deutschen Geheimdienstinformationen über den russischen Präsidenten Putin. Als dieser vor 25 Jahren im Deutschen Bundestag sprach, hätten die Abgeordneten ihren Hoffnungen applaudiert: "Hoffnungen, die sich als Illusionen erwiesen." Und heute? Vier Jahre nach der Vollinvasion Russlands gegen die Ukraine fragt man sich in Deutschland: "Wer verteidigt Europa?" – so der Titel des neuen Buchs der Politikwissenschaftlerin Jana Puglierin. Längst ist von neuen Kriegsgefahren die Rede, während die Ukraine im Verteidigungskampf weiterhin nur eingeschränkte, hoch umstrittene Unterstützung erhält. Versagt auch die europäische Ukraine-Politik?) Katja Gloger ist Journalistin und Autorin mit den Schwerpunkten Russland und Sicherheitspolitik. Ihr Bestseller (mit Georg Mascolo) „Das Versagen. Eine investigative Geschichte der deutschen Russlandpolitik“ ist 2025 bei Ullstein erschienen) Jana Puglierin ist Politikwissenschaftlerin und Leiterin des Thinktanks „European Council on Foreign Relations“ (ECFR) in Berlin. Ihr neues Buch heißt „Wer verteidigt Europa? Die neuen Kriegsgefahren und was wir tun müssen, um uns zu schützen“ (Rowohlt, 2026). ) Kapitel: 00:00:00 Intro/ Der erste Gedanke: Versagt unsere Ukraine-Politik? 00:04:03 "Tschekist" Putin und Tschetschenienkrieg 00:08:17 Illusionen: Putins Rede im Bundestag 2001 (mit O-Ton Werner Schulz), 00:23:18 Euro-Maidan und Krim-Besetzung 2014 00:31:30 Fehlende Fehlerkultur in der deutschen Politik: SPD, Angela Merkel 00:37:02 Verteidigung Europas und der Ukraine (mit O-Ton Serhij Zhadan) 00:41:17 Friedrich Merz und der Taurus 00:51:38 Dystopie: Russischer Angriff auf Deutschland 2029? 01:00:49 Versagt die europäische Verteidigung in der Ukraine? 01:02:54 Outro/ Der zweite Gedanke Mehr Infos und Fotos s. https://www.radiodrei.de/derzweitegedanke Schreiben Sie uns gern direkt an derzweitegedanke@radiodrei.de

    1 h 4 min
  8. Literatur als Selbsterhaltung (dt.-ukr. Fassung)

    19 FÉVR.

    Literatur als Selbsterhaltung (dt.-ukr. Fassung)

    Der ukrainische Autor Serhij Zhadan im Gespräch mit Natascha Freundel Deutsch-Ukrainisch ohne Overvoice. Deutsche Fassung siehe Podcast "Im Krieg entsteht eine neue Literatur." (Serhij Zhadan ) „Die Dichtung ist und bleibt eine Form der Medizin. Nein, heilen kann sie nicht, aber sie kann die Hoffnung zurückgeben“, schreibt der ukrainische Schriftsteller, Musiker und Soldat Serhij Zhadan in seinem Gedichtband „Chronik des eigenen Atems“. In den zwölf Jahren des russischen Kriegs gegen die Ukraine, der in den vergangenen vier Jahren zu einem Vernichtungskrieg gegen das ganze Land geworden ist, hat Zhadan eine neue literarische Sprache gefunden. Eine Literatur, die von den Kriegsfolgen und von der Resilienz der Ukrainer erzählt. Schreiben, Singen und Übersetzen sind Formen der Selbsterhaltung für den wohl wichtigsten ukrainischen Autor der Gegenwart. Auch der erste Armeesender der Ukraine, "Radio Chartija", spielt dabei eine wichtige Rolle. Ein Gedankenaustausch über Literatur im Krieg, über Paul Celan, Bruno Schulz und Bertolt Brecht, über Kinder und unsere Zukunft. Serhij Zhadan ist der derzeit erfolgreichste Schriftsteller, Übersetzer und Musiker der Ukraine. Im Frühjahr 2024 ist er der „Chartija“-Brigade der ukrainischen Nationalgarde beigetreten und leitet dort das von ihm aufgebaute „Radio Chartija“. Auf Deutsch erscheint sein Werk im Suhrkamp Verlag, zuletzt „Keiner wird um etwas bitten“ (2025). 2022 erhielt er den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels, 2025 den Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur. Kapitel: 00:00:00 Intro 00:02:08 Literatur und Hoffnung im Krieg 00:06:26 Lage in Charkiw 00:10:53 Widerstandgeist und Armee in der Ukraine 00:14:04 Entstehung einer neuen Kultur und Literatur 00:21:00 Kinder, Konzerte und Zukunft 00:24:41 Paul Celan und Bruno Schulz 00:30:15 Von Russisch zu Ukrainisch 00:31:38 Bertolt Brecht und Rilke 00:35:23 Radio an der Front 00:39:23 Europas Unterstützung der Ukraine 00:42:34 Der zweite Gedanken von Serhij Zhadan 00:43:56 Outro Mehr Infos und Fotos s. https://www.radiodrei.de/derzweitegedanke Schreiben Sie uns gern direkt an derzweitegedanke@radiodrei.de

    39 min

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Hier wird nicht nur debattiert, hier wird auch zusammen nachgedacht. Über alles, was unser Miteinander betrifft. Bildung, Digitalisierung, Demokratie, Einsamkeit, Freiheit, Klima, Kultur, Städtebau, Visionen - die Themen liegen in der Luft, nicht erst, aber besonders deutlich seit der Corona-Pandemie. Jede Folge widmet sich einer Frage unserer Zeit. radio3-Redakteurin Natascha Freundel spricht jeweils mit zwei Gästen, die wissen, wovon sie reden. Philosophisch, aber nie abgehoben. Persönlich, aber nicht privat. Kritisch und konstruktiv. Hier soll es nicht knallen, sondern knistern. Immer auf der Suche nach dem zweiten, neuen Gedanken.

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