Ratgeber

Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)

Der «Ratgeber» ist Lebenshilfe für Menschen von heute. Er gibt Tipps und informiert über Themen, die einen im Alltag beschäftigen. Die Sendung soll anregen, aufklären und motivieren, etwas Neues auszuprobieren.

  1. -14 H

    Kräuter mit Anisnote

    Kerbel, Dill und Estragon bringen ab März ihre feine Anisnote in den Garten. Wer gestaffelt aussät und die Pflanzen richtig pflegt, erntet aromatische Kräuter vom Frühling bis in den Sommer. Kerbel Kerbel (Anthriscus cerefolium) ist ein typisches Frühlings-Küchenkraut: Er wird im März und April ausgesät und bereits nach acht Wochen beginnt die Ernte. Tipps für eine reiche Ernte: • Alle zwei Wochen neu aussäen, so kann fortlaufend geerntet werden. • Wenn es ihm gefällt, sät sich Kerbel auch von selbst aus – die jungen Pflanzen erscheinen bereits im Herbst und überwintern problemlos. Dill Auch Dill (Anethum graveolens) wird ab März ausgesät, jedoch bis in den Juni hinein. Wichtig zu wissen: • Stets frisches Saatgut verwenden – ältere Samen keimen kaum noch. • Dill hat eine lange Keimdauer von etwa drei Wochen: den Einmachglas-Trick anwenden! • Blühender Dill lockt Schwebfliegen in den Garten, sie sind Nützlinge, denn ihre Larven jagen Blattläuse. • Dill lockt den Schwalbenschwanz an, dieser prächtige Schmetterling legt bevorzugt seine Eier auf Dillblätter ab. • Dill schätzt einen schattigen Wurzelbereich – deshalb ist er ein idealer Mischkulturpartner für Kohl, Gurken und Mais. Estragon Es gibt verschiedene Estragonsorten: - Der französische Estragon ist aromatisch, aber frostempfindlich. - Der deutsche Estragon wächst besonders kräftig. - Der russische Estragon schmeckt herb und ist sehr winterhart ist. Die abgestorbenen Stängel des Estragons (Artemisia dracunculus) werden im Frühling bodennah zurückgeschnitten. Gut zu wissen: • Estragon wandert gerne im Kräuterbeet umher: Den Stock alle 2–3 Jahre ausgraben, teilen und an einen neuen Standort setzen – so bleibt er vital und gesund. • Nach dem Rückschnitt mit Kompost- oder Kräutererde nähren.

    5 min
  2. -1 J

    Kräuter mit mediterranem Flair

    Rosmarin, Salbei, Bohnenkraut und Thymian brauchen Ende März einen kräftigen Rückschnitt – ihre wichtigste Verjüngungskur. Mit dem richtigen Schnitt und wenig Dünger bleiben sie aromatisch und vital. Kräuter mit mediterranem Flair Rosmarin, Salbei, Bohnenkraut und Thymian sind ideale Pflanzpartner im mediterranen Kräuterbeet. Sie lieben grosse Platten oder Steine, die sich tagsüber aufwärmen und nachts die gespeicherte Wärme wieder abgeben. Pflege Ende März – Rückschnitt als Verjüngungskur: Alle vier Kräuter werden Ende März stark zurückgeschnitten. Dabei unbedingt auf die weiter innenliegenden, kleinen Blattquirle achten: Ein Rückschnitt ins alte Holz ohne Blattquirle wird nicht vertragen – die Pflanze stirbt ab. Der Schnitt ist jedoch wichtig, denn ohne diese Verjüngungskur vergreisen mediterrane Kräuter rasch. Nach dem Schnitt erhalten alle Kräuter Kräuterdünger. Dieser enthält bewusst wenig Stickstoff – das fördert ausgeglichenes Wachstum und erhält das volle Aroma. Gut zu wissen – Tipps je Kraut: • Rosmarin erst nach der Blüte schneiden (Blütezeit: März). • Die Schnittlinge eignen sich hervorragend für Stecklinge. • Hänge-Rosmarin macht sich wunderschön in hohen, schmalen Töpfen oder über eine Mauer hinunterwachsend. • Salbei nur sparsam düngen: Mehltaubefall ist ein Hinweis auf zu nährstoffreiche Böden. • Thymian und Majoran nicht nebeneinander pflanzen – der Majoran leidet darunter und kümmert. • Thymian nach der Blüte im September unbedingt nochmals schneiden: Er überwintert besser und lebt länger. • Zitronen-Bohnenkraut hat einen würzig-zitronigen Geschmack und wird wie Zitronenthymian verwendet. • Kriechendes Bohnenkraut ist ein wunderbare Spätblüher und besonders gut für Töpfe geeignet.

    6 min
  3. -3 J

    Kräuter mit säuerlicher Frische

    Sauerampfer, Zitronenmelisse und Zitronenverbene bringen ab April säuerliche Frische in Küche und Garten. Mit der richtigen Frühlingspflege treiben sie kräftig aus und bereichern Salate, Fisch- und Meeresfrüchteküche. Sauerampfer Sauerampfer (Rumex acetosa), Sorte «Aromata», wird von April bis in den Frühsommer hinein fortlaufend geerntet. Er ist ein kultiviertes Wildkraut mit vielen saftigen, zarten Blättern – ideal zum Beispiel für einen Blattsalat mit Joghurtsauce. Pflege im Frühling: Dürre Blätter wegschneiden, eine halbe Handvoll organischen Gemüsedünger rund um die Pflanze streuen und leicht einharken. Gut zu wissen – Ampfer-Sorten im Überblick: • Heimischer Sauerampfer (Ursprungsart): Wächst auf Wiesen und Weiden und wird nur im frühen Frühling geerntet. Sobald er aufstängelt, wird er bitter. Die Blätter schmecken herber und sind faserig. • Blutampfer (Rumex sanguineus): Lange Blätter mit dekorativen roten Blattadern. Nur junge Blätter ernten – als wunderschöne essbare Dekoration, der Geschmack ist jedoch eher fade. • Schild-Sauerampfer (Rumex scutatus), auch Römischer Ampfer genannt: Sehr sauer und saftig, ausgezeichnet für die französische Küche – besonders zu Meeresfrüchten und Fisch. Zitronenmelisse Bei der Zitronenmelisse (Melissa officinalis) werden die dürren Stängel weggeschnitten, anschliessend wird die Pflanze mit Kräuterdünger genährt. Topfpflanzen werden jährlich umgetopft und gedüngt. Gut zu wissen: • Zitronenmelisse nie an denselben Standort setzen – sie ist wie Peterli selbstunverträglich. • Feinstes Limetten-Aroma bietet die Sorte «Lemona». Zitronenverveine Die Zitronenverbene (Aloysia citriodora) hat als Kübelpflanze im dunklen Keller überwintert. Jetzt wird sie ans Licht und in die Wärme geholt. Pflege im Frühling: • Jährlich umtopfen und neu düngen. • Mindestens um die Hälfte zurückschneiden – das verträgt sie problemlos, da sie sogenannte «schlafende» Augen besitzt, die nach dem Rückschnitt sofort austreiben.

    5 min
  4. -4 J

    Kräuter mit mildem Geschmack

    Peterli und Kleiner Wiesenknopf können bereits Ende März und im April geerntet werden – ihr milder Geschmack macht sie zu frühen Highlights im Kräutergarten. Petersilie «Peterli» gehört zu den beliebtesten Küchenkräutern. Ende März wird er ein letztes Mal geerntet, bevor er aufstängelt und blüht. Sobald er in die Blüte treibt, wird er bitter, scharf und ungeniessbar. Pflege Ende März: - Alte und gelbe Blätter grosszügig wegschneiden und anschliessend mit einem organischen Flüssigdünger düngen. Warum wächst Peterli oft mickrig? - Peterli ist absolut selbstunverträglich: Im Garten braucht er jedes Jahr einen neuen Standort, im Topf jedes Jahr frische Gemüseerde. Warum keimt Peterli im Garten nicht? - Erstens verliert Peterlisamen schnell seine Keimfähigkeit – deshalb jedes Jahr frische Samen verwenden. - Zweitens benötigt er 3–4 Wochen bis zur Keimung; in dieser Zeit wächst das Unkraut schneller, und Schnecken fressen zarte Keimlinge weg. Bewährter Tipp für schnelle Keimung: - Peterlisamen mit etwas Vogelsand mischen, in ein Einmachglas geben, befeuchten und in der Küche aufstellen. Das Glas täglich schütteln – nach 3–4 Tagen die vorgekeimten Samen in Töpfchen auf dem Balkon aussäen. So keimen sie innerhalb einer Woche. Nussige Alternative: Kleiner Wiesenknopf Der Kleine Wiesenknopf (Sanguisorba minor) ist ein einheimisches, mehrjähriges Wildkraut. Seine zarten, jungen Blätter werden von Ende März bis Mitte Mai geerntet und schmecken angenehm nussig. Er ist pflegeleicht – ob im Topf oder an einem sonnigen Standort im Kräutergarten.

    5 min

À propos

Der «Ratgeber» ist Lebenshilfe für Menschen von heute. Er gibt Tipps und informiert über Themen, die einen im Alltag beschäftigen. Die Sendung soll anregen, aufklären und motivieren, etwas Neues auszuprobieren.

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