Die Podcast-Episode liegt schon ziemlich zurück, aber ich will diese peinliche Rezension wegdrücken, die dem Podcast Rassismus vorwirft.
Also, wer sich daran stört, Alman genannt zu werden, der ist auf jeden Fall einer, bzw. eine. Ich finde die Bezeichnung sehr viel schöner und handlicher als dieses seltsame „Bio-Deutsche“, das so klingt, als ob man ohne Pflanzenschutzmittel aufgezogen worden wäre. Ich würde ja vielleicht noch verstehen, wenn alman ein Schimpfwort wäre, aber es ist die ganz normale türkische Vokabel für deutsch.
Doch selbst wenn Almans in dieser Diskussion mit Schimpfwörtern bedacht worden wären, dann wäre das immer noch nicht rassistisch. Rassistisch ist, wenn du in den miesesten Stadtteilen in den schlechtesten Wohnungen leben musst, wenn dein Kind in der Schule nur für die Haupt- oder Realschule empfohlen wird, obwohl es bessere Noten als die meisten Almans hat. Rassistisch ist, wenn du Jobs nur wegen deiner Abstammung nicht kriegst, wenn dir verboten wird, dich so zu kleiden wie du möchtest bzw. du angemacht wirst von Leuten, denen dein Kopftuch nicht gefällt. Rassistisch ist, wenn du von der Polizei kontrolliert wirst, nur weil du dunklere Haut oder Haare hast als deine Freunde, mit denen du unterwegs bist oder wenn Almans auf einmal keine ganzen Sätze mehr gebacken kriegen, wenn sie mit dir reden.
Ich hatte auch noch kein einziges Mal das Bedürfnis, Mashallah oder yalla zu sagen, obwohl ich überhaupt nur mit Leuten aus dem Mittleren Osten abhänge und mit Almans allenfalls im Einzelhandel oder als Dienstleistern zu tun habe. Ich käme mir gar nicht mehr authentisch vor.
Ich finde, dass in dieser Podcast-Folge sehr unterhaltsam und informativ über verschiedenste Punkte diskutiert worden ist. Ich habe mich zu keiner Sekunde auch nur angegriffen gefühlt, im Gegenteil, ich teile die meisten Ansichten, die geäußert wurden. Vielleicht von dieser Begeisterung für gammelnde Leichen im TV und Wassereis abgesehen.
Das Einzige, das ich an diesem Podcast kritisiere ist, dass er so furchtbar selten kommt.