Astronomie am Kepler

Norbert Siller und die Schüler:innen des Mehrschulenkurses Astronomie

Willkommen zu Astronomie am Kepler, dem Podcast des Mehrschulenkurses Astronomie am Keplergymnasium Graz, bei dem man in unseren Astronomieunterricht hineinhören kann! Dabei erzählen, diskutieren und plaudern wir über Astronomie und Raumfahrt, behandeln manchmal grundsätzliche, manchmal spezielle und manchmal auch aktuelle Themen und beantworten auch gerne Fragen der Hörerinnen und Hörer, besonders gerne die von Kindern und Jugendlichen (aber auch Erwachsene dürfen gerne was fragen!). Besonders wichtig ist uns, dass alles gut für Jung und Alt verständlich ist und trotzdem richtig, ohne falsche Verkürzungen. Wir sind als wisspod-podcast geprüft und anerkannt und werden von der Universität Graz wissenschaftlich betreut. Ad astra und clear skies!

  1. AK054 Die Werkzeuge der Astronomie Teil I

    VOR 6 TAGEN

    AK054 Die Werkzeuge der Astronomie Teil I

    Mit welchen Methoden beobachten wir eigentlich den Weltraum? Wir starten eine Themenreihe in unserem Podcast und sehen uns die Werkzeuge der Astronomie an. Davor sprechen wir in den Astronews über die zum Aufnahmezeitpunkt laufende Artemis 2 – Mission, die mit der Rückkehr der Astronaut:innen am 10. April 2026 nun auch erfolgreich zu Ende gegangen ist. Die längste Zeit der Menschheitsgeschichte bis zum Ende des 16. Jahrhunderts konnte man den (allerdings perfekt dunklen) Nachthimmel nur mit freiem Auge beobachten. Trotzdem gab es ganze Observatorien wie Stonehenge, das jahrtausendealte Sonnenobservatorium von Goseck und – als letztes seiner Art – Sternjeborg mit seinen astrometrischen Präzsesionsinstrumenten, dass sich der berühmte Astronom Tycho Brahe gegen Ende des 16. Jahrhunderts erbauen ließ. Mit Instrumenten wie dem Quadrant, dem Sextant oder der Amillarsphäre (Astrolabium) wurden die Positionen der Sterne bestimmt und vermessen. Anfang des 17 Jahrhunderts wurde dann das Fernrohr erfunden, Galileo Galilei verbesserte es und war der erste, der damit die Krater des Mondes, die 4 großen Jupitermonde und die „mondartigen“ Phasen der Venus entdeckte – und dass die Milchstraße aus unzähligen Sternen besteht. Fernrohre und Ferngläser eröffneten der Astronomie einen völlig neuen Blick auf das Universum – auf Objekte, die ohne optische Hilfsmittel unsichtbar blieben. Später entwickelten auch Johannes Kepler, Isaak Newton und viele weitere immer bessere Versionen von Teleskopen, und die Instrumente wurden immer größer. Die Erfindung der Fotografie revolutionierte nochmals die Himmelsbeobachtung: nicht nur, dass man nun die Beobachtungen objektiv festhalten konnte, durch Langzeitbelichtung war es nun möglich, bisher unsichtbar bleibende lichtschwache Objekte abzubilden: die Grenzen der menschlichen Sehkraft wurden damit überschritten, und auch heute noch zeigen Fotos mit selbst einfachen Kameras (wie Smartphonekameras) viel mehr, als das menschliche Auge sehen kann.

    31 Min.
  2. AK053 Exoplaneten

    30. MÄRZ

    AK053 Exoplaneten

    In dieser Folge geht es um Planeten, die um andere Sterne kreisen – extrasolare Planeten oder Exoplaneten genannt (wir haben überspitzt formuliert, dass „Planet“ laut der IAU (Internationale Astronomische Union) nur Objekte heißen, die um die Sonne kreisen – aber bei dieser Definition im Jahr 2006 ging es genaugenommen nur um unser Sonnensystem). Davor sehen wir uns in den Spacenews eine interessante aktuelle Forschungsarbeit an, in der es um die nötigen Lebensbausteine auf habitablen Planeten geht, um CHNOPS (Kohlenstoff, Wasserstoff, Stickstoff, Sauerstoff, Phosphor, Schwefel). Ohne diese 6 Elemente kann es kein Leben geben, so wie wir es kennen („Lawki“, live as we know it). Im Speziellen hat sich die Forschungsgruppe angesehen, was nötig ist, damit Stickstoff und Phosphor auf der Oberfläche eines Planeten verfügbar ist. Dazu braucht es eine ganz bestimmte Sauerstoffkonzentration, sonst gehen diese Elemente in Richtung Planetenkern oder Atmosphäre verloren – was bedeutet, dass es vermutlich nur wenige Planeten geben kann, auf denen eben auch alle sechs Lebensbausteine so vorhanden sind, dass sich daraus Leben bilden kann. Draugr, Phobetor und Poltergeist - die ersten „Planeten“, die man entdeckt hat, umkreisen keinen echten Stern, sondern den Pulsar Lich – und gelten darum nur als „Quasiplaneten“, da sie wohl nur aus den Resten einer Supernova entstanden sind. Pegasi 51b war der erste „echte“ Exoplanet, entdeckt mit der Radialgeschwindigkeitsmethode – und auch das war ein eigenartiges Objekt, ein Hot Jupiter, der seinen Stern in einer sehr engen Bahn umkreist. Dort kann er nicht entstanden sein, und seither wissen wir, dass Planeten anfangs ihre Position sehr stark verändern können – sie migrieren durch das Sternsystem. Exoplanetensysteme haben viele Objekte, die es so in unserem Sonnensystem nicht gibt – Supererden, Minineptune, vielleicht sogar Ozeanplaneten oder Eisenplaneten und viele andere hypothetische Exoplanetenarten, über die wir derzeit nur spekulieren können. Dank der ESA-Mission PLATO, die im September 2026 starten sollte, sollten wir bald auch mehr über erdähnliche Planeten und ihre Sterne herausfinden. Im Astrolexikon geht es diesmal um Kometen! Im Herbst 2025 war mit C2025 A6 Lemmon ein recht schönes Exemplar zu sehen – auch wir haben damals eine gute Aufnahme gemacht.

    32 Min.
  3. 16. FEB.

    AK050 Sustronomy - Verrückte Astronomie

    Wir feiern mitten im Fasching unsere 50. Folge und stellen fest, dass Astronomie ein bisschen verrückt ist. Alles ist verkehrt herum oder anders gemeint, als es gesagt wird! Aber davor gibt’s passende Space News: Wir Astronom:innen können Radio nicht nur hören, sondern auch sehen! Radioastronomie kann uns zeigen, wie Gaswolken in unserer Milchstraße verteilt sind, die Umgebung schwarzer Löcher abbilden und uns die gewaltigsten Strukturen zeigen, die einzelne Galaxien erzeugen können, nämlich die „Radiokeulen“ von GRGs, den gigantischen Radiogalaxien (giant radio galaxies), die von schwarzen Löchern in den Zentren dieser Galaxien erzeugt werden und viele Millionen Lichtjahre aus den Radiogalaxien herausragen können. Gewaltige Radioteleskopprojekte wie das Event Horizon Teleskop oder das Square Kilometre Array erweitern immer mehr unsere Fähigkeiten, Radio zu „sehen“. Wir hatten im Jänner Besuch am Kepler von 6 Teilnehmerinnen der VifZack-Akademie Klosterneuburg – und sie haben uns vom Space Bootcamp erzählt, das sie dort absolviert haben – wir bringen das Interview und sprechen darüber, was für eine Teilnahme am ISTA so gemacht werden muss. In unserem Hauptthema „Sustronomy“ geht es dann um all die schrägen Sachen in der Astronomie, die praktisch verkehrt herum sind: Rot ist kalt, blau ist heiß, je heller ein Stern ist, desto kleiner ist seine „Magnitude“, das Hertzsprung-Russel-Diagramm der Sterne zeigt in die falsche Richtung, das astronomische Alphabet beginnt mit OBAFGKM, junge Sterne haben oft „spätere“ Spektren als ältere, die Sternpopulationen sind umgekehrt wie ihr Alter nummeriert, wir nennen (fast) alle Elemente „Metalle“, Sterne sind schwarze Körper und sterbende Sterne nennen wir „Neu“.

    47 Min.
  4. 2. FEB.

    AK049 Die größte Explosion im Universum: Supernova Typ Ia

    Nachts am 19. Jänner 2026 waren bis weit in den Süden Mitteleuropas starke Polarlichter zu sehen – in den Space News berichten wir darüber und erzählen nochmals, wie Polarlichter entstehen. Genaueres dazu könnt ihr in unseren Folgen AK015 und AK016 nachhören, in denen eine Sonnenphysikerin einen Vortrag für uns gehalten hatte. In der Hauptgeschichte bleiben wir bei Sternexplosionen und sehen uns die größten Explosionen an, die Sterne verursachen können, Supernovae Ia, bei denen weiße Zwergsterne explodieren. Weiße Zwerge sind eigentlich gar keine Sterne mehr, sondern Sternleichen, Überreste bereits gestorbener Sterne, und bestehen aus deren heißem, dichten Kern. Dieser Sternkern besteht aus der sehr eigenartigen entarteten Materie. Wenn nun so ein Weißer Zwerg einen engen Doppelsternpartner hat, der sich im Laufe seiner Entwicklung in einen Roten Riesenstern verwandelt, fällt viel Wasserstoffgas auf den Zwerg herab, was zu Novaausbrüchen führen kann (einen solchen, nämlich den Ausbruch der Nova von T Coronae Borealis, den wir schon vor fast 2 Jahren in AK013 vergeblich angekündigt hatten, sollten wir 2026 nun endlich erleben können). Wird aber die Chandrasekhar-Massengrenze von etwa 1,4 Sonnenmassen überschritten, so wird die entartete Materie des weißen Zwergs instabil, und er implodiert, er fällt augenblicklich mit extremer Wucht in sich zusammen. Dadurch kann praktisch seine gesamte Materie schlagartig gleichzeitig Kernfusionsprozesse bis hin zum Element Eisen und Nickel durchführen, was extrem viel Energie erzeugt: der weiße Zwerg explodiert innerhalb von Sekunden in der größten Explosion des Universums. Bilder aus Simulationen zeigen den Ablauf eines solchen Ereignisses: … Was passiert aber mit dem anderen Stern im Doppelsternsystem? Dieser erhält einen kräftigen Schubs und wird weggeschleudert, überlebt aber ansonsten unbeschadet die Supernova, sicherlich etwas angereichert mit Material von der Explosion. In unserem Astrolexikon geht es dann um ganz etwas anderes: Was ist eigentlich eine Sternschnuppe? Kleine Steinkörnchen von üblicherweise wenigen Millimetern Größe stürzen mit mehreren 10 km/s in die Erdatmosphäre und verglühen in einigen 10 km Höhe. Das Verglühen ist viel, viel zu lichtschwach, um gesehen zu werden, aber der Miniasteroid erhitzt auf seinem Weg durch die Luft das umgebende Gas so stark, dass die Luft selbst zu leuchten beginnt – vor allem der Sauerstoff (in rot und grün), aber auch der Stickstoff (in blauviolett), jeweils abhängig von der Dichte der Luft.

    32 Min.
5
von 5
5 Bewertungen

Info

Willkommen zu Astronomie am Kepler, dem Podcast des Mehrschulenkurses Astronomie am Keplergymnasium Graz, bei dem man in unseren Astronomieunterricht hineinhören kann! Dabei erzählen, diskutieren und plaudern wir über Astronomie und Raumfahrt, behandeln manchmal grundsätzliche, manchmal spezielle und manchmal auch aktuelle Themen und beantworten auch gerne Fragen der Hörerinnen und Hörer, besonders gerne die von Kindern und Jugendlichen (aber auch Erwachsene dürfen gerne was fragen!). Besonders wichtig ist uns, dass alles gut für Jung und Alt verständlich ist und trotzdem richtig, ohne falsche Verkürzungen. Wir sind als wisspod-podcast geprüft und anerkannt und werden von der Universität Graz wissenschaftlich betreut. Ad astra und clear skies!

Das gefällt dir vielleicht auch