Dieser psychologische Podcast setzt sich mit sozialer Angst auseinander und beleuchtet, wie äußere, unerwartete Ereignisse – wie die nächtliche Bankomatsprengung in der unmittelbaren Nachbarschaft - innere Alarmreaktionen auslösen können, selbst wenn keine direkte persönliche Bedrohung besteht. Im Mittelpunkt steht die Erkenntnis, dass soziale Angst weniger eine Angst vor Menschen ist, sondern eine Angst vor Kontrollverlust, Unvorhersehbarkeit und emotionaler Überforderung. Der Podcast verbindet neurobiologische, bindungstheoretische und emotionspsychologische Perspektiven mit metaphorischen Bildern, um verständlich zu machen, wie das Nervensystem auf Unsicherheit reagiert. Ziel ist es, soziale Angst nicht als Defizit, sondern als sinnvolle Schutzreaktion eines sensiblen Systems zu begreifen und Wege zu einer regulierenden, mitfühlenden Haltung sich selbst gegenüber aufzuzeigen. Highlights des Podcasts- Soziale Angst als Angst vor Kontrollverlust, nicht primär vor Bewertung- Warum das Nervensystem nicht zwischen realer und symbolischer Bedrohung unterscheidet- Die Nacht als psychologischer Verstärker für Angst und Unsicherheit- Die Explosion als Metapher für innere Überforderung und emotionale Eskalation- Unbekannte Täter als Symbol für unklare innere Bedrohungen und soziale Unsicherheit- Vermeidung als kurzfristige Entlastung, aber langfristiger Verstärker sozialer Angst- Der Körper als Träger impliziter Erinnerung und emotionaler Erfahrung- Integration statt Bekämpfung von Angst- Beziehung und emotionale Sicherheit als zentrale Heilfaktoren- Praktische Übung zur Selbstregulation des Nervensystems Literatur Baumeister, R. F., & Leary, M. R. (1995). The need to belong: Desire for interpersonal attachments as a fundamental human motivation. Psychological Bulletin, 117(3), 497–529. → insbesondere S. 500–515 (Zugehörigkeit, Sicherheit und emotionale Regulation) Bishop, S. J. (2007). Neurocognitive mechanisms of anxiety: An integrative account. Trends in Cognitive Sciences, 11(7), 307–316. → insbesondere S. 309–312 (Aufmerksamkeitsverzerrung und Bedrohungsverarbeitung) Clark, D. M., & Wells, A. (1995). A cognitive model of social phobia.In R. G. Heimberg et al. (Hrsg.), Social Phobia: Diagnosis, Assessment, and Treatment (S. 69–93). New York: Guilford Press. → insbesondere S. 72–85 (Kontrollverlust und Selbstfokussierung) Cloitre, M., Courtois, C. A., et al. (2016). The ISTSS Expert Consensus Treatment Guidelines for Complex PTSD. Journal of Traumatic Stress, 25(1), 1–18. → insbesondere S. 6–10 (Bedeutung sicherer Beziehungen) Gilbert, P. (2000). The relationship of shame, social anxiety and depression. Clinical Psychology & Psychotherapy, 7(3), 174–189. → insbesondere S. 176–183 (Scham als Kern sozialer Angst) Hayes, S. C., Strosahl, K. D., & Wilson, K. G. (2012). Acceptance and Commitment Therapy (2. Aufl.). New York: Guilford Press. → insbesondere S. 30–55 (Vermeidung und psychische Flexibilität) Lakoff, G., & Johnson, M. (1980). Metaphors We Live By. Chicago: University of Chicago Press.→ insbesondere S. 3–13 (Metaphern als Zugänge zu innerem Erleben) Mikulincer, M., & Shaver, P. R. (2007). Attachment in Adulthood: Structure, Dynamics, and Change. New York: Guilford Press. → insbesondere S. 135–170 (Bindung und Angstregulation) Porges, S. W. (2011). The Polyvagal Theory. New York: Norton. → insbesondere S. 56–87 (Sicherheitswahrnehmung und autonome Regulation) van der Kolk, B. (2014). The Body Keeps the Score. New York: Viking. → insbesondere S. 66–84 (körperliche Speicherung von Stress und Angst) Walker, M. (2017). Why We Sleep. New York: Scribner. → insbesondere S. 203–220 (Emotionale Verarbeitung in der Nacht) Hinweis Dieser Podcast dient der psychoedukativen Information und psychologischen Reflexion. Er ersetzt keine psychologische, medizinische, psychiatrische oder psychotherapeutische Diagnose oder Behandlung. Wenn du unter anhaltender sozialer Angst, Panik, Schlafstörungen oder starkem Leidensdruck leidest, wende dich bitte an einen PsychologIn, PsychotherapeutIn oder FachärztIn. In akuten Krisensituationen nutze bitte regionale Notfall- oder Krisenangebote.