42 Folgen

Am 12.12.1903 wurde mein Großvater geboren: Theodor Franz Maria Hespers. Für mich ist mein Großvater ein Mythos. Eine Heldenfigur. Und jemand, der mein Leben bis heute beeinflusst. Er starb am 09.09.1943 in Berlin Plötzensee - ermordet von den Nazis.

Die Anachronistin Nora Hespers

    • Gesellschaft und Kultur
    • 4.9, 35 Bewertungen

Am 12.12.1903 wurde mein Großvater geboren: Theodor Franz Maria Hespers. Für mich ist mein Großvater ein Mythos. Eine Heldenfigur. Und jemand, der mein Leben bis heute beeinflusst. Er starb am 09.09.1943 in Berlin Plötzensee - ermordet von den Nazis.

    #44 - Der Hespers sieht genau aus wie ein Jude

    #44 - Der Hespers sieht genau aus wie ein Jude

    Heute ist der 21. Februar 2020. Heute wäre mein Vater 89 Jahre alt geworden. Heute ist auch der Tag nach dem rechtsextremen Anschlag auf zwei Shisha-Bars und einen Kiosk im hessischen Hanau bei dem der Attentäter neun Menschen ermordet und sechs weitere verletzt hat. Im Anschluss an die Tat tötete er seine Mutter und sich selbst.

    Als ich am Donnerstagmorgen das erste Mal von dem Anschlag höre und lese, habe ich noch keine Worte für das, was passiert ist. Ich kann nicht mehr schreiben als:

    "Mir ist es zu früh, um irgendetwas konkretes dazu zu sagen, aber: Es bricht mir das Herz 💔😔 Das ist nicht die Welt, in der ich leben will."

    Heute habe ich Worte, vielmehr habe ich eine Geschichte für euch.

    • 18 Min.
    #43 - So wollen wir Deutschland

    #43 - So wollen wir Deutschland

    Von all den Texten, die mein Großvater und seine Mitstreiter veröffentlicht haben, taucht einer immer wieder ausführlich auf. Er trägt den Titel: "So wollen wir Deutschland" und erscheint in Heft 12 von "Die Kameradschaft" im Dezember 1938. Darin ist unter anderem folgender Abschnitt enthalten:

    "Schwer lastet das Joch der Gewaltherrschaft auf Deutschland. Das deutsche Volk ist durch das totalitäre Hitlersystem seiner Freiheit beraubt, rechtlos und unterdrückt. Die Würde des einzelnen Menschen und des gesamten Volkes ist durch die Systematisierung der Anträgerei, Verleumdung, des Betruges und der Heuchelei, durch den totalen Terror vernichtet. Durch ihre imperialistische Machtpolitik droht die Hitlerregierung, das deutsche Volk in den Krieg zu stürzen und somit seinen Untergang herbeizuführen."

    Welchen Ideen und Visionen für ein friedliches und freies Deutschland die Widerstandsgruppe um Theo Hespers in diesem Text entwickelt und warum ausgerechnet die so gefährlich sind, dass sie sogar im Todeesurteil gegen Theo Hespers ausführlicher besprochen werden, darüber spreche ich in dieser Ausgabe mit dem Historiker Patrick Bormann.

    • 50 Min.
    #42 - Kein Wort über die Lage der Juden

    #42 - Kein Wort über die Lage der Juden

    Wo fängst du an ein Feuer zu löschen, wenn es eigentlich schon überall brennt? Welche Themen setzt du in einer Widerstandszeitschrift, wenn du informieren und aufklären, aber eben auch möchtest, dass deine Leser wütend genug werden, um endlich aufzubegehren? Und was, wenn sich die Gewalt eines Regimes im Prinzip gegen jedes Menschliche, alles Humane richtet?

    Seit Stunden blättere ich durch die Artikel, die mein Großvater und seine Mitstreiter Anfang 1939 in der Widerstandszeitschrift "Die Kameradschaft" veröffentlich haben. Ich lese jeden einzelnen, mache mir Notizen. Aber nicht einmal ist die Lage der Juden im Deutschen Reich 1939 ausführlich Thema. Und das, obwohl sich deren Lage dramatisch zuspitzt. Warum?

    • 47 Min.
    #41 - Schlimmer als ein Pogrom

    #41 - Schlimmer als ein Pogrom

    "Die ganze Welt ist tief erregt über das, was in Deutschland geschieht. Das Wort 'Pogrom' ist in aller Mund. Man glaubt, damit die Ausschreitungen als besonders barbarisch zu kennzeichnen. Aber man erkennt nicht, dass das, was da geschehen ist, schlimmer ist als ein Pogrom."

    So beginnt der Artikel über die Geschehnisse bei den Novemberpogromen vom 9. auf den 10. November 1938.

    • 27 Min.
    #40 - Zwei Sommer in Amsterdam. Teil 2

    #40 - Zwei Sommer in Amsterdam. Teil 2

    Im September 1938 kommen zwei weitere Jugendliche in Amsterdam an. Heinz S.* genannt "Lux" und sein Freund Bruno Ciepiela genannt "Bruzzi". Die beiden jungen Männer sind damals zwischen 17 und 19 Jahre alt. Und zumindest Bruzzi scheint ein ziemlich verschlagenes Kerlchen zu sein ...

    • 14 Min.
    #39 - Zwei Sommer in Amsterdam. Teil 1

    #39 - Zwei Sommer in Amsterdam. Teil 1

    Fast 30 Grad im Schatten. Um mich herum wuseln Menschen mit Regenbogenflaggen und wackelnden Penis-Hörnchen-Haarreifen. Sie plappern fröhlich. Ein Mix aus Sprachen. Hinter mir rattert eine Bahn vorbei, Fahrräder, Bromfietsen … mir wird ganz schwindelig, während ich auf das Haus starre, in dem die Widerstandszeitschrift Kameradschaft entstanden ist.

    • 10 Min.

Kundenrezensionen

4.9 von 5
35 Bewertungen

35 Bewertungen

Ddrvfvr ,

Sehr zu empfehlen!

Anrührend Chronik die zum Nachdenken anregt.
Wunderbar erzählt mit einer sehr passenden Hintergrundmusik.

Stammtischhörer ,

Es regt zum nachdenken und reflektieren an.

Es ist berührend, wie die tolle Sprecherin ihre Gedanken mitteilt, an die Gemeinschaft der Hörenden. Das Werk ihres Großvaters ist bewegend. Die Musik und die gesamte Stimmung im Podcast sind sehr fein aufeinander abgestimmt. Ich höre selten mehr als eine Folge am Stück um dann nochmal über das Gesagte nachzudenken, einfach weil es so bewegend ist.

Danke das du das mit uns teilst.

Claudia Bölling ,

Ein Gesamtkunstwerk

Der Podcast "Die Anachronistin" ist für mich ein Gesamitkunstwerk, weil er von der berührenden Musik über die präzise Recherche und den persönlichen Bezug von Nora Hespers bis hin zu den Fragestellungen hinsichtlich der deutschen Gegenwart einfach perfekt und fesselnd ist. Wenn die Musik erklingt und Noras Stimme ansetzt, bin ich sofort im Thema und auch in der jeweiligen Stimmung der Podcasterin und MUSS zuhören und kann nichts anderes mehr dabei tun.

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