Die Schrifterzähler

Till Magnus Steiner, Werner Kleine

Die Leidenschaft zu erzählen Im Anfang erschuf Gott Himmel und Erde, und alles war gut – und ein Kapitel später im Buch Genesis wird die Schaffung der Welt nochmal neu erzählt und es ist nicht mehr alles gut. Bereits in den ersten Versen der Bibel wird deutlich, dass die biblischen Erzähler Freude an Widersprüchen, Leerstellen und am Neuerzählen haben. So verwundert es auch nicht, dass im Neuen Testament nicht nur eine Jesu-Erzählung vorliegt, sondern das Evangelium Jesu von vier Autoren aus ihren verschiedenen Perspektiven erzählt wird. In der Geschichte des Christentums gab es viele Versuche aus dieser Verweigerung der Synthese eine einzige ‚harmonische‘ Erzählung werden zu lassen. Doch die Vielfalt hat sich gegen die Eindimensionalität durchgesetzt. Stattdessen setzten im frühen Christentum Theologen immer wieder neu an, um die Geschichte Jesu zu erzählen und noch viele apokryphe Evangelien entstanden. Die apokryphen Evangelien sind Zeugen einer lebendigen Dynamik des Weitererzählens der Jesusüberlieferungen und nehmen, wie die biblischen Texte, Fragen und Diskussionen ihrer Zeit auf. Doch in der Geschichte des Christentums verschob sich zunehmend der Fokus vom Erzählen der biblischen Geschichten hin zu ihrer Kommentierung, Auslegung und Predigt. Inmitten unserer heutigen Welt, die von Erzählungen geprägt ist – von Netflix bis zu Fake News – wollen wir mit unserem Projekt „Die Schrifterzähler“ die biblische Tradition des dynamischen Erzählens wiederbeleben; und d.h. unsere Fragen an die biblischen Texte heranzutragen – nicht, um Antworten in Stein zu meißeln, sondern um zu erzählen und dadurch neue Fragen, die zurück zu den biblischen Texten führen, aufzuwerfen. Wir wollen Leerstellen ernstnehmen, neue Perspektiven einbringen, Ideen aufnehmen und uns die radikale Frage stellen: „Wie würde ich selbst diese oder jene biblische Geschichte erzählen?“.

  1. vor 8 Std.

    S5F7: Die Frauen am leeren Grab

    Die fünfte Staffel der Schrifterzähler widmet sich in sieben Folgen der matthäischen Passionserzählung. Die Evangelien als Ganze werden zu Recht als Passionsgeschichten mit ausführlicher Einleitung bezeichnet. In der siebten Folge der fünften Staffel steht die Auferstehung Jesu vom Kreuzestod im Mittelpunkt. Die Frauen, allen voran Maria Magdala, kommen zum Grab und finden es geöffnet. Das leere Grab aber weckt noch nicht den Glauben an die Auferstehung. Erst die Begegnung mit dem Auferstandenen wird alles in einem neuen Licht erscheinen lassen. Ein Neubeginn steht bevor.  Werner Kleine und Till Magnus Steiner entdecken auch in dieser Folge wieder zahlreiche Leerstellen und Fragen: War das Grab wirklich leer? Wo offenbart sich der Auferstandene - in Jerusalem oder in Galiläa? Und wie kann das Paradox gelöst werden, dass der, der gottverlassen gestorben ist, offenkundig durch göttliche Hilfe aus dem Tod errettet wird? Auch in dieser Folge lesen sie zwischen den Zeilen und bringen nicht nur neue Perspektiven zur Geltung, sondern werfen auch einen Blick auf die historischen Umstände. Die beiden neuen Schrifterzählungen könnt Ihr auch auf unserer Homepage nachlesen:„Ho Mikrós ermittelt - Die große Frage“, von Werner Kleine„Die linke Hand Gottes“, von Till Magnus SteinerWenn Euch die Folge gefallen hat, empfehlt unseren Podcast gerne Freunden und Bekannten, hinterlasst uns eine Bewertung auf Spotify, Apple Podcast oder dort, wo Ihr uns hört, und abonniert uns, damit Ihr keine neue Folge verpasst. Damit Ihr die neuen Folgen auf keinen Fall verpasst, könnt Ihr auch einfach unseren Newsletter auf unserer Homepage abonnieren – Newsletter abonnieren. Und wenn Ihr uns eine Frage stellen oder uns gar eine eigene Geschichte schicken wollte, dann schreibt uns gerne eine Mail an info@die-schrifterzaehler.de  Mit dieser Folge endet die fünfte Staffel. Die sechste kommt bestimmt! Wir freuen uns darauf! –––––––––––––– Weiterführende Links:  Unser Buch „Die Schrifterzähler“ erscheint am 14. September und Ihr könnt es jetzt schon beim Katholischen Bibelwerk vorbestellen.Werner hat sich der Matthäuspassion bereits in seiner Reihe „Glaubensinformation“ gewidmet. Die Folge „Das Schicksal des Propheten - eine Einführung in die Matthäuspassion (Glaubensinformation)“ vom 13.3.2024 findet ihr bei Youtube.Werner hat sich nicht nur in der Reihe Glaubensinformation, sondern auch im biblischen Weblog „Dei Verbum“ mit der Frage des leeren Grabes befasst. Die Glaubensinformation zum Thema „Wie leer war das Grab? - Alte und neue Fragen zur Auferstehung Jesu“ gibt es bei Youtube. Den Essay „Voll leer. Ein Essay über das notwendig Paradoxe im Glauben“ bei „Dei Verbum“ findet ihr hier.Gemeinsam mit Till hat Werner in der Reihe „Dei Verbum direkt“ über die Frage diskutiert, ob es ein leeres Grab braucht. Das Video der Diskussion findet ihr unter hier.Die Frage, ob Maria Magdala oder Petrus die erste Begegnung mit dem Auferstandenen zuteil wurde, thematisiert Werner in der Folge „Maria von Magdala vs. Petrus - Die Auferstehungsüberlieferung im NT und den Apokryphen“ aus der Reihe „Glaubensinformation“. Ihr findet sie bei Youtube.Eine satirische Aufarbeitung der Kontroverse um die Frage „Maria Magdala oder Petrus“ hat die Katholische Citykirche in der Reihe „Verlorene Botschaften“ unter dem Titel „Maria Magdalena“ veröffentlicht. Galiläa oder Jerusalem? Ebenfalls in der Reihe „Glaubensinformation“ geht Werner der Ambivalenz der biblischen Auferstehungstraditionen nach. Auch dieses Video findet ihr bei Youtube.Und das Gedicht am Ende der Folge stammt von Ingeborg Drewitz und trägt den Titel „Ostern“. Ihr findet es in: Ingeborg Drewitz, Die Samtvorhänge, Gütersloher Verlagshaus 1978, S. 124.

  2. 1. Sept.

    S5F6: Verspottung, Kreuzigung und Tod

    Die fünfte Staffel der Schrifterzähler widmet sich in sieben Folgen der matthäischen Passionserzählung. Die Evangelien als Ganze werden zu Recht als Passionsgeschichten mit ausführlicher Einleitung bezeichnet. In der sechsten Folge der fünften Staffel wird das von Pilatus gefällte Urteil zum Tod am Kreuz vollstreckt. Die Kreuzigung war eine grausame Strafe. Der Tod konnte sich über Tage hinziehen. Die Verurteilten wurden ihrer Würde beraubt, gedemütigt und dem Sadismus der Henker ausgeliefert. Für Juden ist klar: Ein Messias kann auf keinen Fall auf diese Weise sterben.  Die Strafe war so grausam, dass sie römischen Bürgern erspart bleiben sollte. Alle damals Lebenden wussten, was dieser Tod bedeutet. Deshalb können die Evangelisten - auch Matthäus - in ihrer Erzählweise diskret bleiben. Andeutungen genügen ihnen, um das Grauen dieses Todes, der als Fluchtod oder Tod der Gottverlassenheit galt, vor Augen zu stellen.  Jesus stirbt mit diesem Schrei am Kreuz: „Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?“ Hat er da etwa den Psalm 22 gebetet? Oder stirbt er mit diesen Worten in dem Bewusstsein tiefster Einsamkeit und Verlassenheit? Was steckt hinter der einbrechenden Finsternis? Und was bedeutet das Zerreißen des Vorhangs im Tempel?  Werner Kleine und Till Magnus Steiner gehen dieser und anderen Fragen nach und erzählen die Ereignisse um den Kreuzestod Jesu, auf den alle Evangelien zulaufen, neu. Dabei lesen sie zwischen den Zeilen und bringen nicht nur neue Perspektiven zur Geltung, sondern werfen auch einen Blick auf die historischen Umstände.  Die beiden neuen Schrifterzählungen könnt Ihr auch auf unserer Homepage nachlesen: „Ho Mikrós ermittelt - Der zerrissene Vorhang“, von Werner Kleine  „Ausgebliebene Wunder“, von Till Magnus Steiner  Wenn Euch die Folge gefallen hat, empfehlt unseren Podcast gerne Freunden und Bekannten, hinterlasst uns eine Bewertung auf Spotify, Apple Podcast oder dort, wo Ihr uns hört, und abonniert uns, damit Ihr keine neue Folge verpasst. Damit Ihr die neuen Folgen auf keinen Fall verpasst, könnt Ihr auch einfach unseren Newsletter auf unserer Homepage abonnieren – Newsletter abonnieren. Und wenn Ihr uns eine Frage stellen oder uns gar eine eigene Geschichte schicken wollte, dann schreibt uns gerne eine Mail an info@die-schrifterzaehler.de In der siebten Folge der fünften Staffel folgen wir der matthäischen Passionserzählung der Passion Jesu weiter und erzählen Euch dann die Geschehnisse um die Entdeckung des leeren Grabes und die Begegnung mit dem Auferstandenen neu – seid gespannt!  –––––––––––––– Weiterführende Links:  Werner hat sich der Matthäuspassion bereits in seiner Reihe „Glaubensinformation“ gewidmet. Die Folge „Das Schicksal des Propheten - eine Einführung in die Matthäuspassion (Glaubensinformation)“ vom 13.3.2024 findet ihr bei YouTube. Werner hat sich in der Reihe Glaubensinformation bereits ausführlich mit dem letzten Tag im Leben Jesu befasst. Ihr findet das Video bei YouTube.Zur Ambivalenz des Kreuzes, das Christen erst spät als Zeichen für ihren Glauben entdeckten, hat Werner bereits 2026 einen Beitrag im Blog „Die Verbum“, den er mit Till betreibt, veröffentlicht. Den Essay findet ihr hier: „Da standen sie und konnten auch anders. Oder: Wer sich mit dem Kreuze schmückt, ist noch lange kein Bekenner“.Immer noch ein Standardwerk eines Neutestamentlers zum letzten Tag Jesu ist das Buch „Der letzte Tag Jesu. Die Ereignisse der Passion“ von Gerhard Lohfink (Freiburg i.Br. 1989) Der archäologische Fund einer durchnagelten Ferse bestätigt die Praxis der Kreuzigung. Näheres dazu findet sich in einem Beitrag bei spektrum.de.Und das Gedicht am Ende der Folge stammt von Christina Busta und trägt den Titel „Späte Aufzeichnungen über Simon von Cyrene“. Ihr findet es in: Christina Busta, Wenn Du das Wappen der Liebe malst, Otto Verlag 31995.

  3. 25. Aug.

    S5F5: Der Prozess vor Pilatus

    Die fünfte Staffel der Schrifterzähler widmet sich in sieben Folgen der matthäischen Passionserzählung. Die Evangelien als Ganze werden zu Recht als Passionsgeschichten mit ausführlicher Einleitung bezeichnet. In der fünften Folge der fünften Staffel nimmt die Geschichte mit dem Prozess vor Pilatus eine entscheidende Wendung. Jesus wird wegen Hochverrates angeklagt: Er soll behauptet haben, er sei der König der Juden. Die von den Anklägern vorgetragenen Beweise sind anscheinend schwach; Jesus schweigt. Nach römischem Prozessrecht – und die Schilderungen der Evangelisten deuten darauf hin, dass Pilatus sich an ihm orientiert hat – hätte Jesus freigesprochen werden müssen: In dubio pro reo! Im Zweifel für den Angeklagten! Pilatus aber ist korrupt und erpressbar. So gerät Jesus zwischen die Fronten. Pilatus beugt das Recht und verurteilt Jesus zum Tod am Kreuz: Ein glatter Justizmord!  Werner Kleine und Till Magnus Steiner gehen den Leerstellen des Prozesses Jesu vor Pilatus, von dem in allen Evangelien die Rede ist, nach und erzählen ihn neu und anders. Dabei lesen sie zwischen den Zeilen und bringen neue Perspektiven zum Vorschein. Die beiden neuen Schrifterzählungen könnt Ihr auch auf unserer Homepage nachlesen:  „Ho Mikrós ermittelt - Der Prozess“, von Werner Kleine  „Die Doctrina Pilati“, von Till Magnus Steiner  Wenn Euch die Folge gefallen hat, empfehlt unseren Podcast gerne Freunden und Bekannten, hinterlasst uns eine Bewertung auf Spotify, Apple Podcast oder dort, wo Ihr uns hört, und abonniert uns, damit Ihr keine neue Folge verpasst. Damit Ihr die neuen Folgen auf keinen Fall verpasst, könnt Ihr auch einfach unseren Newsletter auf unserer Homepage abonnieren – Newsletter abonnieren. Und wenn Ihr uns eine Frage stellen oder uns gar eine eigene Geschichte schicken wollte, dann schreibt uns gerne eine Mail an info@die-schrifterzaehler.de In der sechsten Folge der fünften Staffel folgen wir der matthäischen Erzählung der Passion Jesu weiter und erzählen Euch dann die Geschehnisse um die Hinrichtung Jesu am Kreuz neu – seid gespannt! –––––––––––––– Weiterführende Links:   Werner hat sich der Matthäuspassion bereits in seiner Reihe „Glaubensinformation“ gewidmet. Die Folge „Das Schicksal des Propheten - eine Einführung in die Matthäuspassion (Glaubensinformation)“ vom 13.3.2024 findet ihr bei Youtube.In der Folge entspannt sich zwischen Till und Werner ein Streit um die Frage, ob Pilatus nicht nur in der äthiopisch-orthodoxen Kirche als Heiliger verehrt wird (was unstrittig ist), sondern auch bei den koptischen Christen. Sie haben nach der Aufzeichnung nachgeforscht. In der Tat ist die Lage komplex. Im aktuellen Synaxarium, dem Verzeichnis der Heiligen der koptischen Christen, findet sich tatsächlich kein Hinweis auf einen „Heiligen Pilatus“. Allerdings scheint er in der altägyptischen Kirche als Heiliger verehrt worden zu sein. Zudem gibt es in der heutigen koptisch-orthodoxen Kirche Stimme, die die Verehrung des Pilatus als Heiligen als lokale oder ältere Tradition ansehen. So gesehen scheint der „Heilige Pilatus“ in der koptisch-orthodoxen Volksfrömmigkeit hier und da eine Rolle zu spielen, nicht aber in der offiziellen Liturgie. Wer sich näher mit den juristischen Hintergründen des Pilatusprozesses Jesu befassen möchte, dem sei nach wie vor das diesbezügliche Standardwerk „Der Prozess Jesu“ von Josef Blinzler empfohlen (Regensburg 1960). In jüngerer Zeit haben Werner Koch mit dem Werk „Der Prozess Jesu. Versuch eines Tatsachenberichts“ (Berlin 1992) und Michael Theobald „Der Prozess Jesu. Geschichte und Theologie der Passionserzählungen“ weitere Bücher zum Thema vorgelegt. Alle drei Autoren versuchen das Verhör vor dem jüdischen Hohen Rat und den Prozess vor dem römischen Statthalter auf der Basis historischer Quellen zu rekonstruieren. Am Ende der Folge zitiert Till den Anfang des Romans „Barabbas“ von Pär Lagerkvist, Verag der Arche 1952.

  4. 18. Aug.

    S5F4: Verhör und Verleugnung

    Die fünfte Staffel der Schrifterzähler widmet sich in sieben Folgen der matthäischen Passionserzählung. Die Evangelien als Ganze werden zu Recht als Passionsgeschichten mit ausführlicher Einleitung bezeichnet. In der vierten Folge der fünften Staffel geht es um die Vorführung Jesu vor dem Hohen Rat und die Verleumdung durch Petrus. Der Hohe Rat ist eine politische und religiöse Instanz. Unter der römischen Besatzung hatte sie aber kein Recht, Todesurteile zu fällen. Bei der Szene handelt es sich also nicht um ein ordentliches Verfahren Jesu vor einem jüdischen Gericht; eher geht es um eine Art Vorverhör. Der ganze Rahmen erscheint subversiv und inoffiziell. Petrus jedenfalls ist außen vor, im Hof vor dem Gebäude, in dem man Jesus befragt. So stellt sich nicht zuletzt die Frage, woher wir von diesen Ereignissen wissen. Welcher Zeuge konnte später davon berichten?  Werner Kleine und Till Magnus Steiner gehen dieser und anderen Fragen nach und erzählen die wichtigen Ereignisse des Verhörs Jesu vor dem Hohen Rat, von der in allen Evangelien die Rede ist, neu - und lassen dabei zwischen den Zeilen neue Erkenntnisse aufscheinen.  Die beiden neuen Schrifterzählungen könnt Ihr auch auf unserer Homepage nachlesen: „Ho Mikrós ermittelt - Der Maulwurf“, von Werner Kleine  „Dieser Mensch“, von Till Magnus Steiner  Wenn Euch die Folge gefallen hat, empfehlt unseren Podcast gerne Freunden und Bekannten, hinterlasst uns eine Bewertung auf Spotify, Apple Podcast oder dort, wo Ihr uns hört, und abonniert uns, damit Ihr keine neue Folge verpasst. Damit Ihr die neuen Folgen auf keinen Fall verpasst, könnt Ihr auch einfach unseren Newsletter auf unserer Homepage abonnieren – Newsletter abonnieren. Und wenn Ihr uns eine Frage stellen oder uns gar eine eigene Geschichte schicken wollte, dann schreibt uns gerne eine Mail an info@die-schrifterzaehler.de In der fünften Folge der fünften Staffel folgen wir der matthäischen Erzählung der Passion Jesu und erzählen Euch dann die Ereignisse rund um den Prozess Jesu, bei dem der römische Statthalter Pontius Pilatus den Vorsitz führt – seid gespannt! –––––––––––––– Weiterführende Links:  Werner hat sich der Matthäuspassion bereits in seiner Reihe „Glaubensinformation“ gewidmet. Die Folge „Das Schicksal des Propheten - eine Einführung in die Matthäuspassion (Glaubensinformation)“ vom 13.3.2024 findet ihr bei Youtube. Till weist in der Diskussion auf darauf hin, dass es sich bei dem Wohnsitz des Hohepriesters weniger um einen Palast, sondern um eine Stadtvilla handelt. Mit dem Wort „Palast“ geben ältere Übersetzungen das griechische Wort αὐλή (aulé) wieder, das allerdings eher „Hof“ oder „Innenhof“ bedeutet. Der Wohnsitz des Hohepriesters wird also durchaus repräsentativ, allerdings kein Palast gewesen sein. Ein Bild mit einer Rekonstruktion eines solchen Hauses findet sich hier.In der Neuerzählung von Werner spielt Nikodemus, selbst Mitglied des Hohen Rates, eine wichtige Rolle. Die Schrifterzähler Werner und Till haben sich in der 4. Folge der 3. Staffel näher mit dem berühmten Nachtgespräch zwischen Jesus und Nikodemus, wie es in Johannes 3 geschildert wird, befasst. Ihr findet die Folge hier.Die Katholische Citykirche Wuppertal befasst sich immer wieder in Videos mit den „verlorenen Botschaften“. Im Juli 2026 hat sie das Video „Verlorene Botschaften - Judas“ veröffentlicht, das sich mit allem gebotenen satirischen Ernst mit den vielfältig schillernden Facetten des Judas Ischarioth befasst. Das Video findet ihr bei YouTube.Das am Ende von uns zitierte Gedicht „Der Hahn“ findet Ihr in folgendem Buch: Rudolf Otto Wiemer, Ernstfall, Steinkopf Verlag 1963, S. 72.

  5. 11. Aug.

    S5F3: Das Gebet und die Festnahme in Getsemani

    Die fünfte Staffel der Schrifterzähler widmet sich in sieben Folgen der matthäischen Passionserzählung. Die Evangelien als Ganze werden zu Recht als Passionsgeschichten mit ausführlicher Einleitung bezeichnet. In der dritten Folge der fünften Staffel geht es um die Ereignisse im Garten Getsemani. Nach dem Pesachmahl singt man die Loblieder und begibt sich zum Ölberg auf der anderen Seite des Kidrontales östlich von Jerusalem. Die Erzählung ist komplex, voller Leerstellen und Fragen. Warum etwa sind die Apostel bewaffnet? Was treibt Judas Ischarioth an? Warum flieht Jesus nicht einfach? Und betet, wenn er betet, der Kelch  möge an ihm vorübergehen, der Mensch Jesus oder der Sohn Gottes, der doch wissen müsste, was nun geschieht?Diese Fragen sind Grund genug für Werner Kleine und Till Magnus Steiner, die berühmte Getsemani-Szene, von der in allen Evangelien die Rede ist, neu zu erzählen und zwischen den Zeilen neue Facetten aufscheinen zu lassen.Die beiden neuen Schrifterzählungen könnt Ihr auch auf unserer Homepage nachlesen:„Ho Mikrós ermittelt - Die große Prüfung“, von Werner Kleine„Wer will was?“, von Till Magnus SteinerWenn Euch die Folge gefallen hat, empfehlt unseren Podcast gerne Freunden und Bekannten, hinterlasst uns eine Bewertung auf Spotify, Apple Podcast oder dort, wo Ihr uns hört, und abonniert uns, damit Ihr keine neue Folge verpasst. Damit Ihr die neuen Folgen auf keinen Fall verpasst, könnt Ihr auch einfach unseren Newsletter auf unserer Homepage abonnieren – Newsletter abonnieren. Und wenn Ihr uns eine Frage stellen oder uns gar eine eigene Geschichte schicken wollte, dann schreibt uns gerne eine Mail an info@die-schrifterzaehler.de In der dritten Folge der fünften Staffel folgen wir der matthäischen Erzählung der Passion Jesu und erzählen Euch dann die Erzählung der Ereignisse im Garten Gethsemane, den Verrat des Judas und die Verhaftung Jesu – seid gespannt! –––––––––––––– Weiterführende Links:  Die sogenannte „Tempelreinigung“ haben die Schrifterzähler Till und Werner bereits in der 2. Folge der 3. Staffel neu erzählt. Ihr findet sie hier.Werner hat sich der Matthäuspassion bereits in seiner Reihe „Glaubensinformation“ gewidmet. Die Folge „Das Schicksal des Propheten - eine Einführung in die Matthäuspassion (Glaubensinformation)“ vom 13.3.2024 findet ihr bei Youtube.Werner ermittelt nicht nur literarisch als Dynatós Machítis ho Mikrós. Er hat auch schon live zu Judas Ischarioth ermittelt. Die Aufzeichnung „Kleine ermittelt: Der Fall Judas“ vom 2.4.2023 findet ihr bei Youtube.Auch zu den Aposteln hat Werner recherchiert. Auch hier gibt es eine Folge in der Reihe „Glaubensinformation“: „Die Säulen der Kirche - oder: Wer sind die Zwölf, die Jesus als Apostel erwählte?“ vom 28.10.2023 bei Youtube.Das am Ende von uns zitierte Gedicht „Legende“ von Detlev Liliencron findet Ihr in folgendem Buch: Detlev von Lilirnvton, Ausgewählte Gedichte (hrsg. Von Hans Stern). Holsten Verlag 1986, S. 138.

  6. 4. Aug.

    S5F2: Das Paschamahl

    Die fünfte Staffel der Schrifterzähler widmet sich in sieben Folgen der matthäischen Passionserzählung. Die Evangelien als Ganze werden zu Recht als Passionsgeschichten mit ausführlicher Einleitung bezeichnet. Im Mittelpunkt der zweiten Folge der fünften Staffel steht das letzte Abendmahl Jesu. Mit hoher Wahrscheinlichkeit war es ein Paschamahl - zumindest gehen die synoptischen Evangelien (Matthäus, Markus und Lukas) sowie Paulus davon aus. Das Johannesevangelium legt zwar eine andere Chronologie zugrunde; trotzdem spielt auch bei ihm die Paschasymbolik eine große Rolle. Wenn es aber ein Paschamahl war, wie wurde es damals gefeiert? Wo haben die berühmten Worte Jesu, das Brot sei sein Leib und der Wein sein Blut, ihren Platz? Ahnte Jesus, was nach dem Mahl passieren würde, als er geradezu provokativ feststellt, dass er von einem der Anwesenden ausgeliefert würde?  Diese Fragen und andere sind Steilvorlagen für Werner Kleine und Till Magnus Steiner, den bekannten Bericht vom letzten Abendmahl, der nicht nur in allen vier Evangelien, sondern auch bei Paulus im 1. Korintherbrief zu finden ist, neu zu erzählen, zwischen den Zeilen Neues zu entdecken und vielleicht sogar das historische Geschehen zu rekonstruieren.  Die beiden neuen Schrifterzählungen könnt Ihr auch auf unserer Homepage nachlesen: „Ho Mikrós ermittelt - Der fünfte Becher“, von Werner Kleine  „Die Provokation“, von Till Magnus Steiner  Wenn Euch die Folge gefallen hat, empfehlt unseren Podcast gerne Freunden und Bekannten, hinterlasst uns eine Bewertung auf Spotify, Apple Podcast oder dort, wo Ihr uns hört, und abonniert uns, damit Ihr keine neue Folge verpasst. Damit Ihr die neuen Folgen auf keinen Fall verpasst, könnt Ihr auch einfach unseren Newsletter auf unserer Homepage abonnieren – Newsletter abonnieren. Und wenn Ihr uns eine Frage stellen oder uns gar eine eigene Geschichte schicken wollte, dann schreibt uns gerne eine Mail an info@die-schrifterzaehler.de In der dritten Folge der fünften Staffel folgen wir der matthäischen Erzählung der Passion Jesu und erzählen Euch dann die Erzählung der Ereignisse im Garten Gethsemane, den Verrat des Judas und die Verhaftung Jesu – seid gespannt! –––––––––––––– Weiterführende Links:  Werner hat sich der Matthäuspassion bereits in seiner Reihe „Glaubensinformation“ gewidmet. Die Folge „Das Schicksal des Propheten - eine Einführung in die Matthäuspassion (Glaubensinformation)“ vom 13.3.2024 findet ihr bei Youtube. Werner ermittelt nicht nur literarisch als Dynatós Machítis ho Mikrós. Er hat auch schon live zu Judas Ischarioth ermittelt. Die Aufzeichnung „Kleine ermittelt: Der Fall Judas“ vom 2.4.2023 findet ihr bei Youtube. Das am Ende von uns zitierte Gedicht „Der Vollendete“ von Robert Walser findet Ihr in: Robert Walser, Die Gedichte (Sämtliche Werke in zwanzig Bänden, Band 13, hrsg. von Jochen Greven), Suhrkamp 1986, S. 135.

  7. 28. Juli

    S5F1: Die Salbung Jesu

    Die nun fünfte Staffel der Schrifterzähler widmet sich in sieben Folgen der matthäischen Passionserzählung. Die Evangelien als Ganze werden zu Recht als Passionsgeschichten mit ausführlicher Einleitung bezeichnet. Die Schilderung der Ereignisse der letzten Woche im irdischen Leben Jesu hebt mit dem Einzug in Jerusalem an. Die eigentliche Passion beginnt mit der Salbung Jesu in Betanien - auch bei Matthäus. Jesus ist zu Gast im Haus Simons des Aussätzigen. Eine Frau kommt und salbt ihm das Haupt mit wertvollem Öl. Warum tut sie das? Und warum geraten die Jünger in Aufruhr? Warum lässt Jesus diesen außergewöhnlichen Liebeserweis einer Frau an sich überhaupt geschehen?  Diese Fragen sind Anlass genug für Werner Kleine und Till Magnus Steiner, die altbekannte Erzählung von der Salbung Jesu, die in allen vier Evangelien zu finden ist, neu zu erzählen und so zwischen den Zeilen neue Perspektiven zu finden.  Die beiden neuen Schrifterzählungen könnt Ihr auch auf unserer Homepage nachlesen: „Ho Mikrós ermittelt - das Myron-Geheimnis“, von Werner Kleine  „Die Frau mit dem Öl“, von Till Magnus Steiner  Wenn Euch die Folge gefallen hat, empfehlt unseren Podcast gerne Freunden und Bekannten, hinterlasst uns eine Bewertung auf Spotify, Apple Podcast oder dort, wo Ihr uns hört, und abonniert uns, damit Ihr keine neue Folge verpasst. Damit Ihr die neuen Folgen auf keinen Fall verpasst, könnt Ihr auch einfach unseren Newsletter auf unserer Homepage abonnieren – Newsletter abonnieren. Und wenn Ihr uns eine Frage stellen oder uns gar eine eigene Geschichte schicken wollte, dann schreibt uns gerne eine Mail an info@die-schrifterzaehler.de  In der zweiten Folge der fünften Staffel folgen wir der matthäischen Erzählung der Passion Jesu und erzählen Euch dann die Schilderung des letzten Abendmahles Jesu – seid gespannt!  –––––––––––––– Weiterführende Links:  Werner hat sich der Matthäuspassion bereits in seiner Reihe „Glaubensinformation“ gewidmet. Die Folge „Das Schicksal des Propheten - eine Einführung in die Matthäuspassion (Glaubensinformation)“ vom 13.3.2024 findet ihr bei Youtube. Werner ermittelt nicht nur literarisch als Dynatós Machítis ho Mikrós. Er hat auch schon live zu Judas Ischarioth ermittelt. Die Aufzeichnung „Kleine ermittelt: Der Fall Judas“ vom 2.4.2023 findet ihr bei Youtube. Auch zu den Aposteln hat Werner recherchiert. Auch hier gibt es eine Folge in der Reihe „Glaubensinformation“: „Die Säulen der Kirche - oder: Wer sind die Zwölf, die Jesus als Apostel erwählte?“ vom 28.10.2023 bei Youtube. In der Erzählung von Werner wird auf die Folge 7 aus Staffel 1 über die Auferweckung des Lazarus eingegangen, die Till und Werner neu erzählt haben. Die Folge findet ihr hier. Auch die lukanische Erzählung von Maria und Marta in Betanien haben Till und Werner schon neu erzählt. Diese Folge (Folge 3 in Staffel 4) findet ihr hier. Die mittelalterliche Illustration, in der die vier Berichte über die Salbung harmonisiert werden, und Jesus sowohl von einer Nonne als auch von einer Prostituierten gesalbt  wird, könnt Ihr Euch unter diesem Link sehen.Das am Ende von uns zitierte Gedicht „Eucharistiefeier einer Frau“ findet Ihr in folgendem Buch: Andreas Knapp, Heller als Licht. Biblische Gedichte. Echter Verlag 42018, S. 70.

  8. 21.12.2025

    Weihnachtsspecial: „Fürchtet euch nicht!‘‘

    Die Engel und das Weihnachtsfest  Die Engel gehören zu Weihnachten wie Ochs und Esel an der Krippe. In der Tat ist Weihnachten ohne die Botschaft des Engels an Maria, sie werde den Sohn Gottes zu Welt bringen, und der Engel auf den Feldern Bethlehems, der Heiland sei geboren, kaum denkbar. Es ist Zeit, die Weihnachtsgeschichte aus Sicht der Engel neu zu erzählen. Dr. Till Magnus Steiner und Dr. Werner Kleine wagen den Versuch, Weihnachten aus dieser besonderen Perspektive neu zu erzählen. Dabei entdecken sie überraschende Eigenschaften der Engel, die mehr sind als geflügelte Wesen. Sie sind auch gewaltige Kämpfer und streitbare Boten Gottes, die dem Menschen nicht nur im Wege stehen, sondern die immer wieder auch überwältigen. Wo sie in das Leben der Menschen treten, wird die Wirklichkeit der Menschen verrückt. Hier hat der Gruß der Engel „Fürchte euch nicht!“ seine tiefste Berechtigung. Kein Wunder - denn die Begegnung mit Engeln verstört und ist angsteinflößend, auch und gerade im Zusammenhang mit der Weihnachtserzählung. Der Klarinettist Andre Enthöfer interpretiert die Weihnachtserzählung dabei auf eigene, musikalische Weise.  Werners und Tills neuen Bibelerzählungen könnt Ihr hier nachlesen: „Der Aufpasser“, von Werner Kleine  „Engelszungen“, von Till Magnus Steiner  Wenn Euch die Folge gefallen hat, empfehlt unseren Podcast gerne Freunden und Bekannten, hinterlasst uns eine Bewertung auf Spotify, Apple Podcast oder dort, wo Ihr uns hört, und abonniert uns, damit Ihr keine neue Folge verpasst. Damit Ihr die neuen Folgen auf keinen Fall verpasst, könnt Ihr auch einfach unseren Newsletter auf unserer Homepage abonnieren – Newsletter abonnieren. Und wenn Ihr uns eine Frage stellen oder uns gar eine eigene Geschichte schicken wollte, dann schreibt uns gerne eine Mail an info@die-schrifterzaehler.de Weiterführende Links:  Schon 2016 haben Werner und Till über die Weihnachtserzählungen nach Matthäus und Lukas diskutiert. Die Folge „Am Anfang war Weihnachten“ der Reihe „Die Verbum direkt“.Über die schon früh in den Apokryphen neu erzählten Weihnachtsgeschichten haben Till und Werner 2024 gesprochen und dazu eigene Geschichten erzählt. Die Folge könnt ihr euch hier noch einmal anschen: „Die Weihnachtsgeschichte neu erzählt“Werner hat im Weblog „Dei Verbum“ eine historische Analyse der Weihnachtserzählungen unternommen und versucht, das historische Geschehen anhand der biblischen Indizien zu rekonstruieren:  Werner Kleine, Wie war Weihnachten. Eine Spurensuche zwischen A wie Augustus und Z wie Zählung, Die Verbum, 25.12.2026

Bewertungen und Rezensionen

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Die Leidenschaft zu erzählen Im Anfang erschuf Gott Himmel und Erde, und alles war gut – und ein Kapitel später im Buch Genesis wird die Schaffung der Welt nochmal neu erzählt und es ist nicht mehr alles gut. Bereits in den ersten Versen der Bibel wird deutlich, dass die biblischen Erzähler Freude an Widersprüchen, Leerstellen und am Neuerzählen haben. So verwundert es auch nicht, dass im Neuen Testament nicht nur eine Jesu-Erzählung vorliegt, sondern das Evangelium Jesu von vier Autoren aus ihren verschiedenen Perspektiven erzählt wird. In der Geschichte des Christentums gab es viele Versuche aus dieser Verweigerung der Synthese eine einzige ‚harmonische‘ Erzählung werden zu lassen. Doch die Vielfalt hat sich gegen die Eindimensionalität durchgesetzt. Stattdessen setzten im frühen Christentum Theologen immer wieder neu an, um die Geschichte Jesu zu erzählen und noch viele apokryphe Evangelien entstanden. Die apokryphen Evangelien sind Zeugen einer lebendigen Dynamik des Weitererzählens der Jesusüberlieferungen und nehmen, wie die biblischen Texte, Fragen und Diskussionen ihrer Zeit auf. Doch in der Geschichte des Christentums verschob sich zunehmend der Fokus vom Erzählen der biblischen Geschichten hin zu ihrer Kommentierung, Auslegung und Predigt. Inmitten unserer heutigen Welt, die von Erzählungen geprägt ist – von Netflix bis zu Fake News – wollen wir mit unserem Projekt „Die Schrifterzähler“ die biblische Tradition des dynamischen Erzählens wiederbeleben; und d.h. unsere Fragen an die biblischen Texte heranzutragen – nicht, um Antworten in Stein zu meißeln, sondern um zu erzählen und dadurch neue Fragen, die zurück zu den biblischen Texten führen, aufzuwerfen. Wir wollen Leerstellen ernstnehmen, neue Perspektiven einbringen, Ideen aufnehmen und uns die radikale Frage stellen: „Wie würde ich selbst diese oder jene biblische Geschichte erzählen?“.

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