DJV Klartext

DJV im hr

Innensicht trifft Außensicht. Im Gespräch mit DJV-Aktiven und Gästen werden aktuelle Themen diskutiert, die vor allem, aber nicht nur für Mitarbeitende des Hessischen Rundfunks und anderer ARD-Anstalten von Belang sind. Das System der öffentlich-rechtlichen Medien steht mehr denn je unter Beschuss. Journalistinnen und Journalisten werden "draußen" hart angegangen und brauchen "drinnen" den vollen Rückhalt, um jederzeit interessante, überzeugende und substanzielle Programminhalte für Rundfunk, Fernsehen, Online und Drittplattformen aller Art leisten zu können. Der DJV tritt dabei konsequent für gute Arbeitsbedingungen, faire Honorierung und ein sozialverträgliches Miteinander ein. Zu den Gesprächspartnern gehören bekannte Größen wie Werner Reinke und Investigativjournalist Daniel Drepper (WDR/NDR/SZ) ebenso wie Sylvia Kuck (hr-iNFO Redakteurin und hr-Personalrätin) und Knud Zilian, Mitglied des Personalrates und 1. Vorsitzender des DJV Landesverbandes Hessen, KI-Experte Jan Eggers und Dr. Henning Eichler, Professor für Digitalen Journalismus #djvhessen #wirfuereuch Kontakt: djhimhr@hr.de Host: Christian Arndt (hr-Mitarbeiter, Personalrat und freier Journalist). Bitte beachten: Dieser Podcast ist kein "Produkt" des Hessischen Rundfunks. Inhaltlich und finanziell verantwortlich ist der DJV Hessen e.V.

Folgen

  1. 13 - Michael Schwertel über KI im Journalismus

    04.12.2025

    13 - Michael Schwertel über KI im Journalismus

    Steht die Folge 13 für eine Unglückszahl? Muss nicht sein, meint Chat GPT. Im Gespräch mit Professor Michael Schwertel, Experte für digitales Marketing und KI, geht es um die ebenso spannende wie zwiespältige Rolle von KI im Journalismus, mit besonderem Augenmerk auf die Öffentlich-rechtlichen. Die drei wichtigsten Faktoren, die Journalisten im Umgang mit KI beachten müssen, sind für Michael Schwertel „Glaubwürdigkeit, Glaubwürdigkeit und Glaubwürdigkeit“ – auch und gerade in einem sich rasant verändernden Mediensystem, das zunehmend von KI durchdrungen wird. Dass KI als Werkzeug zur Informationsbeschaffung fungieren und bei der Organisation und Klassifikation von Daten helfen kann, ist die eine Seite. Aber die rasanten technologischen Veränderungen brächten nicht nur moderate Effizienzgewinne mit sich, warnt Michael Schwertel, sondern auch die reale Gefahr von Desinformation und Manipulation. Die Fähigkeit, kritisch mit den von unterschiedlichen KI-Modellen generierten Inhalten umzugehen, sei deswegen essenziell. Ob Deep Seek, Gemini, Open AI oder Mistral – jedes KI-Modell hat seine Eigenheiten, die man kennen muss, um sie optimal nutzen und die Ergebnisse richtig einordnen zu können. Ein zentrales Thema der Diskussion war die ethische Verantwortung: Für Michael Schwertel ist das Publikum transparent darüber zu informieren, wenn KI bei der Erstellung von Inhalten beteiligt war. Den öffentlich-rechtlichen Rundfunk sieht er dabei besonders in der Pflicht, quasi als Fels in der digitalen Brandung aus Fake News und "alternativen Fakten" durch hohe ethische und journalistische Standards die Qualität und Vertrauenswürdigkeit in der Berichterstattung auch in Zukunft zu gewährleisten. Buchtipps von Prof. Michael Schwertel: Ray Kurzweil: KI. Das Zeitalter der künstlichen Intelligenz. Hanser, München Wien 1993, ISBN 3-446-17375-7 (englisch: The Age of Intelligent Machines, 1990.). Ray Kurzweil: Homo S@piens. Econ Tb., 1999, ISBN 3-462-02741-7 (englisch: The Age of Spiritual Machines.). Marshall McLuhan Understanding Media: The Extensions of Man; 1st Ed. McGraw Hill, NY, 1964; reissued MIT Press, 1994, with introduction by Lewis H. Lapham; reissued by Gingko Press, 2003, ISBN 1-58423-073-8. Marshall McLuhan The Medium is the Massage: An Inventory of Effects with Quentin Fiore, produced by Jerome Agel; 1st Ed.: Random House, 1967; reissued by Gingko Press, 2001, ISBN 1-58423-070-3. Zu Kellyanne Conways Erfindung der „Alternativen Fakten“ siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Alternative_Fakten

  2. Folge 9: Knud Zilian über die neue Radiostrategie des hr

    14.06.2024

    Folge 9: Knud Zilian über die neue Radiostrategie des hr

    Zwei Tage vor Beginn der Fußball-Europameisterschaft hat die Programmdirektion des hr eine neue „Radiostrategie“ vorgestellt, nach der im Jahr 2032 voraussichtlich nur noch drei statt sechs Radiowellen übrig bleiben sollen. Der DJV Hessen hat umgehend mit einer Pressemitteilung reagiert, in dem der Landesvorsitzende Knud Zilian wie folgt zitiert wirst: „Ich sorge mich um die glaubwürdige Erfüllung des gesetzlich verbrieften Auftrags, die jetzt schon gefährdet ist und mit den geplanten Maßnahmen zunehmend ausgehöhlt wird.“ Knud Zilian erklärt, wie düster die Lage für die überwiegend freien Mitarbeitenden im Programm ist und noch werden könnte... In den Statements der Programmdirektion ist immer wieder die Rede von der „Umschichtung ins Digitale“ ... weil man die Jungen und die ganz Jungen mit Radio nicht mehr erreichen könne – wobei allerdings auch jetzt wieder nebulös blieb, wie eine solche umfassende Digitalstrategie aussehen könnte. Ich frage Knud, für wie sinnvoll er die Vorgehensweise hält, mit großem Tamtam eine Radio(kürzungs)strategie anzukündigen, ohne den Mitarbeitenden gleichzeitig eine digitale Perspektive aufzuzeigen. Knuds Aussage - „wie der Hessische Rundfunk nach Umsetzung dieser „Strategie noch seinen gesetzlichen Auftrag erfüllen will, ist mir schleierhaft“ - hat einigen Leuten gar nicht gefallen, wie etwa Programmdirektorin Gaby Holzner, die seiner Kritik im Deutschlandfunk „ziemlich energisch“ widersprochen hat, verbunden mit der Aussage, man rede durchaus „über und mit den Mitarbeitenden“... Seit Mittwoch überschlagen sich die kritischen Äußerungen in kleinen und größeren Runden von Mitarbeitenden, auch der Redaktionsausschuss kritisiert wie der DJV die "mangelnde inhaltliche Vorstellung von dem Auftrag gerecht werdenden Angeboten“. Es fehle auch eine „ernstzunehmende Inititative wirklich neue Formate zu entwickeln" sowie der "Ehrgeiz, diese auch umzusetzen und nicht von außen einzukaufen.“ Der Redaktionsausschuss drückt auch die Sorge aus, dass sich nicht nur das junge Publikum, sondern auch die jüngeren Mitarbeitenden enttäuscht vom hr abwenden könnten. Zilian schätzt ein, wie desolat die Motivationslage bei den MA ist und noch werden könnte und wie man eine solche Strategie besser gestalten und umsetzen könnte, nämlich indem man die Mitarbeitenden "mitnimmt" und vertrauensvoll einbezieht anstatt an der Belegschaft vorbei vorab "im Hintergrund" mit der Presse zu kommunizieren. Der Kollege Michael Hanfeld von der FAZ hat in einem Kommentar indirekt den Gewerkschaften vorgeworfen, als veränderungsunwillige „Besitzstandswahrer“ für die Misere (mit)verantwortlich zu sein und nur an die Pensionskasse zu denken. Knud Zilian rückt die Fakten gerade. Als Hintergrund zum aktuellen Thema möchte ich euch die Folgen 7 (mit Dr. Henning Eichler) und 8 (mit dem DJV-Bundesvorsitzenden Mika Beuster) noch einmal wärmstens ans Herz legen. Last, but not least erklären wir als DJV im hr uns solidarisch mit den Kolleginnen und Kollegen im SWR, die in dieser Woche mit Warnstreiks um bessere Vergütung und Arbeitsbedingungen kämpfen.

    26 Min.

Info

Innensicht trifft Außensicht. Im Gespräch mit DJV-Aktiven und Gästen werden aktuelle Themen diskutiert, die vor allem, aber nicht nur für Mitarbeitende des Hessischen Rundfunks und anderer ARD-Anstalten von Belang sind. Das System der öffentlich-rechtlichen Medien steht mehr denn je unter Beschuss. Journalistinnen und Journalisten werden "draußen" hart angegangen und brauchen "drinnen" den vollen Rückhalt, um jederzeit interessante, überzeugende und substanzielle Programminhalte für Rundfunk, Fernsehen, Online und Drittplattformen aller Art leisten zu können. Der DJV tritt dabei konsequent für gute Arbeitsbedingungen, faire Honorierung und ein sozialverträgliches Miteinander ein. Zu den Gesprächspartnern gehören bekannte Größen wie Werner Reinke und Investigativjournalist Daniel Drepper (WDR/NDR/SZ) ebenso wie Sylvia Kuck (hr-iNFO Redakteurin und hr-Personalrätin) und Knud Zilian, Mitglied des Personalrates und 1. Vorsitzender des DJV Landesverbandes Hessen, KI-Experte Jan Eggers und Dr. Henning Eichler, Professor für Digitalen Journalismus #djvhessen #wirfuereuch Kontakt: djhimhr@hr.de Host: Christian Arndt (hr-Mitarbeiter, Personalrat und freier Journalist). Bitte beachten: Dieser Podcast ist kein "Produkt" des Hessischen Rundfunks. Inhaltlich und finanziell verantwortlich ist der DJV Hessen e.V.