Diskurs-Perspektiven

Bahá'í Deutschland

Ein offizieller Podcast der Bahá'í-Gemeinde in Deutschland. www.bahai.de

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  1. Mittendrin: Nachbarschaften gemeinsam gestalten und Zusammenleben aktiv fördern

    30.09.2021

    Mittendrin: Nachbarschaften gemeinsam gestalten und Zusammenleben aktiv fördern

    Sich an einem runden Tisch über lebendige Formen der Nachbarschafts- und Gesellschaftsentwicklung austauschen und wie jeder einzelne dazu beitragen kann, das konnten am 21. Juni alle Teilnehmer der Zoom-Veranstaltung „Mittendrin: Nachbarschaften gemeinsam gestalten und Zusammenleben aktiv fördern". Gastgeber der Veranstaltung waren die Europa Union Frankfurt und das Büro für Außenbeziehungen der Bahá'í Gemeinde Deutschland, gemeinsam mit der Bahá'í International Community (BIC). Fünf ReferentInnen sprachen in einem anregenden und lebendigen Gespräch mit den über 60 Teilnehmern über verschiedene Ansätze, sein Umfeld konstruktiv mitzugestalten. Claus Preißler, Beauftragter für Integration und Migration der Stadt Mannheim, ließ die Zuhörer an seinen zahlreichen Erfahrungen teilhaben und berichtete von der „Mannheimer Erklärung", welche die Formulierung gemeinsamer Ziele verkörpert. Institutionen, die diese Erklärung unterschrieben haben, sind Teil des Mannheimer Bündnisses und setzen sich aktiv für die Förderung eines respektvollen Miteinanders und gelingenden Zusammenleben ein. Der Beauftragte für Integration und Migration betonte, dass es für den städtischen Bereich repräsentative Gremien für Belange von Migration benötige. Zudem müsse es mehrsprachige Angebote in der Verwaltung geben, um Menschen mit Migrationshintergrund eine Kontaktaufnahme ohne Sprachbarrieren zu ermöglichen. Evein Obulor, Antidiskriminierungsbeauftragte mit Schwerpunkt Rassismus, der Stadt Heidelberg und Koordinatorin der European Coalition of Cities Against Racism (ECCAR), sprach davon, individuell passende Räume zu schaffen, um den Bedürfnissen der Menschen gerecht zu werden. Verwaltungen und Institutionen müssen es schaffen können, den Forderungen von Betroffenen zuzuhören, um geeignete Räume und Angebote anzubieten. Evein Obulor betonte, dass das Zuhören nie verlernt werden dürfe, ganz gleich, ob es auf europäischer oder persönlicher Ebene sei. Miteinander und Voneinander lernen seien deshalb untrennbar miteinander verbunden. Johanna Hessemer und Stephanie Krauch, vom Abrahamischen Forum Deutschland, verfolgen mit ihren Teams verschiedene Ziele. Sie bringen unter anderem Menschen auf regionaler Ebene zusammen und regen so zu Gesprächen über unterschiedlichste Themen an. In Grundschulen lernen die Kinder viel Neues über andere Religionen oder auch den Naturschutz. Andere Projekte des Abrahamischen Forums finden auch in Volkshochschulen oder anderen Instituten statt.  Anna Weber, vom Lehrstuhl für Gebäudelehre und Grundlagen des Entwerfens der RWTH Aachen schloss mit ihrem Beitrag die Runde der Referenten ab. Sie erläuterte den Zusammenhang zwischen Nutzung und Architektur. Beides beeinflusse sich gegenseitig. Zur Veranschaulichung, stellte sie ein Kölner Projekt vor, in dessen Mittelpunkt ein Café steht. Um die Altersstruktur der Besucher zu verändern, wurden die Räume mit einfachsten Mitteln umgestaltet und das Angebot erweitert. Es wurde gratis Eis angeboten. Durch diese Veränderungen kamen neue Kunden in das Café. Das Projekt zeigte dadurch, dass Architektur einen Einfluss auf das Zusammentreffen von verschiedenen Gruppen von Menschen haben kann. Anschließend erläuterte Martin Bangratz, vom Lehrstuhl für Planungstheorie und Stadtentwicklung der RWTH Aachen, dass verschiedene Ebenen, von lokalen Nachbarschaften, bis hin zu den politischen Beziehungen innerhalb der EU, miteinander verbunden werden müssen und dass besonders das Handeln auf der lokalen Ebene auschlaggebend sei. Denn insbesondere auf lokaler Ebene, würden die politischen Entscheidungen sichtbar und die Früchte des eigenen Handelns für die Menschen greifbar. „Stadtentwicklung ist und bleibt eine Gemeinschaftsaufgabe", betonte Martin Bangratz. Die Veranstalter erhoffen sich von der Veranstaltung, dass dieses Gespräch der Auftakt eines sich entwickelnden Dialoges sein kann.

    1 Std. 34 Min.
  2. Eine gemeinsame Vorstellung von gesellschaftlichem Zusammenhalt

    23.07.2019

    Eine gemeinsame Vorstellung von gesellschaftlichem Zusammenhalt

    Wie tragen Kultur und Religion gemeinsam zum gesellschaftlichen Zusammenhalt bei? Der Beitrag von Religion und Kultur besteht in der Auseinandersetzung mit Sinnfragen, die in einem Spektrum von tief spirituell bis hoch säkular behandelt werden – in beiden Bereichen. Indem sie Visionen und damit Möglichkeiten aufzeigt, die die unmittelbare Vorstellungskraft des Menschen übersteigen können, ermutigt Religion dazu, über die eigenen Grenzen hinaus zu wachsen. Die Liebe zu diesen Visionen kann eine tiefe Motivation im Menschen wecken und entwickeln. Eine weitere besondere Kraft zum Gestalten liegt im Schaffen von Räumen, die der Begegnung zwischen Menschen dienen, „Wege zu finden, wie das Engagement von Menschen bekannt werden kann, gesehen werden kann…“, betont Andreas Fiol von der Buddhistischen Shinnyo-en-Gemeinde Deutschland. Und Volker Nüske von der Robert-Bosch-Stiftung ergänzt: „Eine vertrauensvolle Umgebung, in der die Personen sich in ihrem Engagement und in ihrem Einsatz erproben können. Und gleichzeitig auch wissen, dass sie nicht verurteilt werden, wenn mal etwas schiefgeht, dass sie gleichzeitig auch Unterstützung haben ... Räume, die erstmal frei sind von anderen Interessen.“ Die Handlungsfähigkeit scheint zudem in überschaubaren Umfeldern, wie z.B. Nachbarschaften oder Quartieren, besonders hoch zu sein. Denn hier sind Menschen von etwaigen Missständen unmittelbar betroffen und können zudem auf selbstwirksame Weise aktiv werden, direkt auf Veränderung hinwirken und profitieren somit wiederum von der Verbesserung.

    32 Min.
  3. Die Frage nach dem gesellschaftlichen Zusammenhalt

    15.04.2019

    Die Frage nach dem gesellschaftlichen Zusammenhalt

    In den Medien regelmäßig besprochen, in politischen Debatten immer wieder präsent, wiederholt Gegenstand in den Inszenierungen auf den Theaterbühnen landesweit und selbst bei Familienfesten kommt man nicht drum herum: In nahezu allen Bereichen der Allgemeinheit spielt die Frage nach dem Zusammenhalt eine immer größere Rolle – sie bestimmt schon seit längerem den gesellschaftlichen Diskurs. Diese Beobachtung war Ausgangspunkt dafür, sich genauer anzusehen, wo, in welchen Bereichen der Zivilgesellschaft entsteht gesellschaftlicher Zusammenhalt und wie wird er gefördert? Als Hauptfelder kristallisierten sich alsbald die Bereiche von Religion und Kultur heraus. Jedoch scheinen sich die Perspektiven und Aussagen der Akteure auf beiden Seiten stark zu widersprechen. Was passiert, wenn man also Vertreter dieser beiden Seiten an einen Tisch bringt, um gemeinsam heraus zu finden, wie es denn nun wirklich funktioniert? Doch was heißt überhaupt ‚gesellschaftlicher Zusammenhalt‘? Welche Bedeutung hat er für den Einzelnen wie für Teile der Gesellschaft, als auch ihr Ganzes? Und wie wird er gestaltet? Mit diesen Fragen befassten sich die Teilnehmer einer kürzlich gestarteten bundesweiten Gesprächsreihe: „Die Fähigkeit von Religion und Kultur gemeinsam gesellschaftlichen Zusammenhalt zu gestalten. Mit der Reihe wird die Absicht verfolgt, diesen scheinbaren Widerspruch zwischen beiden Seiten zu überbrücken. In Zusammenarbeit mit der Initiative kulturelle Integration, der Bundeszentrale für politische Bildung, dem Stipendiatenprogramm Dialogperspektiven und der Bahá’í-Gemeinde Deutschland fand dieser Tage das erste von drei ganztägigen Gesprächen am runden Tisch mit Vertretern von Religionsgemeinschaften, Kunst- und Kulturschaffenden sowie Stipendiaten und Stiftungsvertretern in Berlin statt. „Es geht darum, dass überhaupt solche Gespräche geführt werden und dass wir als Kulturschaffende, als Künstler, als Menschen im religiösen Spektrum uns miteinander vernetzen und zukünftig gemeinsam an solchen Projekten arbeiten. Ich glaube, die Vernetzung, die durch diese Gesprächsreihe geschieht, ist schon ein Teil des gesellschaftlichen Zusammenhalts, den wir uns wünschen … wir bringen uns, indem wir miteinander reden, dazu, an einem Strang zu ziehen,“ so Patricia Löwe von der Guardini Stiftung. Ulrich Khuon, Intendant des Deutschen Theaters Berlin und Präsident des Deutschen Bühnenvereins, gab mit seinem Impulsvortrag den Anstoß zu weiterführenden Überlegungen. Er betonte, dass Religion weit über das Säkulare hinaus einen transzendentalen Bezug herstelle und Perspektiven schaffe, die es Menschen ermögliche, von außen auf Dinge zu blicken und damit eine Schau auf das Ganze zu bekommen. Anders als säkulare Rahmenwerke, die häufig nur ein zwischenmenschliches Minimum vorschrieben, kann das Religiöse darüber hinausgehen und dem Menschen zusätzliche Verhaltensweisen wie Barmherzigkeit und Feindesliebe abverlangen – Ressourcen, die für eine Gesellschaft auf Dauer unabdingbar seien. Der Mensch kann dies unmöglich aus seiner eigenen Kraft schöpfen und kreieren. Religiöse Kommunikation könne dabei unterstützen, Unbestimmtes in Bestimmtes zu verwandeln, weil sie die Sprache für einen ganzheitlichen Bezug habe, so Khuon. Gleichzeitig könne Kultur, durch ihre oft Prozesse beschreibende Wesensart, einen Umgang mit Ungewissheit ermöglichen. Kunst, so beschrieb Khuon, gebe Kultur und Religion Bildhaftigkeit, mache beide sicht- und erlebbar und ermögliche ihnen Dauerhaftigkeit über die Begrenzungen von Zeit und Raum hinweg.

    26 Min.

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