GesundheitsProfi-Podcast

GesundheitsProfi

GesundheitsProfi auf die Ohren! Sanitätshäuser und orthopädietechnische Betriebe gehören zu den zentralen Bausteinen einer qualitativ hochwertigen Patientenversorgung – in der Akutversorgung nach einem Unfall, im Anschluss an einen Krankenhausaufenthalt, als lebenslange Versorgungspartner der Patient:innen oder in der Prävention. Wir, das sind Chefredakteur Tobias Kurtz und Redakteurin Laura Klesper, sprechen über alles, was die Sanitätshausbranche und die medizinische Hilfsmittelindustrie bewegt. Von innovativen Versorgungslösungen in der Orthopädie- und Rehatechnik über betriebswirtschaftliche Fragen bis zu regulativen Herausforderungen: GesundheitsProfi holt die relevanten Fachleute ans Mikrofon.

  1. Wie blicken Sie auf die Hilfsmittelversorgung von Kindern, Christiana Hennemann?

    06.10.2025

    Wie blicken Sie auf die Hilfsmittelversorgung von Kindern, Christiana Hennemann?

    Die Fördergemeinschaft Rehakind blickt auf ein Vierteljahrhundert Einsatz für eine bessere Hilfsmittelversorgung von Kindern und Jugendlichen zurück. Geschäftsführerin Christiana Hennemann zieht im GP-Podcast mit GP-Chefredakteur Tobias Kurtz Bilanz und blickt in die Zukunft. Was im Jahr 2000 aus einem akuten Mangel an Aufmerksamkeit für die Bedürfnisse von Kindern mit Behinderung entstanden ist, hat sich seither zu einer europaweit einzigartigen Plattform zwischen Fachhandel, Industrie, Medizin, Politik und Elterninitiativen entwickelt. „Wir müssen den Familien eine Stimme geben. Wir müssen auch diesem Teil der Branche eine Stimme geben“, beschreibt Christiana Hennemann die Gründungsidee. Aus einem anfänglichen Ehrenamt wurde für die gelernte Journalistin bald ein zweites Berufsleben. Heute zählt der Verein mehr als 215 Mitglieder – darunter Hersteller, Sanitätshäuser, Selbsthilfegruppen und Freiberufler. Die zunehmende Heterogenität der Mitgliederstruktur ist für Hennemann eine Herausforderung – aber auch ein klares Zeichen für die Relevanz des Themas. „Was uns eint, ist das Ziel, es wirklich besser zu machen – und dabei für die Branche auskömmlich zu halten.“ Dass Rehakind heute als etablierter Gesprächspartner in Politik und Selbstverwaltung wahrgenommen wird, verdankt sich auch dem langjährigen Engagement in der politischen Arbeit. Ein aktuelles Beispiel ist die gesetzlich verankerte beschleunigte Genehmigung von Hilfsmittelverordnungen aus SPZ und MZEB – ein Erfolg, der allerdings in der Praxis noch nicht flächendeckend ankommt. „Das Thema ist noch nicht vom Tisch“, so Hennemann. Um die Versorgungsqualität weiter zu verbessern, setzt Rehakind zunehmend auf internationale Studien. In einer neuen Datenbank werden wissenschaftliche Erkenntnisse aus Ländern wie Kanada, Australien und Skandinavien aufbereitet – mit dem Ziel, präventive und teilhabeorientierte Versorgungskorridore auch hierzulande besser belegen zu können. „Gerade in der Kinderversorgung ist der Blick auf die gesamte Lebensspanne entscheidend“, betont Hennemann. Ein weiteres zentrales Standbein ist die Qualifizierung. Mit rund 900 Teilnehmenden pro Jahr bietet Rehakind ein breites Schulungsspektrum – von technischen Grundlagen bis hin zu rechtlichen Fragestellungen. Auch der Bedarfsermittlungsbogen mit ICF-Bezug, einst kritisch beäugt, findet heute verstärkt Eingang in die Verordnungspraxis. Die nächsten Schritte sind bereits in Planung: Der Focus CP RehaKIND-Kongress 2026 soll unter dem Leitmotiv „Evidenz – Individualität – Praxis“ neue Impulse setzen. Erstmals wird es auch gezielte Angebote für Familien und Schulklassen geben – mit dem Ziel, den Fachkräftenachwuchs für die Kinderversorgung zu begeistern. Für Hennemann ist klar: „Die Aufgaben verschieben sich, aber sie werden nicht weniger. rehaKIND bleibt notwendig – als Brückenbauer zwischen Profession und Mensch.“

    38 Min.
  2. 14.04.2025

    Was schätzen Sie an Quereinsteigern und an der Arbeitsagentur, Herr Niklas?

    Daniel Niklas ist Geschäftsführer des Sanitätshauses Stortz in Köln. Im GP-Podcast berichtet er von seinen Erfahrungen mit Quereinsteigern, der Arbeitsagentur – und den Hürden beim Versuch, einen Bewerber mit Behinderung als Azubi einzustellen. Daniel Niklas ist zufällig in der Sanitätshausbranche gelandet. Der gelernte Industriekaufmann war in der Verpackungsindustrie tätig und lernte die Hilfsmittelbranche über seinen Zivildienst kennen. Die Mitarbeiterakquise sei eine Herausforderung, berichtet Niklas im Gespräch mit Berater Ulrich Clausen (Vital-er-leben) und GP-Chefredakteur Tobias Kurtz. „Eine Sanitätshaus-Fachverkäuferin oder einen -verkäufer ist schwieriger zu finden als einen Krankenkassen-Vorstand.“ Quereinsteiger beschäftigt Stortz vor allem im Verkauf. Sie kommen aus dem Mode- oder Elektrofachhandel. Daniel Niklas schätzt an ihnen, dass sie unvoreingenommen „mit den Augen der Kunden“ beraten und sich in diese hineinversetzen können. Bei der Bundesagentur für Arbeit hat Stortz einen Unternehmens-Account, über die für jede Stelle ein Bewerberportal eröffnet werden kann. Niklas schätzt den regelmäßigen Austausch mit der Arbeitsagentur. Deren Mitarbeitende besuchten ihn bereits vor Ort, um die Dienstleistungen eines Sanitätshauses kennenzulernen. Doch Daniel Niklas kämpft auch mit der Bürokratie. Im Podcast schildert er anschaulich die Hürden, die vor der Einstellung eines Auszubildenden mit Behinderung zum Orthopädietechniker-Mechaniker stehen.

    31 Min.
  3. Warum engagieren Sie sich politisch, Markus Wendler?

    21.02.2025

    Warum engagieren Sie sich politisch, Markus Wendler?

    Markus Wendler ist ein Freund klarer Worte. Im GP-Podcast erklärt der Geschäftsführer der PVM Patienten Versorgung Management GmbH in Bielefeld, welche Themen er politisch in den Vordergrund rücken will. Patienten und pflegende Angehörige haben keinerlei Lobby in der politischen und öffentlichen Wahrnehmung, ist Markus Wendler überzeugt. Seine Sichtweise macht er an zahlreichen Beispielen aus seinem Versorgungsalltag fest. „Wie kann es sein, dass wir eine notwendige, aber teure Klinikreform anstreben und damit den Druck auf die Kliniken noch erhöhen, die Krankenkasse aber die Genehmigung des notwendigen Etac Turner, mit dem die 76jährige Ehefrau ihren 80jährigen pflegebedürftigen Ehemann gesichert aus dem Pflegebett in Rollstuhl umsetzen kann, verzögert?“ Auch einen Erstattungspreis von 11,50 Euro für eine monatliche Inkontinenzversorgung kann Markus Wendler nicht nachvollziehen. „Das ist doch ein Indiz, dass wir unsere Moral und unseren Anstand gegenüber den damaligen ,Wirtschaftswunder-Erschaffern‘ komplett verwirkt haben.“   Angehörigen schultern Pflegelast Die demographische Entwicklung stelle die Pflege vor enorme Herausforderungen, so Wendler weiter. Alleine in Nordrhein-Westfalen habe sich die Pflegebedürftigkeit von 2012 bis 2023 um 16,4 Prozent auf insgesamt 1,4 Mio. Bürger erhöht. Dabei sei zu beachten, dass rund 88 % der pflegebedürftigen im eigenen häuslichen Bereich, in der Regel mit und durch pflegende Angehörige, versorgt werden. „Entlasten und unterstützen wir pflegende Angehörige nicht qualifiziert mit Hilfsmitteln, werden diese selbst ausfallen.“ Verbunden mit entsprechenden persönlichen Leid, aber auch volkswirtschaftlichem Schaden.

    38 Min.

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GesundheitsProfi auf die Ohren! Sanitätshäuser und orthopädietechnische Betriebe gehören zu den zentralen Bausteinen einer qualitativ hochwertigen Patientenversorgung – in der Akutversorgung nach einem Unfall, im Anschluss an einen Krankenhausaufenthalt, als lebenslange Versorgungspartner der Patient:innen oder in der Prävention. Wir, das sind Chefredakteur Tobias Kurtz und Redakteurin Laura Klesper, sprechen über alles, was die Sanitätshausbranche und die medizinische Hilfsmittelindustrie bewegt. Von innovativen Versorgungslösungen in der Orthopädie- und Rehatechnik über betriebswirtschaftliche Fragen bis zu regulativen Herausforderungen: GesundheitsProfi holt die relevanten Fachleute ans Mikrofon.