Tellerrandgeschichten – Geschichten, die das Leben schreibt

Patrick Bergmann

Ich erinnere mich, wie ich damals mit meinem Vater in der Kneipe saß und er mir erzählte, dass er in meinem Alter mal ‚Work and Travel‘ in Australien machen wollte. Aufgewachsen in einem rauen Stadtteil, in dem Verbrechen an der Tagesordnung waren, war auch ich kein Unschuldslamm. Regelmäßiger Kontakt mit der Polizei und Probleme in der Schule gehörten für mich dazu. Von Sozialarbeitern und Familienmitgliedern hörte ich oft, dass aus mir ohnehin nichts werden würde. Mein Umfeld hatte mich schon längst aufgegeben. Niemand glaubte an mich, bis ich eines Sonntagmorgens verkatert im Bett lag und mich an die Worte meines Vaters erinnerte. Ich wusste noch genau, was in der Nacht zuvor passiert war – wie fast jedes Wochenende hatten wir uns die Köpfe eingeschlagen. Ich wollte einfach nur raus aus diesem ganzen Mist. Also gab ich bei Google „Work and Travel Australien“ ein und stieß auf jede Menge Videos von jungen Leuten, die ihr Leben zu einem Abenteuer gemacht hatten. Ich fragte mich, warum die so etwas machen können, während ich hier bis zum Hals im Schlamassel stecke. Ich entschied mich, denselben Schritt zu wagen, und legte von diesem Moment an jeden Monat 200 Euro von meinem Ausbildungsgehalt zur Seite. Zwei Jahre später saß ich dann allein im Flieger, auf dem Weg in die Ungewissheit. Mittlerweile sind fast vier Jahre vergangen, und ich bin immer noch unterwegs. Ich habe in dieser Zeit so einiges erlebt und mich menschlich stark weiterentwickelt. Meine Reise ist noch lange nicht zu Ende, und ich lade jeden herzlich ein, Teil meines Abenteuers zu werden.

  1. #25 - Europareise im umgebauten Caddy

    30.12.2025

    #25 - Europareise im umgebauten Caddy

    Wir haben unseren VW Caddy mit einfachen Mitteln umgebaut und sind spontan durch einen großen Teil Europas gereist. Diese Reise war mehr als nur ein Roadtrip. Sie war der Versuch, eine Frage zu beantworten, die mich mein ganzes Leben begleitet hat: Liegt das Glück wirklich weit weg von der Heimat? Lange Zeit habe ich Europa als selbstverständlich gesehen. Etwas, das immer erreichbar ist, etwas, das man auch später noch entdecken kann. Erst als ich am anderen Ende der Welt lebte – zum Beispiel in Australien – wurde mir klar, wie weit weg Europa plötzlich ist und wie wenig selbstverständlich diese Nähe eigentlich ist. Bevor ich also eine langfristige Entscheidung darüber treffe, wo ich mich niederlassen möchte, wollte ich Europa bewusst erleben. Auf dieser Reise habe ich eine Vielfalt an Kulturen, Landschaften und Lebensweisen entdeckt, die mir in diesem Ausmaß nicht bewusst war. Europa ist unglaublich abwechslungsreich, wunderschön und erstaunlich einfach zu bereisen. Viele dieser Vorzüge werden oft übersehen oder unterschätzt. In diesem Podcast geht es genau darum: um das Unterwegssein, um Perspektivwechsel, um Freiheit und um die Erkenntnis, dass Abenteuer nicht teuer oder weit entfernt sein müssen. Unser Caddy-Umbau hat nur ein paar hundert Euro gekostet. Abgesehen von Sprit und Verpflegung waren die Ausgaben minimal. Was man wirklich braucht, ist Zeit und den Mut, loszufahren. Dieser Podcast richtet sich an alle, die das Gefühl haben, irgendwo anders liege das bessere Leben – und die bereit sind, diese Annahme zu hinterfragen.

    59 Min.

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Info

Ich erinnere mich, wie ich damals mit meinem Vater in der Kneipe saß und er mir erzählte, dass er in meinem Alter mal ‚Work and Travel‘ in Australien machen wollte. Aufgewachsen in einem rauen Stadtteil, in dem Verbrechen an der Tagesordnung waren, war auch ich kein Unschuldslamm. Regelmäßiger Kontakt mit der Polizei und Probleme in der Schule gehörten für mich dazu. Von Sozialarbeitern und Familienmitgliedern hörte ich oft, dass aus mir ohnehin nichts werden würde. Mein Umfeld hatte mich schon längst aufgegeben. Niemand glaubte an mich, bis ich eines Sonntagmorgens verkatert im Bett lag und mich an die Worte meines Vaters erinnerte. Ich wusste noch genau, was in der Nacht zuvor passiert war – wie fast jedes Wochenende hatten wir uns die Köpfe eingeschlagen. Ich wollte einfach nur raus aus diesem ganzen Mist. Also gab ich bei Google „Work and Travel Australien“ ein und stieß auf jede Menge Videos von jungen Leuten, die ihr Leben zu einem Abenteuer gemacht hatten. Ich fragte mich, warum die so etwas machen können, während ich hier bis zum Hals im Schlamassel stecke. Ich entschied mich, denselben Schritt zu wagen, und legte von diesem Moment an jeden Monat 200 Euro von meinem Ausbildungsgehalt zur Seite. Zwei Jahre später saß ich dann allein im Flieger, auf dem Weg in die Ungewissheit. Mittlerweile sind fast vier Jahre vergangen, und ich bin immer noch unterwegs. Ich habe in dieser Zeit so einiges erlebt und mich menschlich stark weiterentwickelt. Meine Reise ist noch lange nicht zu Ende, und ich lade jeden herzlich ein, Teil meines Abenteuers zu werden.