Auf der Suche nach neuen Filmpodcasts testete ich diesmal „Otto und Sabrina“ an, präziser: die Folge 17 über „Chinatown“ von Roman Polanski. Ich war gespannt, was mir die genannten zwei Personen über diesen Neo-Noir aus der Ära des New Hollywood sagen können.
Darauf musste ich zunächst allerdings warten. Erst nach sage und schreibe 10 (ZEHN!) Minuten kommen die Beiden Gastgeber und ihre Gästin auf den Film zu sprechen. Und über was sprechen sie solange? Über vollkommen belangloses Zeug.
Und über was wird geredet, wenn der Film endlich thematisiert wird? Über ein Buch. Über Polanskis Sexualleben und über die Vorwürfe an ihn.
Ab Minute 34 (VIERUNDDREISSIG!!!) wird dann endlich näher auf den eigentlichen Film eingegangen. Ich habe zu diesem Zeitpunkt eigentlich keine Lust mehr, halte aber wacker durch.
Nur, um festzustellen, dass wieder nur gelabert wird, ohne mir irgendwas interessantes zu erzählen. Geschweige denn etwas interessantes zum Film. Stattdessen: Batman, Sharknado, Two Jakes, Netflix-Serien. David Fincher. Jack Nicholsons Sexualleben. Terence Hill. Bla. Bla. Bla. Die Gästin kann da leider auch nichts reißen.
Oha! Bei Minute 71 geht man tatsächlich auf eine der Aussagen des Films ein. Ich habe es ja nicht mehr für möglich gehalten. Zwei Minuten später ist der Spuk aber auch schon wieder für eine gefühlte Ewigkeit vorbei. Die Drei Podcaster haben ihren Spaß bei ihrem Tratsch. Ich leider ganz und gar nicht. Bei Minute 84 werden dann auch noch falsche Tatsachen über den Film Noir bzw. den Neo Noir verbreitet. Puh. Dann gibt’s noch irgendwelche Ranking-Listen. WTF?!? Die Verabschiedung dauert dann auch noch über eine Minute. Nicht, ohne noch einmal das Publikum dazu aufzufordern, den Podcast zu abonnieren und GUT zu bewerten. Nenene, liebe Sabrina und lieber Otto, ohne mich. Nach zwei Stunden und sieben Minuten ist der Quatsch dann endlich vorbei.
Dieser Podcast macht so ziemlich alles falsch, was ein schlechter Filmpodcast so falsch machen kann. Ohne erkennbare Kompetenz wird einfach nach Einschalten des Mikros drauflosgelabert; ohne daran zu denken, das Publikum bei der Stange halten zu müssen. Eine Vorbereitung oder eine Filmgeschichtliche Einordnung findet nur sehr leidlich statt, ein Konzept oder gar eine Effizienz erst recht nicht. Dafür gibt’s Trivia, Trivia, Trivia und Off-topic-Geschwätz. Die Folge geht 127 Minuten und ist dabei mindestens 100 Minuten zu lang.
Wer einfach ein Hintergrundrauschen während des Hausputzes sucht, kann mal reinhören. Filmfans oder gar Cineasten sollten einen weiten Bogen machen.