Börsen-Zeitung | Nachhaltiges Investieren

Börsen-Zeitung

Der Sustainable-Finance-Podcast der Börsen-Zeitung Wer definiert, was nachhaltig ist? Wo beginnt Greenwashing? Und wie müssen sich Investoren, Finanziers, Unternehmen und Dienstleister positionieren, um zukunftsfähig aufgestellt zu sein? Diese Fragen beleuchtet „Nachhaltiges Investieren“, der Podcast der Börsen-Zeitung rund um Sustainable Finance, ESG-Investments, Nachhaltigkeitstransformation & Co. Wir sprechen mit Expertinnen und Experten, die etwas zu sagen haben. Unsere Gäste sind Professionals aus Fondsgesellschaften, Banken und Unternehmen, andere bringen ihre Perspektive als Wissenschaftler, Regulierer oder Dienstleister ein. In jeder Episode nehmen wir im Interview ein aktuelles Thema oder eine besondere Herausforderung in den Blick und sprechen über professionelle und persönliche Einschätzungen. Zum Abschluss liefert unser Newsblock einen Überblick über die wichtigsten Meldungen aus der Sustainable-Finance-Community. Nachhaltiges Investieren erscheint jeden zweiten Donnerstag, Redaktion: Sabine Reifenberger. Feedback und Fragen sind willkommen: podcast[at]boersen-zeitung[dot]de Sie interessieren sich für ein Sponsoring des Podcasts oder für die weiteren ESG-Produkte der Börsen-Zeitung? Dann tretet gern in den Austausch mit unserem Sales-Team. Eva Kammler: E.Kammler[at]boersen-zeitung[dot]de

  1. Impact-Investing vor dem Wendepunkt

    28. Mai

    Impact-Investing vor dem Wendepunkt

    Die neue EU-Offenlegungsverordnung (SFDR 2.0) erkennt erstmals den Impact-Begriff an. Das sei „tatsächlich ein großer Durchbruch“, sagt Eric Prüßner, Geschäftsführer von Advanced Impact Research, im Podcast „Nachhaltiges Investieren“ der Börsen-Zeitung. Er befasst sich mit der Frage, wie man den Impact bei Finanzprodukten messen und vergleichbar machen kann. Dabei dürfte der schwerste Teil der Definitionsarbeit erst noch kommen, erwartet Prüßner. Die SFDR 2.0 arbeitet mit Kategorien wie ESG Basics, Transition und Sustainable. Die bisherige Unterteilung in Artikel-8- oder Artikel-9-Fonds wird dadurch abgelöst. Der Vorschlag behandelt bislang allerdings erst einmal nur Level eins der Regulierung, legt also die Prinzipien und Grundlagen fest. „Bei Impact sind die Definitionen oder die Merkmale noch recht allgemein gehalten“, sagt Prüßner. Auf Ebene der Investmentprozesse lasse sich Vergleichbarkeit bereits recht gut herstellen. Komplex werde es bei konkreten Indikatoren. Während sich Emissionen in konkrete Zahlen fassen lassen, sind Konzepte wie Biodiversität schwieriger zu greifen. Prüßner hat Sympathien für ein Konzept, das in der Gesamtbetrachtung die Frage stellt, ob sich ein Investment im Rahmen planetarer Grenzen bewegt. Er wünscht sich, dass man Investoren in einigen Jahren die Möglichkeit an die Hand geben kann, ihr Portfolio oder auch einzelne Assets daraufhin zu analysieren. „Weil das eben die wissenschaftlich fundierten Grenzen sind, in denen man sich bewegen sollte.“

    30 Min.
  2. Wie man Kunden zu mehr Nachhaltigkeit motiviert

    30. Apr.

    Wie man Kunden zu mehr Nachhaltigkeit motiviert

    Die Procredit erbringt Finanzdienstleistungen vorwiegend für Unternehmen in Ost- und Südosteuropa. Dabei geht es der Bank auch um einen transformatorischen Ansatz. „Wirtschaftliche Entwicklung und ökologische Förderung müssen sich vereinen“, sagt Christian Dagrosa, CFO der Procredit Holding, im Podcast „Nachhaltiges Investieren“ der Börsen-Zeitung. Bestimmte Industriesektoren sind ausgeschlossen, etwa weil sie schädlich für die Umwelt sind. In erster Linie setzt Procredit aber auf Zusammenarbeit. „Es geht nicht darum, Leute von Finanzdienstleistungen auszuschließen. Es geht darum, die Transformation der lokalen Wirtschaften – ob das jetzt aus ökologischer, aus sozialer Sicht oder aus ökonomischer Sicht ist – voranzutreiben.“ Im Portfolio finden sich Mikrokunden mit einem Finanzierungsbedarf um 100.000 Euro jährlich, die größten Kunden benötigen einen zweistelligen Millionenbetrag an Finanzierung. Zwar seien die Margen im KMU-Bereich niedriger als im Consumer Lending, räumt Dagrosa ein. „Aber auch die Risikokosten sind deutlich geringer.“ Durch die oft langjährigen Kundenbeziehungen ließen sich Risiken gut einschätzen und bepreisen. Geschäftlich setzt Procredit auf Cross-Selling-Potenzial etwa im Zahlungsverkehr und der Handelsfinanzierung. Die Kundenberater bildet Procredit an einer eigenen Akademie aus. Dort stehen nicht nur Finanzthemen auf dem Lehrplan. Neben Aspekten der Banksteuerung gehe es etwa um Geschichte, Philosophie oder auch Literatur, „um nicht nur Banker hochzubringen, sondern Leute, die mit Kunden auf Augenhöhe sprechen können und die eben Weltmenschen sind“, sagt Dagrosa. Der Dialog mit den Beratern sei oft zentral, um Kunden zu nachhaltigem Handeln zu motivieren. „Themen wie erneuerbare Energien, das kann man den Kunden nicht aufbinden“, sagt Dagrosa. „Wenn der Kunde nicht will, dann will er es nicht. Aber man kann ihm eben die Vorteile aufzeigen. Man kann ihm einen Pfad geben und sagen: wir haben auch Expertise im Haus, die dann da beraten kann.“

    28 Min.
  3. Eltif & Co.: Europäische Ansätze für nachhaltige Finanzierung

    2. Apr.

    Eltif & Co.: Europäische Ansätze für nachhaltige Finanzierung

    Seit gut zwei Jahren ist das Eltif-2.0-Regime in Kraft, das kleinere Vermögen über den European Long-Term Investment Fund für Investitionen in die grüne Transformation aktivieren soll. Die Struktur bringe „sehr viele Verbesserungen für Privatinvestoren“, sagt Karsten Kührlings, Geschäftsführer der GLS Investments, im Podcast „Nachhaltiges Investieren“ der Börsen-Zeitung. Bei der Tochter der GLS Bank verantwortet Kührlings unter anderem das Investmentfondsgeschäft und Nachhaltigkeitsresearch. GLS hat einen Energie-Infrastrukturfonds als Eltif konzipiert, mit Fokus auf Wind- und Solarparks und Speichertechnologien. Für Privatanleger sei ein Eltif eine „Riesenchance“, in Realwerte zu investieren, findet Kührlings. „Aber es ist zweifelsfrei natürlich auch nur ein kleiner Depotbaustein.“ Nach wie vor würden Eltifs zudem oft als Produktkategorie aufgefasst – ein Missverständnis. „Wir reden nur über ein Regime, ein gesetzliches Rahmenwerk, das etwas regelt“, stellt Kührlings klar. „Und darunter sind sehr viele verschiedene Strukturen möglich.“ Die größten Herausforderungen sieht Kührlings derzeit auf Ebene der Nationalstaaten. „Wenn man den Privatkundensektor sieht, dann gibt es immer noch mal auf nationaler Ebene Besonderheiten und Hürden, so dass wir leider nicht von einem einheitlichen europäischen Markt reden können“, sagt er. Das erschwere den Vertrieb von Produkten, da man auch mit den Intermediären unterschiedliche Anforderungen abstimmen müsse. GLS engagiert sich in verschiedenen Netzwerken für mehr Harmonisierung, eins davon ist die Sustainable Banking Coalition. Darin haben sich elf nachhaltige Finanzinstitute aus acht EU-Staaten zusammengeschlossen, die GLS Bank war 2023 Gründungsmitglied.Neben Eingaben zu regulatorischen Neuerungen setzt das Netzwerk auf praktischen Austausch und auf Wissenstransfer. Während Initiativen nicht mehr operativ in Erscheinung treten, sieht Kührlings bei der Sustainable Banking Coalition weiterhin großes Engagement – „gerade, weil es sehr praxisbezogen ist und wir an konkreten Problemen und Lösungen arbeiten“.

    27 Min.
  4. ESG in der Sozialwirtschaft: Ein pragmatischer Ansatz für Sustainable Finance

    19. März

    ESG in der Sozialwirtschaft: Ein pragmatischer Ansatz für Sustainable Finance

    Der ESG-Backlash ist für Joachim Fröhlich nicht das Ende von Sustainable Finance. Das Vorstandsmitglied der Evangelischen Bank in Kassel sieht vielmehr eine neue Phase in der Nachhaltigkeitsdiskussion gekommen. „Ich glaube, es ist ein Problem, dass eine gewisse Blase sich dieses Themas angenommen hat und dann gedacht hat: Das ist das, was alle denken“, sagt Fröhlich im Podcast „Nachhaltiges Investieren“ der Börsen-Zeitung. Manchmal sei ein „reinigendes Gewitter“ hilfreich. Als Betriebswirt treffe man eine einfache, rationale Entscheidung: „Der Klimawandel geht mit Risiken einher für mein ökonomisches Handeln. Da muss ich was für tun. Und wenn ich die Risiken nicht analysiere, wenn ich sie nicht bewerte, und wenn ich mich nicht vorbereite, dann werden sie irgendwann bei mir wahrscheinlich schlagend werden.“ Gerade in der Sozial- und Gesundheitswirtschaft, die zur Kernklientel der Evangelischen Bank zählt, prallen regulatorische Vorgaben allerdings auf enge finanzielle Spielräume. Viele Betriebe seien auf staatliche Zahlungen angewiesen. Doch diese sind oft zu knapp, um ambitionierte Ziele zu Klimaschutz, CO2-Reduktion und Gebäudeertüchtigung zu erreichen. Für die Bank sei dies ein „spannender Tradeoff“, räumt Fröhlich ein. Nachdem eine Sozialtaxonomie politisch versandet ist, hofft Fröhlich auch regulatorisch auf einen pragmatischen Ansatz, um Erleichterungen für Investitionen in soziale Infrastruktur wie Pflegeheime oder Schulen zu erzielen. Diese könne man beispielsweise unter dem Oberbegriff „kritischer Infrastruktur“ erfassen, so sein Wunsch. „Ich glaube, das funktioniert auch besser und schneller, als erstmal wieder eine Regulierung zu schaffen.“

    32 Min.

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