Arte Alpe Adria | Kultur Momente

Dagmar Travner

Kultur-Kritik, Grenz-Gänge und Zwischen-Räume in Kunst, Architektur, Literatur, Performance aus dem Raum Kärnten, Slowenien und Italien. Redaktion: Dagmar Travner Eine neue Folge von Arte Alpe Adria | KulturMomente gibt es an jedem 1. und 3. Mittwoch im Monat von 18:30-19:00 auf Radio Agora 105,5 und nach Ausstrahlung ab 19:00 als Podcast

  1. 20. Mai

    ATTERSEE: Servierte Tropfen – Bilddichtungen

    Christian Ludwig Attersee gibt Einblicke in seine bildwerfende Attersee-Sprache, seine Liebe zur Malerei, die Höhen und Tiefen des Kunstbetriebs und erklärt, warum die künstliche Intelligenz außerstande ist, inspirierende Neuschöpfungen in der Kunst zu produzieren. „Mit einem Stück Blei und einem Stück Papier kann man täglich die Welt verändern“ – Christian Ludwig Attersee Attersees Bilder erkennt man auf den ersten Blick, sein Stil entzieht sich jeglicher kunsthistorischer Einordnung, denn er hat sich seinen eigenen unverwechselbaren Stil erschaffen. Der 86jährige Künstler und ehemalige Segelsportler – daher der Name ATTERSEE – hält sich mit Pilates, dem Tragen von Bildern und seinen Reisen körperlich fit; die mentale Fitness ist wohl seinem wachen Geist geschuldet, der tagtäglich in einen Dialog mit seinen Bildern, der Sprache und Musik tritt und nicht stillsteht. Welcher arrivierte Künstler probiert schon aus Neugier KI-Systeme aus, um danach über künstlerische Anwendungen der Künstlichen Intelligenz philosophieren zu können? Attersee ist – wie man es heute ausdrücken würde – ein Mehrfachtalent, also ein Multikünstler, der sowohl in der Musik, Sprach- und Bildenden Kunst gleichermaßen beheimatet ist. Die Titel seiner Gemälde sind in der typischen Attersee-Sprache verfasst und lauten u.a. ‚Servierte Tropfen‘, ‚Fischverliebt‘, ‚Herzhändler‘, ‚Halbmondliebe‘, ‚Dominolauf‘, ‚Gondelheimat‘ und ‚Das Würfelrätsel‘. Für ihn ist es wichtig zu betonen, dass er angewandte Kunst schafft, die also im täglichen Leben der Menschen eine Rolle spielt und die nicht fürs Museum gemacht ist, sondern vielmehr zum Alltag gehört; Attersees Werke sollen in Wohnräumen zur täglichen Auseinandersetzung mit Kunst anregen. Weitere Anwendungen seiner Kunst sind die Gestaltung von Bühnenbildern oder Designs von Weinetiketten und Briefmarken. Die Ausstellung ‚Servierte Tropfen – Bilddichtungen aus letzter Zeit’ zeigt über 40 neuere Werke, darunter etliche aus diesem Jahr 2026 und ist bis Ende September im Alten Pfarrhof Saak/Nötsch, Galerie Walker, zu sehen. Interview, Begleittext und Gestaltung des Beitrags: Dagmar Travner

    28 Min.
  2. 10.10.2025

    Manfred Bockelmann: Zeichnen gegen das Vergessen

    Manfred Bockelmann: Zeichnen gegen das Vergessen Arte Alpe Adria | Kultur Momente trifft den gebürtigen Klagenfurter Künstler Manfred Bockelmann im Alten Pfarrhof Saag in Nötsch, wo er über seinen künstlerischen Werdegang spricht und wie es zu seiner Werkreihe „Zeichnen gegen das Vergessen“ kam. „Das Blatt ist ein Symbol, dass das Leben weitergeht… Ich muss den Blättern eine Farbe geben, die sie nicht haben, damit Menschen stehen bleiben und sich fragen: Warum hat er das blau gemacht?“ – Manfred Bockelmann. Nach Erfolgen in der Fotografie widmete sich der Künstler seiner „Malerei der Stille“ – das sind horizonal ausgerichtete, abstrakte Landschaften, die metaphorisch den Horizont transzendieren. Neuere Arbeiten wie „Sterbende Blätter“ zeigen gefallene Herbstblätter in blauer Farbe und weisen auf die Vergänglichkeit des Lebens hin. Nach einer überlebensgroßen Zeichnung von Christine Lavant für eine Lesung dachte sich der Künstler: „Wenn ich ein Foto hab, könnte ich etwas zeichnen, das mehr ist, als das Foto.“ So entdeckte Manfred Bockelmann seinem eigenen Lebensherbst die Portraitzeichnung für sich und begann zu seinem 70. Geburtstag mit der Werkserie „Zeichnen gegen das Vergessen“. Die riesigen Kohlezeichnungen sind berührend und erschreckend zugleich. Die großformatigen Portraits zeigen Kinder und Jugendliche, unmittelbar vor deren Deportation nach Auschwitz, wo sie dem NS-Regime zum Opfer fielen. Die zukünftigen Gräuel sind nicht sichtbar, doch mit dem heutigen Wissen sind diese so unschuldig anmutenden Werke kaum auszuhalten. Mit diesen Arbeiten setzt der Künstler ein Zeichen der Erinnerungskultur und gibt den in Vergessenheit geratenen NS-Opfern Gesicht und Namen zurück. Gestaltung der Sendung: Dagmar Travner Eine Auswahl der Werkserie „Zeichnen gegen das Vergessen“ ist bis zum 14. November 2025 im Künstlerhaus Klagenfurt im Rahmen der Ausstellung „Mazeltov! oder Glück gehabt!“ zu sehen.

    32 Min.
  3. 01.10.2025

    Margarethe Stolz Hoke – Ein Leben in 100 Bildern | Armin Guerino

    Margarethe Stolz Hoke (1925–2018) Ein Leben in 100 Bildern – kuratiert von Armin Guerino „Es hatte für sie immer einen besonderen Reiz, mit ihrem Gegenüber in Dialog zu treten: Menschen, Tiere, Landschaften, Jahreszeiten. Ihre Aquarelle sind ihre Sicht der Dinge, die wirklicher sind als die Wirklichkeit.“ – Armin Guerino Armin Guerino, Sohn des Künstlerpaares  Giselbert Hoke und Margarethe Stolz Hoke, hat zum 100. Geburtstag seiner Mutter die Ausstellung „Ein Leben in 100 Bildern“ in der Alpen-Adria-Galerie in Klagenfurt kuratiert (Ausstellungsdauer 24.9.–9.11.2025). Margarethe Stolz wurde 1925 in Bozen-Gries als Tochter des Südtiroler Fresco-Malers Rudolf Stolz geboren und wuchs in Sexten in einer von Musik und Kunst geprägten Familie auf. 1947 zog sie nach Wien, um an der Akademie der Bildenden Künste Malerei zu studieren. Dort lernte sie ihren späteren Mann Giselbert Hoke kennen. Margarethe Stolz Hoke verstarb 2018 im Kreis ihrer Familie auf Schloss Saager in Kärnten. Armin Guerino führt durch die Ausstellung „Ein Leben in 100 Bildern“ und gibt dabei sehr persönliche Einblicke in Leben und Werk seiner Mutter Margarethe Stolz Hoke: „Es sind eigentlich immer Zwiegespräche mit Modellen, mit Kindern, mit Gegenständen, mit Tieren mit Landschaften. Ihr eigenes Selbst kommt immer mit ins Bild, wenn sie die Dinge malt, wie sie sie sieht. Margarete Stolz Hoke portraitiert die Landschaft, während bei Giselbert Hoke die Landschaften zusammengebaut werden.“ Interview, Begleittext und Gestaltung der Sendung: Dagmar Travner

    29 Min.

Info

Kultur-Kritik, Grenz-Gänge und Zwischen-Räume in Kunst, Architektur, Literatur, Performance aus dem Raum Kärnten, Slowenien und Italien. Redaktion: Dagmar Travner Eine neue Folge von Arte Alpe Adria | KulturMomente gibt es an jedem 1. und 3. Mittwoch im Monat von 18:30-19:00 auf Radio Agora 105,5 und nach Ausstrahlung ab 19:00 als Podcast