Chronik der Schatten - Hinter den Geschichten

Antje

Willkommen bei Chronik der Schatten. Geschichte ist voller Rätsel. Manche wurden gelöst, andere beschäftigen die Menschen bis heute. Zwischen belegbaren Fakten, alten Überlieferungen und faszinierenden Legenden liegt oft eine Geschichte, die spannender ist als jede Fiktion. In jeder Folge nehme ich dich mit auf eine Reise durch Mythen, Sagen, historische Ereignisse, ungeklärte Fälle und die Geschichten hinter den Geschichten. Gemeinsam schauen wir uns an, was wirklich belegt ist, welche Theorien existieren und wie aus realen Ereignissen über Generationen hinweg Legenden wurden. Dabei stehen sorgfältige Recherche, historische Quellen und eine klare Trennung zwischen Fakten und Überlieferungen immer im Mittelpunkt. Neue Folgen erscheinen jeden Sonntag auf allen bekannten Podcast-Plattformen. Danke, dass du mit mir durch die Schatten reist.

  1. 15. Aug.

    Der Zauberer Jackl - Salzburgs dunkelste Hexenprozesse

    Achtung, Triggerwarnung: In dieser Folge sprechen wir über historische Gewalt gegen Kinder und Jugendliche, Folter, erzwungene Geständnisse, Hinrichtungen, Haftbedingungen und Hinweise auf sexualisierte Gewalt im Zusammenhang mit historischen Gerichtsverfahren. Bitte achtet gut auf euch und hört diese Folge nur, wenn ihr euch mit diesen Themen gerade sicher fühlt. Salzburg, 1675: Ein Opferstockdiebstahl in Golling wirkt zunächst wie ein begrenzter Kriminalfall. Doch aus dem Vorwurf des Kirchendiebstahls entsteht schnell der Verdacht der Zauberei. Im Mittelpunkt steht bald ein junger Mann, den die Akten Jakob Koller nennen. Das Volk nennt ihn den Schinderjackl. Später wird er als Zauberer-Jackl bekannt. Er selbst wird nie gefasst. Trotzdem löst sein Name eine der größten Hexenverfolgungen auf dem Gebiet des heutigen Österreich aus. Zwischen 1675 und 1690 geraten Hunderte Menschen in den Strudel der Ermittlungen. Weit über hundert werden hingerichtet. Unter den Opfern sind auffallend viele Kinder, Jugendliche und junge Männer aus dem Bettler- und Vagantenmilieu. In dieser Folge schauen wir auf die belegbaren Fakten hinter der Sage: auf Barbara Koller, auf Dionys Feldner, auf Hofrat Sebastian Zillner, auf den Hexenturm von Salzburg, auf die Richtstätte von Gneis und auf ein Verfahren, das aus erfolterten Aussagen immer neue Namen, neue Verdächtige und neue Todesurteile hervorbrachte. Wir sprechen darüber, warum diese Verfolgung so spät kam, warum sie ausgerechnet die Ärmsten traf, weshalb der Zauberer-Jackl zur Schreckensgestalt wurde und wie aus einem Menschen, den die Justiz nie zu fassen bekam, ein Phantom werden konnte, das für Jahre als Begründung für Verhaftungen, Folter und Hinrichtungen diente. Diese Geschichte ist True Crime im historischen Gewand. Sie handelt von Hexenglauben, Armut, Macht, Angst und einer Justiz, die ihre eigenen Beweise produzierte. Wenn euch die Folge bewegt hat, bewertet „Chronik der Schatten“ gern auf eurer Plattform und schreibt mir eure Gedanken dazu. Ihr findet mich bei Instagram unter: chronik.der.schatten_podcast Mich interessiert besonders: Welche Stelle dieser Geschichte hat euch am meisten erschüttert? Und hattet ihr vorher schon einmal von den Zauberer-Jackl-Prozessen gehört?

    Der Zauberer Jackl - Salzburgs dunkelste Hexenprozesse
  2. 1. Aug.

    Die Franklin-Expedition – 129 Männer und das Schweigen im Eis

    Am 03. August 2023 begann Chronik der Schatten – damals noch unter einem anderen Namen. Drei Jahre später führt uns die Geburtstagsfolge in eine der bekanntesten und rätselhaftesten Katastrophen der Polarforschung: die Franklin-Expedition. Im Jahr 1845 brachen Sir John Franklin und 128 Männer mit den Schiffen HMS Erebus und HMS Terror auf, um die Nordwestpassage zu finden. Die Expedition galt als hervorragend ausgestattet. Die Schiffe waren robust, modernisiert, mit Vorräten für mehrere Jahre beladen und für das Eis vorbereitet. Trotzdem kehrte kein einziger Mann zurück. Lange blieb fast alles an dieser Geschichte ein Rätsel. Was geschah nach der letzten Sichtung in der Baffin Bay? Warum fanden spätere Suchmannschaften auf Beechey Island drei Gräber, aber keine Nachricht? Weshalb wurden die Schiffe aufgegeben? Welche Rolle spielten Kälte, Skorbut, Hunger, Krankheit, Blei, verdorbene Vorräte und Verzweiflung? Was erzählten die Inuit – und warum wollte man ihnen so lange nicht glauben? In dieser Folge folgen wir der Franklin-Expedition chronologisch: vom Traum der Nordwestpassage über John Franklin, Francis Crozier und James Fitzjames, die letzten Briefe, die Victory-Point-Note, den Todesmarsch über King William Island, John Raes Bericht, Lady Franklins Suche und die jahrzehntelange Legendenbildung. Im zweiten Teil geht es um moderne Forschung: die Exhumierungen auf Beechey Island, die Blei-Theorie, Hinweise auf Kannibalismus als äußerste Überlebenshandlung, die Bedeutung mündlicher Inuit-Überlieferungen, die Wrackfunde von HMS Erebus und HMS Terror in den Jahren 2014 und 2016 sowie die DNA-Identifizierungen einzelner Besatzungsmitglieder bis ins Jahr 2026. Diese Folge ist eine Geschichte über eine reale Katastrophe, über Kolonialdenken, über ignoriertes Wissen, über Wissenschaft und über die Frage, warum manche Geschichten auch nach fast 180 Jahren noch nicht abgeschlossen sind. Achtung Triggerwarnung: In dieser Folge geht es um Tod, Krankheit, Hunger, Kälte, sterbliche Überreste und im späteren Verlauf auch um Kannibalismus als äußerste Überlebenshandlung in einer absoluten Notsituation. Außerdem geht es um koloniale Sichtweisen und den Umgang mit den Inuit und ihren Überlieferungen. Instagram: @chronik.der.schatten_podcast

    Die Franklin-Expedition – 129 Männer und das Schweigen im Eis
  3. 11. Juli

    The Mad Gasser of Mattoon - Die Angst, die eine Stadt angriff

    Im September 1944 gerät die Kleinstadt Mattoon in Illinois in Angst. Menschen berichten von einem süßlichen Geruch, von Übelkeit, Schwäche, Kribbeln und zeitweiligen Lähmungsgefühlen. Schnell entsteht die Vorstellung eines Mannes, der nachts durch die Straßen schleicht und Gas in Häuser sprüht. Die lokale Presse gibt der Bedrohung einen Namen: erst „Anesthetic Prowler“, später „Mad Gasser“. Aus unsicheren Beobachtungen, körperlichen Beschwerden und einer angespannten Kriegsgesellschaft wird eine Geschichte, die Mattoon für einige Tage in einen Ausnahmezustand versetzt. Doch bis heute bleibt vieles offen. Es gibt keinen verurteilten Täter, keinen eindeutigen chemischen Nachweis und keine abschließende Antwort. War da wirklich jemand vor den Fenstern? Waren Industrieemissionen beteiligt? Oder entstand die Angst aus Kriegsnervosität, Schlagzeilen, Gerüchten und massenpsychogenen Reaktionen? In dieser Folge von Chronik der Schatten geht es um einen Fall zwischen Kriminalgeschichte, Medienpanik und moderner Legende. Ein Fall, der zeigt, wie mächtig Worte sein können, wenn eine ganze Stadt beginnt, in jedem Schatten eine Gefahr zu sehen. Triggerwarnung: Diese Folge thematisiert mögliche Gasangriffe, körperliche Beschwerden, Angst, Panik, bewaffnete Bürgerwehren und die öffentliche Verdächtigung eines Mannes, dessen Schuld nie bewiesen wurde. Es geht um keinen Mordfall und um keine detaillierten Gewaltdarstellungen. Die Stimmung der Geschichte kann trotzdem belastend sein.

    The Mad Gasser of Mattoon - Die Angst, die eine Stadt angriff
  4. 4. Juli

    Interview-Folge: Die Erben der Stiftstraße - Sexarbeit zwischen Selbstbestimmung und Stigma | Teil 5

    Rosemarie Nitribitt wurde nach ihrem Tod nicht nur zu einem Kriminalfall. Sie wurde zur Projektionsfläche. Für Moralvorstellungen, für Ängste, für Begierden, für gesellschaftliche Doppelmoral und für ein Bild von Frauen, das bis heute nachwirkt. In dieser Sonderfolge verlassen wir den historischen Fall nicht wirklich — wir führen ihn weiter in die Gegenwart. Unter dem Titel „Die Erben der Stiftstraße – Sexarbeit zwischen Selbstbestimmung und Stigma“ sprechen wir über die Frage, wie Sexarbeiter*innen heute wahrgenommen werden, welche Rolle Sprache spielt, welche gesetzlichen Rahmenbedingungen schützen sollen und wo sie in der Praxis neue Hürden schaffen können. Mit dabei sind Nicole Schulze, Vorstandsvorsitzende des Berufsverbands erotische und sexuelle Dienstleistungen e.V. und Madame Kali, Sexarbeiterin, freischaffende Künstlerin und Coach. Gemeinsam sprechen wir über Stigmatisierung, Paternalismus, rechtliche Kontrolle, das Prostituiertenschutzgesetz, Gewalt, Schutzräume, Digitalisierung, ökonomische Realität und darüber, was echte Selbstbestimmung für Sexarbeiter*innen bedeuten kann. Diese Folge romantisiert nichts. Sie verharmlost keine Gewalt, keinen Menschenhandel und keine Ausbeutung. Aber sie fragt sehr bewusst, was passiert, wenn eine ganze Berufsgruppe immer wieder nur als Problem, Gefahr oder Opfer betrachtet wird. Triggerwarnung: In dieser Folge sprechen wir über Sexarbeit, gesellschaftliche Stigmatisierung, Gewalt gegen Sexarbeiter*innen, Menschenhandel, Zwangsprostitution, psychische Belastungen, rechtliche Diskriminierung und den Mordfall Rosemarie Nitribitt. Bitte hört die Folge nur, wenn ihr euch mit diesen Themen gerade stabil fühlt.

    Interview-Folge: Die Erben der Stiftstraße - Sexarbeit zwischen Selbstbestimmung und Stigma | Teil 5

Bewertungen und Rezensionen

4
von 5
8 Bewertungen

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Willkommen bei Chronik der Schatten. Geschichte ist voller Rätsel. Manche wurden gelöst, andere beschäftigen die Menschen bis heute. Zwischen belegbaren Fakten, alten Überlieferungen und faszinierenden Legenden liegt oft eine Geschichte, die spannender ist als jede Fiktion. In jeder Folge nehme ich dich mit auf eine Reise durch Mythen, Sagen, historische Ereignisse, ungeklärte Fälle und die Geschichten hinter den Geschichten. Gemeinsam schauen wir uns an, was wirklich belegt ist, welche Theorien existieren und wie aus realen Ereignissen über Generationen hinweg Legenden wurden. Dabei stehen sorgfältige Recherche, historische Quellen und eine klare Trennung zwischen Fakten und Überlieferungen immer im Mittelpunkt. Neue Folgen erscheinen jeden Sonntag auf allen bekannten Podcast-Plattformen. Danke, dass du mit mir durch die Schatten reist.

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