Ring2, das Hamburg Logbuch

Erik Hauth

Erik Hauth lebt in Hamburg-Altona und manchmal auf seinem Boot. Er schreibt, segelt und singt Fußball-Chants, meist in dieser Reihenfolge. Als Blogger der ersten Stunde, Digital-Stratege und preisgekrönter Autor (u.a. Best of Blogs Award der Deutschen Welle) logbuch.substack.com

  1. Quo vadis Altonale?

    vor 6 Tagen

    Quo vadis Altonale?

    Moin Moin Hamburg, Es ist Juni, die Festivalsaison naht. Das bedeutet, der Vorsommer aus dem Mai wird abgelöst durch Schauertiefs und Gewitterfronten. Regen, Blitz und dazwischen schwül. So wird das Wetter zur altonale; fast immer. Die Nachbarn rumpeln schon seit Tagen im Keller herum, um den Flohmarkt zu bestücken. Ein halbes Viertel steht halbsechs auf, nur um dieselben Menschen beim Aufbau zu treffen, die man am Wochenende normalerweise nicht vor 11 auf der Straße sieht. Die andere Hälfte kommt ebendann vorbeigeschlendert, man klönt, feilscht ein bisschen oder passt für eine Stunde auf den Stand und die Kasse der Nachbarn auf. Ich liebe und fürchte die Altonale gleichermaßen: Altona ist noch voller als sonst, aber eben auch noch künstlerischer, noch internationaler, als sonst schon. Die Freunde aus Portugal an der Bahrenfelder Straße organisieren ein Festival im Festival, die Sambagruppen trommeln sich durch den Stadtteil als wäre das hier nicht der kühle Norden. Künstler präsentieren ihre Werke, die Moschee hat Süßes für alle. Es regnet und trotzdem haben alle Spaß. Auf der altonale feiern wir uns selbst, ein wenig punkig, alles wirkt ein bisschen zusammengestöpselt, kein Hochglanzmarketing, dafür viel Herz. Wie und was das kostet, habe ich mich nie gefragt — erst jetzt, wo diese Woche die Nachricht der drohenden Insolvenz die Runde machte … 🎪 altonale 2026: Sorgen, Crowdfunding & Programm-Highlights Die wichtigste Nachricht vorweg: Die altonale findet statt! Vom **12. bis 21. Juni 2026** verwandelt sich der Westen Hamburgs wieder in ein riesiges Kulturareal. Allerdings steht das Festival unter erheblichem finanziellem Druck. Das *Hamburger Tagesjournal* berichtete von “Sorgen um die altonale”. Wegen eines massiven Budgetlochs läuft seit März eine Crowdfunding-Kampagne, um die nötigen 90.000 Euro zur langfristigen Sicherung des Festivals zusammenzubekommen. Da diese Summe noch nicht erreicht ist, wurde die Kampagne jetzt **bis Ende Juni verlängert**. Der Eintritt bleibt zwar nach dem “Pay what you want”-Prinzip frei, aber Spenden vor Ort sind in diesem Jahr überlebenswichtig. Das Programm-Motto & Die Highlights: “Vor aller Augen” Das diesjährige Motto lautet **”Vor aller Augen”** und setzt sich künstlerisch mit Demokratie, gesellschaftlichem Zusammenhalt und Sichtbarkeit auseinander. | Datum | Event / Programmpunkt | Ort / Details | | **Fr, 12.06.** (Eröffnung) | **FINNA & Friends** (Konzert) *Danach:* DJ Schmeisser | **Platz der Republik** (Festivalzentrum) Start um 19:30 Uhr, freier Eintritt. | | **Sa, 13.06. & So, 14.06.** | **Infomeile „Buntes Altona“** | Vom Altonaer Bahnhof bis zum Rathaus. Präsentation der Hamburger Kultur- & Freizeitlandschaft. | | **Wochenende 13./14.06.** | **Parkour für eine bessere Welt** | **Christianswiese**. Interaktives Angebot der *jungen altonale* für Kinder & Jugendliche zum Thema gerechte Zukunft. | | **Täglich (12.–21.06.)** | **Kulturfutter** | **Christianswiese**. “Rette, schnibbel und koche mit uns” – kreative Aktion gegen Lebensmittelverschwendung. | | **Fr, 19.06. bis So, 21.06.** | **STAMP Festival** | Ganz Altona wird zur Open-Air-Bühne für internationale Straßenkünste, zeitgenössischen Zirkus und bildstarke Walkacts. | | **Sa, 20.06. & So, 21.06.** | **altonale Flohmarkt & Kunstmarkt** | Flohmarkt rund um den Platz der Republik; Kunstmarkt auf der Wiese vor der Christianskirche. | **Quellen-Check:** *altonale.de* (Offizielles Programm), *Stadtkultur Hamburg* (Meldung vom 02.06. zur Crowdfunding-Verlängerung) & *Szene Hamburg*. Nolympia und die Woche danach: Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) betonte umgehend nachdem der Pulverdampf des Nein verflogen war, dass der rot-grüne Senat dadurch nicht beschädigt sei und man die Stadtentwicklung nun eben ohne die Spiele vorantreiben werde. In der Bürgerschaft entbrennt derweil eine hitzige Debatte über direkte Demokratie und die Frage, warum das Thema vor allem in den wohlhabenderen Stadtteilen zog, während der Rest der Stadt abwinkte. **Quellen-Check:** *Hamburger Tagesjournal* (Leitartikel und Analyse vom 01.–04. Juni) & *Abendblatt*. Und was macht der HSV? Das fiel diese Woche gar nicht weiter auf, denn es zählte auf dem HHer Boulevard nur … Trainer-Beben auf dem Kiez: Blessin muss gehen, Rapp übernimmt Drei Wochen nach dem bitteren Abstieg aus der Bundesliga und einer kleinen Ewigkeit an Rumeierei hat der FC St. Pauli die Reißleine gezogen. Am Donnerstag (04. Juni) wurde Cheftrainer Alexander Blessin offiziell freigestellt. Sportchef Andreas Bornemann dankte ihm zwar für die Arbeit, doch intern hieß es schnell: “Es passt nicht mehr”. Long story short: Nur einen Tag später, am Freitag, wurde **Marcel Rapp** (ehemals Holstein Kiel) als neuer Coach präsentiert. Er brennt darauf, das Projekt “Wiederaufstieg” sofort anzugehen. Aufstieg kann Rapp, absteigen dummerweise auch ;) **Quellen-Check:** *MillernTon* (Lagebericht vom 04./05. Juni), St. Pauli POP, *SAT.1 Regional* / *dpa*. Ohren zuhalten: Tornado-Alarm am Hamburger Flughafen Nein, kein meteorologischer Wirbelsturm zieht über Fuhlsbüttel (auch wenn im Westen Deutschlands gerade einer wütete), sondern die Bundeswehr. Vom **08. bis 12. Juni** stationiert die Luftwaffe im Rahmen der Übung „Dispersed Operations 2026 – Panther Shield“ sechs Tornado-Kampfflugzeuge am Hamburg Airport.Hintergrund: Es wird trainiert, wie zivile Flughäfen im Ernstfall militärisch für Starts und Landungen genutzt werden können. Geflogen wird werktags zwischen 09:00 und 18:00 Uhr. Anwohner müssen sich auf eine ordentliche Geräuschkulisse einstellen. Der zivile Flugverkehr soll aber normal weiterlaufen. **Quellen-Check:** *Hamburger Tagesjournal* & *Offizielle Mitteilung Hamburg Airport*.Kurioses aus dem Polizeireport (Abwegig, aber wahr)Kopfhörer-Großeinsatz: Ein Mann setzte in seiner Wohnung die Kopfhörer so laut auf, dass er das Piepen seines Rauchmelders nicht hörte – die Nachbarn alarmierten die Feuerwehr, die am Ende die Tür aufbrach, während er seelenruhig Musik hörte. * **Quellen-Check:** *MOPO.de* (Blaulicht-Ticker der Woche) PS - ich habe eine tolle Leserin, G. - eine Schulfreundin meiner Schwiegermutter. Sie hat mir auf meinen letzten Letter geantwortet, dass sie sehr traurig ist, dass Olympia nicht die Chance bekam, Hamburg anzuzünden. Das bringt vielleicht die Gefühlslage der meisten von uns gut auf den Punkt: die einen finden es schade, dass mit Nein gestimmt wurde, die anderen, dass sie mit Nein stimmen mussten … Vielleicht sehen wir uns ja zum Ausgleich auf der altonale, die passt als organisch gewachsenes Festival sowieso viel besser zu uns … Haltet euch fuchtig, euer Erik Thanks for reading Ring2 * das Hamburg Logbuch! This post is public so feel free to share it. Get full access to Ring2 * das Hamburg Logbuch at logbuch.substack.com/subscribe

    14 Min.
  2. Hamburg geht baden

    31. Mai

    Hamburg geht baden

    Meine Großmutter kam aus Blankenese, wie die ganze Familie meiner Mutter. Sie erzählte uns als Butscher dieselben Horrorgeschichten, die man sich in den Fischerdörfern an der Elbe seit Jahrhunderten erzählt: Geschichten vom Leichtsinn, von der brutalen Kraft, wenn die Elbe ihre vorgespielte Harmlosigkeit ablegt und sich ihre Opfer holt. Nur bei Stauwasser, der guten Stunde zwischen den Tiden, dürfe man in der Elbe bei Blankenese baden gehen, mahnte sie. Und auch dann nie allein. Wer einmal (wie mein Onkel) vom Sog unter den Ponton gezogen wird, verliert sofort die Orientierung in der braunen Brühe. Die Panik sorgt für den Rest. Mein Onkel hatte Glück, irgendein blind in den Fluss gestocherter Arm packte ihn kurz vorm Ertrinken. So erzogen habe ich einen Heidenrespekt vor der Elbe. Allerdings haben den nicht alle. Es seien meist Hamburger Touristen und Zugezogene, die die tödliche Kraft der Elbe unzerschätzten und einfach untergingen, sagte meine Omi — und hat auch heute noch damit Recht. Es gibt keine offizielle „Zehn-Jahres-Statistik“ für die Elbe allein, weil die Ertrinkungsstatistik der DLRG zwar für Hamburg geführt wird, aber die Gewässerarten (Fluss, Kanal, See) in den Jahresberichten schwanken und nicht immer nahtlos über ein Jahrzehnt addiert sind. Die Zahl der Ertrinkenden hängt dabei stark vom Wetter ab. In einem langen, heißen Sommer wie 2018 gab es in Hamburg 16 Badetote. 2022 waren es 10, im Jahr darauf (2023) sprang die Zahl auf 21 hoch. Die Elbe ist dabei konstant das gefährlichste Gewässer der Hansestadt. Warum es die Elbe trifft: Die Elbe ist bei Hochwasser, aber auch bei ablaufender Tide eine Naturgewalt. Die Strömung kann bei Hochwasser bis zu sieben Kilometer pro Stunde erreichen. Dazu kommen die steilen Kanten der Fahrrinne, die tückisch nah am Ufer liegen. Wer da den Boden unter den Füßen verliert, hat gegen den Strom oft keine Chance. Wer verunglückt: Es sind häufig Männer, die sich überschätzen, die die Strömung verkennen oder unter Alkoholeinfluss ins Wasser springen. Aber es trifft auch Kinder, Jugendliche und ältere Menschen, die einfach nur den falschen Moment erwischt haben. Es bleibt das, was man am Wasser hier lernt: Die Elbe verzeiht keine Fehler. Man schaut raus, sieht den Strom, und weiß, dass unter der glatten undurchsichtigen Oberfläche eine Kraft arbeitet, die sich um uns Menschen nicht schert. Geht also lieber in Freibädern baden. Das drüben in Finkenwerder ist toll — und man kann sogar auf die Elbe und Övelgönne gegenüber schauen. Moin Moin Hamburg, wir haben den letzten Sonntag im Mai 2026. Hier kommen die weiteren News aus der schönsten Stadt. Die Plakate hängen mittlerweile schief, die Argumente sind ausgetauscht, die Fronten verhärtet. Heute noch schnell das Kreuzchen – Olympia oder nicht. Hamburg hält den Atem an.Aber während wir uns den Kopf über die Ringe zerbrechen, dreht sich die Stadt unbeirrt weiter. Und sie ist diese Woche kein sanfter Ort gewesen.Die Blaulicht-Ticker haben keine Pause gemacht. In Lurup musste die Mordkommission ran, ein 41-Jähriger kam dort in der Nacht zum Mittwoch gewaltsam zu Tode. Und in der Sternschanze gab es am vergangenen Samstag einen Angriff auf zwei Männer, die Polizei prüft ein antisemitisches Motiv – eine dieser Nachrichten, die einem im Vorbeigehen kurz die Kehle zuschnürt, während man eigentlich nur zum Schanzenbäcker wollte.In Altona-Nord liegt eine 30-jährige Radfahrerin nach einem Zusammenstoß mit einem Lkw lebensgefährlich verletzt im Krankenhaus. Ein Unfall in Hoheluft, ein Raubüberfall in Ottensen, die Stadt zeigt ihr raues Gesicht. Manchmal vergisst man bei all den großen Debatten um Olympiastadien, dass die Stadt jeden Tag eigenen Geschichten schreibt – oft genug leider wenig glitzernde.Ein bisschen menschlicher war es in Barmbek. Da gab es am Donnerstag den „Tag der Leichten Sprache“ am Bert-Kaempfert-Platz. Eine bunte Aktion für mehr Inklusion und Verständlichkeit. Ein kleiner Kontrast zu den großen, oft unverständlichen Worthülsen aus dem Rathaus. Manchmal ist das Einfache eben doch das Beste. Geht der Senat wieder baden?Heute, am Sonntag, sind die Wahllokale von 8 bis 18 Uhr offen. Die Spannung ist fast greifbar. Die einen hoffen auf den großen Wurf für die Stadtentwicklung, die anderen auf Vernunft und Realismus. Ich werde nach dem Schreiben dieses Letters runter an die Elbe gehen und auf den schönen, gefährlichen Fluss blicken, der Generationen untereinander und uns mit der Welt verbindet. Und hoffe, die Hamburger nehmen sich die Warnungen meiner Omi zu Herzen.Wir hören uns nächste Woche, Dein Erik. Get full access to Ring2 * das Hamburg Logbuch at logbuch.substack.com/subscribe

    10 Min.
  3. Pfingsten in HH — Nix wie an die See

    24. Mai

    Pfingsten in HH — Nix wie an die See

    Hafengeburtstag, Harley Days oder Schlagermove (von Kreuzfahrtparaden mal ganz ab): wer kann flieht aus Hamburg zu touristischen Großevents oder bei angesagten 30 Grad im Schatten. Ich erinnere mich noch an das Motto der “lebenswerten Stadt”, das sich in den letzten 25 Jahren zum Mantra der “besuchenswerten Stadt” gewandelt hat. Nur allergische Gegenreaktionen wie in Paris oder Barcelona bleiben in Hamburg bisher aus. Ich saß am Donnerstag mit Freunden in der Schanze draußen, wir feierten den Geburtstag eines Freundes. Es waren auch mehrere Einzelhändler aus St. Pauli anwesend, und bei leckerem Ratsherrn Pils von nebenan kam das Gespräch schnell darauf, dass auf der Schanze nur noch auf finanzstarke Filialisten geschielt wird, die es auch in Paderborn oder Neumünster gibt. Die Schanze stirbt einen leisen Tod, auch weil der Politik die Menschen (auch Unternehmer:innen unter ihnen) schietegal sind. Und dass nicht erst seit G20. Das Gespräch mäanderte zu Orten wie dem Tempelhofer Feld oder der Wiese vor dem Müngersdorfer Stadion. Orte, die für Gäste und Anwohner gleichfalls entworfen und genutzt sind. Ich schreibe euch diesen Letter übrigens von der Ostsee. Bin auch geflohen aus der schönsten Stadt. Es ist Pfingsten. Die Stadt atmet kurz durch zwischen den Tourihighlights, auch wenn auf den Autobahnen rundherum alles steht. Hier sind deine Nachrichten zum Pfingstwochenende 2026: * Pfingststau-Chaos: Wer am Freitag aus der Stadt wollte, hatte schlechte Karten. Durch hohes Verkehrsaufkommen, Baustellen und Unfälle bildeten sich kilometerlange Staus. Besonders hart traf es die A7 vor dem Elbtunnel (12 km Stau) und die A1 vor der Norderelbbrücke (13 km). Die A23 in Richtung Nordsee ist zwischen dem Dreieck Hamburg-Nordwest und Pinneberg-Süd wegen Bauarbeiten voll gesperrt – das wird laut Autobahn GmbH noch bis Pfingstmontagabend (20 Uhr) anhalten. Wer denkt sich sowas aus? (In die Stadt gings locker ;) (Quelle: dpa via borkenerzeitung.de) * Nordseewoche gestartet: Auf dem Wasser ist Hochbetrieb. Die 91. Nordseewoche hat am Wochenende begonnen. Die Segel-Crews sind nach Helgoland unterwegs, nachdem die Eröffnung am Freitag in der Segler-Vereinigung Cuxhaven gefeiert wurde. Ziel ist nach Pfingsten dann Strande, mein 2. Heimathafen: (nordseewoche.org) * Grundgesetz-Feier & Elbphilharmonie: Am Samstag, den 23. Mai, feierte das Grundgesetz seinen 77. Geburtstag. Bundesweit gibt es Aktionen. In Hamburg besuchte Elke Büdenbender ein Konzert zum Ehrentag in der Elbphilharmonie („Misa criolla – sing mit!“). (Quelle: bundespraesident.de) * Stadtfest St. Georg: Wer in der Stadt geblieben ist, findet heute die „Lange Reihe“ in St. Georg als Festmeile vor. Das Stadtteilfest ist wie immer: bunt, beliebt und belebt. (Quelle: MOPO) * Olympia-Referendum: Die Debatte läuft auf Hochtouren. Noch bis zum 31. Mai können die Hamburgerinnen ihre Stimme zur Olympia-Bewerbung abgeben. Die Argumente zwischen den Pro-Seiten (Mobilität, Barrierefreiheit) und den Contra-Seiten (kein Olympia für Ausbau nötig, Kosten/Nutzen) werden derzeit medial sehr intensiv geführt. (Quelle: Abendblatt) * Hamburg ist nicht … Lima Wovon der Nachwuchs der HHer Fußballklubs nur träumen kann, erlebte ein Qualifikant beim Tennis am Rothenbaum. Sport 1 meldet: “Der 22-Jährige mit deutschen Wurzeln bezwang am Samstag im Endspiel den an Nummer sechs gesetzten US-Amerikaner Tommy Paul 7:6 (8:6), 4:6, 6:3 und feierte in seinem ersten ATP-Final-Triumph” * Und was macht der HSV? Der lässt Königsdörffer ziehen und seine lautesten Kritiker nörgeln jetzt, weil der 22-jährige Mainz05 für den etablierteren Bundesligisten hält (und vermutlich auf Abstiegskampf von Minute 1 nächste Saison keine Lust verspürt) * Du magst meinen Letter? Dann leite ihn bitte an Freunde weiter; und oder soendier mir n Anlegebier: https://ko-fi.com/ring2 Ring2 * das Hamburg Logbuch is a reader-supported publication. To receive new posts and support my work, consider becoming a free or paid subscriber. Get full access to Ring2 * das Hamburg Logbuch at logbuch.substack.com/subscribe

    8 Min.
  4. 17. Mai

    Abpfiff

    Abpfiff: Da ist sie wieder. Diese absolute Leere, die bleibt, wenn das Flutlicht ausgeht und der Regen die Tränen vom Gesicht wäscht. St. Pauli steigt ab. Es tut weh, jedes Mal aufs Neue, obwohl man es kommen sah. Das Endspiel gegen Wolfsburg war kein Klassekampf, es war nur das bittere Erwachen auf dem harten Boden der Realität. Wir sind eben doch in der zweiten Liga zu Hause, nu, da gehören wir vielleicht auch hin, ganz ohne die Eventfans und die Millionen-Arroganz. Der Schmerz sitzt tief am Millerntor, laut MOPO herrscht absolute Leere in den Gesichtern. Schiete, das passt zur Woche. In der Altstadt stand tagelang ein sündhaft teurer McLaren 720S Spider im strömenden Regen. Das elektrohydraulische Dach halb offen, die Ledersitze volgelaufen wie eine alte Jolle. Hunderttausend Euro Schaden, schätzt die MOPO hämisch, während die sozialen Medien spotten. Und das Beste: Unter dem Scheibenwischer klemmte ein Knöllchen. Wer die Woche versucht hat, mit der S-Bahn von Harburg zum Hauptbahnhof zu kommen, weiß, was echtes Elend bedeutet: Schienenersatzverkehr, Streckensperrungen, Chaos auf den Gleisen. Das Hamburger Abendblatt schrieb treffend von „Zuständen wie in Indien“. Der NDR zeigte Bilder von überfüllten Bahnsteigen, auf denen es teilweise sogar gefährlich eng wurde. Die Menschen drängten sich aneinander; man steht Schulter an Schulter, schaut stumm ins Grau und erträgt es. Ich bekam diese Woche Post vom Bürgermeister. Peter Tschentscher persönlich wirbt per Brief in Hunderttausenden Haushalten für ein „Ja“ beim Olympia-Referendum Ende des Monats. Die Werbetrommel rotiert heiß, das Hamburger Tagesjournal seziert die tiefen Gräben, die quer durch die Generationen und Stadtteile gehen. „Mutig oder ängstlich?“ fragen sie vor der Abstimmung am 31. Mai. Vielleicht ist es einfach nur vernünftig, das Geld lieber in funktionierende S-Bahnen zu stecken als in fünf Ringe aus Gold. Der Hamburger Schiedsrichter Patrick Ittrich hat am Samstag seine Pfeife an den Nagel gehängt. Das letzte Bundesliga-Spiel abgepfiffen, Schluss, Aus. Ein guter Kerdl, der laut Abendblatt zum Abschied klare Worte für die Herausforderungen auf dem Platz fand. Man merkt, wie die alten Gesichter gehen. Auf dem Platz, in der Stadt, überall. Nächste Woche wird nicht besser. Die Gleise zwischen Hauptbahnhof und Harburg bleiben dicht, das Bahnchaos geht in die nächste Runde. Und die Diskussionen um die Ringe werden schärfer, je näher das Monatsende rückt. Wir werden weiter streiten, am Küchentisch, in der Kneipe, beim Bäcker. Die Elbe fließt weiter, ungeachtet der Tränen am Millerntor und des Wassers im Luxusauto. Ein Frachter zieht raus Richtung Nordsee, die Tide läuft ab. Manchmal muss man einfach loslassen können. Und was macht der HSV? Endlich wieder die Nummer 1 der Stadt. Nach Jahren der Stadtteildominanz ist die alte Hackordnung in der Stadt wieder hergestellt. Die Männer vom Volkspark strotzen vor Kraft. Klassenerhalt- check. Europa kann kommen 😉. Get full access to Ring2 * das Hamburg Logbuch at logbuch.substack.com/subscribe

    8 Min.
  5. 13. Mai

    HSV - FC St. Pauli - die Woche der Entscheidung

    Moin Hamburg, die kalte Sophie hat Hamburg im Griff: es ist kühl, windig und schauerig. Ein Wetter, das zur Gemütslage beim FC St. Pauli passt. Neben dem Völligaußerformsein peinigt ein fieser Virus den Tabellenletzten vom Millerntor. Während beim HSV die Sonne aus dem Allerwertesten scheint, umarmen die Profis in braunweiss die Schüssel. Against all odds, wie man so schön sagt - keine Chance, keine Verdauung - aber vielleicht Glück im Unglück? Dies ist eine Episode der Hamburger Blutgrätsche, dem Podcast aus Hamburg zum HSV und dem FCSP: alle Folgen - https://rss.com/podcasts/bluthh/ Tolles Saisonfinale gegen Freiburg, während der FC St. Pauli sein Drama bis zum Schluss spielt. Bierdusche am Volkspark und die Scheißerei am Millerntor - unterschiedlicher könnte die Stimmung nicht sein, wenn sich Oliver und Erik zur Bundesligafinale an den Mikros treffen. HIer ist der HSV- und St. Pauli Podcast aus der schönsten Stadt - womöglich das letzte Mal als doppelte Bundesligisten ... Supportet Oliver oder Erik und spendiert uns n Bier: https://ko-fi.com/bluthh * 0:19 Moin Moin Hamburg * 23:38 HSV und Leihspieler * 29:58 Panini-Sticker und Familienzeit * 38:28 Trainer und Spieler-Dynamik * 44:40 Saisonabschluss und Ausblick In dieser Episode der Hamburger Blutgrätsche analysieren wir die aktuelle Situation in der Deutschen Bundesliga mit einem Fokus auf den Hamburger Sportverein (HSV) und den FC St. Pauli. Wir feiern den souveränen Klassenerhalt des HSV und reflektieren die Herausforderungen, mit denen St. Pauli im Abstiegskampf konfrontiert ist. Die Diskussion reicht von den letzten Spielen und ihren entscheidenden Momenten bis hin zu den Emotionen und Perspektiven der Fans. Zudem beleuchten wir die psychologischen Aspekte des Wettbewerbs, die Teamdynamik sowie individuelle Spielerleistungen und Transferstrategien. Abschließend werfen wir einen Blick auf die kommenden Herausforderungen und die strategischen Pläne beider Klubs für die nächste Saison. Get full access to Ring2 * das Hamburg Logbuch at logbuch.substack.com/subscribe

    48 Min.
  6. Hafengeburtstag, OMR: Alles, was schiete ist, findet hier statt

    10. Mai

    Hafengeburtstag, OMR: Alles, was schiete ist, findet hier statt

    Jedes Jahr wieder schießt mir das Zitat von Rocko Schamoni ins Gemüt, das ich oben ein wenig verniederdeutscht habe: "Alles, was dumm und scheiße ist", findet auf St. Pauli statt, hat Rocky einmal anlässlich des Schlagermoves gesagt — und damit dem Gefühl aller Anwohnerinnen, ob in St. Pauli, Altona oder Ottensen, ein Zitat geschenkt, das immer passt, wenn Pinneberg, Zahnärtzte oder Fuzzis in unseren Vierteln die Sau rauslassen. Diese Woche fielen erst zehntausende Marketingfuzzis über das Schanzenviertel her, buchten Frühstückscafés komplett, sodass die ansässige Bohème ohne Galao den Tag starten musste. Das macht den freundlichsten Altautonomen zum Wütbürger. Das OMR Plastikschild um den Hals markiert in unseren Vierteln den Feind. Ich habe mir aus Spaß mal n paar Videos auf Youtube angesehen und musste mich kneifen, was für einen B******t die Leute labern. Mein Freund Alfetta rief mich an und fragte: “Die meinen das ernst, oder?”. Ich befürchte ja, antwortete ich. Wie jeder Altonaer, habe ich die Stadt fluchtartig verlassen, in Richtung Ostsee. Dort war es ziemlich leer. Waren die alle in HH?, beim Hafengeburtstag? Den verpasse ich ja auch seit Jahren. Es ist nicht nachrichtenfest zu ermitteln, wieviele der über eine Million Besucher auch aus Hamburg kommen (und ob die Zahl der Ostseetouristen schlagartig ansteigt an diesem Wochenende), aber eine erkleckliche Zahl meiner Nachbarn verdient sich die Monatsmiete an diesem Wochenende via AirBnB. Eine bessere Propaganda könnte die Nolympia Bewegung sich nicht ausdenken. Hamburg ist eben nicht für Hamburgerinnen gemacht. /// Get full access to Ring2 * das Hamburg Logbuch at logbuch.substack.com/subscribe

    12 Min.
  7. May Olympia be with you Hamburg

    4. Mai

    May Olympia be with you Hamburg

    Moin Hamburg! Hier ist das Audio-Logbuch zur Lage der Nation – oder zumindest zur Lage der schönsten Stadt der Welt. Schnappt euch einen Kaffee oder ein Zigarillo, lehnt euch zurück und schaut aus dem Fenster, während wir die Ereignisse der letzten Woche Revue passieren lassen. * Einführung (00:00:06)Begrüßung zum wöchentlichen Newsletter-Podcast “Ring zwei Hamburg” mit einem Überblick über die Themen der vergangenen Woche. * Segelregatta auf der Elbe (00:01:34)Bericht über die Glückstadt Regatta mit schwierigen Wetterbedingungen, starkem Wind und extrem unruhigem Wasser auf der Unterelbe. * Unfälle und Schäden beim Segeln (00:02:53)Details zu den Havarien während der Regatta, darunter ein Mastbruch, eine Person über Bord und eine aufgelaufene Yacht. * Veränderungen bei Segelregatten (00:04:08)Einblick in die Organisation von Segelregatten heute im Vergleich zu früher, insbesondere die Rolle von Sicherungsbooten und veränderte Solidarität. * Ereignisse rund um den 1. Mai (00:08:14)Zusammenfassung der Ereignisse zum 1. Mai, inklusive Demonstrationen, und ein Ausblick auf OMR Festival und Hafengeburtstag. * Das Verschwinden des Paternoster (00:09:34)Bericht über den spurlosen und nicht genehmigten Ausbau des ältesten Paternoster der Welt aus dem historischen Flügge-Haus. * Vergleich mit früheren Vorfällen (00:10:58)Eine persönliche Anekdote des Sprechers über illegale Baumfällungen in Blankenese als Vergleich zum Vorgehen beim Paternoster-Ausbau. * Demonstrationen am 1. Mai (00:12:16)Beschreibung der Demonstrationen am Tag der Arbeit, von friedlichen Märschen des DGB bis zu Pyrotechnik an der Roten Flora. * Olympia-Abstimmung in Kiel (00:13:29)Meldung über die erfolgreiche Abstimmung in Kiel für die Austragung der Segelwettbewerbe und den wachsenden Druck auf Hamburg. * Diskussion um Olympia in Hamburg (00:15:05)Kritische Auseinandersetzung mit den Olympia-Plänen in Hamburg, den hohen Kostenrisiken und dem Vergleich mit den Spielen in Paris. * Ausblick auf kommende Veranstaltungen (00:18:03)Vorschau auf das OMR Festival und den Hafengeburtstag, die für eine volle, laute und teure Woche in Hamburg sorgen. * Kritik am OMR Festival (00:19:20)Persönliche und kritische Betrachtung des OMR Festivals, seiner Teilnehmer und der Entwicklung von einem kleinen Event zur Großveranstaltung. * Weitere Termine und Fußball (00:20:34)Hinweise auf den Star Wars Day im Planetarium und die Situation im Fußball, insbesondere der Klassenerhalt des HSV. * Die Lage des FC St. Pauli (00:21:51)Analyse der unsicheren Lage des FC St. Pauli im Abstiegskampf und Ausblick auf die entscheidenden letzten beiden Saisonspiele. * Verabschiedung (00:23:15)Abschließende Worte, Glückwünsche an den HSV, Hoffnung für St. Pauli und die Bitte, den Podcast zu abonnieren und zu unterstützen. ⛵ Das “selbstgewählte Elend” auf der Elbe Der Mai startete mit sommerlichen 25 Grad, doch das Segel-Wochenende davor hatte es in sich. Bei der Glückstadt Regatta (Saisonauftakt der Elbe Super Sailing Tour) gab es ordentlich „eins auf die Mütze“: * Wetterkapriolen: Windstärke sieben mit Böen bis zu 30 Knoten peitschten über die Unterelbe. * Fiese Wellen: Die ablaufende Tide gegen Westwind erzeugte kurze, ekelige Stromschnellen, die Mensch und Material forderten. * Havarien: Eine 38-Fuß-Yacht erlitt in Höhe der Glückstädter Fähren einen Mastbruch; das Rigg musste gekappt und markiert im Fluss versenkt werden. * Rettungsaktionen: Ein Segler ging über Bord, konnte aber dank der mittlerweile gut organisierten Begleitschlauchboote schnell gerettet werden. Eine weitere Yacht lief auf eine Steinböschung auf und musste von Feuerwehr und DLRG mit Luftkissen befreit werden. Trotz des „normalen Wahnsinns“ gab es zum Glück keine Schwerverletzten. Paternoster-Gate & Blankeneser Methoden Mitten in der City hat sich ein fast magischer Kriminalfall ereignet: Aus dem historischen Flüggehaus ist der vermutlich älteste Paternoster der Welt (Baujahr 1908) spurlos verschwunden. * Ohne Erlaubnis: Der Ausbau erfolgte ohne Genehmigung des Denkmalschutzamtes. * Parallelen: Das Vorgehen erinnert an alte Blankeneser Gepflogenheiten, wo „versehentlich“ ein Schwerlaster geschützte Bäume rammt, die der Elbsicht neureicher Villenbesitzer im Weg stehen. Die Behörden haben nun erst einmal einen Baustopp verhängt. 🚩 Zwischen Revolution und Rendite Der 1. Mai verlief hanseatisch-bunt. Während der DGB in Barmbek friedlich für Löhne marschierte, lieferte die Rote Flora auf der Schanze das obligatorische Pyrotechnik-Spektakel ab. Laut Polizei blieb es insgesamt den Umständen entsprechend ruhig. In Sachen Olympia wächst der Druck aus dem Norden. Kiel hat mit 63,5 % für die Segelwettbewerbe gestimmt. Ich bleibe als gelernter Kaufmann skeptisch: Ein Risiko von bis zu 80 Milliarden Euro ist bei den aktuellen Kostenexplosionen in Hamburg (man denke an die Elbtunnel-Röhre) kaum seriös kalkulierbar. Wer Paris als „Schwarze Null“ verkauft, verschweigt den Milliarden-Rechenschaftsbericht der Franzosen. Ausblick: OMR-Wahnsinn & Hafengeburtstag Die kommende Woche wird laut, voll und teuer: * OMR Festival (5.–6. Mai): Das Klassentreffen der Digital-Bubble in der Schanze. Erwartet überteuerte Haferlattes, weiße Sneaker und „Rockstars“, die eigentlich keine sind – außer vielleicht Heidi Klum. Mein Tipp: Meidet die Schanze weiträumig. +2 * Hafengeburtstag (Wochenende): Für Anwohner das Signal, schleunigst an die Ostsee zu fliehen, während halb Pinneberg und Niedersachsen die Landungsbrücken flutet. * A7-Sperrung: Der Elbtunnel wird natürlich auch wieder gesperrt. * Star Wars Day: Wer den 4. Mai verpasst hat, kann am Dienstag (5. Mai) im Planetarium den Vortrag „The Revenge of the Fifth“ hören. Fußball-Dramen Gute Nachrichten für die Raute: Der HSV ist vorzeitig gerettet und spielt nächste Saison definitiv erste Bundesliga. Beim FC St. Pauli sieht es nach der Pleite gegen Mainz düsterer aus. Jetzt folgt das Endspiel gegen Wolfsburg – eine urstpaulianische Aufgabe, den Konzern-Klub mit in den Abgrund zu reißen. Ich wünsche euch eine schöne Woche. Seid gute Demokraten, geht wählen und abonniert das Logbuch! Tschüss, euer Erik Get full access to Ring2 * das Hamburg Logbuch at logbuch.substack.com/subscribe

    25 Min.
  8. Kritische Masse Hamburg

    26. Apr.

    Kritische Masse Hamburg

    Moin Hamburg. Wir schreiben Sonntag, den 26. April 2026. Während du dies liest, schiebt sich gerade eine Wand aus über 30.000 Menschen durch die Stadt – es ist Marathon-Sonntag, und Hamburg riecht nach Magnesium-Gel und Schweiß. Frischem Schweiß. Chapters 0:10 Marathonzeit in Hamburg 2:45 Critical Mass und Fahrradprotest 5:40 HSV und sportliche Herausforderungen 7:49 Olympia-Referendum und politische Auseinandersetzungen 9:21 Infrastrukturprobleme in Hamburg 10:47 Ausblick auf kommende Veranstaltungen Ich wohne direkt an der Laufstrecke des Hamburg Marathons. Früh im Rennen hatte sich schon an der Ottenser Christianskirche die Elite vom Feld getrennt. Meist waren die besten Läufer schon oder gerade durch, als ich mich im hastig angeplünnten Jogginganzug an die Strecke begab. So viele Menschen, die mit voller Batterie und viel Hoffnung im Bauch an mir vorbei laufen; es liegt etwas von dieser Kraft in der Luft, weht zu den wartenden herüber. Während die Nachbarn mit Heavy Metal und AC/DC den Läufern Mut zudröhnen, scanne ich die Masse - irgendjemand erkennt man immer - und manchmal erkennen sie einen auch. Und strahlen. Ich weiß nicht, wie dieselben Menschen dann später in Eppendorf aussehen, aber mich fasziniert der Mut und die fröhliche Entschlossenheit. Jedes Jahr wieder. Kritische Masse Hamburg früh im Monat Wie der Hansemarathon erfüllt mich jedes Mal die Fahrraddemo “Critical Mass” mit Hoffnung. Wie der Marathon kommt diese kreativste Form des Protestes mit wenig Brimborium aus (braucht keine Sportstätten oder gar die Politik; im Gegenteil). Die Critical Mass nutzt den Paragraphen 27 der Straßenverkehrsordnung. Wenn mehr als 15 Radfahrer:innen hinter- und nebeneinander Fahren, bilden sie rechtlich einen „Verband“. Die Folge: Der Verband darf wie ein einzelnes Fahrzeug behandelt werden. Wenn das erste Rad bei Grün über die Ampel fährt, darf der gesamte Rest folgen, auch wenn die Ampel mittlerweile auf Rot springt (das sogenannte „Corken“). Das Ziel ist es, die Dominanz des Autos im Stadtbild für ein paar Stunden zu brechen. Radfahrer, die sonst oft an den Rand gedrängt werden, nehmen sich den Raum, der ihnen zusteht - und das ganz legal. Es geht um eine leider nur temporäre Umverteilung des öffentlichen Raums. Im Sommer radeln mehr Leute mit, denn das ist keine verbiesterte Demo, sondern ein Happening. Mit Musik und Geträller. Die Erfahrenen sichern die Strecke und nehmen das Geschimpfe der Autofahrer auf sich, die sich vielleicht das erste Mal so ohnmächtig fühlen, wie andere Verkehrsteilnehmer dauernd. Wie das genau funktioniert in Hamburg, könnt ihr hier bei CM auf Mastodon nachlesen. Und was macht … der HSV? Alle anderen spielen für Hamburg und wir spielen mit. Nach der nicht unverdienten Niederlage gegen die Senkrechtstarter aus Hoppenheim reiht sich der HSV ins Schneckenrennen um den Klassenerhalt ein. … dabei kann sich der HSV auf den FC St. Pauli verlassen. Die Kiezkicker unterlagen beim Tabellenletzten verdient mit 0:2. Der Millernton spricht von einem “Offenbarungseid” zur Pleite. Nun fragt sich ganz Hamburg, wer denn als Insolvenzverwalter eingesetzt wird. Der Podcast St. POP wünscht sich mit Friedhelm Funkel den Dauerläufer unter den Ligarettern. „Wadenkrampf & Wahl-Krampf: Hamburg zwischen Runners High und Stimmungstief“ Diese Woche wird in Hamburg gerannt: ihr rennt den Marathon (obwohl laufen wohl das bessere Verb ist), wir rennen wild durcheinander beim Streit um die sportliche Zukunft (Beim Olympia-Referendum) und zwischendurch rennt unserer Infrastruktur die Zeit davon (Brücken-Chaos). Vielen Dank fürs lesen und hören; teile diesen Letter gerne in deinem Netzwerk; run on … Dein Erik Abwegig: Das war die letzte Woche * Der große Marathon-Check: Heute, am 26. April, steht die Stadt still. NDR und Mopo berichten von Rekord-Anmeldezahlen (über 38.000 Läufer inklusive Staffel). Der “Hot”-Faktor: Die Straßensperrungen treiben Autofahrer in den Wahnsinn, während die Partystimmung an der Strecke (besonders in Eppendorf) ihren Peak erreicht. (Quellen: NDR Hamburg, MOPO) * Olympia-Post im Briefkasten: Seit Mitte der Woche landen die Briefwahlunterlagen für das Referendum am 31. Mai in den Briefkästen. Das Hamburger Tagesjournal beobachtet ein „Hamburger Ding“: Die Fronten zwischen Senat (Pro) und Initiativen wie „NOlympia“ (Contra) verhärten sich zusehends. (Quellen: Abendblatt, Hamburger Tagesjournal) * Abwegig: Lufthansa Technik wartet jetzt Kriegswaffen: In Fuhlsbüttel weht ein neuer Wind. Erstmals werden bei Lufthansa Technik waffentragende Flugzeuge (Boeing P-8A Poseidon) gewartet. Hamburg wird zur „wehrtechnischen Stadt“ – eine Entwicklung, die in der Friedensstadt für ordentlich Diskussionsstoff auf Mastodon sorgt. (Quelle: Hamburger Tagesjournal) * Das 130.000-Euro-Eigentor: Der Landesverband der Grünen muss eine massive Summe an die Rentenversicherung nachzahlen. Grund: Eine rückwirkende Neubewertung der Vorstandsvergütung. Ein gefundenes Fressen für die politische Konkurrenz. (Quelle: Hamburger Tagesjournal) * Infrastruktur-Drama: Am Donnerstag legten Probleme an der Köhlbrandbrücke und der Norderelbbrücke den Hamburger Süden komplett lahm. Stillstand als Dauerzustand – ein Thema, das die MOPO gewohnt emotional begleitet. (Quellen: Hamburger Tagesjournal, MOPO) Ausblick: Termine für die kommende Woche (27. April – 3. Mai) Die nächste Woche steht ganz im Zeichen des Feiertags und des kulturellen Aufbruchs. Offizieller Wahl-Endspurt 27. April – 30. April Die Stadt wird mit Plakaten für und gegen das Olympia-Referendum geflutet. Erwartet hitzige Debatten in den Lokalzeitungen. Tag der Arbeit & Wasserlichtkonzerte Freitag, 1. Mai Traditionelle Demos (DGB und Schanze). Gleichzeitig Saisonstart der Wasserlichtkonzerte in Planten un Blomen – dieses Jahr unter dem Motto „Lichtgestalten“. Internationales Musikfest Hamburg Freitag, 1. Mai (Start) Auftakt des Musikfests in der Elbphilharmonie. Das Thema 2026 ist „Ende“ – passend zur dramatischen Grundstimmung der Stadt. HSV vs. Eintracht Frankfurt Samstag, 2. Mai Heimspiel im Volksparkstadion (15:30 Uhr). Die Stadt wird in Blau-Weiß-Schwarz getaucht sein. Japan-Festival Vorboten Sonntag, 3. Mai Erste Kirschblüten-Events an der Alster, bevor Ende Mai das große Feuerwerk folgt. Quellen: * Hamburger Tagesjournal: Unverzichtbar für die “abwegigen” politischen Details (Grüne, Lufthansa-Waffen). * Abendblatt: Tiefe Analysen zum Olympia-Referendum und den wirtschaftlichen Folgen. * NDR: Erste Adresse für die Marathon-Berichterstattung und den kulturellen Mai-Auftakt. * MOPO: Dein Seismograph für die Wut über Straßensperrungen und den Brücken-Wahnsinn. Get full access to Ring2 * das Hamburg Logbuch at logbuch.substack.com/subscribe

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Info

Erik Hauth lebt in Hamburg-Altona und manchmal auf seinem Boot. Er schreibt, segelt und singt Fußball-Chants, meist in dieser Reihenfolge. Als Blogger der ersten Stunde, Digital-Stratege und preisgekrönter Autor (u.a. Best of Blogs Award der Deutschen Welle) logbuch.substack.com