Was wäre gewesen? Der Podcast über Kontrafaktische Geschichte

L.I.S.A. Wissenschaftsportal Gerda Henkel Stiftung

In diesem Podcast erzählen Historikerinnen und Historiker jeweils eine kontrafaktische Geschichte zu einem konkreten realhistorischen Ereignis nach dem Motto: Was wäre wenn? Im Anschluss diskutieren die Historikerin PD Dr. Charlotte Lerg von der LMU München und der Redaktionsleiter des Wissenschaftsportals L.I.S.A. der Gerda Henkel Stiftung, Georgios Chatzoudis, mit ihren Gesprächspartnern Nutzen und Grenzen kontrafaktischer Überlegungen für die Geschichtswissenschaft.

  1. 09.02.2023

    L.I.S.A. - Was wäre gewesen? Kein NATO-Doppelbeschluss

    "Stell Dir vor, es ist Krieg, und keiner geht hin!", war eine der populärsten Parolen der deutschen Friedensbewegung in den 1980er Jahren. So nah schien den damaligen Aktivisten ein bevorstehender militärischer Konflikt zwischen der NATO und dem Warschauer Pakt. Hintergrund war das nukleare Wettrüsten in den 1970er Jahren, bei dem die Sowjetunion und die USA jeweils atomar bestückte Mittelstreckenrakten in Europa aufstellen wollten. In diesem Zusammenhang fiel Ende 1979 der NATO-Doppelbeschluss, in dem Moskau aufgefordert wurde, die in Ost- und Ostmitteleuropa aufgestellen SS-20-Raketen innerhalb von fünf Jahren wieder abzubauen, sonst würde man Westeuropa mit Mittelstreckenraketen des Typs Pershing II sowie mit Marschflugkörpern, sogenannten Cruise Missiles, aufrüsten. Dieser doppelte Beschluss der NATO war in der Bundesrepublik stark umstritten und führte unter anderem zum Bruch der sozialliberalen Koalition unter Bundeskanzler Helmut Schmidt. Die SPD solidarisierte sich seither mit der deutschen Friedensbewegung, der es gelang, im Herbst 1983 rund 500.000 Menschen auf die Hofgartenwiese in Bonn zu mobilisieren. Wir fragen die Historikerin Prof. Dr. Reinhild Kreis (Universität Siegen) sowie den Historiker Prof. Dr. Philipp Gassert (Universität Mannheim): Was wäre gewesen, wenn sich die Friedensbewegung mit ihrer Forderung nach Aussetzen des NATO-Doppelbeschlusses durchgesetzt hätte? Den Originalbeitrag und mehr finden Sie bitte hier: https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/waswaeregewesen_gassertkreis_natodoppelbeschluss

  2. 01.12.2022

    L.I.S.A. - Was wäre gewesen? Jan Hus wird nicht verbrannt

    Die politische Gemengelage Anfang des 15. Jahrhunderts war im abendländischen Europa kompliziert. Es gab im Heiligen Römischen Reich keinen Kaiser - die jeweils amtierenden römisch-deutschen Könige griffen nicht wie ihre Vorgänger nach der Kaiserwürde. Hinzu kam, dass sich drei Päpste - in Rom, in Avignon und in Pisa - um die Herrschaft in der Kirche bekriegten. Kurzum: Es waren unruhige Zeiten. Um wieder etwas mehr Ordnung in das Gefüge aus weltlicher und geistlicher Macht zu bringen und das Abendländische Schisma zu beenden, berief König Sigismund von Luxemburg für 1414 das Konstanzer Konzil ein. Dabei sollte es auch um die Wiederherstellung der reinen christlichen Lehre gehen, Abweichungen vom Dogma der katholischen Kirchen, wie sie unter anderen Jan Hus vertrat, unterbunden werden. Der exkommunizierte Prediger Jan Hus reiste aus Böhmen an, um sich zu erklären. König Sigismund sicherte ihm freies Geleit zu. Doch das sollte ihn nicht retten und seine Gegner nicht hindern, Jan Hus der Häresie anzuklagen und am 6. Juli 1415 in Konstanz öffentlich als Ketzter zu verbrennen. Wir haben die Mittelalterhistorikerin Prof. Dr. Eva Schlotheuber von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf gefragt, was gewesen wäre, wenn Jan Hus nicht verbrannt worden wäre. Hätte sich die politische Geschichte in Europa, aber auch die Religionsgeschichte ganz anders entwickelt? Den Originalbeitrag und mehr finden Sie bitte hier: https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/waswaeregewesen_evaschlotheuber_janhus

Info

In diesem Podcast erzählen Historikerinnen und Historiker jeweils eine kontrafaktische Geschichte zu einem konkreten realhistorischen Ereignis nach dem Motto: Was wäre wenn? Im Anschluss diskutieren die Historikerin PD Dr. Charlotte Lerg von der LMU München und der Redaktionsleiter des Wissenschaftsportals L.I.S.A. der Gerda Henkel Stiftung, Georgios Chatzoudis, mit ihren Gesprächspartnern Nutzen und Grenzen kontrafaktischer Überlegungen für die Geschichtswissenschaft.