Lust auf Streit

IG Metall Bildungszentrum Sprockhövel

Projekt im Rahmen von 50 Jahre IG Metall Bildung in Sprockhövel

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  1. 17.11.2025

    Lust auf Streit 004: Edith Großpietsch

    Das Interview mit Edith, einer engagierten Persönlichkeit in der Bildungsarbeit der IG Metall, beleuchtet ihren persönlichen Werdegang sowie die Entwicklungen in der gewerkschaftlichen Bildung über mehrere Jahrzehnte. Edith reflektiert über ihre Kindheit in einer Patchwork-Familie in Wunstorf bei Hannover und beschreibt ihre frühe Prägung durch die evangelische Jugend und die IG Metall. Diese Erfahrungen fördern ihr Interesse an sozialer Gerechtigkeit und politischem Engagement. Edith beginnt mit dem Tod von Udo, der ihr nahe stand, und wie dieser Ereignis sie ins Nachdenken über ihr eigenes Leben und ihre Erinnerungen anregte. Sie schildert ihre Anfänge in der IG Metall, die sie als technische Zeichnerin in Hannover durch ihren Vater, der ebenfalls in der Gewerkschaft aktiv war, erlebte. Edith wird Jugendvertreterin in einem von Männern dominierten Umfeld und nimmt an frühen Bildungsseminaren teil, die ihre politische Sichtweise und ihre Rolle in der Gewerkschaft geprägt haben. Besonders betont sie die Bildungserfahrungen, die sie während ihrer Lehrzeit und späteren beruflichen Laufbahn gesammelt hat. Die parallele Auseinandersetzung mit dem politischen Klima der 60er und 70er Jahre, der Studentenbewegung und den sozialistischen Ideen, die sie später intensiv studierte, bildet einen wichtigen Teil ihrer Identität. Die heftig diskutierten Themen während ihrer Zeit in der IG Metall spiegeln sich auch in den von ihr durchgeführten Seminaren wider. Edith erläutert die Entwicklungen der Bildungsarbeit innerhalb der IG Metall, insbesondere die funktionale und didaktische Aufarbeitung von Bildungsinhalten. Sie hebt die Bedeutung von partizipativer und erlebnisorientierter Bildung hervor, die die Teilnehmer aktiv einbezieht. Die Einführung von neuen didaktischen Konzepten, die sie selbst maßgeblich mitgestaltet hat, zeigt, wie sie versucht hat, die Bildungsangebote attraktiver und relevanter für die Mitglieder zu gestalten. Im Gespräch kommen auch Konflikte zur Sprache, die im Bildungsbereich der IG Metall aufgetreten sind, insbesondere um die politischen Ausrichtungen und die inhaltliche Ausgestaltung der Bildungsarbeit. Edith reflektiert über die Spannungen, die es zwischen unterschiedlichen Lager gab und wie sich diese auch auf die tägliche Arbeit und die Entscheidungen innerhalb der Organisation auswirkten. Die schwierigen Umstände nach der Wende 1989, als die IG Metall-Ost in der gewerkschaftlichen Landschaft etabliert werden musste, zeigen, wie wichtig eine gemeinsame Identität und strategisches Denken in der Bildungsarbeit waren. Edith blickt kritisch auf die Veränderungen innerhalb der IG Metall und beschreibt, wie der Fokus von sozialer Gerechtigkeit und Bildung in den letzten Jahrzehnten zunehmend unter Druck geraten ist. Ihre Schilderungen liefern einen eindringlichen Einblick in die Dynamiken und Herausforderungen der gewerkschaftlichen Bildung, während sie gleichzeitig die Notwendigkeit betont, dass Bildung ein nahtloser Teil der gewerkschaftlichen Arbeit bleibt. Insgesamt vermittelt das Interview ein umfassendes Bild von Ediths persönlichem und beruflichem Werdegang, den prägenden Erfahrungen ihrer Jugend, ihrer aktiven Rolle in der Bildungsarbeit der IG Metall sowie den Herausforderungen und Umbrüchen, die sie und ihre Kollegen über die Jahre hinweg bewältigen mussten.

    2 Std. 14 Min.

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Projekt im Rahmen von 50 Jahre IG Metall Bildung in Sprockhövel