Elevate Festival Discourse Programme

Elevate Festival

Das Diskursprogramm des Elevate Festivals mit Autor:innen, Wissenschaftler:innen, Aktivist:innen und Vertreter:innen aus Wirtschaft, Medien und Zivilgesellschaft setzt sich in der seit Jahren international beachteten Festivalkonferenz an fünf Tagen mit brennenden gesellschaftspolitischen Fragen auseinander, diskutiert und lotet Positionen und Strategien für positive Veränderung aus.

  1. Everybody Shaking: widerständige Lebenslust, liebevolle Weltbeziehungen - Elevate Festival 2026

    23. Apr.

    Everybody Shaking: widerständige Lebenslust, liebevolle Weltbeziehungen - Elevate Festival 2026

    “The personal is political.” Carol Hanisch Alles ist in Bewegung und vieles steht zugleich unter enormem Druck. Körper, Demokratien, Ökosysteme, soziale Beziehungen. Everybody Shaking öffnet den Blick auf Lebendigkeit als Gegenstück zu Leistungsversprechen, als etwas Fragiles und Geteiltes. Nicht stärker werden um jeden Preis, sondern spürbar bleiben. Nicht optimieren, sondern sorgen. Was bedeutet es, in einer Zeit permanenter Erschöpfung lebendig zu sein? Wie lassen sich Vitalität und Regeneration jenen Logiken entziehen, die sie als neue Form von Ableismus oder Longevity-Kapitalismus instrumentalisieren? Wie können Fürsorge, Verletzlichkeit und Liebe zu politischen Kräften werden? In diesem Gespräch finden Body Politics, Critical Care und mehr-als-menschliche Beziehungen zueinander. Simon(e) van Saarloos, Schriftsteller:in und Autor:in von "Against Ageism. A Queer Manifesto", hinterfragt normative Vorstellungen von Alter und Beziehungen. Andrea Schöne, Journalistin, politische Bildnerin und Autorin von "Behinderung und Ableismus" bringt Perspektiven von Inklusion und (Öko)Ableismus ein. Jol Thoms, Künstler und Forscher, teilt den Blick auf Care als Beziehung zwischen menschlichen und mehr-als-menschlichen Welten. Moderiert von Elevate Kuratorin und Transformationspsychologin Irina Nalis fragt das Panel, wie “Vital Signs”, zu widerständigen Formen von Lebendigkeit werden können. Foto: Peter Hutter ⁠Elevate Festival Website

    1 Std. 28 Min.
  2. Europas Fähigkeit zu handeln: Krieg, Wirtschaft und brüchige Allianzen - Elevate Festival 2026

    23. Apr.

    Europas Fähigkeit zu handeln: Krieg, Wirtschaft und brüchige Allianzen - Elevate Festival 2026

    “Power is not only what you have, but what you can still decide.” Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine hat Europas Sicherheitsordnung grundlegend erschüttert. Militärische Abschreckung, wirtschaftliche Abhängigkeiten und politische Handlungsfähigkeit sind enger miteinander verflochten denn je. Sanktionen, Lieferketten, Rüstungs- und Industriepolitik sind zu zentralen Schauplätzen geopolitischer Macht geworden. Europas Zukunft entscheidet sich nicht nur an militärischen Frontlinien, sondern ebenso in ökonomischen und institutionellen Auseinandersetzungen. Zusätzliche Unsicherheit entsteht durch die jüngsten Auftritte von Donald Trump. Seine wiederholten Infragestellungen transatlantischer Bündnisse, seine Aussagen zu Grönland und die Relativierung kollektiver Beistandsverpflichtungen machen ein lange verdrängtes Risiko sichtbar: das mögliche Erodieren der NATO. Europas Sicherheit erscheint damit nicht nur durch äußere Aggression, sondern auch durch die Fragilität eigener Allianzen bedroht. Wie handlungsfähig ist Europa unter diesen Bedingungen? Was bedeutet strategische Autonomie, wenn militärische Sicherheit, wirtschaftliche Resilienz und demokratische Prinzipien unter Druck geraten? Und wo liegen die politischen Kosten, wenn Abschreckung, Sanktionen und soziale Stabilität in Konflikt zueinander stehen? Im Gespräch diskutieren Michelle Haas, Expertin für europäische Sicherheits- und Verteidigungspolitik, Dmitry Nekrasov Ökonom mit Fokus auf die russische Wirtschaft, Sanktionsregime und Geoökonomie, sowie Daniela Pisoiu, Forscherin zu Sicherheitspolitik, Extremismus und politischer Gewalt. Moderiert von Stefan Lenglinger (ORF / Zeit im Bild) fragt das Panel, ob Europa seine Krisen nur verwaltet oder ob es gelingt, daraus neue Formen politischer Handlungsfähigkeit zu entwickeln. Foto: Peter Hutter Elevate Festival Website

    1 Std. 23 Min.
  3. Zukunft ist keine Mangelware: Regeneratives Wirtschaften statt Resignation - Elevate Festival 2026

    23. Apr.

    Zukunft ist keine Mangelware: Regeneratives Wirtschaften statt Resignation - Elevate Festival 2026

    “The ultimate hidden truth of the world is that it is something we make, and could just as easily make differently.” David Graeber Die Klimakrise verschwindet zunehmend aus politischen Debatten. Aber nicht, weil sie gelöst wäre, sondern weil andere Krisen lauter geworden sind. Gleichzeitig fehlen wirksame politische Rahmenbedingungen, wirtschaftliche Transformation bleibt zu langsam und gesellschaftliche Polarisierung erschwert gemeinsame Antworten. Der Eindruck von Alternativlosigkeit wächst. Doch er ist trügerisch: Zukunft ist keine Mangelware. Gestaltungsräume existieren: jenseits der künstlich erzeugten Gegensätze zwischen Wirtschaft und Klima. Wo liegen heute konkrete Möglichkeiten für ein regeneratives Wirtschaften? Wie lassen sich Klima, soziale Sicherheit und wirtschaftliche Stabilität zusammendenken, statt gegeneinander auszuspielen? Welche politischen Entscheidungen und institutionellen Veränderungen braucht es, damit Wandel wirksam wird? Im Gespräch Ilona Otto, Soziologin und Klimawissenschaftlerin, Georg Günsberg, Politik- und Strategieberater, Leiter des Netwerk Teams beim Kontext Institut, und Baro Vicenta Ra Gabbert, Greenpeace-Sprecherin, Juristin und Autorin von "Keine Zukunft ist auch keine Lösung". Moderiert von Katharina Kropshofer, Wissenschaftsjournalistin mit Schwerpunkt Umwelt und Gesellschaft, richtet das Panel den Blick auf wirtschaftliche Regeneration als demokratische Gestaltungsaufgabe zwischen politischer Blockade und konkreten Lösungsansätzen. Foto: Peter Hutter ⁠Elevate Festival Website

    1 Std. 29 Min.
  4. Vibe Shift, really?: Broligarchie, Tech-Macht und autoritäre Fantasien - Elevate Festival 2026

    23. Apr.

    Vibe Shift, really?: Broligarchie, Tech-Macht und autoritäre Fantasien - Elevate Festival 2026

    “For them, the future of technology is about only one thing: escape from the rest of us.” Douglas Rushkoff, Survival of the Richest Während digitale Technologien immer tiefer in Politik, Wirtschaft und Alltag eingreifen, verschieben sich Machtverhältnisse zunehmend zugunsten immer weniger Akteure. Tech-Milliardäre und ihre ideologische Vordenker prägen nicht nur Märkte, sondern beschädigen weltweit Demokratie und Menschenrechte. Im Mindset der “Broligarchen” ist Demokratie ineffizient, Öffentlichkeit störend, Teilhabe ein Risiko. Was bedeutet es, wenn digitale Innovation mit autoritären Fantasien verschmilzt? Welche Rolle spielen US-Tech-Eliten bei der Aushöhlung demokratischer Institutionen? Und wie lässt sich der Konzentration von digitaler, ökonomischer und politischer Macht etwas entgegensetzen? In diesem Panel analysiert Christian Schiffer, Journalist und Grimme-Preisträger (Die Peter Thiel Story), die politische Kultur digitaler Öffentlichkeiten und techno-autoritäre Tendenzen. Wolfgang Palaver, Theologe und Konfliktforscher, ordnet die ideologischen Grundlagen dieser Machtfantasien ein und beleuchtet ihre Nähe zu US-amerikanischen Tech-Eliten und politischen Akteuren. Anna-Verena Nosthoff, Juniorprofessorin für Ethik der Digitalisierung und Ko-Direktorin des Critical Data Lab, forscht u.a. zu Tech-Autoritarismus und untersucht den gesellschaftlichen Einfluss der Tech-Unternehmen und die digitale Transformation der Öffentlichkeit. Moderiert von Sarah Kriesche (Ö1) fragt das Gespräch, ob der sogenannte Vibe Shift eine reale Zeitenwende markiert oder eine Erzählung, die autoritäre Lösungen als technologischen Fortschritt tarnt. Foto: Peter Hutter ⁠Elevate Festival Website

    1 Std. 25 Min.
  5. Netzpolitischer Abend - in Kooperation mit epicenter.works & spektral - Elevate Festival 2026

    23. Apr.

    Netzpolitischer Abend - in Kooperation mit epicenter.works & spektral - Elevate Festival 2026

    Der Netzpolitische Abend greift seit 2015 aktuell relevante netzpolitische Themen auf, schafft Bewusstsein für zukünftige technologische und gesellschaftliche Entwicklungen, und ordnet diese in kurzweiliger und unterhaltsamer Form ein. Das Publikum kann sich mit Fragen und Kommentaren einbringen und am Anschluss in lockerer Atmosphäre mit den Speaker:innen weiter diskutieren. Speaker:innen Andrea Gutschi - Das Zeitalter der Desinformation: Herausforderung oder Chance für den Journalismus? Falschnachrichten, Clickbait oder Kampagnenjournalismus: Wenn die alte und die neue Medienwelt kollidieren, werden vor allem ihre jeweiligen Schwächen sichtbar. Einerseits prägen Plattformlogiken zunehmend journalistische Entscheidungen. Andererseits konkurrieren Medienhäuser unter wirtschaftlichem Druck um Aufmerksamkeit und Reichweite. Geschwindigkeit, Emotionalisierung und Zuspitzung verdrängen dabei immer öfter Einordnung, Kontext und Sorgfalt. Was es jetzt braucht, ist eine stärkere Definition dessen, was Journalismus leisten soll: Er sollte nicht mit sozialen Netzwerken um Aufmerksamkeit ringen, sondern als Korrektiv in einer zunehmend polarisierten öffentlichen Debatte wirken. Reichweite ist kein Ersatz für Glaubwürdigkeit – und der Verweis auf Social Media darf keine Ausrede für schlechte Praxis sein. Wir diskutieren, wie Social-Media-Dynamiken redaktionelle Standards untergraben, warum sich Redaktionen stärker davon emanzipieren müssen und welche Folgen Qualitätsverlust für das Vertrauen in Medien hat. Im Zentrum steht die Frage, was professionellen Journalismus heute ausmacht und wie er seine Rolle als verlässliche Infrastruktur demokratischer Öffentlichkeit zurückgewinnen kann. Sebastian Kneidinger - Gute Hacker, schlechtes Recht? Je mehr Digitalisierung unseren Alltag prägt, desto stärker sind wir darauf angewiesen, dass diese Systeme sicher sind. Wer Sicherheitslücken findet und verantwortungsvoll meldet, handelt also im öffentlichen Interesse – bewegt sich in Österreich aber noch immer in einer rechtlichen Grauzone. Auch epicenter.works war selbst von langjähriger strafrechtlicher Verfolgung betroffen. Der Unterschied ist klar: Kriminelle nutzen Sicherheitslücken aus oder verkaufen sie weiter, während Ethical Hacking dem Prinzip der Responsible Disclosure folgt: finden, melden, beheben. Offene Schwachstellen sind Einfallstore für Spionage, Erpressung oder Sabotage und damit längst auch ein geopolitischer Faktor. Der Vortrag zeigt, warum Sicherheitsforschung keine Nischenforderung der IT-Community ist. Eine eine spannende Auseinandersetzung damit, wie Österreich digitale Resilienz stärken und sich zukunftssicher aufstellen kann. Erwin Steinhammer - Informationsfreiheit nutzen - Praxistipps zum Stellen effektiver Informationsbegehren Seit 1. September 2025 gilt in Österreich das Grundrecht auf Zugang zu Informationen (Informationsfreiheit). In diesem Vortrag zeigt das Forum Informationsfreiheit auf, wie man effektive Informationsbegehren stellt, welche Hürden es dabei gibt und wo im Vergleich zu den Nachbarländern noch bessere Lösungen nötig wären. Moderation: Elisabeth Kury Foto: Peter Hutter Elevate Festival Website

    1 Std. 22 Min.

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Das Diskursprogramm des Elevate Festivals mit Autor:innen, Wissenschaftler:innen, Aktivist:innen und Vertreter:innen aus Wirtschaft, Medien und Zivilgesellschaft setzt sich in der seit Jahren international beachteten Festivalkonferenz an fünf Tagen mit brennenden gesellschaftspolitischen Fragen auseinander, diskutiert und lotet Positionen und Strategien für positive Veränderung aus.