Eine neue wissenschaftliche Studie sorgt für Aufsehen: Regenwasser, lange als relativ sauber eingeschätzt, enthält in Frankreich mittlerweile Pestizidkonzentrationen, die über den Grenzwerten für Trinkwasser liegen. In dieser Podcastfolge erklärt Thomas Schwabe, was genau entdeckt wurde und was das für unseren Umgang mit Wasser bedeutet. 🎧 Themen der Folge: Aktuelle Forschungsergebnisse zu Pestiziden in der AtmosphäreWarum selbst Bio-Gemüse vom Regen betroffen sein kannWelche Risiken bestehen für Grundwasser, Talsperren und TrinkwasserWarum Mineralwasser keine sichere Alternative istWas du konkret tun kannst, um deine Wasserqualität zu verbessern Diese Episode ist ein Weckruf für alle, die sich bisher sicher fühlten und ein Aufruf, sich bewusst mit Wasser, Umwelt und Filtration auseinanderzusetzen. Ein aufrüttelnder Report über die Realität vor unserer Haustür sachlich, faktenbasiert, mit konkreten Handlungstipps. Are Clouds a Neglected Reservoir of Pesticides? von Angelica Bianco u. a., veröffentlicht im Environmental Science & Technology (2025) mit der PMID 40920485. Man hat an der Station Puy de Dôme (Zentral-Frankreich) Wolkenwasserproben genommen (also flüssiges Wasser im Wolkenbereich) und darin die Konzentrationen von 32 Pestiziden untersucht. Gefundene Konzentrationsbereiche lagen etwa im Bereich „unter µg L⁻¹ bis µg L⁻¹“ in den Wolkenwasserproben. In etwa Hälfte der Proben lag die Gesamt-Pestizidkonzentration über 0,5 µg/L — was als Vergleichswert mit der europäischen Grenzwertvorgabe für Trinkwasser herangezogen wird. Die Autoren schätzen, dass sich zwischen ca. 6,4 ± 3,2 Tonnen und 139 ± 75 Tonnen Pestizide in der Wolken-Wasserphase über Frankreich befinden könnten — je nach Wolkenbedeckung und Situation. Einige der gefundenen Wirkstoffe bzw. Metaboliten sind laut Studie bereits in Frankreich verboten bzw. nicht mehr zugelassen. Aus den Abstract und Sekundärquellen ergibt sich: Die Studie untersuchte Wolkenwasserproben am Standort Puy de Dôme (Zentral-Frankreich) und maß Konzentrationen von 32 Pestiziden im Bereich von unter µg L⁻¹ bis µg L⁻¹. Es wird angegeben, dass teilweise Substanzen enthalten waren, die längst verboten sind in Frankreich bzw. in der EU. Eine Sekundärquelle nennt, unter anderem, folgende Wirkstoffe bzw. Metaboliten bzw. Gruppen: Atrazine (Herbizid, in der EU seit 2003 verboten) Carbendazim (Fungizid-Wirkstoff, 2008 verboten) Fipronil (Insektizid) Metolachlor (Herbizid, in Frankreich verboten) 2,4-Dinitrophenol (eher Photoprodukt/Umwandlungsprodukt, früher als Pestizid klassifiziert) Mesotrione (Herbizid, genannt mit Konzentration bis ca. 620 ng L⁻¹) DEET (Insektenschutzmittel – nicht klassisch Agrar-Pestizid, hier aber erwähnt) Weitere Hinweise: Die Sekundärquelle listet die 32 Substanzen auf in Kategorien: Herbizide (9), Insektizide (7), Fungizide (3), Biocide (1), Additive (3), Transformationsprodukte (8) — allerdings nicht mit allen konkreten Namen in dem Artikel.