Big Names Only: Crémant-Brunch-Special mit Stefan Westerwelle SettingErstmals sitzt der Gast mit im Raum, statt per Bildschirm zugeschaltet zu sein. Es gibt Crémant und Kaffee. Nachbar Stefan Westerwelle, Filmemacher, Autor und selbsternannter „Diplom-Küchenpsychologe“, bringt Hündin Susi mit. Sie ist siebeneinhalb Monate alt und zum ersten Mal läufig. Running Gag: Stefan hat erstmals Binden bei Rossmann gekauft, und Susi zerlegt währenddessen ein Deko-Kissen. Roter Faden: Wie schauen wir auf Frauen? Susan Dell und Body ShamingDie Frau des Dell-Gründers wurde nach ihrem Auftritt im Weißen Haus zum Meme („Nordic Alien“, „Reptiloid“). Stefan gibt zu, dass er sie wie Trump fasziniert anschaut, so wie man langsamer an einem Unfall vorbeifährt. Ist es legitim, dass sich gerade Trump-Gegner über ihr Aussehen lustig machen? Beide finden: Body Shaming ist nie okay, egal aus welcher Richtung. Zumal über ihre Milliardenspende für Kinder kaum jemand spricht. Trumps PressesprecherinSie trat nach vier Tagen wegen fehlender Qualifikation zurück. Für Stefan ist das typisch: Trump wählt nach Looks statt nach Kompetenz. Was sollten Jugendliche schauen?Stefan hält die deutsche Einteilung in Kinder-, Jugend- und Erwachsenenfilm für überholt. Er empfiehlt „Sieben Minuten nach Mitternacht“ von J. A. Bayona, bei dem er und seine Zwillingsschwester weinen mussten. SNL und politische KorrektheitEin Comedian sorgte mit dem Satz für Empörung, Frauen zögen sich im Gym an „wie Nutten“. Stefan findet das unlustig, trauert aber der Kantigkeit von Little Britain nach: Gute Satire trifft die Diskriminierenden, nicht die Marginalisierten. Daniel setzt auf „von unten nach oben“, und beide fragen sich, wer eigentlich „oben“ ist. Meghan Markle und die Frage „Was Lady Diana a bitch?“Meghans Rückkehr nach England bringt Stefan auf die These, Diana könnte privat auch zerstörerisch gewesen sein und ihre Kinder instrumentalisiert haben. Daniel widerspricht. Er hat sich für ein Doku-Drama zu ihrem Todestag intensiv mit ihrer Biografie beschäftigt und sieht eine schüchterne junge Frau, die nicht wusste, worauf sie sich einlässt. Die Kernfrage: Warum sortieren wir Frauen so leicht in gut und böse, und tun wir das bei Männern auch? Ben Affleck über J.LoAffleck lobte ihre Arbeitsethik. Stefan sieht darin das Klischee der fleißigen Latina. Daniel liest es eher als Erkenntnis, wie viel härter Frauen aus Minderheiten arbeiten müssen. Dating in BerlinStefan erzählt von seiner „katastrophalen Dating-Woche“: Ein Date bot ihm am Freitagabend nur zwei Stunden an, weil danach ein Sex-Date anstand. Derselbe Mann hatte ihn schon am ESC-Wochenende versetzt. Daniel rät, lieber im echten Leben jemanden kennenzulernen als über Apps. Stefan kontert, im Mauerpark redeten alle nur mit Susi. Daniels Verkupplungsidee, ein Ex-Schauspieler, scheitert an dessen 1,95-Meter-Regel. Zum Schluss gibt es Küchenpsychologie: Schauspieler brauchen Dauer-Aufmerksamkeit, Regisseure sind Kontrollfreaks, und schuld sind natürlich die Mütter. RausschmeißerEin Reel zu Practical Magic 2 zeigt Nicole Kidman beim Mentalisten. Stefan schweift ab und schließt mit der Pointe, dass er wohl doch ADHS hat. Das Kissen ist hinüber.