FILMREIF - Filme, Machen und andere Realitätsverweigerungen

Fabian Kratzer , Nando Dietz

Regisseur Nando Dietz und Komponist Fabian Kratzer quatschen sich durch den ganz normalen Wahnsinn der Filmbranche. Zwischen Set-Chaos, Musikstudio, kreativen Höhenflügen und gelegentlichen Nervenzusammenbrüchen geht’s um alles, was beim Filme machen (und drum herum) so passiert. Mal ernst, mal völlig absurd – wir reden über unsere Projekte, philosophieren über das Leben und feiern die kleinen wie großen Realitätsfluchten, die Kunst so schön machen. Kurz: Zwei Typen aus der Branche erzählen, wie’s wirklich läuft. Oder zumindest, wie wir’s gerne hätten.

  1. 13. Okt.

    Folge 41 - Für immer 16: Ein Spielfilm komplett auf Super 8

    Wenn ihr uns unterstützen wollt könnt ihr das hier tun und uns einen Kaffee spendieren:https://ko-fi.com/filmreifKleiner Hinweis vorweg: Unsere Audiotechnik hat bei dieser Aufnahme leider kein Signal aufgezeichnet, deshalb hört ihr diesmal den Kameraton. Da Brezels Film selbst von Super 8, DIY und einer bewusst rohen Ästhetik lebt, haben wir den Gedanken direkt weitergesponnen und auch diese Folge etwas ungeglätteter gestaltet. Passt irgendwie.-------Brezel Göring war Musiker bei Stereo Total – und hat irgendwann beschlossen, einfach einen Spielfilm zu drehen. Ohne Filmstudium, ohne jahrelangen Weg durch die klassische Filmbranche und mit einer ziemlich klaren Haltung: Man muss nicht auf die perfekte Voraussetzung warten, um etwas zu machen.Sein Film „Für immer 16“ basiert auf einem unveröffentlichten Roman seiner verstorbenen Partnerin Françoise Cactus und wurde komplett auf Super 8 gedreht. Im Gespräch erzählt Brezel, warum genau dieses Format für ihn perfekt funktioniert, weshalb er bewusst ohne Setton gearbeitet hat und warum Unschärfen, technische Fehler und Unperfektheit für ihn keine Probleme sind, die unbedingt beseitigt werden müssen.Wir sprechen über das erstaunlich kleine Team hinter dem Film, den Weg von einer ursprünglichen Kalkulation von rund 6.000 Euro zu einer geförderten Produktion mit etwa 80.000 Euro Budget und darüber, was professionelle Postproduktion am Ende trotzdem verändern kann.Besonders spannend wird es bei der grundsätzlichen Frage: Warum machen viele Filmemacher aus ihrem ersten Film ein nahezu unüberwindbares Projekt – während Brezel einfach angefangen hat?Für ihn hat das viel mit DIY, Selbstermächtigung und seiner musikalischen Vergangenheit zu tun. Film muss nicht perfekt sein, um etwas auszulösen. Vielleicht muss man manchmal sogar weniger darüber wissen, was angeblich alles notwendig ist.Natürlich sprechen wir auch über KI. Gerade in einer Zeit, in der Bilder immer perfekter generiert werden können, sieht Brezel menschliche Fehler plötzlich als etwas Wertvolles: Dinge, die eben genau deshalb interessant sind, weil eine Maschine sie so wahrscheinlich nicht gemacht hätte.Eine Folge über Super 8, Punk, Filmförderung, künstliche Intelligenz und vor allem über die vielleicht wichtigste Erkenntnis für unabhängige Filmemacher: Manchmal muss man einfach anfangen.Hier auch der Link zum Trailer:https://www.youtube.com/watch?v=KTHx3xv2TEM

  2. 30. Sept.

    Folge 40 - No Budget ist nie No Budget

    Wenn ihr uns unterstützen wollt könnt ihr das hier tun und uns einen Kaffee spendieren:https://ko-fi.com/filmreif-------Laura hat für ihren Abschlussfilm an der Macromedia Hochschule nicht nur Regie geführt, sondern gleichzeitig auch produziert. Wir sprechen darüber, wie sie mit wenig Budget eine Crew zusammengestellt hat, warum kurzfristige Ausfälle bei No-Budget-Produktionen fast dazugehören und weshalb Regie und Produktion gleichzeitig schnell zur Doppelbelastung werden.Der rund 20-minütige Film entstand größtenteils in einem Freizeitpark in Ruhpolding und kostete am Ende ungefähr 2.000 Euro. Laura erzählt, wo das Geld tatsächlich landet, wie wichtig kostenlose Locations, Unterkünfte und Hochschul-Equipment sind und warum selbst ein vermeintlicher No-Budget-Film nie wirklich ohne Budget entsteht.Außerdem geht es um Continuity-Fehler, Wetterprobleme, kurzfristig wechselnde Crewmitglieder und die Frage, warum Kurzfilme für junge Filmemacher vielleicht eine der wertvollsten Möglichkeiten sind, das Handwerk wirklich zu lernen.Natürlich sprechen wir auch über KI. Laura erzählt, warum sie die Entwicklung gerade durchaus beunruhigt, gleichzeitig aber auch Chancen in hybriden Produktionen, Set Extensions und anderen Anwendungen sieht. Für sie bleibt vor allem die Arbeit mit echten Schauspielern und die zwischenmenschliche Dynamik am Set ein wesentlicher Teil dessen, warum sie Filme machen möchte.Zum Schluss geht es um ihren nächsten Schritt nach dem Studium, Praktika, den Einstieg in die Branche und ihren Wunsch, langfristig als Regisseurin zu arbeiten – am liebsten natürlich weiterhin mit RomComs.

  3. 15. Sept.

    Folge 39 - Filmdreh mit Kindern: Wie führt man Kinder vor der Kamera?

    Wenn ihr uns unterstützen wollt könnt ihr das hier tun und uns einen Kaffee spendieren:https://ko-fi.com/filmreif-------Wie führt man Kinder vor der Kamera? Was unterscheidet einen Kinderfilm eigentlich von einer Produktion für Erwachsene? Und wie schafft man es, trotz Zeitdruck einen Rahmen zu schaffen, in dem junge Schauspieler wirklich spielen können?Zu Gast ist Regisseurin Hanna-Lisa Paul. Sie hat an der Kunsthochschule für Medien Köln studiert, bei zahlreichen Film- und Serienproduktionen gearbeitet und sich zunehmend auf Stoffe mit und für Kinder spezialisiert.Wir sprechen darüber, warum Kinder sehr direkt zeigen, ob eine Regieanweisung funktioniert, wie viel Freiheit Improvisation am Set bekommen sollte und warum Hanna-Lisa nur selten etwas vorspielt. Außerdem erzählt sie von Drehs mit Kinderdarstellern, Tiertrainern, Doubles und sehr begrenzter Arbeitszeit – und davon, wie schnell man als Regie lernen muss, ursprüngliche Pläne loszulassen.Ein weiteres Thema ist ihr eigener Weg durch die Filmbranche: vom Setrunner und der Regieassistenz über Kinderbetreuung und Produktionsjobs bis hin zur eigenen Serien- und Kinoregie. Dabei sprechen wir auch über Machtstrukturen am Set, Sexismus, Erfahrungen als junge Regisseurin und die Frage, wie man sich eine eigene Position erarbeitet, ohne dabei den eigenen Führungsstil aufzugeben.Eine Folge über Kinderfilm, Regiearbeit, Resilienz und darüber, warum Erfahrungen an möglichst vielen unterschiedlichen Sets manchmal wertvoller sind als der geradlinigste Karriereweg.

  4. 18. Aug.

    37 - So viel Production Value mit so wenig Budget?

    eim Re:Frame Filmfestival in Amberg haben wir gemeinsam mit dem Festival einen Sonderpreis vergeben. Unsere Wahl fiel auf „Ebenbilder“ von Fiona – einen 13-minütigen Bachelorfilm, der uns vor allem durch seinen Look, seine Inszenierung und seinen erstaunlich hohen Production Value aufgefallen ist. In dieser Folge sprechen wir mit Fiona darüber, wie „Ebenbilder“ entstanden ist. Der Film spielt in einer Gruppentherapie für künstliche Menschen und stellt eine ungewöhnliche Frage: Was wäre, wenn künstliche Intelligenzen irgendwann ein Bewusstsein entwickeln – und mit ihrer eigenen Existenz klarkommen müssten? Wir schauen hinter die Kulissen der Produktion: Wie stellt man humanoide Roboter mit Make-up, Schauspiel, Sound und Postproduktion dar? Wie findet man eine zehnjährige Hauptdarstellerin? Wie entsteht mit Hochschultechnik, einem kleinen Team und wenigen hundert Euro Budget ein Film, der deutlich größer aussieht? Fiona erzählt außerdem von ihrem Weg Richtung Drehbuch und Regie, ihren Erfahrungen bei Bewerbungen an Filmhochschulen und ihrem Plan, nach dem Studium professionell in der Filmbranche Fuß zu fassen. Und natürlich sprechen wir über KI. Fiona hat sie bereits beim Drehbuchschreiben und in der Postproduktion eingesetzt und sieht darin weniger eine Bedrohung als ein Werkzeug, das Filmemachen künftig deutlich zugänglicher machen könnte. Gleichzeitig diskutieren wir, wo KI an ihre kreativen Grenzen stößt und warum vielleicht gerade kreative Menschen gute Voraussetzungen haben, sich an die Veränderungen anzupassen. Den Kurzfilm „Ebenbilder“, Fionas Instagram-Kanal und weitere Links findet ihr unten in der Beschreibung.

  5. 8. Juli

    34 - Alternative Filmfinanzierung: So entstehen heute Independent-Filme

    Diese Folge haben wir direkt auf dem Filmfest München aufgenommen – mitten im Festivalgarten, bei sommerlichen 37 Grad und entsprechend lebhafter Atmosphäre. Die Tonqualität ist diesmal nicht ganz auf unserem gewohnten Niveau, der Inhalt dafür umso spannender.Zu Gast ist Filmemacher, Produzent und Netzwerker Felix Meinhardt. Gemeinsam sprechen wir darüber, warum er nicht mehr ausschließlich auf klassische Filmförderung setzt und stattdessen eigene Wege der Filmfinanzierung entwickelt hat.Wie entstehen Spielfilme mit privaten Investoren? Welche Rolle spielen Experten, Personal Brands und strategische Partnerschaften? Warum sind Networking, Sichtbarkeit und Eigeninitiative heute wichtiger denn je? Und wie verändert Künstliche Intelligenz den Produktionsalltag, ohne das eigentliche Filmemachen zu ersetzen?Außerdem erzählt Felix von seinem Weg vom Fotografen zum Produzenten, von internationalen Filmprojekten, seinen Veranstaltungen für Filmschaffende und davon, weshalb Vertrauen oft wichtiger ist als das perfekte Pitch Deck.Eine Folge über Unternehmertum in der Filmbranche, neue Finanzierungsmodelle und die Frage, wie unabhängiges Filmemachen auch ohne jahrelange Wartezeiten möglich werden kann.Kapitel00:00 Aufnahme auf dem Filmfest München & Vorstellung von Felix Meinhardt02:00 Vom Fotografen zum Filmemacher – Sichtbarkeit, Networking und Karriere11:45 KI im Film: Werkzeug statt Ersatz15:20 Alternative Filmfinanzierung – Wie Spielfilme ohne klassische Förderung entstehen32:10 Was junge Filmschaffende heute wirklich brauchen45:00 Networking als Erfolgsstrategie – Warum Geben oft wichtiger ist als Nehmen

Info

Regisseur Nando Dietz und Komponist Fabian Kratzer quatschen sich durch den ganz normalen Wahnsinn der Filmbranche. Zwischen Set-Chaos, Musikstudio, kreativen Höhenflügen und gelegentlichen Nervenzusammenbrüchen geht’s um alles, was beim Filme machen (und drum herum) so passiert. Mal ernst, mal völlig absurd – wir reden über unsere Projekte, philosophieren über das Leben und feiern die kleinen wie großen Realitätsfluchten, die Kunst so schön machen. Kurz: Zwei Typen aus der Branche erzählen, wie’s wirklich läuft. Oder zumindest, wie wir’s gerne hätten.