Schmid und Landolt unstrukturiert

Bildungsrevoluzer Nils Landolt und Berufswahlinnovator Simon Schmid sprechen über Neurodivergenzen und andere Herausforderungen im Leben.

  1. 11. Sept.

    32: ADHS ist keine Modediagnose mit Hirncoach Dr. Maria Brasser

    Diese Folge ist ein Heimspiel für unser aller Lieblingsorgan: das Hirn. Zu Gast ist Maria Brasser, Neurowissenschaftlerin, Hirncoach und Mitgründerin von hirncoach.ch – mit im Gepäck ein quietschendes Hirnmodell und jede Menge Forschung aus erster Hand. Wir reden darüber, was gerade in unseren Köpfen passiert, während wir aufnehmen (Beta- bis Gamma-Frequenz, wenn ihr's wissen wollt), und warum schon die blosse Anwesenheit eines Handys unsere Gedächtnisleistung senkt – ohne dass wir es überhaupt anschauen. Maria erklärt, was der «Brain-Drain-Effekt» mit unseren Kindern macht, warum Suchtsysteme ein Leben lang bestehen bleiben können und weshalb fast alle Jugendlichen im Rückblick sagen, ihre Eltern hätten strenger sein sollen. Nils wird dabei ungewohnt persönlich: Er outet sich als Vater, der in der Medienerziehung nicht immer alles richtig gemacht hat, und erzählt von der Schatztruhe, in der bei ihm zu Hause die Handys landen. Simon fragt nach, Maria liefert die Wissenschaft dazu – von Schlaf und dem glymphatischen System bis zur simplen Dankbarkeitsübung, die messbar etwas im Hirn verändert. Was bleibt: Verbote allein bringen wenig. Was zählt, ist der offene Dialog – mit den Kindern und mit sich selbst. Wer ist Maria Brasser und wie wird man «Hirncoach»Was im Hirn passiert, wenn wir uns unterhaltenDer Brain-Drain-Effekt: Warum die blosse Anwesenheit eines Handys reichtSucht, Rauchen und Medien: «Wünschst du, hätte es nie angefangen?»ADHS, Neurodivergenz und digitale MedienBildschirmzeit bei Jugendlichen: 7 bis 11 Stunden am WochenendeElternsein zwischen Kontrolle und VertrauenMorgenroutine fürs Hirn: Wasser, Licht und drei Minuten Vorfreude

  2. 4. Sept.

    31: Eine Lehre ohne Berufsschule, ohne Noten, ohne EFZ

    Der letzte Podcast aus dem Pool für diese Saison, und diesmal soll Nils allein erzählen. Funktioniert nur bedingt, weil er nach zwei Minuten sagt, er brauche einen Fragesteller, sonst stocke er. Worum es geht: Nils baut ein eigenes Lehrstellenformat. ICP steht für Intrinsic Certified Professional, also intrinsisch zertifizierte Fachkraft. Fünf Tage im Betrieb, keine Berufsschule, keine Noten, die Theorie wird on the job erarbeitet. Und ja, am Schluss steht kein EFZ. Angefangen hat es damit, dass das Lernhaus Sole eine ganz normale FaBe-Lehrstelle anbieten wollte. Hanna hätte die Berufsbildnerin sein sollen, formal wäre aber Nils dran gewesen, samt Kurs und Papierkram. Seine Reaktion darauf ist im Podcast nachhörbar und nicht ganz jugendfrei. Der Punkt dahinter: Die Strukturen wirken dem entgegen, was sie eigentlich wollen. Simon spielt Advocatus Diaboli. Wie reagieren die Verbände? Was ist mit dem Ziel, dass 90 Prozent aller 20-Jährigen einen Sek-II-Abschluss haben? Und was heisst es für eine 15-Jährige, dieses Risiko einzugehen, wenn niemand garantieren kann, dass es später sur Dossier anerkannt wird? Zum Schluss die offene Mediamatik-Lehrstelle, inklusive Dokumentarfilm und einer Reise nach Indien im Oktober. Was ICP-Lehre heisst und warum bewusst nicht EFZDer Weg über die Nachholbildung sur DossierWarum die klassische FaBe-Lehrstelle gescheitert istFünf Tage Betrieb statt BerufsschuleDas Risiko, am Schluss ohne eidgenössischen Abschluss dazustehenWie ABU anerkannt werden könnteFür wen das Format gedacht istDie Mediamatik-Lehrstelle, der Dokumentarfilm und IndienGesucht: Betriebe, die jemanden mit ICP-Abschluss anstellen würden

  3. 30. Aug.

    30: Der weltschlechteste Angestellte, den man haben kann

    Die Drohne ist im Pool gelandet, Nils fischt noch Blätter heraus, und immerhin ist jetzt geklärt, dass die kleinen Körner im Wasser tatsächlich Raupenkot waren. Danach wird es ernst. Auslöser für dieses Gespräch war ein Satz aus einem anderen Podcast: jemand habe ADHS gehabt, «bevor es cool geworden ist». Genau da hakt Simon ein. Denn zwischen uns beiden ist Neurodivergenz meistens ein Running Gag, und heute geht es einmal um die andere Seite. Wann merkst du, dass du ADHS hast, und wünschst dir, du hättest es nicht? Nils erzählt von einer Impulskontrolle, die es faktisch nicht gibt, von zwei Wochen Struggeln vor einer Keynote, von Betreibungen wegen untergegangener Rechnungen und davon, warum er sich selbst für den schlechtesten Angestellten der Welt hält. Und davon, was daraus gefolgt ist: ein Leben, das um dieses Naturell herum gebaut ist. Seit einem Dreivierteljahr braucht er dafür kein Medikament mehr. Dazwischen die Frage, was passiert, wenn Diagnosen über TikTok wandern, warum seine Eltern damals aus Angst vor Stigmatisierung abgeblockt haben, und weshalb Selbstfürsorge kein Egoismus ist, sondern die Voraussetzung dafür, überhaupt für andere da sein zu können. Am Schluss die Antwort auf die Titelfrage: cool ist es nicht. Der Drohnenabsturz und die Sache mit dem Raupenkot«Bevor es cool geworden ist»: der Auslöser fürs GesprächImpulskontrolle, Hyperfokus und Weaponized IncompetenceWarum fremde Aufgaben nicht funktionierenDie Keynote in Chur und ein Team, das rettet«Ich bin der weltschlechteste Angestellte»Rechnungen, Betreibungen und ein sehr konkreter ADHS-HackKein Projekt mehr, für das er nicht brenntJesper Juul und die persönliche vor der sozialen VerantwortungDiagnose über TikTok und die Angst vor StigmatisierungEin Dreivierteljahr ohne Medikament

  4. 22. Aug.

    29: Ferien sind das grösste Privileg am Lehrerberuf

    Erste Folge im Pool. Nils auf der Luftmatratze, Simon am Ventil, das Mikrofon in gefährlicher Nähe zum Wasser und mittendrin der Satz, der alles zusammenfasst: «Scheisse, Mann. Was haben wir uns da angetan?» Nach sechs Wochen Sommerpause reden wir darüber, was so eine Pause eigentlich mit einem macht. Nils war vor den Ferien wirklich an der Grenze seiner Energie, nach einem halben Jahr mit einer herausfordernden Konstellation im Lernhaus Sole. Jetzt ändert sich einiges: ein wöchentliches Gefäss, in dem Kinder ihre Projekte auf die Bühne bringen, mehr Coaching-Gespräche, ein umgebauter Raum, über 40 Kinder und Jugendliche und eine neue Lehrstelle. Und Ferien, findet Nils, sind das grösste Privileg am Lehrerberuf, nicht «unterrichtsfreie Zeit». Der zweite Teil dreht sich um KI. Simon hat aus reiner Langeweile mit Claude zwei neue Websites für seine Podcasts gebaut, inklusive einer Volltextsuche über sämtliche Episoden. Nils erzählt von Marc, der seine Arcade unbedingt selber bauen wollte und warum genau dieser Reflex uns in der Schule anerzogen wird. Dazu die Frage, was wegfällt, wenn die Maschine plötzlich alles kann, und was dafür überhaupt erst entsteht. Am Schluss: ein T-Shirt, ein Gewinner und eine neue Verlosung. — Die erste Aufnahme im Pool und wie es fast schiefging — Sechs Wochen Ferien: Privileg oder unterrichtsfreie Zeit? — An der Energiegrenze: was Nils vor den Ferien gebraucht hat — Was sich im Lernhaus Sole nach den Ferien ändert — Team, Stellenprozente und eine neue Lehrstelle — Vibe-Coding: neue Websites und die Suche über alle Episoden — Von ChatGPT zu Claude und die Sache mit den Token — Marc, die Arcade und der Satz «Ich will es selber gemacht haben» — KI und Chancengerechtigkeit in der Berufswahl — Der Prototyp der Profolio-KI — T-Shirt-Verlosung mit Walliser Wein

  5. 3. Juli

    27: Auf der Suche nach der Pendant-Schule

    Nils' Sohn sagt ihm, er rede zu langsam. Simons Frau hört den Podcast auf doppelter Geschwindigkeit. Hanna möchte am liebsten die ganze Version von Nils. Und Simon ist schlicht zu unstrukturiert, um dort weiterzuhören, wo er aufgehört hat. So beginnt die dritte Episode der neuen Staffel – mit einer Diskussion über Aufmerksamkeit, Podcadenz und ESC-Songs, die kürzer werden, weil Algorithmen kurze Lieder belohnen. Und mit der ehrlichen Frage: Wie lange soll ein Podcast eigentlich sein? Dann wird es konkreter. Simon und Nils reflektieren, was der Besuch bei Florian Knaus und time4 in ihnen ausgelöst hat. Nils formuliert eine These, die ihn nicht loslässt: Das öffentliche Schulsystem ist bereits zusammengebrochen. Man erkennt es nur noch nicht. Und dann kommt der Aufruf: Simon und Nils suchen das Pandant für freies Lernen in der Volksschule. Eine öffentliche Schule, eine Klasse, eine Lehrperson, die selbstbestimmtes und freies Lernen konsequent umsetzt, nicht einfach einen abgestuften Lehrplan. Als Massstab dient eine Matrix von Denkreise, Rahel Tschopp mit acht Dimensionen: Ziele, Methode, Medien, Materialien, Inhalt, Zeitpunkt, Lernort und Sozialform. Damit eine Schule als solches Pandant gilt, müssen mindestens sechs dieser acht Dimensionen vollständig selbstbestimmt sein – die Schülerinnen und Schüler entscheiden also selbst, ohne Rücksprache mit der Lehrperson. Wer so jemanden kennt oder selbst so arbeitet, soll sich melden. Nils verspricht den tiefsten Respekt. Und ein T-Shirt.Themen dieser Episode Zu langsam für TikTok: Warum Nils' Sohn ihm das ins Gesicht sagtESC und Algorithmen: Warum Songs kürzer werden – und was das über unsere Aufmerksamkeit sagtWie schnell hört ihr unseren Podcast? Schreibt es in die Kommentare – Gewinnchance T-ShirtReflexion nach Time4: Was der Besuch bei Florian ausgelöst hat«Das öffentliche Schulsystem ist bereits zusammengebrochen – man erkennt es nur noch nicht»Die Pandant-Schule: Simon und Nils suchen Lehrpersonen, die selbstbestimmtes Lernen wirklich lebenSelbstbestimmtes Lernen vs. abgestufter Lehrplan: Der Unterschied auf einer TabelleKinder fälschen Markenlogos auf T-Shirts – und warum Nils das nicht abwürgen will

  6. 19. Juni

    26: Florian Knaus – time4, die Ausbildung die du dir selbst baust

    Wir sind zu Gast im Impacthub Zürich. Einem der Treffpunkte von time4. Florian Knaus ist Lernbegleiter, Autodidakt in Mechanik, Musik und Psychologie und Gründer von Time4. Er hat sich nicht für eine klassische Lehre oder weiterführende Schule absolviert. Hat während der Schulzeit angefangen, Töffli zu kaufen, zu flicken und weiterzuverkaufen. Irgendwann hatte er 70 Mofas und eine eigene Werkstatt. Florian ist in einer Freischule aufgewachsen – seine Eltern haben eine eigene Schule gegründet, weil der Kanton die häusliche Gemeinschaft aus drei Familien nicht mehr als Homeschooling anerkannte. Er hat nie ein Rechnungsblatt gelöst. Und er hat sich irgendwann gefragt: Warum funktioniert selbstbestimmtes Lernen und was passiert dabei im Gehirn? Time4 ist seine Antwort: eine Ausbildung, die sich Jugendliche selbst bauen. Keine Lehrstelle, kein Stundenplan. Stattdessen: eigene Projekte, alle zwei bis drei Wochen ein gemeinsames Treffen, und ein Lernbegleiter, der Fragen stellt statt Stoff vorgibt. Nicht alle werden danach selbstständig. Eine Teilnehmerin arbeitet heute in einer Buchhandlung in Glarus – und liebt es. Das Gespräch streift Neurologie, gesellschaftlichen Status, das Bildungssystem als Filtermaschine und die Frage, ob selbstbestimmtes Lernen wirklich auch im öffentlichen Schulsystem möglich ist. Themen dieser Episode Florian Knaus: Wer er ist und wie er aufgewachsen istFreischule statt Regelschule: Wenn Eltern eine Schule gründen70 Velos und eine Werkstatt: Wie Florian Unternehmertum gelernt hat – ohne es zu lernenTime4: Eine Ausbildung, die Jugendliche sich selbst bauenKein KV, kein Stundenplan – wie läuft ein Montag bei Time4?Was das Bildungssystem als Filtermaschine tut – und was es dabei verliertGesellschaftlicher Status über Berufstitel: Warum uns diese Frage begleitetSelbstbestimmtes Lernen in der öffentlichen Schule: Gibt es das?

  7. 5. Juni

    25: Auf der Suche nach dem, was Schule sein könnte

    Willkommen in der neuen Staffel. Simon und Nils sind im Kraftwerk Impact Hub Zürich. Zum ersten Mal nicht zu Hause aufgenommen und raus aus der Komfortzone. Draussen gibt es Zebrakostüme, eine Schaltzentrale aus einem alten Kraftwerk, guten Kaffee und Eistee. Und drinnen beginnt «unstrukturiert» Staffel 2. Was in der Frühlingspause alles passiert ist: Das Lernhaus Sole nun 40 Kinder aufgenommen. Es gibt einen T-Shirt-Drucker, einen Lasercutter, einen Apparel Printer – und demnächst «Unstrukturiert»-T-Shirts zum Verlosen. Wer eines will, schreibt es in die Kommentare. Dann kündigen Simon und Nils an, was Staffel 2 bedeutet: Sie gehen raus. Zu den Menschen, die Bildung anders denken. Zu innovativen Lernorten, Projekten und Persönlichkeiten. Sie besuchen Time4 mit Florian Knaus, schauen sich Schulen an, die selbstbestimmtes Lernen wirklich leben – und suchen aktiv Lehrpersonen, die das im öffentlichen System umsetzen. Ach ja: Simons Drucker macht nicht mehr Probleme, doch er hat die Winterpneus immer noch nicht gewechselt. Themen dieser Episode Start in Staffel 2: on Tour im Impact Hub Kraftwerk ZürichLernhaus Sole: 40 Kinder, T-Shirt-Drucker, Lasercutter – Making at its purest«Wenn Kinder lieber zur Schule gehen als zu Hause zu chillen, läuft etwas grundlegend anders»Staffel 2: Schmid und Landolt besuchen innovative Lernorte in der SchweizT-Shirt-Verlosung: Wer gewinnt ein customized «Unstrukturiert»-Shirt?Im S&B Institut hat ist die neue Bürorakete gestartet – und eine Applikationsentwicklerin folgt im SeptemberNils sucht noch immer eine Kindergärtnerin mit Zertifikat für Kanton Glarus (auch auf Jamaikanisch)Am 10. Juni ist Tag der offenen Tür im Lernhaus Sole

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Bildungsrevoluzer Nils Landolt und Berufswahlinnovator Simon Schmid sprechen über Neurodivergenzen und andere Herausforderungen im Leben.

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