Behörde für Inneres – Der Podcast zur Praxis der Psychoanalyse

Barbara Rüttner Götzmann & Lena Barth

In dieser neuen Podcast-Reihe geht es um nichts weniger als um die sogenannte Praxis der Psychoanalyse. Wir dekonstruieren alles, was gerade anfällt: die Rollen- und Geschlechterbilder, die Pandemie, die Klimakrise. Das ist Psychoanalyse in unseren Augen: Was eben anfällt, ohne große Erinnerung, ohne bestimmte Wünsche, aber mit größter Seriosität. Wir laden alle ein auf die analytische Couch und gewähren tiefe Einblicke – sofern die Gunst der Stunde uns diese Tiefe wirklich schenkt. Die „Behörde für Inneres“ – das sind wir, ganz klar - ein Teil unseres Selbst, die große Erkundung, die Zuschreibung und fantastische Attribution. Das alles ist vielfältig, ambige, kreativ, lädt ein zum Assoziieren und wird im Laufe sicherlich wiederholt, wie ein Auftauchen, das seinen latenten Inhalt irgendwann enthüllt. - Dieser Podcast entsteht in Kooperation mit dem Institut für Philosophie, Psychoanalyse und Kulturwissenschaften (https://ippk.de/) -

  1. 26. Sept.

    Episode 31: Erschöpfte Welt – Verlust und Wiederfinden von Bedeutung

    In dieser Podcast-Folge sprechen wir über ontisch/ontologische Erschöpfung.Wenn unsere Patient:innen müde sind, nicht mehr können, keine Kraft mehr haben, dann sollten wir uns fragen, inwieweit sich diese Erschöpfung allein mit biographischen Faktoren begründen lässt.Dabei gilt es zu erkunden, inwiefern es sich um eine existenziellere Form der Erschöpfung, eine Erschöpfung des Seins an sich, handeln könnte. Ausgehend von Ideen der Philosophin Marina Christodolou diskutieren wir, ob uns das erschöpfte Sein der Welt zusätzlich erschöpft. Unter einer Erschöpfung des Seins kann man unsere von Kriegen erschütterte, ausgebrannte Welt verstehen. Angesichts des Sterbens der Arten, des Zerbrechens der Berge und des Schmelzens des „ewigen“ Eises sowie des Endes eines Fortschrittsglaubens bricht unser bisheriger Bedeutungshorizont weg. Suchen wir Bedeutung in der Vergangenheit, die aber gerade zerfällt, droht die nachfolgende Enttäuschung unsere Erschöpfung noch zu verstärken. Wagen wir es hingegen, die Krise zu akzeptieren und den Tiefpunkt des Daseins bewusst zu erleben, öffnen wir den Raum für neue Bedeutungshorizonte. Diese Idee führt nicht zuletzt zu einer grundsätzlichen Anpassung der bisherigen psychoanalytischen Einstellung. Website IPPK: ⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠https://ippk.de/⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠ Behörde für Inneres – Der Podcast zur Praxis der Psychoanalyse Staffel 3 Sprecher:innen: Lena Barth & Barbara Rüttner Götzmann Producer: Jackson Gatlin Crawford

  2. 26. Juli

    Episode 29: ,,Als wär’s ein Stück von mir“ – Carl Zuckmayer

    Krieg, Flucht, Migration, Heimat, Verleugnung, das sind die Schlagwörter unseres heutigen Podcasts. Wir folgen den Spuren von Carl Zuckmayer in seinem Jahrhundertroman: „Als wär’s ein Stück von mir“. Zuckmayer spannt einen weiten Bogen vom Ende des 19. Jahrhunderts über die beiden großen Kriege hinweg und führt den Roman schließlich bis ins Jahr 1966, wo er im schweizerischen Saas-Fee seinen Abschluss findet. Offen schreibt er über seine Kriegseuphorie im Alter von 18 Jahren und auch über die danach eingetretene Ernüchterung. Es folgen die 1920er-Jahre in Berlin, wo er als gefeierter und angesehener Bühnenschriftsteller große Erfolge errang. Er schildert ein paradiesisches Leben auf dem Land in Österreich nahe von Salzburg. Dann kommt der Verlust der Heimat, die es nie mehr in dieser Form geben wird. Im Text suchen wir nach Spuren der Traumatisierung und finden sehr viel Resilienz. Es schleichen sich aber vermutlich Verleugnung und Verdrängung ein. So habe ich den von mir (BR) mehrmals gelesenen Roman erst jetzt 2026 nachträglich zu verstehen begonnen...und jetzt endlich auch das Trauma gefunden: „eine Kugel kam geflogen. Gilts mir oder gilt es Dir? Ihn hat es weggerissen, er liegt mir vor den Füßen, als wär’s ein Stück von mir“. Und wir erkennen, wie unglaublich aktuell dieser exakt 60 Jahre alte Roman ist und was uns eben gerade ältere Generationen in ihren Geschichten und Narrativen zu erzählen haben! Warum lassen sich die Wiederholungen nicht verhindern? Website IPPK: ⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠https://ippk.de/⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠ Behörde für Inneres – Der Podcast zur Praxis der Psychoanalyse Staffel 3 Sprecher:innen: Lena Barth & Barbara Rüttner Götzmann Producer: Jackson Gatlin Crawford

  3. 29. März

    Episode 26: Spiritualität und Coaching – Jenseits des psychoanalytischen Prinzips

    Wir arbeiten in psychoanalytischen-psychotherapeutischen Settings nach sehr klaren und strengen Vorgaben und Regeln, die den Psychotherapie-Richtlinien entsprechen müssen. Bezahlt wird eine Therapie, welche (im besten Fall) nachweislich und empirisch gesichert, Krankheitssymptome beseitigen soll. Dieses Bild auf Krankheit, insbesondere psychische Störungen ist und war nicht in allen Kulturen in dieser Weise zu finden. Wir kennen viele verschiedene Verfahren mit psychischen Problemen umzugehen: der Schamanismus, der Buddhismus, die ayurvedische Medizin und viele mehr. Modern ist auch das so genannte „Spiritual Coaching“, welches sich zum Teil dieser alten bewährten Konzepte bedient und sehr gefragt ist bei den Menschen. Wir gehen im Podcast der Frage nach, wie wir uns als „klassisch“ ausgebildete Psychotherapeut:innen zu diesen Formen der Behandlung positionieren sollen? Fehlt unseren Therapien dieser Bestandteil vollständig? Wo fließt doch manchmal durchaus etwas weniger Fassbares und vielleicht Spirituelles ein? Welche Formen der Technik sind aber fraglos bei einer klassischen psychodynamischen Behandlung einfach hervorragend und bei keiner anderen Methode in dieser Klarheit und letztlich auch Schonungslosigkeit zu finden? In dieser Folge gehen wir diesem kontroversen Thema nach. Wir versuchen ein Fenster in einen von der klassischen Wissenschaft ausgeschlossenen Bereich der Heilung zu öffnen – begleiten Sie uns weiterhin gern auf diese Reise! Website IPPK: ⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠https://ippk.de/⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠ Behörde für Inneres – Der Podcast zur Praxis der Psychoanalyse Staffel 3 Sprecher:innen: Lena Barth & Barbara Rüttner Götzmann Producer: Jackson Gatlin Crawford

Bewertungen und Rezensionen

Info

In dieser neuen Podcast-Reihe geht es um nichts weniger als um die sogenannte Praxis der Psychoanalyse. Wir dekonstruieren alles, was gerade anfällt: die Rollen- und Geschlechterbilder, die Pandemie, die Klimakrise. Das ist Psychoanalyse in unseren Augen: Was eben anfällt, ohne große Erinnerung, ohne bestimmte Wünsche, aber mit größter Seriosität. Wir laden alle ein auf die analytische Couch und gewähren tiefe Einblicke – sofern die Gunst der Stunde uns diese Tiefe wirklich schenkt. Die „Behörde für Inneres“ – das sind wir, ganz klar - ein Teil unseres Selbst, die große Erkundung, die Zuschreibung und fantastische Attribution. Das alles ist vielfältig, ambige, kreativ, lädt ein zum Assoziieren und wird im Laufe sicherlich wiederholt, wie ein Auftauchen, das seinen latenten Inhalt irgendwann enthüllt. - Dieser Podcast entsteht in Kooperation mit dem Institut für Philosophie, Psychoanalyse und Kulturwissenschaften (https://ippk.de/) -

Das gefällt dir vielleicht auch