Zukunft Natur

Naturbotschafter - Michel Hänggi

In diesem Podcast erzählen Fachpersonen aus der Naturförderung von ihrer Arbeit, Projekten und den zentralen Herausforderungen auf dem Weg zu einer zukunftsfähigen Natur. Sie teilen ihr Wissen und geben praktische Tipps, wie du die Tier- und Pflanzenwelt zu Hause, in deiner Gemeinde, im Verein oder im Berufsalltag aktiv fördern kannst. Zu Gast sind Expertinnen und Experten aus der Landschaftspflege, der Wildhut, dem Forstwesen, aus Ökobüros, Gärtnereien, Universitäten und dem Naturschutz. Hier erhältst du Sicherheit und Inspiration, damit wir auch in Zukunft auf eine gesunde Natur hinarbeiten.

  1. vor 3 Tagen

    #22 Artenreiche Wiesen kopieren für mehr Vielfalt

    In dieser Folge spreche ich mit Daniel Slodowitcz von Holosem über artenreiche Wiesen und die Bedeutung von autochthonem Saatgut für die Förderung der Biodiversität. Daniel erklärt, warum nicht jede ökologisch wertvolle Wiese automatisch als Saatgutspender geeignet ist und welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit regionale Samen gesammelt werden können. Dabei erfahren wir auch, weshalb es von Vorteil ist, wenn die Pflanzen einer Wiese gleichzeitig blühen und warum bei anderen Wiesentypen mehrere Erntedurchgänge notwendig sind. Ein weiteres Thema sind die biogeografischen Zonen der Schweiz. Sie bilden den Minimumstandart für Holosem und Daniel zeigt auf, weshalb diese Zonen teilweise sehr gross sind und beispielsweise in den Alpen nicht immer alle regionalen Unterschiede abbilden können. Wir sprechen zudem über technische Innovationen in der Saatgutgewinnung. Daniel stellt den ersten elektrisch betriebenen Samensammler vor, den sogenannten e-Beetle, der sich sowohl an steilen Hängen als auch in feuchten Wiesen bewährt hat. Natürlich geht es auch um die Frage, wer solches Saatgut benötigt und welches Ziel Holosem verfolgt. Dabei wird deutlich, wie wichtig regionales Saatgut für die langfristige Förderung der Artenvielfalt ist. Spannend ist auch die Erkenntnis, dass die Samenernte einer Wiese nicht schadet. Im Gegenteil: Sie kann die Artenvielfalt sogar fördern und einen positiven Beitrag zur Entwicklung wertvoller Lebensräume leisten. Zum Schluss gibt Daniel Einblicke in eine oft unterschätzte Herausforderung: die Lagerung von Wildpflanzensamen und die Frage, wie deren Qualität langfristig erhalten werden kann. Holosem.ch

    51 Min.
  2. 28. Mai

    #20 Wie die Schweizer Gewässer barrierefreier werden

    In dieser Folge spreche ich mit Yanik Fuchs von Aqua Viva über den Zustand der Schweizer Gewässer, deren Bewohner und auch über Grenzwerte bei Stoffen wie PFAS oder Mikroplastik, die oft eine trügerische Sicherheit vermitteln. Yanik erklärt, wie sich Aqua Viva gemeinsam mit dem Projekt „Fluss Frei“ für lebendige und gesündere Gewässer einsetzt und welche konkreten Projekte bereits umgesetzt werden. Denn, unsere Flüsse sind stark verbaut und vielerorts weit entfernt von einem natürlichen Zustand. Ein zentrales Thema sind die über 170’000 künstlichen Stufen und Schwellen in Schweizer Fliessgewässern. Wir sprechen darüber, warum diese Bauwerke ursprünglich entstanden sind, weshalb sie heute für viele Arten zum Problem werden und wie schwierig ihr Rückbau ist. Natürlich geht es auch um die Fische. Welche Herausforderungen haben sie neben Wasserkraftwerken und Hindernissen zusätzlich zu bewältigen? Und wie verändert der Klimawandel unsere Gewässer? Leider werden wir in der Schweiz wohl nie mehr vollständig zu ursprünglichen, naturnahen Gewässern zurückkehren können. Trotzdem gibt es viele Möglichkeiten, unsere Flüsse und Bäche deutlich aufzuwerten. Yanik zeigt zudem, was jede und jeder Einzelne zu gesünderen Gewässern beitragen kann (oft mit einfacheren Mitteln, als man denkt). Zum Schluss erzählt er von seinem Lieblingstier, dem Biber, und warum dessen Dämme für Fische meist kein Problem darstellen. Links: Aqua Viva | Fluss Frei IG Lebendige Thur

    59 Min.
  3. 21. Mai

    #19 Wie Fischwanderungen wieder möglich werden

    In dieser Folge spreche ich mit Eva Baier von Fischwanderung GmbH über die Wanderungen unserer Fische und die vielen Hindernisse, die ihnen heute im Weg stehen. Warum wandern Fische überhaupt? Eva erklärt, wie wichtig freie Gewässer für ihren Lebenszyklus sind und wie stark Stauwehre und Wasserkraftwerke diese Wanderungen einschränken. Gleichzeitig gibt sie Einblick, wie weit der Ausbau von Fischwanderhilfen in der Schweiz bereits fortgeschritten ist und welche Herausforderungen noch bei den vielen Anlagen ohne funktionierende Durchgängigkeit bestehen. Denn, eine Fischtreppe allein reicht oft nicht aus. Damit Fische wirklich sicher wandern können, braucht es zusätzliche Lösungen wie Bypässe. Was Planung und Umsetzung deutlich komplexer macht. Wir sprechen zudem über das Monitoring der Fischwanderungen und warum es nicht genügt, einfach eine Kamera ins Wasser zu stellen. Ein weiteres Thema sind die unzähligen kleinen Hindernisse in unseren Gewässern. Hunderttausende künstliche Stufen und Verbauungen erschweren den Fischen zusätzlich die Wanderung. Zum Schluss werfen wir einen Blick auf den Zustand der Schweizer Fischbestände. Eva erklärt, was Fische wirklich brauchen, um besser leben zu können und was wir Menschen konkret dazu beitragen können. Wenn du mehr über die Fischwanderungen wissen möchtest, lohnt sich ein Besuch der Wissensseite von Eva: wissen.fischwanderung.ch Hinweis: Im Podcast sprechen wir von 100'000 Hindernisse in unseren Fliessgewässern die eine Fallhöhe von 15 cm oder mehr haben. Tatsächlich ist die Fallhöhe dieser 100'000 Hindernissen 50 cm oder mehr. Also Hindernisse mit 15 cm, oder 40 cm kommen gar nicht in der Statistik vor.

    50 Min.
  4. 7. Mai

    #17 Wie die Schutzwälder alle Schweizer schützen

    In dieser Folge spreche ich mit Martin Kreiliger über Schutzwälder und ihre zentrale Rolle für unsere Sicherheit. Denn sie gehören zu den effektivsten und gleichzeitig kostengünstigsten Massnahmen gegen Naturgefahren wie Lawinen, Steinschlag oder Überschwemmungen. Wir erfahren, welche Baumarten und Mischungen je nach Gefahr am besten geeignet sind und warum ein stabiler Schutzwald weit mehr ist als nur eine Ansammlung von Bäumen. Gleichzeitig sprechen wir über die Herausforderungen in der Praxis. Sowohl bei der Pflege von Schutzwäldern als auch im Vergleich zu technischen Lösungen wie Steinschlagnetzen. Ein spannender Teil ist die Wirkung über die Berge hinaus: Schutzwälder tragen dazu bei, dass auch das Mittelland besser vor Naturgefahren geschützt ist. Doch wie entwickeln sich diese Wälder? Nehmen sie zu oder ab? Mit Blick in die Zukunft wird klar. Der Klimawandel stellt Schutzwälder vor grosse Herausforderungen. Gleichzeitig gibt es auch positive Nachrichten, etwa durch die genetische Vielfalt der Bäume, die Anpassung ermöglicht. Wir sprechen zudem über die Wiederbewaldung nach Störungen wie Waldbränden. Warum ist die natürliche Verbreitung von Samen oft nicht ausreichend? Und weshalb spielen Forstgärten eine entscheidende Rolle, um im Ernstfall schnell reagieren und Hänge stabilisieren zu können? Eine Folge über die Bedeutung, die Verletzlichkeit und das enorme Potenzial unserer Schutzwälder und warum sie eine der klügsten Investitionen in unsere Zukunft sind. Zum Schluss wird es persönlich. Martin erzählt, warum der Wolf sein Lieblingstier ist. Links: Bergwaldprojekt Klengeln erklärt

    52 Min.
  5. 30. Apr.

    #16 Unser paradoxe Umgang mit der Natur

    In dieser Folge spreche ich mit Sandro Jenni über unsere Beziehung zu Tieren und die Frage, warum uns manche Schicksale tief berühren, während andere kaum Beachtung finden. Im Alltag zeigt sich ein spannendes Muster: Einzelne Tiere, etwa ein gestrandeter Wal oder ein bekanntes Zootier, können grosse Emotionen und Mitgefühl auslösen. Gleichzeitig bleibt das Leid vieler anderer Tiere oft abstrakt und fern. Wir gehen diesem Phänomen auf den Grund und sprechen darüber, wie Nähe, Geschichten und Identifikation unsere Wahrnehmung prägen. Ein zentraler Aspekt ist die Frage, wie wir Tieren Leidensfähigkeit zuschreiben. Diese Einschätzung ist selten objektiv, sondern stark von unserem Kontext abhängig. Tiere, die wir beobachten, kennenlernen oder emotional zuordnen können, erscheinen uns oft „näher“. Während andere weniger stark wahrgenommen werden. Dabei spielen auch kulturelle Unterschiede eine wichtige Rolle. Je nach Gesellschaft werden Tiere unterschiedlich bewertet, geschützt oder genutzt. Diese Normen beeinflussen unser Denken stärker, als uns oft bewusst ist. Wir sprechen zudem darüber, wie unser Gehirn mit inneren Widersprüchen umgeht. Menschen mögen keine Konflikte und versuchen, sie möglichst schnell aufzulösen. Das führt oft dazu, dass wir einfache Erklärungen oder Rechtfertigungen suchen, anstatt uns mit der ganzen Komplexität auseinanderzusetzen. Gerade in einer Zeit, in der viele Themen emotional aufgeladen sind, wird dieser Mechanismus besonders sichtbar. Medien und Gesellschaft greifen häufig einzelne, gut erzählbare Geschichten auf, während grössere Zusammenhänge schwieriger greifbar bleiben. Link: Buch

    46 Min.
  6. 23. Apr.

    #15 Lernen mit allen Sinnen. Die Naturpädagogik als Schlüssel zur Bildung

    In dieser Folge spreche ich mit Natalie Oberholzer von Ecoviva über Naturpädagogik und warum sie ein zentraler Schlüssel ist, um Kindern einen echten Zugang zur Natur und zu Umweltthemen zu ermöglichen. Natalie zeigt, wie gut sich Naturpädagogik in den Lehrplan 21 integrieren lässt. Insbesondere im Bereich „Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE)“. Denn Lernen draussen ist nicht nur möglich, sondern bietet enormes Potenzial für verschiedenste Fachbereiche. Natalie staunt zudem immer wieder über die Kinder und wie offen, neugierig und anders sie die Natur wahrnehmen und wie viel sie dabei entdecken. Sie empfiehlt Lehrpersonen, unter anderem, direkt vor dem Schulhaus zu starten. Dort lassen sich alle fünf Sinne ohne grosse Planung oder Reisen einfach einsetzen und gezielt fördern. Wir sprechen darüber, was einen guten Naturlernort ausmacht und welche Vorteile solche Lernumgebungen bieten (auch für Kinder mit besonderen Bedürfnissen wie ADHS). Gleichzeitig zeigt Natalie, wie ihre Module Lehrpersonen entlasten und Themen wie Mathematik oder sogar Finanzbildung integrieren können. Auch mögliche Risiken kommen zur Sprache: Zecken, Fuchsbandwurm oder Verletzungen und wie man damit in der Praxis sinnvoll umgeht, ohne die Kinder von Naturerfahrungen abzuhalten. Zum Schluss erzählt Natalie von ihrer Lieblingspflanze, der Brennnessel, und warum sie so viel mehr kann, als man denkt. Ecoviva Joseph Cornell

    52 Min.

Info

In diesem Podcast erzählen Fachpersonen aus der Naturförderung von ihrer Arbeit, Projekten und den zentralen Herausforderungen auf dem Weg zu einer zukunftsfähigen Natur. Sie teilen ihr Wissen und geben praktische Tipps, wie du die Tier- und Pflanzenwelt zu Hause, in deiner Gemeinde, im Verein oder im Berufsalltag aktiv fördern kannst. Zu Gast sind Expertinnen und Experten aus der Landschaftspflege, der Wildhut, dem Forstwesen, aus Ökobüros, Gärtnereien, Universitäten und dem Naturschutz. Hier erhältst du Sicherheit und Inspiration, damit wir auch in Zukunft auf eine gesunde Natur hinarbeiten.

Das gefällt dir vielleicht auch