Wicked Problems - Wissenschaft | Wirtschaft | Wandel

Prof. Dr. Hannah Trittin-Ulbrich; Dr Martin Bethke

Transformation, Wirtschaft, ESG, Leadership, Change, Zukunft: Dieser Podcast spricht über die großen Veränderungsfragen unserer Zeit. Prof. Dr. Hannah Trittin-Ulbrich (Leuphana Universität) und Dr. Martin Bethke (Butterfly Effect Consulting) verbinden Wissenschaft und Unternehmenspraxis. Mit Gästen aus Forschung und Wirtschaft diskutieren sie komplexe Herausforderungen, echte Erfahrungen und umsetzbare Lösungsansätze. Für Geschäftsführer:innen, Führungskräfte, Change Manager:innen und alle, die Wandel verstehen und gestalten wollen.

  1. vor 6 Tagen

    Palliative Wirtschaftspolitik: Nicht die Transformation ist teuer, sondern das Zaudern - mit Jürgen Trittin

    Am 12. Februar 2026 verlor die Aktie von Heidelberg Materials an einem Nachmittag rund 9,5 Prozent. Nicht wegen schlechter Zahlen, der Konzern hatte gerade ein Rekordergebnis vorgelegt. Auslöser waren Äußerungen des Bundeskanzlers beim Gipfeltreffen der energieintensiven Industrien in Antwerpen: Der europäische Emissionshandel müsse gegebenenfalls überarbeitet oder verschoben werden. Genau darauf beruhte die Kalkulation eines Unternehmens, das früher als andere auf CO2-arme Produktion umgestellt hatte. Wir haben Jürgen Trittin deshalb gefragt: Was bedeutet das alles für ein Unternehmen, das jetzt entscheiden muss, und für die Menschen, die die Veränderung mittragen sollen? Unser Gast im Staffelfinale ist Bundesminister a. D. JürgenTrittin – von 1998 bis 2005 Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, 25 Jahre Mitglied des Deutschen Bundestages, 2006 ausgezeichnet mit dem Adam-Smith-Preis für marktwirtschaftliche Umweltpolitik. Ein Gespräch über Investitionssicherheit, Industriepolitikund die Frage, welches Risiko am Ende teurer ist: die Veränderung oder das Abwarten. Hosts: Prof. Dr. Hannah Trittin-Ulbrich (LeuphanaUniversität Lüneburg) und Dr. Martin Bethke (Butterfly Effect Consulting). Transparenzhinweis: Jürgen Trittin ist der Onkel unsererCo-Hostin. Das wird zu Beginn der Folge offen benannt. Die wichtigsten Takeaways ✅ Warum drei Prozesse gleichzeitig zu Ende gehen – dieOrdnungsfunktion der alten Hegemonialmächte, das fossile Zeitalter und der Westen als politische Idee und was das für Ihre Absatzmärkte heißt ✅ Weshalb das deutsche Erfolgsmodell aus billigem Gas,exzellenten Maschinen und offenen Weltmärkten nicht in einer Delle steckt, sondern strukturell nicht mehr verfügbar ist ✅ Warum der deutsche Industrielobbyismus systematisch dieVorreiter ausbremst, bis auch der Langsamste mitkommt ✅ Wie aus fossiler Abhängigkeit gerade eine technologischeAbhängigkeit von China wird und woran sich entscheidet, ob die Wertschöpfung hier bleibt ✅ Was Bürgerwindparks in Norddeutschland darüber verraten,wie Akzeptanz für Veränderung tatsächlich entsteht: nicht durch Kommunikation, sondern durch Beteiligung ✅ Warum das Aufstiegsversprechen erodiert ist, und weshalbdas die eigentliche Ursache für Widerstand gegen Veränderung ist, im Land wie im Unternehmen Kapitel00:00  Begrüßung und Vorstellung: Jürgen Trittin 02:06  Die Eingangsthese: Der Westen als geopolitische Idee ist am Ende 03:00  Drei Prozesse enden gleichzeitig: Hegemonie, fossiles Zeitalter, Westen 05:50  China und der neue systemische Rivale des demokratischen Kapitalismus 10:11  Das alte deutsche Geschäftsmodell: billiges Gas, offene Märkte, Maschinenbau 14:27  Sackgasse? Volkswagen, Offshore-Wind und die norddeutsche Rechnung 17:20  Warum Deutschland seine Vorreiter an die Leine legt 19:52  Der Fall Heidelberg Materials: Wenn Politik die Kalkulation entwertet 21:39  Klimaneutralität als Souveränitätsfrage – nicht als Umweltfrage 23:05  Wärmepumpe, Gasnetze und die Interessen hinter dem Widerstand 24:47  „Palliative Wirtschaftspolitik“ 26:55  USA: Wie der Markt sich gegen die erklärte Politik durchsetzt 28:33  Von der fossilen in die technologische Abhängigkeit 33:08  Hört auf, über Belastungen zu reden: Teilhabe statt Kommunikation 39:32  Das erodierte Aufstiegsversprechen und die Verteidigung des Status 45:13  Ausblick: Industriepolitik, Local Content und Mut zur Zumutung Shownotes & Links Homepage Jürgen Trittin Buch: Alles muss anders bleiben: Eine politische Autobiographie Prof. Dr. Hannah Trittin-Ulbrich auf LinkedIn Forschungen Prof. Dr. Hannah Trittin-Ulbrich | Leuphana Universität Dr. Martin Bethke auf LinkedIn Butterfly Effect Consulting GmbH | Strategie- und Unternehmensberatung für den deutschen Mittelstand

    Palliative Wirtschaftspolitik: Nicht die Transformation ist teuer, sondern das Zaudern - mit Jürgen Trittin
  2. 7. Aug.

    Der Markt richtet hart: Warum Deregulierung kein Bürokratieabbau ist, sondern Planungsunsicherheit – mit Heike Vesper (WWF)

    Bürokratieabbau klingt nach Entlastung. Für Unternehmen, die längst investiert haben, ist es das Gegenteil. Denn 46 Prozent der deutschen Unternehmen und Finanzakteure geben an, dass unsichere politische und regulatorische Rahmenbedingungen ihre Investitionen in die Transformation hemmen. 63 Prozent der Industrieunternehmen bewerten regulatorische Unklarheit als signifikantes Risiko für ihre strategische Zukunft. Das ist keine Umweltdebatte. Das ist eine Standortfrage. Darüber sprechen Dr. Martin Bethke und Prof. Dr. Hannah Trittin-Ulbrich mit Heike Vesper – Vorständin für Transformation, Politik und Wirtschaft beim WWF Deutschland. Die Meeresbiologin arbeitet seit 1999 für den WWF, verantwortet heute die Positionierung der Organisation gegenüber Politik und Wirtschaft und ist Autorin von „Wenn wir die Meere retten, retten wir die Welt". Und Heike Vesper argumentiert konsequent ökonomisch: Der Emissionshandel war ein Instrument, das die Wirtschaft selbst gefordert hat – „lasst den Markt das richten". Jetzt richtet der Markt. Und er richtet hart. Wer ihn deshalb mit der Kettensäge bearbeiten will, zerstört nicht Bürokratie, sondern die Kalkulationsgrundlage jener Unternehmen, die vor zehn oder zwanzig Jahren umgestellt haben. Die wichtigsten Takeaways ✅ Warum die Deregulierungswelle die Industrie spaltet – und wer dabei verliert ✅ Weshalb Kreislaufwirtschaft nicht mit Recycling anfängt, sondern mit Reduktion ✅ Was Unternehmen unterscheidet, die früh investiert haben: Sie haben gerechnet ✅ Warum Natur- und Klimaschutz Infrastruktur ist – genauso wie Brücken und Schienen ✅ Wie man Naturrisiken in die Sprache übersetzt, die im Unternehmen ohnehin gesprochen wird: Risikomanagement ✅ Das Bild, das jede Nachhaltigkeitsdiskussion abkürzt: die eine Bettdecke Eine Folge über Planungssicherheit als Standortfaktor und darüber, warum der schärfste Vorwurf an die Wirtschaft nicht lautet, sie sei zu wenig moralisch, sondern zu kurzfristig incentiviert. Kapitel 00:00 Einleitung und Vorstellung der Gäste 01:03 Heike Vesper stellt ihre Rolle beim WWF vor 02:11 These: Rückbau von Umweltstandards ist Planungsunsicherheit 03:05 Auswirkungen regulatorischer Unsicherheit auf Investitionen 04:25 Deutschland als Innovationsweltmeister? Herausforderungen 05:57 Wirtschaftliche Folgen der regulatorischen Unsicherheit 07:23 Anpassungen im Klimapfad und Zielsetzungen 08:46 Risiken und Chancen in der Kreislaufwirtschaft 12:13 Bedeutung von Natur für das menschliche Überleben 13:08 Risiken für Biodiversität und Klimaschutz 16:23 Technische Innovationen und Reduktion der Ressourcen 18:51 Skalierung der Kreislaufwirtschaft: Chancen und Modelle 22:07 Unternehmen und der Business Case für Nachhaltigkeit 23:43 Langfristige Planung und Verlässlichkeit der Gesetzgebung 27:41 WWF-Frameworks: Zusammenarbeit mit Unternehmen 29:20 Das One Planet Business Framework im Einsatz 34:30 Kommunikation und Narrative in der Krisenzeit 43:19 Hoffnungsschimmer und positive Bewegungen 45:49 Zukunftsperspektiven und systemisches Denken Shownotes & Links WWF-Analyse „Wer Naturschutz bremst, bremst die Wirtschaft" (Juni 2026) WWF-Analyse „Die Gefahr regulatorischer Unklarheit für die Wirtschaft" (PDF) Sustainability Transformation Monitor 2026 (Bertelsmann Stiftung u. a.) WWF One Planet Business Framework (Report, PDF) WWF „Modell Deutschland Circular Economy" WWF Deutschland – Zusammenarbeit mit Unternehmen WWF Deutschland auf LinkedIn Heike Vesper auf LinkedIn Prof. Dr. Hannah Trittin-Ulbrich auf LinkedIn Dr. Martin Bethke auf LinkedIn Butterfly Effect Consulting GmbH | Strategie- und Unternehmensberatung für den deutschen Mittelstand

    Der Markt richtet hart: Warum Deregulierung kein Bürokratieabbau ist, sondern Planungsunsicherheit – mit Heike Vesper (WWF)
  3. 24. Juli

    Der Algorithmus als Chef: Warum KI-Überwachung Vertrauen zerstört und was Unternehmen stattdessen brauchen – mit Prof. Dr. Antoinette Weibel

    In immer mehr Unternehmen bewertet nicht mehr nur der Mensch, sondern auch die Maschine mit: Wer ist ein guter Mitarbeiter, wer nicht? Wen stellen wir ein oder befördern wir, wen nicht? Neben der Führungskraft steht plötzlich ein zweiter, KI-Vorgesetzter und niemand kann genau sagen, wie dessen Urteil zustande kommt. Darüber sprechen Dr. Martin Bethke und Prof. Dr. Hannah Trittin-Ulbrich in dieser Folge mit Prof. Dr. Antoinette Weibel, Ordinaria für Personalmanagement an der Universität St. Gallen, Direktorin des Instituts für Arbeit, Arbeitsorganisation und Transformation und eine der führenden Vertrauensforscherinnen Europas. Ihre Diagnose ist so unbequem wie ehrlich: Kontrolle ist teurer, als die meisten denken. Und Vertrauen ist kein moralischer Luxus, den man sich erst leisten können muss, sondern der effektivste und günstigste Mechanismus für gelingende Zusammenarbeit. Wer stattdessen auf KI-Überwachung setzt, zerstört genau das, was Leistung überhaupt erst möglich macht. Die wichtigsten Takeaways ✅ Der Algorithmus als Chef: Black Box, Function Creep, Dauerüberwachung. Warum niemand mehr versteht, wie Bewertungen zustande kommen, und das Gefühl, nur ein Rädchen zu sein, bis in die Führungsetage reicht. ✅ Vertrauen rechnet sich: weniger Kontrollkosten, weniger Krankheitstage, weniger ungewollte Fluktuation und mehr Resilienz, wenn es kritisch wird. ✅ „Boni würde ich sofort verbieten": Warum Bonussysteme intrinsische Motivation verdrängen und zu „funktionaler Dummheit" führen. ✅ Einzelleistung ist ein Mythos: Nach 100 Jahren Forschung steckt in der Leistungsbewertung mehr Unschärfe als Wahrheit. Leistung entsteht zwischen Menschen, nicht in Excel-Zellen. ✅ Was der Mensch besser kann: urteilen, kritisch hinterfragen, Empathie, und warum Unternehmen, die keine Juniors mehr ausbilden, sich genau diese Fähigkeiten abschneiden. ✅ Die gute Nachricht für den Mittelstand: Gerade mittelständische Unternehmen können diesen Weg gehen – VAUDE zeigt, wie aus Vertrauen eine gute Organisation wird. Eine Folge für alle, die Führung, Motivation und Zusammenarbeit nicht als Kostenstelle verstehen, sondern als Wettbewerbsvorteil. Kapitel 03:37 Die These: Ist Vertrauen ein moralischer Luxus? 04:01 Warum Vertrauen sich rechnet: Transaktionskosten, Talente, Resilienz 06:55 Social Media und die Erosion von Expertise 08:30 Black Box, Function Creep und der Algorithmus als zweiter Chef 11:29 Das Meta-Beispiel: Überwachung per „freiwilliger" Zustimmung 12:49 Präfiguratives Organisieren: die Utopie jetzt schon leben 14:59 Was der Mensch besser kann als die Maschine: Urteilen und Empathie 16:07 Das Krücken-Problem: Wenn KI das Denken abkürzt 25:15 KI trifft Anreizsysteme: die Illusion der Steuerbarkeit 27:31 Der Mythos Einzelleistung – und 100 Jahre Leistungsbewertungsforschung 29:50 „Boni würde ich sofort verbieten": Verdrängung und funktionale Dummheit 31:26 Was wirklich motiviert – und was VAUDE anders macht 35:19 Hidden Champions, Nachfolgeproblem und die Strategiefrage 41:44 Zwei Schritte für Unternehmen: Verbünde bilden, Kräfte freisetzen 44:37 Das VW-Außenspiegel-Beispiel: Transformation braucht Vertrauen 46:48 Die gute Organisation beginnt mit mir 52:01 Zum Schluss: eine Akademie für Führung – auch für Politiker Shownotes - ⁠Prof. Dr. Antoinette Weibel auf LinkedIn - Prof. Dr. Antoinette Weibe | Universtität St. Gallen - Fortschungsprojekte "Good Organisation" - P⁠rof. Dr. Hannah Trittin-Ulbrich auf LinkedIn  - Prof. Dr. Hannah Trittin-Ulbrich | Leuphana Universität⁠ - ⁠Dr. Martin Bethke auf LinkedIn⁠ - ⁠Butterfly Effect Consulting GmbH⁠ | Strategie- und Unternehmensberatung für den deutschen Mittelstand.

    Der Algorithmus als Chef: Warum KI-Überwachung Vertrauen zerstört und was Unternehmen stattdessen brauchen – mit Prof. Dr. Antoinette Weibel
  4. 10. Juli

    Die laute Minderheit: Warum die Wirtschaft längst weiter ist, als die Politik denkt – mit Prof. Dr. Katharina Reuter

    Die deutsche Wirtschaft ist bei der Modernisierung längst weiter, als es in der Politik und in den Schlagzeilen klingt. Warum entsteht dann der Eindruck, das Thema Nachhaltigkeit sei erledigt?  Weil eine laute Minderheit die Debatte prägt, während die handelnde Mehrheit kaum gehört wird. Das ist die zentrale These dieser Folge.  Darüber sprechen Prof. Dr. Hannah Trittin-Ulbrich und Dr. Martin Bethke mit Prof. Dr. Katharina Reuter, Geschäftsführerin des Bundesverbands Nachhaltige Wirtschaft (BNW), Honorarprofessorin für Corporate Political Responsibility und Trägerin des Bundesverdienstkreuzes. Der BNW vertritt über 700 progressive Unternehmen, vom industriellen Mittelstand bis zum Cleantech-Startup. Und Katharina Reuter dreht die gängige Erzählung um: Nicht „der Markt" bremst die Modernisierung der Wirtschaft, sondern wenige laute Bremser. Und die politische Delegitimierung von Klimaschutz ist kein Kulturkampf-Nebenschauplatz, sondern schlägt eins zu eins auf die Märkte durch. Ihr Gegenentwurf heißt „die neue Wettbewerbsfähigkeit“. Ein Gespräch, aufgenommen mitten im Rekord-Hitzesommer, der die volkswirtschaftlichen Kosten des Wegschauens gerade sehr konkret macht. Die wichtigsten Takeaways  ✅ Die laute Minderheit: Wie wenige Bremser die Debatte dominieren, obwohl über 60 % der Autounternehmen als Vorreiter der E-Mobilität gelten. ✅ „Wir sind keine Bubble": Warum die nachhaltige Wirtschaft genauso Wirtschaft ist und ein neues Selbstbewusstsein braucht.  ✅ Delegitimierung kostet Geld: Wenn Politik Klimaschutz kleinredet, sinkt die Zahlungsbereitschaft und bestraft ausgerechnet die Unternehmen, die vorangegangen sind.  ✅ Leapfrogging: Warum China und Indien Deutschland bei Zukunftstechnologien wie der Wärmepumpe gerade überholen.  ✅ Follow the Money: Was Lobby-Budgets mit der Klimapolitik zu tun haben und warum „Modernisierung" das ehrlichere Wort ist als „Transformation".  ✅ Der teure Irrtum: Warum die Annahme „Die Klimakrise betrifft mein Geschäftsmodell nicht" für viele zur strategischen Fehleinschätzung wird.  Plus: drei konkrete, sofort umsetzbare Tipps für Unternehmen, die die Modernisierung ökonomisch angehen wollen. Eine Folge für alle, die Nachhaltigkeit nicht als Gesinnung, sondern als Standort- und Wettbewerbsfrage verstehen. Kapitel 00:00 Intro: Aufnahme im Rekord-Hitzesommer  02:49 Eröffnungsthese: Erreicht ihr nur die „grüne Vorhut"?  04:30 Vom sperrigen „Transformations"-Begriff zur neuen Wettbewerbsfähigkeit  05:40 Politische Delegitimierung – und warum sie 1:1 auf die Märkte durchschlägt  11:57 Der Riss durch die Unternehmerlandschaft: Vorreiter vs. Nachzügler  18:25 Leapfrogging: Wie China und Indien an Deutschland vorbeiziehen  20:37 Follow the Money: die laute Minderheit der Bremser (Fraunhofer-Studie) 27:34 Wertschaften statt Wirtschaften: Nachhaltigkeit als USP der Zukunft  34:38 Drei konkrete Tipps für Unternehmen auf dem Weg  37:35 Der teure Irrtum: „Die Klimakrise betrifft mein Geschäftsmodell nicht"  38:29 Drei Wünsche an die Politik – und was Mut macht Shownotes - Fraunhofer ISI & University of Sussex (2026): Unternehmensbefragung zur Transformation der deutschen Automobilindustrie  - BNW-Positionspapier „Die neue Wettbewerbsfähigkeit" (2026)  - Prof. Dr. Katharina Reuter auf LinkedIn  - Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft  - Plattform „Wirtschaft denkt weiter"  - Prof. Dr. Hannah Trittin-Ulbrich auf LinkedIn  - Dr. Martin Bethke auf LinkedIn - Butterfly Effect Consulting GmbH | Strategie- und Unternehmensberatung für den deutschen Mittelstand.

    Die laute Minderheit: Warum die Wirtschaft längst weiter ist, als die Politik denkt – mit Prof. Dr. Katharina Reuter
  5. 26. Juni

    Marke schlägt Maschine: Warum WAS IST WAS gegen billige KI-Bücher besteht – mit Katja Meinicke-Meurer

    Fakten gibt es heute gratis – im Netz, per App, aus jeder KI. Was bedeutet das für einen Verlag, dessen Kerngeschäft seit über 60 Jahren genau das ist: Wissen vermitteln?  Mit dieser These steigen Dr. Martin Bethke und Prof. Dr. Hannah Trittin-Ulbrich in ein Gespräch mit Katja Meinicke-Meurer ein, Geschäftsführerin und Verlegerin des Tessloff-Verlags und damit Hüterin einer der bekanntesten Wissensmarken Deutschlands: WAS IST WAS. Unter ihrer Führung wurde Tessloff zum ersten deutschen Kinder- und Jugendbuchverlag mit freiwilligem Nachhaltigkeitsbericht, der seine Klimawirkung in Grad Celsius misst. Ein Gespräch über Markenführung in der Disruption, klare rote Linien beim KI-Einsatz und die unbequeme Wahrheit, dass Haltung im Wettbewerb kein Luxus ist, sondern ein Werteversprechen. Die wichtigsten Takeaways  ✅ „Marke schlägt Maschine": Warum die einzige Verteidigung gegen immer besseren „KI-Schrott" eine glaubwürdige Marke ist und nicht Technologie.  ✅ „Luft und Liebe ist kein Geschäftsmodell": Warum Haltung und Wirtschaftlichkeit kein Gegensatz sind, sondern sich gegenseitig bedingen.  ✅ Vom Faktenlieferanten zum Einordner: Wieso Fakten als Gratisware das alte Geschäftsmodell zerstören und Kontext das neue ist.  ✅ Die roten Linien beim KI-Einsatz: Wo ein Verlag KI bewusst nutzt und transparent macht und wo die menschliche Kreation unantastbar bleibt.  ✅ 100.000 Broschüren, 1 Million Abrufe: Was die Demokratie-Initiative über die Macht und die Verantwortung einer Traditionsmarke verriet.  ✅ „Nur ein Kinderbuchautor?": Warum das Verdichten von Wissen auf eine Doppelseite die unterschätzteste Kunst der Branche ist.  Eine Folge für alle, die eine etablierte Marke durch die KI-Transformation führen und wissen wollen, warum Haltung am Ende ein Wettbewerbsvorteil ist. Kapitel 00:00 Intro: Wissen für die nächste Generation  02:40 Eröffnungsthese: Erreicht ihr noch die, auf die es ankommt?  05:50 Der lange Weg zum Kind – drei Gatekeeper bis ins Regal  07:00 Warum Audio das Printgeschäft trägt  11:00 „Einfacher und darum besser" – Faktenvermittlung neu gedacht  13:00 Neutralität oder Haltung? Der schmale Grat bei strittigen Themen  19:30 Vom Faktenlieferanten zum Einordner – das neue Geschäftsmodell  20:45 Eine Million Downloads: die Demokratie-Initiative  31:00 KI in der Buchbranche – warum „Kein KI" in die Irre führt  40:50 Marke gegen KI-Schrott: die letzte Verteidigungslinie  45:24 „Luft und Liebe ist kein Geschäftsmodell" – Haltung muss sich rechnen  50:00 Die Zukunft: Wissen für die ganze Familie Shownotes Katja Meinicke-Meurer auf LinkedIn  Tessloff-Verlag Homepage WAS IST WAS Produkte WAS IST WAS der Podcast Demokratie-Initiative „Was ist Was Demokratie" Prof. Dr. Hannah Trittin-Ulbrich auf LinkedIn Dr. Martin Bethke auf LinkedIn Butterfly Effect Consulting GmbH - Strategie- und Unternehmensberatung für den deutschen Mittelstand.

    Marke schlägt Maschine: Warum WAS IST WAS gegen billige KI-Bücher besteht – mit Katja Meinicke-Meurer
  6. 12. Juni

    Kurzschluss: Warum die Energiewende nicht am Geld scheitert, sondern an Desinformation - mit Prof. Dr. Claudia Kemfert

    Wenn Erneuerbare längst die günstigste Energieform der Welt sind – warum verliert die Energiewende dann politisch an Boden? Mit dieser These steigen Dr. Martin Bethke und Prof. Dr. Hannah Trittin-Ulbrich in ein besonderes Gespräch ein: live aufgenommen an der Leuphana Universität Lüneburg, mit einer der bekanntesten Ökonominnen des Landes. Prof. Dr. Claudia Kemfert leitet die Abteilung Energie, Verkehr, Umwelt am DIW Berlin, lehrt an der Leuphana und ist Spiegel-Bestsellerautorin. Anlass ist ihr aktuelles Buch „Kurzschluss: Wie wir unsere Energiezukunft verspielen". Kemferts Antwort auf die Einstiegsthese dreht die Perspektive um: Die Ökonomie sei längst entschieden. Erneuerbare ziehen weltweit dreimal so viele Investitionen an wie Fossile und Atom zusammen, Unternehmen stellen aus reinem Kostenkalkül um. Was die Energiewende bremst, ist nicht das Geld, sondern eine Mischung aus Geopolitik, fossilen Interessen und gezielter Desinformation. Ein faktenreiches, überraschend optimistisches Gespräch über die Frage, warum ökonomische Vernunft politisch so oft verliert und was uns trotzdem Mut machen darf. Die wichtigsten Takeaways ✅ „Fossilokratie": Warum fossile Autokratien die Geopolitik treiben – und warum Kemfert darin vor allem Rückzugsgefechte einer sterbenden Industrie sieht. ✅ Der „Heizungshammer" und die Macht der Emotion: Wie aus Wärmepumpe und E-Auto in den sozialen Medien Feindbilder wurden und wie man mit Fakten dagegenhält. ✅ Dieselgate als Lehrstück: 30 Milliarden Euro, eine verpasste Zukunft und die Frage, warum Unternehmen mit besten Vorsätzen unethisch handeln. ✅ „Fahrende Waschmaschinen": Kemferts Anekdote über zwei deutsche Auto-CEOs, die ihre eigene Disruption verlachten und was Unternehmen über „too big to fail" lernen müssen. ✅ Der Markt rennt der Politik davon: Tipping Point bei den Kosten, Batteriepreise im freien Fall, 500 Gigawatt Speicher in der Warteschleife. ✅ Mitmach-Energiewende: Warum die Transformation auch soziale Gerechtigkeit, Fachkräfte-Chancen und Demokratie stärkt und was Kemfert Mut macht. Eine Folge für alle, die wissen wollen, warum die Energiewirtschaft der Politik längst voraus ist und was das für Unternehmen bedeutet. Kapitel 00:00 Einführung und Vorstellung der Gäste 02:49 Die Herausforderungen der Energiewende 06:00 Emotionale Reaktionen auf erneuerbare Energien 09:07 Persönliche Geschichten und ihre Bedeutung 12:02 Die Rolle der Autoindustrie in der Energiewende 14:56 Politische und wirtschaftliche Fehlentscheidungen 17:53 Organisationales Scheitern und Innovationsmangel 21:31 Disruption und Unternehmensethik 24:50 Energiewende und Marktveränderungen 29:07 Verantwortung und gesellschaftliche Teilhabe 32:52 Fachkräftemangel und soziale Gerechtigkeit 35:03 Mut und Hoffnung für die Zukunft Shownotes Prof. Dr. Claudia Kemfert auf LinkedIn Website & weitere Infos  Buch „Kurzschluss: Wie wir unsere Energiezukunft verspielen" (Campus Verlag)  Kemferts Podcast „Klima Klartext DIW Berlin Prof. Dr. Hannah Trittin-Ulbrich auf LinkedIn  Prof. Dr. Hannah Trittin-Ulbrich, Leuphana Universität Lüneburg  Dr. Martin Bethke auf LinkedIn  Butterfly Effect Consulting GmbH Aufgenommen live an der Leuphana Universität Lüneburg.

    Kurzschluss: Warum die Energiewende nicht am Geld scheitert, sondern an Desinformation - mit Prof. Dr. Claudia Kemfert
  7. 29. Mai

    Schluss mit der Moralkeule: Warum Nachhaltigkeit kein Werte-, sondern ein Überlebensthema für Unternehmen ist - mit Prof. Dr. Andreas Rasche

    In dieser Folge sprechen Dr. Martin Bethke und Prof. Dr. Hannah Trittin-Ulbrich mit Prof. Dr. Andreas Rasche, Professor of Business in Society an der Copenhagen Business School und Associate Dean des dortigen Full-Time MBA. Rasche zählt zu den profiliertesten europäischen Forschern an der Schnittstelle von Nachhaltigkeit, Unternehmensführung und Regulierung. Seine zentrale These: Wer Nachhaltigkeit als moralisches Projekt verkauft, erzeugt genau den Pushback, den wir gerade erleben. Dabei braucht es die Moralkeule gar nicht – die ökonomischen, geopolitischen und sicherheitspolitischen Argumente sind stark genug. Nachhaltigkeit wird damit zur Frage von Wettbewerbsfähigkeit, Resilienz und Risikomanagement. Kurz: ein Überlebensthema. Die wichtigsten Takeaways ✅ Vom „Brussels Effect" zum „Brussels Defect": Wie die zweite von-der-Leyen-Kommission die EU-Nachhaltigkeitsagenda seit 2024 spürbar zurückdreht – und was das für Europas Glaubwürdigkeit bedeutet. ✅  Warum Dekarbonisierung auch ohne Umweltargument zwingend ist: Geopolitik, Rohstoffabhängigkeit und die doppelte Abhängigkeit Europas bei Net-Zero-Technologien. ✅  Das Business-Case-Paradox: Warum nur 17% der Unternehmen einen Business Case für Nachhaltigkeit sehen – und warum das Problem nicht im Case liegt, sondern in der fehlenden Quantifizierung der Vorteile. ✅  Der Omnibus-Irrtum: Wieso die „Simplifizierung" 90% der Unternehmen aus der Berichtspflicht entlässt, aber kaum jemand wirklich aufhört. ✅  Warum der Druck heute vom Finanzsektor und aus der Lieferkette kommt, nicht mehr von der Politik. ✅  „Nature trumps politics": Rasches Plädoyer für einen proaktiven, ideologiefreien Umgang mit Nachhaltigkeit – und warum familien- und stiftungsgeführte Unternehmen hier einen strukturellen Vorteil haben. Kapitel 02:14 Die Glaubwürdigkeit der EU in der Nachhaltigkeit 06:10 Globale Perspektiven und der Brussels Effect 10:13 Nachhaltigkeit als geopolitische Notwendigkeit 14:02 Moralische vs. ökonomische Argumente für Nachhaltigkeit 16:11 Messbarkeit und der Business Case für Nachhaltigkeit 18:45 Herausforderungen der Quantifizierung von Nachhaltigkeit 20:03 Datenmanagement und Transparenz in Unternehmen 22:04 Investitionen in Nachhaltigkeitsdaten und Digitalisierung 25:09 Regulierung und Skepsis in der Unternehmenslandschaft 27:45 Simplifizierung des Green Deals und ihre Implikationen 30:58 Zukunft der Regulierung und unternehmerische Verantwortung 37:43 Erwartungen und Werte in Unternehmen 39:17 Der Einfluss des Finanzsektors auf Nachhaltigkeit 41:06 Proaktive Ansätze für den Mittelstand 43:16 Langfristiges Denken und Unternehmensstrategien 45:10 Familienunternehmen und langfristige Perspektiven 47:06 Hoffnung durch junge Generationen Shownotes & Links Prof. Dr. Andreas Rasche auf LinkedIn Prof. Dr. Andreas Rasche Profil & Forschung CBS Andreas Rasches Website Prof. Dr. Hannah Trittin-Ulbrich auf LinkedIn Prof. Dr. Hannah Trittin-Ulbrich Forschung – Leuphana Universität Lüneburg Dr. Martin Bethke auf LinkedIn Unternehmensberatung Butterfly Effect Consulting GmbH Erwähnt in der Folge: – Nachhaltigkeitstransformationsmonitor (Studie, März 2026) – Anu Bradford, „The Brussels Effect" (Buch)

    Schluss mit der Moralkeule: Warum Nachhaltigkeit kein Werte-, sondern ein Überlebensthema für Unternehmen ist - mit Prof. Dr. Andreas Rasche
  8. 15. Mai

    Von der Compliance-Funktion zur Transformationsstrategie: Wie Unternehmen Nachhaltigkeit wirklich skalieren – mit Prof. Dr. Johannes Meuer

    Ist echte Nachhaltigkeit im Kapitalismus möglich, oder bleibt sie ein cleveres Marketing-Tool? Mit dieser provokanten Frage starten Dr. Martin Bethke und Prof. Dr. Hannah Trittin-Ulbrich in das Gespräch mit Prof. Dr. Johannes Meuer, Associate Professor for Sustainability Strategy an der Kühne Logistics University Hamburg (KLU). Was folgt, ist eine nüchterne, faktenbasierte Einordnung der Lage: Warum Unternehmen trotz öffentlichem Gegenwind intern weiter an Nachhaltigkeit arbeiten. Warum das Klimaproblem physikalisch real bleibt – unabhängig von politischer Debatte. Und warum die eigentliche Herausforderung heute nicht mehr fehlendes Wissen ist, sondern die Skalierung vorhandener Lösungen. Johannes Meuer gibt Einblick in aktuelle Forschungsprojekte zu Carbon Removal (u.a. Biochar in der Landwirtschaft), erklärt warum der Job des Nachhaltigkeitsmanagers sich radikal verändert – weg von Ideologie, hin zu Daten, Regulatorik und Hybridkompetenz – und warum Silos aufzubrechen oft der wirksamste Hebel ist, den Unternehmen heute haben. Die wichtigsten Takeaways ✅ Green Hushing statt Rückzug: Nachhaltigkeitsbudgets sind laut aktuellen Umfragen (KPMG, EUI) nicht gesunken – Unternehmen arbeiten weiter, reden nur weniger laut darüber. ✅ Die Physik ist nicht verhandelbar: Klimawandel, Biodiversitätsverlust, Golfstrom-Risiken – die wissenschaftliche Evidenz wird robuster, unabhängig von politischen Zyklen. ✅ Von Scouting zu Skalierung: Wir haben genug Nachhaltigkeitslösungen. Die zentrale Frage ist nicht mehr: „Was gibt es?" – sondern: „Wie kriegen wir es auf die Straße?" ✅ Biochar als Gamechanger? Eine einfache, skalierbare Carbon-Removal-Technologie aus Kompostmüll – mit Co-Benefits als Düngemittel. Konkrete Forschung, keine Theorie. ✅ Das Jobprofil des Nachhaltigkeitsmanagers wandelt sich radikal: Weg von Ideologie und People-Management, hin zu Datenkompetenz, juristischem Wissen und Regulatorik-Verständnis. ✅ Silos aufbrechen ist der unterschätzte Hebel: Wenn Menschen aus Produktion, HR, Sales und Verwaltung gemeinsam über Nachhaltigkeit nachdenken, entstehen Lösungen – nicht weil sie Nachhaltigkeit gelernt haben, sondern weil sie anfangen, miteinander zu sprechen. Kapitel 01:54 – Eröffnungsthese: Nachhaltigkeit im Kapitalismus – Ideologie oder Business Case?07:02 – Green Hushing: Unternehmen arbeiten weiter, reden weniger10:54 – Was die Politik gerade (nicht) versteht – und warum die Physik nicht wartet15:08 – Ressourcenabhängigkeit, Geopolitik und globale Lieferketten19:00 – Wissenschaft trifft Praxis: Warum operative Komplexität entscheidend ist21:42 – Der Business Case für Nachhaltigkeit: Notwendig, aber nicht hinreichend24:25 – Die eigentliche Herausforderung: Skalierung vorhandener Lösungen27:14 – Wie sich das Jobprofil im Nachhaltigkeitsmanagement radikal verändert31:07 – Wo sind die Nachhaltigkeitsprojekte geblieben? Compliance vs. Innovation34:22 – Konsolidierungsphase: Von Lösungsentwicklung zur Marktdurchdringung35:27 – Carbon Removal: Was funktioniert – und was wird gehypt?36:43 – Biochar: Eine skalierbare Technologie mit echten Co-Benefits40:16 – CO₂ in Zement: Gamechanger oder Marketingkampagne?46:45 – Warum Nachhaltigkeitslösungen trotz Vorhandensein nicht skalieren50:20 – Silos aufbrechen als Kernhebel – in Unternehmen und in der Gesellschaft51:17 – Kulturwandel durch Lernen: Wenn Produktion, HR und Sales ins Gespräch kommen54:10 – Wirkung von Wissenschaft und Lehre: Was bleibt wirklich hängen? Shownotes & Links Kühne Logistics University Center for Sustainable Logistics and Supply Chains Direct Air Capture Forschungsprojekte Kühne Climate Center Prof. Dr. Johannes Meuer auf LinkedIn Prof. Dr. Hannah Trittin-Ulbrich auf LinkedIn Dr. Martin Bethke auf LinkedIn Prof. Dr. Johannes Meuers Forschung an der KLU  Prof. Dr. Hannah Trittin-Ulbrichs Forschung – Leuphana Universität  Unternehmensberatung Butterfly Effect Consulting GmbH

    Von der Compliance-Funktion zur Transformationsstrategie: Wie Unternehmen Nachhaltigkeit wirklich skalieren – mit Prof. Dr. Johannes Meuer

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