Kannste dir nicht ausdenken!

Jule Kieseler

Das Leben schreibt die absurdesten, schönsten und manchmal auch anstrengendsten Geschichten. Und regelmäßig denke ich mir: Kannste dir nicht ausdenken! Ich bin Jule – barfuß unterwegs, Mutter von zwei Kindern, Beobachterin und Mitten-im-Leben-Steherin. In diesem Podcast geht es um echte Momente: vom Mama-Alltag, von Begegnungen im Supermarkt, von Beziehungen, von Überforderung, von Mut – und von diesem ganz normalen Wahnsinn, den wir alle kennen. Ehrlich. Unverblümt. Ohne Hochglanz. Ein Podcast für alle, die nicht nur zuschauen, sondern mitten im Leben stehen.

  1. vor 7 Std.

    Warum bleiben wir, obwohl wir gehen könnten - über Veränderung, alte Muster und Eigenverantwortung #52

    Moini ihr Raketen 🚀 Warum halten wir an Dingen fest, von denen wir längst wissen, dass sie uns nicht guttun? An ungesunden Gewohnheiten. An alten Glaubenssätzen. An hinderlichen Verhaltensmustern. Manchmal sogar an einem ganzen Leben, das sich eigentlich längst nicht mehr richtig anfühlt. Und warum ist der Wunsch nach Veränderung oft so viel größer als unsere Bereitschaft, tatsächlich etwas dafür zu tun? In dieser Folge habe ich erneut den wunderbaren Robin zu Gast. Wir haben uns schon einmal über seine Arbeit und unsere beruflichen Schnittmengen unterhalten. Dieses Mal wollte ich allerdings etwas tiefer graben. Robin arbeitet unter anderem mit Hypnose, Breathwork und verschiedenen Coachingmethoden. Gemeinsam sprechen wir darüber, was Menschen an Veränderung hindert, weshalb alte Muster so hartnäckig sein können und warum es manchmal schmerzhafter erscheint, etwas zu verändern, als in einer unbefriedigenden Situation zu bleiben. Denn Veränderung beginnt nicht unbedingt dort, wo wir endlich wissen, was wir tun sollten. Sondern dort, wo wir anfangen, tatsächlich etwas anders zu machen, sei es noch so klein. Wir sprechen unter anderem darüber: Warum Hypnose wenig mit dem zu tun hat, was viele aus Bühnenshows kennen. Weshalb der Wunsch nach Veränderung allein häufig nicht ausreicht. Warum wir manchmal lieber im vertrauten Unbehagen bleiben, als uns auf etwas Neues einzulassen. Wo der Unterschied zwischen „Ich kann gerade nicht“ und „Ich bin noch nicht bereit“ liegen könnte. Warum Selbstoptimierung auch irgendwann zu viel werden kann. Warum auch Coaches nicht ständig alles perfekt im Griff haben. Und natürlich geht es um Selbstverantwortung. Allerdings nicht im Sinne von „Reiß dich einfach zusammen“. Denn nicht jede Veränderung ist für jeden Menschen zu jedem Zeitpunkt gleichermaßen möglich. Vielmehr stellen wir die Frage, wie wir wieder mehr Handlungsspielraum gewinnen können – und welche Unterstützung uns dabei helfen kann. Besonders spannend fand ich Robins Gedanken, dass Veränderung etwas ist, das wir mit der Zeit üben können. Dass es leichter werden kann, Gewohntes loszulassen, wenn wir bereits erlebt haben, dass wir auch durch unangenehme Phasen hindurchkommen. Und manchmal muss es dafür gar nicht gleich die ganz große Lebensveränderung sein. Manchmal beginnt es damit, sich überhaupt wieder bewusst Zeit für sich zu nehmen. Sich hinzusetzen. Das Handy wegzulegen. Und ein paar ruhige Atemzüge zu machen. Nicht jede Veränderung braucht einen riesigen Plan. Aber irgendwann braucht sie einen Anfang. Mehr über Robin:https://www.robin-hypnose.de/ Robins kostenlose Inhalte und Hypnose-Ausbildungsreihe auf YouTube:https://youtu.be/-Mg5kPETsko?si=KPS2Zd8Lt_IywJxV⁠⁠ Und jetzt interessiert mich: Gibt es etwas in deinem Leben, von dem du schon lange weißt, dass du es verändern möchtest – aber bisher trotzdem nicht angegangen bist? Vielleicht ist genau heute ein guter Tag für den ersten kleinen Schritt. Wenn dir diese Folge etwas mitgegeben hat, teile sie gerne mit einem Menschen, für den sie ebenfalls wertvoll sein könnte. Und wenn du meinen Podcast unterstützen möchtest, freue ich mich über dein Abo und eine Bewertung.

  2. 20. Okt.

    Pornoabteilung für Weihnachtsmänner #51

    Moini ihr Raktenen 🚀 28 Grad. Sand zwischen den Zehen. Und plötzlich glotzt dich ein Schokoladenweihnachtsmann aus dem Supermarktregal an. Entschuldigung?! Ich bin noch nicht fertig mit Sommer! In dieser Folge habe ich Melle ein Thema mitgebracht, das mich seit August zuverlässig aufregt: Lebkuchen, Dominosteine und Weihnachtsmänner, die gefühlt schon neben Sonnencreme und Grillkohle stehen. Und während ich noch darüber schimpfe, findet Melle das Ganze natürlich völlig unproblematisch. War ja klar. 😂 Aber eigentlich geht es um etwas ganz anderes. Warum sind wir gedanklich ständig schon beim Nächsten? Wir freuen uns montags auf Freitag. Wir buchen im Urlaub den nächsten Urlaub. Wir stehen auf Konzerten und schauen durch unsere Handykameras, statt den Moment zu erleben. Und kaum ist der Sommer da, bereitet uns der Einzelhandel schon auf Weihnachten vor. Wann genießen wir eigentlich noch das, was gerade ist? Wir sprechen über Dauerplanung, gesellschaftliche Erwartungen, Reizüberflutung, nervige Fahrradfahrer, den Unterschied zwischen gesunder Wut und stundenlangem Ärgern und darüber, wie schwer es manchmal geworden ist, einfach mal wirklich anwesend zu sein. Außerdem erfahrt ihr: Warum ich eine geheime Weihnachtsabteilung mit Zugangsknopf im Supermarkt eröffnen möchte. Weshalb Melle auf dem Feldweg ihr ganz persönliches Deeskalationstraining absolviert. Warum ich vermutlich die denkbar schlechteste Zeugin bei einer polizeilichen Personenbeschreibung wäre. Weshalb ich ernsthaft darüber nachdenke, meine Kinder morgens zu fotografieren. Und irgendwo zwischen Schokonikolaus, Schweinefleisch-Sonderabteilung und einer Fliege auf meiner Kamera landen wir bei einer ziemlich einfachen Erkenntnis: Vielleicht müssen wir nicht ständig schon beim nächsten Moment sein. Vielleicht reicht es manchmal, den jetzigen überhaupt erst einmal mitzubekommen. Und jetzt interessiert mich: Team Lebkuchen im August oder Team „Verschwinde, Weihnachtsmann, ich habe noch Sommer“? ☀️ Und noch viel spannender: Ertappt ihr euch auch dabei, gedanklich ständig schon beim nächsten Wochenende, Urlaub oder Ereignis zu sein? Schreibt mir eure Gedanken! Wenn euch die Folge gefällt, teilt sie gerne, abonniert den Podcast und lasst mir eine Bewertung da. ❤️

  3. 13. Okt.

    Räuberleiter statt Stutenbissigkeit - Vier Frauen, drei Alterlügen und ein Podcast-Jubiläum #50

    Moini ihr Raketen 🚀 Heute feiern wir Jubiläum!!!! 50 Folgen "Kannste dir nicht ausdenken"!, 50!!!! 🥳 Wer hätte das gedacht? Ich vielleicht am allerwenigsten. Und weil man so ein Jubiläum nicht einfach alleine feiert, habe ich mir Verstärkung geholt: Petra, Melle und Christiane. Eigentlich wollte ich mit den dreien über Freundschaft, Altersunterschiede und meine gelegentlich etwas schwierige Beziehung zum Gedanken des Verlusts sprechen. Ich hatte mir sogar einen richtig tiefgründigen Einstieg überlegt. Nach ungefähr zwei Minuten fühlte ich mich gemobbt. Läuft also. Was passiert, wenn man vier Frauen mit ziemlich unterschiedlichen Persönlichkeiten, einer ordentlichen Portion Schlagfertigkeit und absolut keinem Interesse an gesellschaftlichen Altersgrenzen zusammenbringt? Man spricht über Freundschaften zwischen Generationen, die Frage, ob wir unsere Liebsten irgendwann überleben, und darüber, warum Christiane selbstverständlich seit Jahren 39 ist. Aber auch über etwas, das mir wirklich am Herzen liegt: Warum machen Frauen sich eigentlich so häufig gegenseitig klein, statt sich groß zu machen? Wir reden über Stutenbissigkeit, Konkurrenzdenken, erste Eindrücke und die Schubladen, in die wir Menschen stecken, bevor sie überhaupt den Mund aufgemacht haben. Warum wirke ich auf manche Menschen arrogant, obwohl ich mich selbst überhaupt nicht so erlebe? Warum wird Petra aufgrund ihrer Körpergröße unterschätzt? Warum hält Christianes vermeintliche Coolness andere Menschen auf Abstand? Und warum ist Melles Ausstrahlung offenbar eine ziemlich wirksame natürliche Kontaktbarriere? Und dann kommen wir zu dem, was uns vier wirklich verbindet. Nicht, dass wir immer einer Meinung wären. Nicht, dass wir niemals aneinandergeraten. Sondern dass wir ehrlich miteinander sein können. Uns verletzlich zeigen dürfen. Uns gegenseitig etwas zutrauen. Und auch dann füreinander da sind, wenn es mal schwierig wird. Oder, wie Melle es so wunderbar auf den Punkt bringt: „Du kannst dich fallen lassen. Aber du fällst nicht.“ Dazwischen gibt es natürlich auch noch eine Geschichte mit einer Gemüsezwiebel, Rotwein in der Badewanne, einen völlig ungeplanten Ausflug zum Fußball, meinen legendären Radiogewinn und die Erkenntnis, dass man sich manchmal einfach trauen muss, weil eine andere Frau einem gezeigt hat, dass es möglich ist. Und irgendwann entsteht ganz nebenbei unsere Quintessenz: Wir brauchen keine Stutenbissigkeit. Wir brauchen mehr Räuberleitern. Frauen, die sich gegenseitig hochhelfen, statt einander die Beine wegzuziehen. Und vielleicht ist genau das mein schönstes Geschenk zu 50 Folgen: Menschen an meiner Seite zu haben, bei denen ich nichts beweisen muss und trotzdem über mich hinauswachsen darf. Danke, dass ihr seit 50 Folgen dabei seid. ❤️ 🎥 Diese Jubiläumsfolge gibt es auch mit Bild auf YouTube, wenn technisch alles nach Plan läuft. Und jetzt seid ihr dran: Habt ihr Menschen in eurem Leben, die euch die Räuberleiter machen? Oder habt ihr selbst schon erlebt, dass aus vermeintlicher Konkurrenz eine richtig gute Freundschaft geworden ist? Schreibt es mir! Und wenn euch die Folge gefällt, teilt sie, abonniert den Podcast und lasst gerne eine Bewertung da. Kannste dir nicht ausdenken.

  4. 6. Okt.

    Ich gebe keine Pressekonferenzen mehr! Über Rechtfertigung und fremde Meinungen #49

    Moini ihr Raketen 🚀 Warum machst du das? Ist das gesund? Darfst du das überhaupt? Und was sagen eigentlich die anderen Leute? Offensichtlich ziemlich viel. 😏 In dieser Solo-Folge geht’s um diese ganz besondere Sorte Fragen, bei denen man irgendwann merkt:Moment mal. Du willst gar nicht wissen, warum ich das mache. Du möchtest mir eigentlich erklären, warum ich es anders machen sollte. Und plötzlich sitzt man mitten in einer Pressekonferenz über das eigene Leben. Warum läufst du barfuß?Warum arbeitest du so viel – oder so wenig?Warum stillst du noch – oder nicht mehr?Warum trägst du DAS mit deiner Figur?Warum trennst du dich?Warum brichst du Kontakt ab?Warum machst du beruflich plötzlich etwas anderes? Egal, wie wir uns entscheiden: Irgendwo sitzt offenbar immer jemand mit einem imaginären Klemmbrett und bewertet unsere Lebensführung. Dabei geht es mir ausdrücklich nicht darum, keine Kritik mehr anzunehmen. Andere Menschen können Dinge sehen, die wir selbst übersehen. Sie können berechtigte Einwände haben. Und manchmal müssen unsere Entscheidungen natürlich erklärt werden – insbesondere dann, wenn sie andere betreffen. Aber es gibt einen Unterschied zwischen: „Ich möchte verstehen, warum du das so machst.“ und „Überzeuge mich davon, dass du dein eigenes Leben richtig führst.“ Und auf Bewerbungsgespräche für mein eigenes Leben habe ich zunehmend wenig Lust. Ich spreche darüber, warum wir uns manchmal schon für Entscheidungen rechtfertigen, bevor überhaupt jemand Kritik geäußert hat, warum Veränderungen bei uns manchmal mehr mit anderen Menschen machen als mit uns selbst – und warum eine Meinung zu haben noch lange nicht bedeutet, dass man sie überall abliefern muss. Und ja: Am Ende müssen wir den Spieß auch einmal umdrehen. Denn während wir uns darüber ärgern, dass andere unser Leben bewerten, dürfen wir uns durchaus fragen: Wie oft sitzen wir eigentlich selbst mit diesem imaginären Klemmbrett da? Vielleicht helfen drei Fragen: Will dieser Mensch wirklich etwas verstehen?Betrifft meine Entscheidung ihn tatsächlich?Und möchte ich dieses Gespräch überhaupt führen? Wenn die Antwort dreimal Nein lautet … Pressekonferenz wegen mangelnder Relevanz abgesagt. Kannste dir nicht ausdenken – dieses Mal wieder als Solo-Folge. Und jetzt interessiert mich wirklich: Wo habt ihr das Gefühl, euch ständig für euer eigenes Leben erklären zu müssen?

  5. 29. Sept.

    Mein Körper, mein Baby, MEINE Geburt! #48

    Moini ihr Raketen 🚀 Zwei Frauen. Vier Kinder. Vier Hausgeburten. Und trotzdem vier ziemlich unterschiedliche Geschichten. Sirkka und ich haben beide unsere jeweils zwei Kinder zu Hause geboren. Für mich waren beide Geburten, obwohl sie völlig unterschiedlich verliefen, sehr schöne Erfahrungen. Bei Sirkka sieht die Geschichte etwas anders aus. Ihre erste Geburt dauerte mehr als 30 Stunden. Sie hatte eine Hebamme an ihrer Seite – und trotzdem blieb danach ein Gefühl zurück, das sie selbst irritierte: Habe eigentlich ich dieses Kind geboren? Denn eine Hausgeburt bedeutet nicht automatisch, dass eine Frau sich selbstbestimmt fühlt. Sirkka merkte im Nachhinein, wie sehr ihr eigenes Harmoniebedürfnis dazu geführt hatte, dass sie Dinge mitmachte, obwohl ihr Körper ihr eigentlich etwas anderes sagte. Und genau diese Erfahrung veränderte ihre zweite Schwangerschaft. Denn diesmal traf Sirkka eine Entscheidung, bei der ich im ersten Moment selbst kurz schlucken musste: Sie bekam ihre zweite Tochter ebenfalls zu Hause – aber OHNE Hebamme. Dabei waren nur ihr Mann und eine Freundin. Warum entscheidet sich eine Frau nach einer schwierigen ersten Geburt dafür, beim zweiten Mal auf medizinische Geburtsbegleitung zu verzichten? War das von Anfang an geplant? Hatte sie Angst? Und was passiert, wenn man irgendwann feststellt: Ich möchte nicht noch einmal Kompromisse mit mir selbst eingehen. Darüber sprechen wir. Und nein: Diese Folge ist keine Werbung für Hausgeburten. Und erst recht keine Aufforderung zu einer Geburt ohne medizinische Begleitung. Das sagen wir schon zu Beginn ziemlich deutlich. Uns geht es nicht darum, Frauen zu erklären, wo sie ihr Kind bekommen sollen. Uns interessiert etwas anderes: Was braucht eine Frau, damit sie sich während einer Geburt sicher, gesehen und selbstbestimmt fühlt? Denn während meine zweite Geburt nicht einmal eine Stunde dauerte und mein Sohn – wie ich gerne sage – wie eine Rakete auf die Welt geschossen kam, dauerten Sirkkas Geburten jeweils mehr als 30 Stunden. Und trotzdem beschreibt sie ausgerechnet ihre zweite, lange Geburt als absolute Traumgeburt. Nicht, weil sie schmerzfrei oder schnell gewesen wäre. Sondern weil sich ihr inneres Erleben verändert hatte. Sie war zu Hause, verbrachte einen Teil des Tages im Garten, ihre Familie war in der Nähe, später standen Kerzen im Raum und vor allem hatte sie diesmal das Gefühl, ihrem eigenen Prozess folgen zu können. Wir sprechen über die Rolle von Hebammen und darüber, wie wichtig eine Begleitung sein kann, bei der es wirklich matcht. Über Sirkkas Entscheidung, Doula zu werden. Über die Unterschiede zwischen Hebamme und Doula. Über Ängste vor der Geburt. Über Verantwortung. Über medizinische Interventionen und persönliche Grenzen. Über meine eigenen Erfahrungen mit Ärzten während meiner ersten Schwangerschaft. Und darüber, warum ein Bauchgefühl nicht automatisch bedeutet, dass Angst verschwindet. Vielleicht bedeutet Selbstbestimmung nämlich auch nicht: „Ich habe keine Angst.“ Sondern: „Ich schaue mir meine Angst an – und entscheide dann, was für mich richtig ist.“ Sirkka bringt es am Ende wunderbar auf den Punkt: Traut euch hinzuschauen. Seid ehrlich mit euch, wie ihr euer Kind bekommen wollt. Ängste sind normal. Sie dürfen angeschaut werden. Und ich habe eigentlich nur noch eines hinzuzufügen: Vertrau dem Prozess. Vertrau deinem Körper. Du kannst das.

  6. 25. Sept.

    Ich wollte doch nur eine Gurke kaufen - Barfuß im Supermarkt und andere Begegnungen mit der Macht des kleinen Mannes #47

    Moini ihr Raketen 🚀 Ich wollte nur eine Gurke kaufen. Wirklich. Keinen Aufstand anzetteln.Keine Grundsatzdiskussion führen.Nicht das deutsche Lebensmittelrecht neu verhandeln. Eine. Gurke. Kaufen. Und dann kam ein Mann angehuscht und erklärte mir, ich müsse den Supermarkt verlassen. Warum? Ich hatte keine Schuhe an. Nun bin ich bekanntermaßen überzeugte Barfußläuferin und offenbar inzwischen auch eine ernstzunehmende Gefahr für den deutschen Lebensmitteleinzelhandel. Also fragte ich natürlich: „Steht das in der Hausordnung?“ Antwort: Ja. „Kann ich die sehen?“ Antwort: Nein. Aber es sei wegen der Hygiene. Und spätestens da war sie geboren: Eine neue spontane Folge „Kannste dir nicht ausdenken“ mit Melle. 😂 Denn Melle war beim ursprünglichen Gurken-Gate sogar live am Telefon dabei und während ich zwischen Gemüse und Hüttenkäse meinen persönlichen Kampf gegen die Schuhpflicht führte, lief in ihrem Kopf bereits mein Podcast-Jingle. Wir reden über die wirklich drängenden Fragen unserer Zeit: Warum sollte ein nackter Fuß im Supermarkt unhygienischer sein als eine Schuhsohle, die vorher über Straße, Park und möglicherweise noch durch einen Hundehaufen gelaufen ist? Darf ein Geschäft einfach beschließen, dass nackte Füße draußen bleiben? Woher soll ich eine Hausregel kennen, die ich nirgendwo lesen kann? Und warum um alles in der Welt sollte ich meine Gurke mit den Füßen anfassen? Wobei: Laut Melle wäre ich vermutlich gelenkig genug, um ein Erdbeersahnetörtchen mit dem großen Zeh über den Tresen zu reichen. Natürlich bleiben wir nicht bei meinen Füßen. Denn eigentlich regt mich etwas ganz anderes auf: Willkür. Stellt da jetzt jemand eine Regel auf, die im Zweifel dann nur für mich gilt? Und damit landen wir bei der Deutschen Bahn, Hunden, die angeblich „auf den Schoß passen“ müssen, Doggen, die rückwärts auf Sofas einparken, Maulkörben in der Pariser Metro und Menschen, die plötzlich feststellen, dass sie am längeren Hebel sitzen. Melle bringt es irgendwann ziemlich gut auf den Punkt: Willkür + Ungerechtigkeit + Hilflosigkeit sind eine ziemlich beschissene Mischung. Denn in dem Moment kannst du diskutieren, freundlich nachfragen oder dir die Regel zeigen lassen – trotzdem steht da jemand, der dir sagt: „Du musst jetzt hier raus.“ Wir versuchen am Ende tatsächlich noch, eine pädagogisch wertvolle Quintessenz aus der Sache zu ziehen. Wir scheitern. Meine Alternative, vorher mit stark profilierten Schuhen über den Hundeplatz zu laufen und dann hygienisch korrekt einkaufen zu gehen, verwerfe ich ebenfalls wieder. Und deshalb endet diese Folge mit der möglicherweise intellektuell wertvollsten Zusammenfassung meiner bisherigen Podcastkarriere: „Ich hab heute auch keine Quintessenz. Der ist einfach ein A***h-A***h-P****l.“ Kannste dir nicht ausdenken.

  7. 22. Sept.

    It's never what you think #46

    Moini ihr Raketen 🚀 Melle und ich machen heute mal den Erklär-Bär. Wir sprechen heute mal darüber, was wir eigentlich machen, wenn wir nicht gerade in diesem Podcast über Männer, Trauer, Hooligans, Kommentarspalten oder unsere sonstigen geistigen Ergüsse philosophieren. 😄 Denn Melle hat etwas entwickelt bzw. – wie sie selbst sehr korrekt sagt – kuratiert, das inzwischen ein ziemlich wichtiger Bestandteil meiner eigenen Arbeit geworden ist: MST – die Mental Screenshot Technik. Eine Methode, mit der wir mit mentalen und emotionalen Blockaden arbeiten – und dabei versuchen, nicht nur auf das offensichtliche Symptom zu schauen, sondern auf das, was darunterliegt. Melle erzählt von einer Klientin, die bereits sechs Jahre Psychoanalyse hinter sich hatte. Sie hatte ihre Kindheit aufgearbeitet, Zusammenhänge verstanden, vergeben – und trotzdem eine so massive Prüfungsangst, dass sie selbst sagte: „Ich habe Angst, dass ich dabei sterbe.“ Was schließlich dahinter auftauchte, hatte auf den ersten Blick überhaupt nichts mit einer Prüfung zu tun. Und genau darum geht es. Denn manchmal können wir unser Problem mit dem Verstand zehnmal verstanden haben – und trotzdem reagiert etwas in uns weiterhin nach einer ziemlich alten Gebrauchsanweisung. Ich erzähle von meiner eigenen Zahnarztangst, die plötzlich mit 16 oder 17 auftauchte – obwohl ich vorher nie Angst vor Zahnärzten hatte und auch kein entsprechendes negatives Erlebnis finden konnte. Bis wir mit MST draufgeschaut haben. Der Zusammenhang, der dabei auftauchte, hatte mit dem Zahnarzt erst einmal herzlich wenig zu tun. Und Melle bringt irgendwann ein Bild, das diese ganze Folge ziemlich wunderbar zusammenfasst: Da ist ein Wasserfleck an der Decke. Du kannst ihn überstreichen.Du kannst darüber reden, wie du dich mit diesem Fleck fühlst.Du kannst lernen, besser mit dem Fleck zu leben. Aber vielleicht wäre es irgendwann ganz sinnvoll, nachzusehen, wo eigentlich das Wasser herkommt. Wir sprechen darüber, wie MST funktioniert, warum es keine Hypnose ist, wie innere Anteile und Visualisierung dabei eine Rolle spielen und warum der Coach dabei eher Co-Pilot als Fahrer ist. Und wir sprechen auch über die Grenzen dieser Arbeit: Melle macht ausdrücklich klar, dass es nicht darum geht, psychische Erkrankungen oder Traumata eigenmächtig zu behandeln, und dass bei diagnostizierter PTBS oder anderen Erkrankungen gegebenenfalls ärztliche bzw. therapeutische Begleitung und Abklärung dazugehört. Vor allem aber geht es um die Frage: Muss ich eigentlich für immer so reagieren, nur weil ich irgendwann einmal gelernt habe, so zu reagieren? Vielleicht nicht. Vielleicht dürfen wir irgendwann den alten Rucksack aufmachen, ein paar Steine rausnehmen und feststellen: Verdammt. So läuft es sich deutlich leichter. Und nein: Ziel ist nicht, irgendwann völlig mackenfrei, erleuchtet und emotional durchrenoviert durchs Leben zu schweben. Denn, wie wir in dieser Folge ebenfalls wissenschaftlich zweifelsfrei feststellen: Leute ohne Macke sind K***e. 😂 Eine Folge über alte Muster, Ängste, emotionale Blockaden, Hypnose, innere Anteile, unseren manchmal vollkommen ahnungslosen Verstand – und darüber, wie viel leichter das Leben werden kann, wenn wir nicht nur fragen: „Was stimmt mit mir nicht?“ sondern vielleicht irgendwann: „Was hat mein System eigentlich irgendwann gelernt – und brauche ich das heute noch?“ Kannste dir nicht ausdenken.

Bewertungen und Rezensionen

4,5
von 5
2 Bewertungen

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Das Leben schreibt die absurdesten, schönsten und manchmal auch anstrengendsten Geschichten. Und regelmäßig denke ich mir: Kannste dir nicht ausdenken! Ich bin Jule – barfuß unterwegs, Mutter von zwei Kindern, Beobachterin und Mitten-im-Leben-Steherin. In diesem Podcast geht es um echte Momente: vom Mama-Alltag, von Begegnungen im Supermarkt, von Beziehungen, von Überforderung, von Mut – und von diesem ganz normalen Wahnsinn, den wir alle kennen. Ehrlich. Unverblümt. Ohne Hochglanz. Ein Podcast für alle, die nicht nur zuschauen, sondern mitten im Leben stehen.