So sind wir: zwischen Bognergasse und Ballhausplatz

Niko Hutter

Österreich ist klein. Die Kreise, die Entscheidungen treffen, sind noch kleiner. "So sind wir - zwischen Bognergasse und Ballhausplatz" ist der Podcast über Politik, Wirtschaft und Macht in Österreich. Jede Woche eine neue Folge: In einer Woche spricht Niko Hutter mit Unternehmern, Ökonomen, Journalisten und politischen Insidern. In der nächsten analysieren Niko und Felix ein aktuelles Thema und ordnen die Hintergründe ein. Direkt, unabhängig und mit Einblicken hinter die Kulissen.

  1. vor 2 Tagen ·  Bonus

    Niko und Felix 15: Brennt bald auch Österreich wie Frankreich?

    Liebe Hörerinnen und Hörer, diesmal sitzen Felix und ich wieder zu zweit am Tisch, und der Anlass liegt ein gutes Stück westlich von Wien. In Frankreich haben im September Schülerinnen und Schüler gegen heruntergekommene Schulen und fehlende Lehrkräfte protestiert. Daraus sind landesweite Proteste gegen die hohen Lebenskosten geworden, mit Plünderungen, über tausend Festnahmen an einem einzigen Tag und einem ausgebrannten Rathaus in Limoges. Aufgenommen haben wir letzten Samstag. Was an diesem und den folgenden Tagen passiert ist, wisst ihr beim Hören besser als wir. Der rote Faden ist eine Frage, die Felix mir gestellt hat: Wie weit ist Österreich eigentlich von solchen Bildern entfernt? Um das zu beantworten, schauen wir zuerst auf Frankreich selbst. Ich versuche zu erklären, warum die Fünfte Republik so stark auf einen Präsidenten zugeschnitten ist und wer von der Unruhe profitieren will, ein halbes Jahr bevor die Französinnen und Franzosen einen Nachfolger für Macron wählen. Dann kommen wir nach Österreich, wo zur gleichen Zeit gegen die Kürzungen an den Universitäten demonstriert wurde, und fragen, ob wir überhaupt eine Kultur des Massenprotests haben. Am Ende landen wir bei Integration und Zuwanderung. Bei rund 1,3 Kindern pro Frau, so wenigen wie nie zuvor, halte ich unseren Wohlstand ohne Zuzug für nicht haltbar. Genauso klar ist für uns beide, dass sich an die Regeln halten muss, wer hier leben will. Dass Felix dabei einen Umweg über Star Trek nimmt, gehört zu dieser Folge dazu. Mir ist bei der Aufnahme bewusst geworden, wie schnell man bei diesem Thema in einfache Antworten rutscht und wie wenig sie am Ende tragen. Euer Niko 00:00:00 Cold Open und Intro00:00:04 Frankreich in Aufruhr: Wie aus Schülerprotesten gewalttätige Krawalle wurden00:01:50 Crashkurs Fünfte Republik: Warum der Präsident so mächtig ist00:09:27 Wer da wirklich auf der Straße ist00:12:33 Wahl 2027: Le Pen, Mélenchon und die bröckelnde Brandmauer00:18:52 Uni-Kürzungen und Demos: Droht Österreich ein französischer Herbst?00:21:54 Star Trek und die Banlieues: Wie Viertel unregierbar werden00:27:30 Von den Corona-Demos bis heute: Wie protestbereit ist Österreich?00:34:47 Integration ohne Ideologie: Asyl, Gastarbeiter, Fachkräfte00:42:05 1,3 Kinder pro Frau: Warum es ohne Zuzug nicht geht

    Niko und Felix 15: Brennt bald auch Österreich wie Frankreich?
  2. vor 6 Tagen

    Michael Maier (iteratec): Ersetzt uns die KI oder jemand, der sie besser nutzt?

    Liebe Hörerinnen und Hörer, diesmal bin ich nicht im ersten Bezirk, sondern im Büro von Conda. Dort habe ich mit Michael Maier von iteratec gesprochen. Er beschäftigt sich seit rund fünfzehn Jahren mit Transformation und Innovation und ist bei iteratec für Österreich und für das Thema Human Agent Collaboration verantwortlich. Ich wollte von ihm wissen, was KI in Unternehmen wirklich verändert. Es geht weniger um die Technik als um die Frage, wie Menschen, Organisationen und Abhängigkeiten damit umgehen. Drei Punkte sind mir besonders geblieben. Erstens beschreibt Michael, wie sich das Berufsbild von Entwicklern verschiebt: weg vom Code schreiben, hin zu Architektur, Entscheidungen und kritischem Prüfen. Zweitens erzählt er ein Beispiel aus dem eigenen Haus, einen KI-Agenten im Finance-Team, der gemeinsam mit den Kolleginnen gebaut wurde und heute die Ausgangsrechnungen schreibt. Drittens sprechen wir über digitale Souveränität. Ich habe ihn gefragt, was passiert, wenn ein US-Konzern einem europäischen Unternehmen den Zugang abdreht. Seine Antwort ist erfrischend nüchtern: Es geht nicht um Autarkie, sondern darum, Handlungsspielraum zu behalten. Dazu kommt die unbequeme Frage nach den Jobs. Er erklärt, wie Unternehmen damit umgehen können. Er zeigt sehr gut auf, was Unternehmen in Österreich und Europa morgen konkret anders machen können. Kapitel00:00:00 Intro und Begrüßung bei Conda00:00:37 Vom Grazer Wahlwiener zum Transformationsberater00:04:08 Warum der klassische Tech-Job gerade bröckelt00:07:58 Human Agent Collaboration: So arbeiten Mensch und KI zusammen00:09:51 KI-native Unternehmen und die Wette auf das Ein-Mann-Unicorn00:11:50 Praxisbeispiel: Der KI-Agent im Finance-Team00:14:28 Angst um den Job: Wie Unternehmen mit Widerstand umgehen00:18:36 Welche Branchen bei KI vorne liegen00:24:34 Digitale Souveränität: Was der US Cloud Act für Europa bedeutet00:32:38 Rahmenbedingungen und erste Schritte für Unternehmen

    Michael Maier (iteratec): Ersetzt uns die KI oder jemand, der sie besser nutzt?
  3. 21. Okt. ·  Bonus

    Niko und Felix 14: Vom Marchfeld nach Belgien, auf Wiedersehen Industrie

    Liebe Hörerinnen und Hörer, diese Folge beginnt vor Felix’ Haustür. Groß-Enzersdorf kommt normalerweise nur dann in die Zeitung, wenn etwas schiefgeht, und diesmal geht es um das Ardo-Werk, aus dem ein großer Teil des Tiefkühlgemüses im Supermarkt stammt. Der belgische Eigentümer will schließen, hat ein Rettungspaket von Bund und Land abgelehnt und will das Gelände offenbar auch nicht an einen möglichen Konkurrenten verkaufen. Künftig kommt das Gemüse aus Belgien, und Hunderte Bauern im Marchfeld, die ihre Produktion genau auf dieses Werk ausgerichtet haben, bleiben zurück. Was dieser Fall über den Wirtschaftsstandort Österreich sagt? Hier zieht kein Betrieb in ein Billiglohnland, sondern ein Unternehmen verlagert die Produktion in ein hochentwickeltes EU-Land und beliefert uns künftig von dort. Wir spielen durch, was passiert, wenn sich mittelständische Betriebe und Hidden Champions dieselbe Frage stellen. Danach schwenken wir auf das Gesundheitssystem. Wir schauen auf den Herbst der Ergebnisse, auf Unibudgets und Arztstellen, auf Kassenplätze und den (Fach-)Ärztemangel. Dabei zeigt sich, wie direkt beides zusammenhängt, denn die Betriebe finanzieren mit ihren Steuern und Löhnen das System, das wir am Ende brauchen. Ich bin gespannt, wie ihr das seht, und freue mich auf eure Kommentare. Euer Niko Kapitel: 00:00:00 Intro 00:01:29 Groß-Enzersdorf und die Geschichte des Werks 00:05:16 Warum Ardo schließt und was an 500 Betrieben hängt 00:06:28 Petition, Rettungspaket und das Nein von Ardo 00:12:50 Wifo gegen Subventionen 00:14:55 Vom Marchfeld nach Belgien: Warnsignal für den Standort 00:22:03 Deindustrialisierung 00:25:10 Herbst der Ergebnisse: Paketsteuer, Insolvenzfonds, Unibudget 00:30:36 Ärztemangel, Kassenplätze und wer das System finanziert 00:34:45 Zeiler gegen Marterbauer: Kuh füttern oder melken wichtiger?

    Niko und Felix 14: Vom Marchfeld nach Belgien, auf Wiedersehen Industrie
  4. 17. Okt.

    Michael Hammerl (Kurier): Was bleibt vom Herbst der Ergebnisse?

    Liebe Hörerinnen und Hörer, nach der Sommerpause hat Bundeskanzler Christian Stocker den Herbst der Ergebnisse ausgerufen. Wenige Wochen später steckt die SPÖ in einer Führungskrise, und von den angekündigten Ergebnissen ist bisher wenig zu sehen. Ich wollte wissen, was davon noch realistisch ist, und habe dafür Michael Hammerl vom Kurier eingeladen. Er beobachtet die Regierung mit Schwerpunkt auf Budget und Finanzen und kennt die Zahlen ebenso wie die Menschen, die sie verhandeln. Wie viel Spielraum hat diese Koalition überhaupt noch? Michael geht die offenen Baustellen durch, von der Wehrdienstreform über die Bundesstaatsanwaltschaft bis zur Sozialhilfe, und sortiert, was bis Jahresende kommen muss und worauf eigentlich niemand wartet. Drei Punkte sind mir besonders hängen geblieben. Erstens die Paketabgabe: ÖVP und Neos rücken öffentlich von einer Maßnahme ab, die sie selbst mitbeschlossen haben, und Michael hat eine These, warum das ausgerechnet jetzt passiert. Zweitens die Machtfrage in der SPÖ: Wer verhandelt nach dem angekündigten Rückzug von Andreas Babler, welche Rolle spielen Wien und die Gewerkschaft, und was ändert sich, wenn Markus Marterbauer Vizekanzler wird? Drittens die kommenden Landtagswahlen: In Oberösterreich zeichnet sich ein Zweikampf zwischen ÖVP und FPÖ ab, und wir reden darüber, ob die Brandmauer zur FPÖ in der SPÖ überall gleich hoch ist. Michaels Bilanz fällt nüchtern aus. Mit einer einzelnen Reform kommt diese Regierung nicht aus dem Umfragetief. Helfen würden besseres kommunikatives Handwerk und eine Wirtschaftslage, die sich endlich beruhigt. Wir haben an diesem Nachmittag ordentlich Kaffeesud gelesen. Genau das mag ich an solchen Gesprächen: offen spekulieren, aber mit jemandem, der weiß, wovon er spricht. Euer Niko Kapitel 00:00:00 Intro und der versprochene Herbst der Ergebnisse00:00:51 Wehrdienst, Bundesstaatsanwaltschaft, Sozialhilfe, die offenen Baustellen00:04:18 Wer in der SPÖ nach Babler das Sagen hat00:07:10 Paketabgabe und Spritpreisbremse, warum sich die Koalition selbst widerspricht00:11:53 Was die Regierung bis Jahresende noch liefern muss00:17:17 Wien, Gewerkschaft und Länder, wo in der SPÖ die Macht liegt00:24:06 Welche Regierungsmitglieder der SPÖ wackeln00:29:09 FPÖ und Grüne im Umfragehoch, warum die Opposition nur abwarten muss00:33:02 Budget, Krisen, Kommunikation, kann die Regierung die Stimmung noch drehen00:39:11 Landtagswahlen und Brandmauer, müssen die Landeshauptleute zittern

    Michael Hammerl (Kurier): Was bleibt vom Herbst der Ergebnisse?
  5. 14. Okt. ·  Bonus

    Niko und Felix 13 - Das Zentralkomitee und der Stillstand

    Liebe Hörerinnen und Hörer, eine weitere Folge mit Video, ich teste aktuell ein paar Setups durch. Freue mich über Feedback dazu. An Stoff hat es uns nicht gemangelt. Die SPÖ hat ihre Führung neu sortiert: Andreas Babler bleibt vorerst Vorsitzender, an seine Seite treten Philip Kucher und Eva-Maria Holzleitner als geschäftsführende Parteichefs, und Markus Marterbauer soll Anfang 2027 Vizekanzler werden. Eine Partei mit drei Köpfen und keinem echtem Chef (oder Chefin). Was es für eine Regierung bedeutet, wenn ein Partner im Umbau steckt und niemand genau weiß, wer verhandelt und wer entscheidet? Das haben wir uns im Details angesehen. Drei Dinge sind aufgefallen: Erstens auf den APA/OGM-Vertrauensindex, in dem Marterbauer seit Monaten zu den Politikern mit den besten Werten zählt, und darauf, was das über das Verhältnis der Österreicherinnen und Österreicher zum Sparen und zum Kapitalmarkt sagt. Da waren Felix und ich nicht ganz einer Meinung. Zweitens auf die NEOS, deren Parteichefin die gerade erst eingeführte Paketsteuer schon wieder in Frage stellt, und auf unsere These, wer von solchen Rückziehern am Ende profitiert. Drittens auf eine Umfrage, in der die Grünen vor der SPÖ liegen, und darauf, warum der Parteiapparat dabei eine größere Rolle spielt, als man denkt. Zum Schluss wagen wir einen Ausblick auf den Herbst: Hilft eine sich erholende Weltwirtschaft der Regierung, oder nimmt sie ihr den letzten Reformdruck? Euer Niko Kapitel: 00:00:00 Cold Open und Intro 00:01:19 Bablers Rückzug auf Raten: Das neue SPÖ-Führungstrio 00:04:10 Parteitag im Frühling: Wer übernimmt die SPÖ? 00:05:16 Vertrauensindex: Warum der Finanzminister punktet 00:06:12 Sparen als Volkssport und die Angst vor dem Kapitalmarkt 00:10:59 NEOS in Linz: Kehrtwende bei der Paketsteuer 00:12:51 Koalition ohne Ansprechpartner: ÖVP, NEOS und die SPÖ 00:15:18 Babler, der Koalitionspoker und wem er nützt 00:17:04 Umfragen: Warum die Grünen an der SPÖ vorbeiziehen 00:20:02 Ausblick: Weltwirtschaft, Reformdruck und GTA 6

    Niko und Felix 13 - Das Zentralkomitee und der Stillstand
  6. 10. Okt.

    Nikolaus Hutter im Gespräch mit Nikolaus Hutter

    Liebe Hörerinnen und Hörer, mein heutiger Gast ist Nikolaus Hutter. Also Buchstabe für Buchstabe der gleich Name wie ich. Kennengelernt haben wir uns über eine Verwechslung auf LinkedIn, vor ungefähr drei Jahren. Seitdem wollte ich wissen, was dieser andere Nikolaus Hutter eigentlich den ganzen Tag macht. Die kurze Antwort: Venture-Investor in Wien. Die lange: Er hilft mit Relevant Ventures Unternehmen dort auf, wo Kapital normalerweise nicht hinkommt. Mehr als die Hälfte seines Teams sitzt in Uganda. Bei dem was in antreibt orientiert er sich an Peter Thiel: Was weißt du, das sonst niemand glaubt? Seine Antwort lautet, dass wirtschaftlicher Wert künftig dort entsteht, wo die dringendsten Probleme gelöst werden. Und dass das ein Geschäft ist, kein Idealismus. Er macht das an zwei Beispielen fest: Erstens: Solaranlagen auf Schuldächern in Uganda: Ins Netz einspeisen darf man dort nicht, also verkauft man nicht Strom, sondern Brot aus einer Bäckerei, die mit diesem Strom läuft. Nicht die üblichen Fonds, sondern Stiftungen, Unternehmerfamilien und in Uganda ausgerechnet die Banken der Kirchen. Und zweitens Display Europe, eine Medienkooperative mit über siebzig Mitgliedern in ganz Europa, vom Umweltjournalismus im Baltikum bis zu kleinen Community-Radios. Was sie für die entwickeln, da wusste ich während der Aufnahme selbst nicht, ob ich sie großartig oder bedenklich finden soll: In New York gibt es ein Medienunternehmen namens Hunterbrook, das ein Investigativportal mit einem Hedgefonds verbindet: Man recherchiert, wo ein Konzern etwas zu verbergen hat, setzt vor der Veröffentlichung auf den fallenden Kurs und finanziert mit dem Gewinn auch die Redaktion. Er rechnet vor, dass ein einziger solcher Trade mehr Geld für Medien mobilisieren könnte als die gesamte EU-Medienförderung eines Jahres. Ob das in Europa rechtlich und publizistisch geht, ist offen. Interessant ist es jedenfalls. Was ich mitgenommen habe: Ich habe selten jemanden getroffen, der so nüchtern über Dinge spricht, die auf den ersten Blick nach Weltverbesserung klingen. Euer Niko Kapitel: 00:00:00 Intro und zwei Mal Nikolaus Hutter 00:01:07 Purpose Venture Capital: was Relevant Ventures macht 00:04:50 Vom LSE-Absolventen ohne Job zum Venture-Investor 00:15:16 Dekarbonisierung als Exportschlager nach Osteuropa 00:19:38 Solaranlagen auf Schuldaechern in Uganda 00:26:56 Wer so etwas finanziert: Stiftungen, Familien, Kirchenbanken 00:31:03 Display Europe: was siebzig Medien gemeinsam billiger koennen 00:35:10 Investigativportal plus Hedgefonds: das Modell Hunterbrook 00:38:29 Die vier D: Dekarbonisierung, Devolution, Displacement, Diskriminierung 00:45:33 Die Purpose Revolution als groesste Investmentchance

    Nikolaus Hutter im Gespräch mit Nikolaus Hutter
  7. 5. Okt.

    Niko und Felix VIDEO: Babler sitzt eigentlich nur dort, weil es keine Alternative gibt

    Liebe Hörerinnen und Hörer, diese Folge ist eine Premiere: Zum ersten Mal gibt es dieses Format nicht nur zum Hören, sondern auch als Video. Wer uns sehen möchte, findet die Folge ab jetzt auch dort, wer nur hören will, bekommt sie wie gewohnt. Aufgenommen habe ich sie mit Felix an einem Wochenende, an dem die SPÖ über ihre Spitze beraten hat. Gerhard Zeiler hat in der Kronen Zeitung und in der ZIB2 erklärt, dass er Parteivorsitzender werden will, Andreas Babler denkt nach eigenen Angaben nicht an Rücktritt. Wie es ausgegangen ist, wisst ihr beim Hören vermutlich besser als wir bei der Aufnahme. Warum eine Parteispitze schon bei einer einzelnen Kandidatur ins Wanken gerät? Dafür schauen Felix und ich zurück auf den Parteitag 2023, bei dem ein Excel-Fehler zunächst den falschen Sieger hervorbrachte und Babler am Ende doch Vorsitzender wurde. Wir diskutieren unsere These, dass Babler sein politisches Kapital vor allem nach innen eingesetzt hat und zu wenig auf dem Wählermarkt. Und wir gehen die möglichen Nachfolger durch und fragen, wer das Amt überhaupt übernehmen würde und könnte. Dazu kommt ein Seitenblick auf die Paketsteuer und die Frage, ob sie ihr Ziel erreicht. Einig sind wir uns dabei nicht immer. Wenn diese Folge erscheint, werdet ihr schon mehr wissen, als wir zum Zeitpunkt der Aufnahme. Euer Niko Kapitel 00:00:00 Intro: Wer wird neuer SPÖ-Obmann? 00:00:40 Der Fall Zeiler: Panzerknacker oder Dilettantismus? 00:03:35 Warum Bablers Sessel so wackelt 00:04:20 Parteitag 2023: Der Excel-Fehler und Bablers Start 00:05:40 Politisch bankrott: Wohin Bablers Kapital floss 00:10:05 Regierungsbildung und Durchsetzung gegen Wien 00:13:05 Paketsteuer: Eigentor der SPÖ? 00:15:50 Die Alternativen: Marterbauer, Holzleitner, Bures und Co. 00:17:25 Die nächsten Tage: Szenarien für die SPÖ-Spitze

    Niko und Felix VIDEO: Babler sitzt eigentlich nur dort, weil es keine Alternative gibt
  8. 3. Okt.

    Thomas Waldner (Wiener Stadthalle): In dieser Halle ist alles möglich

    Liebe Hörerinnen und Hörer, Thomas Waldner hat im November 2025 die operative Geschäftsführung der Wiener Stadthalle übernommen. Und damit, ohne Eingewöhnungsphase, auch die Verantwortung für das größte Fernsehereignis, das dieses Haus stemmen kann: den Eurovision Song Contest. Genau darum wollte ich mit ihm reden. Nicht über die Show, sondern über das, was hinter der Show passiert. Wie kann so ein Gebäude aus dem Jahr 1958 heute noch international mithalten? Waldner nennt die Stadthalle einen kulturellen Leuchtturm und vergleicht sie mit einer alten Dame, die noch immer rockt. Das klingt charmant, ist aber eine handfeste Managementaufgabe: digitale Buchungskalender, transparente Preise, rasche Kalkulation, damit internationale Veranstalter überhaupt erst anfragen. Drei Dinge sind mir besonders geblieben. Erstens die Logistik. Zwischen der Vergabe im August und der ersten Show im Mai lief in der Halle ganz normaler Vollbetrieb weiter. Neun bereits gebuchte Veranstaltungen mussten weichen, darunter ein Konzert, das nun im Mai 2027 nachgeholt wird. Zweitens die Sicherheit. Waldner beschreibt Flughafenniveau über Wochen hinweg, für jeden, der das Gebäude betreten hat. Auch für Bühnenbauer, auch nach einer kurzen Pause draußen. Drittens die Kostenfrage. Die Miete der Stadthalle ist der größte Einzelposten des ESC. Waldner erklärt, was darin eigentlich alles steckt, und warum das kein reiner Mietblock ist. Was mich an dem Gespräch interessiert hat: Wie sehr das Selbstbild einer Stadt an solchen Veranstaltungen hängt. Waldner sagt sinngemäß, Wien habe bewiesen, dass es Großveranstaltungen kann. Nach den Absagen und Sicherheitsdebatten der letzten Jahre ist das mehr als eine Marketingaussage. Ich lebe selbst seit zwölf Jahren in dieser Stadt und war nach dieser Aufnahme überrascht, wie viel Planung nötig ist, damit ein Abend einfach nur schön wirkt. Euer Niko Kapitel: 00:00:00 Neu im Job, sofort im ESC-Modus 00:08:40 Zehn Jahre Ausnahmezustand im Veranstaltungsgeschäft 00:15:39 Was der Song Contest kostet und was er bringt 00:23:02 Wien als Host City und die nächsten fünf Jahre

    Thomas Waldner (Wiener Stadthalle): In dieser Halle ist alles möglich

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Österreich ist klein. Die Kreise, die Entscheidungen treffen, sind noch kleiner. "So sind wir - zwischen Bognergasse und Ballhausplatz" ist der Podcast über Politik, Wirtschaft und Macht in Österreich. Jede Woche eine neue Folge: In einer Woche spricht Niko Hutter mit Unternehmern, Ökonomen, Journalisten und politischen Insidern. In der nächsten analysieren Niko und Felix ein aktuelles Thema und ordnen die Hintergründe ein. Direkt, unabhängig und mit Einblicken hinter die Kulissen.

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