Unruhe im System

Lisa Langrock

Was passiert, wenn plötzlich nichts mehr so funktioniert, wie es soll? Wenn Regeln greifen, aber nicht mehr passen. Wenn Systeme Sicherheit geben sollen und stattdessen Menschen verlieren. In Unruhe im System sprechen Judith Bange und Lisa Langrock mit Expert:innen aus Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft über genau diese Momente. Über Teams, die kippen. Strukturen, die überfordern. Und Systeme, die nur so lange funktionieren, wie alle mitspielen können. Denn wir leben in einer Welt, die auf Leistung, Tempo und Anpassung gebaut ist. Aber was passiert, wenn genau das nicht mehr geht? Der Podcast ist entstanden aus einer persönlichen Erfahrung: Lisas Diagnose ME/CFS, eine Multisystemerkrankung, die sichtbar macht, was passiert, wenn jemand nicht mehr in bestehende Strukturen passt. Doch es geht um mehr als Krankheit. Es geht um unsere Gesellschaft. Um Erwartungen. Um Rollen. Um Kontrolle. Und um die Frage, die uns alle betrifft: Funktionieren wir im System – oder funktioniert das System für uns?

Folgen

  1. vor 3 Tagen

    Folge 11 - Der Systemspringer

    Der Systemspringer Wenn der klassische Weg nicht funktioniert Was passiert, wenn ein System früh vermittelt: Du bist schwierig. Du passt nicht. Vielleicht kannst du es einfach nicht. René hat ADHS und eine Lese-Rechtschreibschwäche. Seine Schulzeit war geprägt von Konflikten, schwierigen familiären Verhältnissen und dem Gefühl, immer wieder irgendwo anzuecken. Trotzdem schafft er seinen Realschulabschluss. Auch seine Ausbildung steht später auf der Kippe – am Ende absolviert er sie ohne Ausbildungsbetrieb und mit gutem Abschluss. Heute arbeitet René im mittleren Management und hat sich während Corona autodidaktisch bis zum Industriemeister weitergebildet. In dieser Folge sprechen wir aber ganz bewusst nicht über die klassische Geschichte vom „Er hat es trotz allem geschafft“. Wir fragen uns: Was passiert mit einem Kind, wenn seine Schwierigkeiten früh erkannt werden, die notwendige Unterstützung aber trotzdem nicht bei ihm ankommt? Wie prägt es das eigene Selbstbild, wenn Verhalten als Dummheit, Faulheit oder Undiszipliniertheit gelesen wird? Und was sagt schulischer Erfolg eigentlich darüber aus, was ein Mensch wirklich kann? Es geht um Familie und Zugehörigkeit, ADHS und LRS, Schule und Ausbildung, Umwege und zweite Chancen – und darum, warum René erst viel später in seinem Leben verstanden hat: Ich bin nicht dumm. Ich funktioniere nur anders. Eine sehr persönliche Folge über einen Menschen, der immer wieder beinahe aus bestehenden Strukturen herausgefallen wäre – und irgendwann angefangen hat, seinen eigenen Weg durch die Systeme zu finden.

    Folge 11 - Der Systemspringer
  2. 10. Sept.

    Folge 9 - Müssen wir wirklich ständig an uns arbeiten?

    Müssen wir wirklich ständig an uns arbeiten? Mit Sabine Finkmann Persönlichkeitsentwicklung ist überall. Wir sollen an unserem Mindset arbeiten, unsere Komfortzone verlassen, resilienter werden, Fehler als Chancen begreifen und am besten jeden Tag ein bisschen mehr zur „besten Version unserer selbst“ werden. Aber: Warum eigentlich? In dieser Folge von Unruhe im System sprechen Judith und Lisa mit Sabine Finkmann darüber, was Persönlichkeitsentwicklung überhaupt bedeutet – und ob wir dafür wirklich all die Begriffe, Methoden und Coaches brauchen, die uns heute begegnen. Denn Menschen haben sich schon immer entwickelt. Durch Erfahrungen, Beziehungen, Krisen, Erfolge und Fehler. Wann wurde daraus etwas, an dem wir bewusst und permanent „arbeiten“ sollen? Wir sprechen darüber, wo Persönlichkeitsentwicklung aufhört und Therapie beginnt, welchen Wert Coaching haben kann und wann aus dem Wunsch nach Entwicklung ein neuer Optimierungsdruck entsteht. Dabei schauen wir auch kritisch auf eines der großen Versprechen unserer Zeit: das richtige Mindset. Wie viel können wir tatsächlich durch unsere Einstellung verändern? Und wann wird aus Eigenverantwortung die problematische Botschaft, wir müssten nur genug an uns arbeiten, dann könnten wir jedes Problem lösen? Und schließlich geht es um etwas, das eigentlich selbstverständlich klingt und trotzdem vielen von uns schwerfällt: Fehler machen. Warum wissen wir längst, dass Fehler zum Lernen gehören – versuchen aber trotzdem so konsequent, sie zu vermeiden? Eine Folge über Entwicklung ohne Perfektionsanspruch, die Grenzen von Selbstoptimierung und die Frage: Müssen wir wirklich immer an uns arbeiten – oder dürfen wir irgendwann auch einfach sein? In dieser Folge sprechen wir darüber: Was Persönlichkeitsentwicklung eigentlich bedeutetWo die Grenze zwischen Coaching und Therapie liegtWarum Persönlichkeitsentwicklung heute so präsent istWie wir seriöses Coaching von leeren Versprechen unterscheiden könnenWann Entwicklung zu Selbstoptimierungsdruck wirdWie viel das richtige „Mindset“ tatsächlich verändern kannWarum wir uns mit Fehlern so schwertunWas passiert, wenn äußere Umstände nicht einfach veränderbar sindUnd wann Akzeptanz vielleicht genauso viel Entwicklung bedeutet wie Veränderung🎧 Unruhe im System – der Podcast von Under a Rest e.V. Mit Judith Bange & Lisa Langrock

    Folge 9 - Müssen wir wirklich ständig an uns arbeiten?
  3. 13. Aug.

    Folge 7 – Der Preis der Zugehörigkeit

    Folge 7 – Der Preis der Zugehörigkeit Mit Dr. Selina Hehl Warum wollen wir eigentlich so unbedingt dazugehören? Und was passiert mit uns, wenn genau diese Zugehörigkeit fehlt? In dieser Folge sprechen wir mit Psychologin Dr. Selina Hehl darüber, warum Zugehörigkeit ein menschliches Grundbedürfnis ist, welche Rolle Gruppen in unserem Leben spielen und weshalb Alleinsein und Einsamkeit zwei völlig unterschiedliche Dinge sind. Wir sprechen darüber, warum wir uns Gruppen anpassen, welche Rollen wir darin einnehmen und wie sehr unser Umfeld beeinflusst, wer wir sind. Aber auch darüber, warum wenige stabile Beziehungen manchmal wichtiger sind als ein großer Freundeskreis. Und dann landen wir bei einer zunächst ganz anderen Frage: Warum fällt uns Nichtstun eigentlich so schwer? Selina erklärt, was in unserem Gehirn passiert, wenn einmal keine Aufgabe, kein Handy und keine Ablenkung da ist – und warum gerade diese vermeintlich langweiligen Momente wichtig sein können, um über uns selbst, unsere Beziehungen und die Dinge nachzudenken, die unserem Leben Bedeutung geben. In unserer Rubrik „Was bedeutet das für ME/CFS?“ geht es schließlich um unfreiwillige Isolation: Was bedeutet es, wenn Krankheit dazu führt, dass Arbeit, Freundschaften, Freizeit und gesellschaftliche Teilhabe immer weiter wegbrechen? Und warum kann Einsamkeit nicht nur emotional, sondern auch körperlich relevant werden? Eine Folge über Zugehörigkeit, Gruppendynamik, Einsamkeit, Nichtstun und die Frage, wie viel Verbindung wir eigentlich brauchen. In dieser Folge: Warum Zugehörigkeit ein menschliches Grundbedürfnis istWie Gruppen und soziale Rollen uns prägenWarum Alleinsein nicht automatisch Einsamkeit bedeutetWas stabile Beziehungen mit unserem Wohlbefinden zu tun habenWarum wir Langeweile und Nichtstun so schlecht aushaltenWas unser Gehirn macht, wenn wir einmal nichts machenWas unfreiwillige soziale Isolation für Menschen mit ME/CFS bedeutetZu Gast: Dr. Selina Hehl – Psychologin mit Schwerpunkt auf Arbeits-, Organisations- und Sozialpsychologie. 🌐 under-a-rest.me 📷 Instagram: @under.a.rest.me Keywords Psychologie, Zugehörigkeit, Einsamkeit, Alleinsein, Gruppendynamik, soziale Beziehungen, Nichtstun, Langeweile, Default Mode Network, Gesellschaft, ME/CFS, chronische Erkrankung, Unruhe im System

    Folge 7 – Der Preis der Zugehörigkeit

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Was passiert, wenn plötzlich nichts mehr so funktioniert, wie es soll? Wenn Regeln greifen, aber nicht mehr passen. Wenn Systeme Sicherheit geben sollen und stattdessen Menschen verlieren. In Unruhe im System sprechen Judith Bange und Lisa Langrock mit Expert:innen aus Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft über genau diese Momente. Über Teams, die kippen. Strukturen, die überfordern. Und Systeme, die nur so lange funktionieren, wie alle mitspielen können. Denn wir leben in einer Welt, die auf Leistung, Tempo und Anpassung gebaut ist. Aber was passiert, wenn genau das nicht mehr geht? Der Podcast ist entstanden aus einer persönlichen Erfahrung: Lisas Diagnose ME/CFS, eine Multisystemerkrankung, die sichtbar macht, was passiert, wenn jemand nicht mehr in bestehende Strukturen passt. Doch es geht um mehr als Krankheit. Es geht um unsere Gesellschaft. Um Erwartungen. Um Rollen. Um Kontrolle. Und um die Frage, die uns alle betrifft: Funktionieren wir im System – oder funktioniert das System für uns?