Das Inventar So finden Sie heraus, welche KI wirklich in Ihrem Haus läuft. Weihnachten 1085 beschließt Wilhelm der Eroberer, aufschreiben zu lassen, was ihm gehört. Seine Kommissare ziehen durch jede Grafschaft. Ein Chronist notiert entrüstet, es sei nicht einmal ein Ochse, eine Kuh oder ein Schwein ausgelassen worden. Wilhelm konnte nicht verwalten, was er nicht kannte. Diese Folge stellt die Frage, die vor allem anderen kommt. Vor der Richtlinie, vor der Schulung, vor jeder Risikoeinstufung: Welche KI läuft in Ihrem Haus überhaupt? Worum es gehtDie Antwort überrascht fast jede Geschäftsführung. Der Grund ist einfach: Niemand kauft KI. Es gab nie eine Beschaffungsentscheidung, über die man jetzt Buch führen könnte. Die KI ist in Software gekommen, die längst bezahlt wird. Das CRM bekam ein Update und priorisiert Kunden. Das Ticketsystem sortiert vor. Die Übersetzungssoftware war immer schon ein neuronales Netz, nur hat das nie jemand so genannt. Ihr Bestand sieht nicht aus wie ein Roboter. Er sieht aus wie ein Häkchen in einem Einstellungsmenü. Was Sie mitnehmenDie Rechtslage, ehrlich: Eine ausdrückliche Pflicht, ein KI-Inventar zu führen, steht so nicht in der Verordnung. Wer das anders verkauft, möchte meist Software verkaufen. Ohne Überblick lassen sich aber drei Pflichten kaum erfüllen, nämlich KI-Kompetenz nach Artikel 4, Transparenz nach Artikel 50 und die Einstufung von Systemen, die über Menschen mitentscheiden. Das Inventar ist keine Pflicht. Es ist die Voraussetzung für drei andere. Die falsche Frage lautet: Setzen Sie KI ein? Darauf bekommen Sie ehrliche Nein-Antworten von Leuten, die den ganzen Tag mit KI arbeiten. Niemand hält seine Rechtschreibprüfung für KI. Die richtige Frage zielt auf die Tätigkeit. Was schlägt Formulierungen vor, fasst zusammen, übersetzt, sortiert, erkennt Bilder oder Sprache, gibt eine Punktzahl aus? Und fragen Sie nicht nur die IT. Die kennt, was sie installiert hat, nicht was im Browser läuft. Sieben Spalten reichen. Die drei wichtigsten sind zugleich Ihre Vorsortierung: Entscheidet es über Menschen, geht das Ergebnis nach außen, gehen vertrauliche Daten hinein. Dazu ein Datum und ein Name. Nicht die Abteilung, eine Person. Ohne Liste können Sie in Ausschreibungen nicht antworten, Verträge nicht verhandeln und im Ernstfall nichts abschalten. Der Stolperstein der Folge ist der Umfrager. Rundmail an alle Abteilungen, sauber formuliert, sechs Mal nein zurück. Niemand hat ihn angelogen. Die Frage war die falsche. Eine falsche Antwort ist gefährlicher als gar keine. Ihr nächster SchrittWenn die Liste steht, kommt sofort die Frage, was davon welche Pflicht auslöst. Dafür gibt es den Selbstcheck auf ai-governance.pro. Zwölf Fragen, fünf Minuten, kostenlos. Was er nicht kann: Ihr Unternehmen kennen. Er ersetzt keine Prüfung im Einzelfall. Die Inhalte dieser Folge sind keine Rechtsberatung. Links und QuellenDomesday Book – The National Archives. Artikel 4 EU AI Act: KI-Kompetenz – gilt seit dem 2. Februar 2025. Artikel 50 EU AI Act: Transparenzpflichten – anwendbar seit dem 2. August 2026. Anhang III – die Hochrisiko-Anwendungen, darunter Personalauswahl. § 87 Betriebsverfassungsgesetz – Absatz 1 Nummer 6, Mitbestimmung bei Überwachungstechnik. Für Sie relevant, wenn Sie …… Geschäftsführung, CIO, IT- oder Compliance-Verantwortliche in einem Mittelständler sind und nicht sicher sagen könnten, wie viele KI-Funktionen im Haus laufen. Nächste FolgeDer Einkauf. Was Sie von Ihren Software-Anbietern verlangen können, seit die Verordnung sie in die Pflicht nimmt. Bleiben Sie handlungsfähig. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.