Beyond the Stunt

Holger Schumacher

In Beyond the Stunt spricht Holger Schumacher mit Menschen aus der Stuntwelt über das, was man im fertigen Film nicht sieht – über Risiko, Vorbereitung und Entscheidungen ohne zweite Chance. Holger Schumacher ist seit Anfang der 2000er in der Stuntwelt zu Hause – erst vor der Kamera, heute als Berater. In beiden Rollen war er über Jahre Teil des Stuntteams von „Alarm für Cobra 11". Er ist strategischer Partner der German Stunt Association und auch internationale Produktionen holen ihn, wenn es um Risiko und Zusammenarbeit am Set geht. In Beyond the Stunt spricht er mit Stuntleuten, Koordinatorinnen und anderen Profis über das, was im fertigen Bild nie zu sehen ist: wie sie eine Lage einschätzen, wie sie Vertrauen im Team aufbauen, wann sie abbrechen und woran sie merken, dass etwas nicht stimmt. Denn die spannende Frage ist nicht, welcher Stunt wie ausgesehen hat. Sondern wie diese Menschen denken. Was daraus entsteht, fließt in die Arbeit an der STUNT DNA – dem Versuch, High Performance unter Unsicherheit übertragbar zu machen. Für alle, die in ihrer eigenen Welt entscheiden müssen, bevor die Lage eindeutig ist.

Folgen

  1. 15. Okt.

    Folge 4 - Robert Maaser & Ben Bergmann - Teil 1

    Ganz spontan, das erste Mal zu dritt: Ich spreche mit Stuntman und Cosplay-Star Ben Bergmann (Maul Cosplay) und Schauspieler Robert Maaser (Blood & Gold, Ballerina) über Zufälle, die Karrieren machen, über Angst, Ego und Risiko – und warum es nie nur um einen selbst geht. Diese Folge war nicht geplant. Sie hat sich einfach ergeben – und genau deshalb ist sie so besonders. Zum ersten Mal sitze ich bei Beyond the Stunt nicht mit einem, sondern mit zwei Gästen am Tisch. Ben Bergmann kennen viele als Maul Cosplay – einer der bekanntesten Cosplayer weltweit, offizieller Cosplayer für Spielestudios wie CD Projekt Red und Gründer von Defcon Unlimited. Angefangen hat er als ausgebildeter Film-Stuntman mit Schwerpunkt Kampf und Schwertkampf. Robert Maaser ist Schauspieler und vielfacher Weltmeister im Rhönradturnen. Nach Jahren als Stuntman stand er in internationalen Produktionen wie 1917, Mission: Impossible – Rogue Nation und Ballerina vor der Kamera und spielte die Hauptrolle im Netflix-Film Blood & Gold. Wir sprechen darüber, warum so viele Wege in die Stuntwelt mit Zufall beginnen – und warum man trotzdem den Mut braucht, die Welle zu nehmen, was Action so faszinierend macht: Bewegung als Ventil oder die Kunst, die im Team entsteht, warum ein Leben ohne festen Plan Segen und Fluch zugleich ist, ob das, was wir „Angst" nennen, nicht eigentlich Risikobewertung ist – und wie Familie und Verantwortung diese Bewertung verändern, warum „Ich mache das lieber nicht" eine echte Stärke ist, und wie es sich anfühlt, als Schauspieler einen Stunt abgeben zu müssen. Und ganz nebenbei verrate ich etwas über mich, das ich lange für mich behalten habe.

    Folge 4 - Robert Maaser & Ben Bergmann - Teil 1
  2. 1. Okt.

    Folge 3 - Swaantje Herrmann-Rütten

    Sie macht beruflich Stunts, ist privat aber gar nicht risikofreudig. Ich spreche mit Swaantje Herrmann-Rütten, Stuntfrau und Vorsitzende der German Stunt Association, über kalkuliertes Risiko. Wir reden darüber, wie man die eigenen Grenzen kennenlernt und warum ein Nein manchmal die professionellste Antwort ist. Swaantje Herrmann-Rütten kommt aus dem Tanz. Sie merkte, dass sie „ein bisschen robuster“ ist. Über Stuntshows kam sie ins Stuntgeschäft und arbeitet heute als Stuntfrau für Film und Fernsehen. Seit 2023 ist sie außerdem Intimacy Coordinator. Seit Februar 2026 steht sie als erste Frau an der Spitze der German Stunt Association (GSA), des Bundesverbands deutscher Stuntleute. Ich spreche mit ihr darüber, was hinter dem Stunt steckt: Wie gut muss man den eigenen Körper kennen, um einschätzen zu können, was heute geht und was nicht? Warum sagt sie einen Taucheinsatz lieber ab, wenn sie gerade eine Atemwegsinfektion hat, statt den Drehtag auf Biegen und Brechen mitzunehmen? Und was haben unzählige Tanz-Castings und Absagen ohne Begründung damit zu tun, dass ihr heute egal ist, was andere über ein Nein denken? Wir reden auch über die Rolle von Trainingspartnern und über 100 Prozent Commitment. Das gilt für Swaantje bei einer Hollywood-Produktion genauso wie bei einer einfachen Autofahrt um die Ecke. Es geht um Perfektionismus und darum, sich trotzdem vom Ergebnis frei zu machen. Und um die Fähigkeit, Menschen am Set zu lesen: Wer hat heute Kopfschmerzen, wer humpelt, wer ist mit den Gedanken woanders? Und wann muss man das ansprechen? Eine Folge über Grenzen: wie man sie kennenlernt, respektiert und bewusst überschreitet. Das gilt nicht nur beim Stunt, sondern überall, wo Menschen unter Unsicherheit entscheiden müssen.

    Folge 3 - Swaantje Herrmann-Rütten
  3. 15. Sept.

    Folge 2 – Vi-Dan Tran

    Der Stunt ist das, was man sieht. Ich schaue dahinter. Vi-Dan Tran und ich kennen uns seit fast fünfzehn Jahren. Kennengelernt haben wir uns, als er in Aachen Film studiert hat – erstes Filmprojekt, Parcours-Elemente, alles noch ganz am Anfang. Danach sind wir in völlig verschiedene Richtungen gegangen: ich zu den Autos, er in die Kampfchoreografie und irgendwann auf die großen internationalen Sets. Wir haben uns über die Jahre immer wieder getroffen und immer erzählt, was gerade los ist. Aber so intensiv über den Job selbst – über das, was er mit einem macht und warum man ihn überhaupt macht – haben wir nie gesprochen. Bis jetzt. Vi-Dan ist heute Filmemacher, Action Designer und Fight Coordinator für Produktionen wie Dune, Star Wars, Avengers, Shang-Chi und Into the Badlands. 2016 arbeitete er bei The Foreigner und Bleeding Steel erstmals mit dem Jackie Chan Stunt Team zusammen. Nachdem er sich dort im Team bewiesen hatte, wurde er 2017 offiziell in achter Generation in das Jackie Chan Stunt Team aufgenommen. Ich habe seinen Weg über die Jahre mitverfolgt und finde ihn beeindruckend – vor allem, weil er ein völlig anderer ist als meiner. Genau deshalb habe ich ihn eingeladen. Angefangen hat bei ihm alles mit Wushu, nicht als Hobby, sondern als Lebensphilosophie. Der Traum, Schauspieler zu werden wie Jackie Chan oder Jet Li, scheiterte zunächst am Elternhaus: Es sollte etwas Akademisches sein. Der entscheidende Tipp kam von einem Kollegen – wenn du nicht Schauspieler werden darfst, dreh doch deine eigenen Filme. Also Medienstudium. Schon während des Studiums hat er eigene Filme als Regisseur und Kameramann umgesetzt und dabei seine Actionsequenzen selbst entwickelt. Und über Umwege in die Stunt-Welt. Er erzählt von seinem ersten großen internationalen Job bei James Bond: Skyfall und der harten Erkenntnis, dass fünfzehn Jahre Wushu ihm dort erstmal wenig nützten. Von der Rolle als Haupt-Double bei Into the Badlands. Und von dem Rat seines Mentors aus dem Jackie Chan Stunt Team, der seinen Weg verändert hat: Wenn du weiterkommen willst, musst du ein Kapitel schließen. Nach Badlands hat Vi-Dan das Performen beendet – auf seinem eigenen Höhepunkt. Kurz darauf kamen Dune 1 und 2: beim ersten Teil als Fight Coordinator Assistant, beim zweiten als Fight Coordinator. Für Vi-Dan ist Action dabei nie Selbstzweck – Choreografie, Kamera und Bewegung müssen immer der Geschichte und den Figuren dienen. Im zweiten Teil des Gesprächs geht es um Menschen. Was macht einen guten Stunt-Performer aus? Für ihn zuerst Zuhören, Wissbegierde und die Bereitschaft, das Ego runterzuschrauben – Technik lässt sich beibringen, Haltung nicht. Er erzählt von der Schule des Jackie Chan Teams (“Du musst mit sieben Augen schauen und mit acht Ohren hören”), von Sieben-Tage-Wochen ohne Feierabend – und davon, warum er selbst heute anders führt. Sein wichtigster Satz vor dem Take ist nämlich nicht “Don’t fuck it up”, sondern: Have fun. Ein Gespräch über Kontrolle, Einfluss und Verantwortung. Über den Unterschied zwischen etwas wollen und etwas wirklich wollen. Und über die Frage, was man eigentlich noch erzählen will, wenn die Credits allein nicht mehr reichen. Es bleibt nicht bei dieser einen Folge – eine Fortsetzung haben wir schon verabredet. Über den Gast Vi-Dan Tran ist Filmemacher, Action Designer und Fight Coordinator. Er arbeitet vor allem an internationalen Großproduktionen. 2016 arbeitete er erstmals mit dem Jackie Chan Stunt Team zusammen und wurde 2017 offiziell als Mitglied der achten Generation aufgenommen. Über den Podcast Beyond the Stunt – ich spreche mit Menschen, die wirklich ins Risiko gehen. Über Vertrauen, Verantwortung, Grenzen und darüber, was hinter dem steckt, was man am Ende auf dem Bildschirm sieht. Feedback, Fragen, Themenwünsche: mail@beyondthestunt.com

    Folge 2 – Vi-Dan Tran

Info

In Beyond the Stunt spricht Holger Schumacher mit Menschen aus der Stuntwelt über das, was man im fertigen Film nicht sieht – über Risiko, Vorbereitung und Entscheidungen ohne zweite Chance. Holger Schumacher ist seit Anfang der 2000er in der Stuntwelt zu Hause – erst vor der Kamera, heute als Berater. In beiden Rollen war er über Jahre Teil des Stuntteams von „Alarm für Cobra 11". Er ist strategischer Partner der German Stunt Association und auch internationale Produktionen holen ihn, wenn es um Risiko und Zusammenarbeit am Set geht. In Beyond the Stunt spricht er mit Stuntleuten, Koordinatorinnen und anderen Profis über das, was im fertigen Bild nie zu sehen ist: wie sie eine Lage einschätzen, wie sie Vertrauen im Team aufbauen, wann sie abbrechen und woran sie merken, dass etwas nicht stimmt. Denn die spannende Frage ist nicht, welcher Stunt wie ausgesehen hat. Sondern wie diese Menschen denken. Was daraus entsteht, fließt in die Arbeit an der STUNT DNA – dem Versuch, High Performance unter Unsicherheit übertragbar zu machen. Für alle, die in ihrer eigenen Welt entscheiden müssen, bevor die Lage eindeutig ist.