Krempel de Luxe

Claudia Knobloch

Krempel de Luxe ist ein Podcast über das Ausmisten und das Weitergeben von Dingen. Die Geschichten hinter den Sachen und wie man ihnen ein zweites Leben gibt.

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  1. 6. FEB.

    Stoff für den Briefmarkenjunkie – Briefmarken bewerten und verkaufen

    In fast allen Haushalten finde ich beim AusmistenBriefmarkensammlungen. In den 70er und 80er Jahren waren Briefmarken die Aktiendes kleinen Mannes – sie versprachen enorme Wertsteigerungen. Briefmarkensammelnwar ein Volkshobby, viele Leute hatten sogar ein Abo bei der Deutschen Post fürdie neu erschienenen Marken. Mit Tobias Huylmans vom Auktionshaus Heinrich Köhler sprecheich darüber, wie man heute diese Briefmarken bewertet und verkauft. HerrHuylmans bezeichnet sich selbst als Briefmarken-Junkie und ist seit 25 Jahrenim Geschäft, kennt sich also bestens aus. Das Auktionshaus Heinrich Köhler, dasauf philatelistisches Material und Postgeschichte spezialisiert ist, existiertseit 1913 und ist damit das älteste Briefmarkenauktionshaus Deutschlands undeines der ältesten der Welt. Am meisten haben mich folgende Einsichten überrascht: Briefmarkensammlungen, die vor allem aus Marken nach 1950bestehen, sind in der Regel nicht sehr viel wert. Die Post druckte die Markendamals schon in hoher Auflage, so dass die erhofften Reichtümer für die Erben meistausbleiben. Als grobe Regel gilt: je langweiliger und einfarbiger die Markenaussehen, desto wertvoller sind sie. Wenn man Briefmarken erbt, unbedingt nach Kaufbelegen vonHändlern oder Auktionshäusern sowie nach Echtheitszertifikaten suchen. Nichtrelevant sind die Zahlungsbelege der Deutschen Post für Abos. Die Preise, dieim bekannten Michel-Katalog stehen, entsprechen nicht dem Marktwert. Dieseliegen 60-97 Prozent darunter. Die heutigen Sammler sind hochspezialisiert. Sie sammelnbeispielsweise die Postgeschichte ihres Heimatortes, bestimmte Ausgaben vonBriefmarken aus Bayern oder Preußen, aus den deutschen Kolonien oder den ehemaligendeutschen Abstimmungs- und Nebengebieten wie Allenstein, Marienwerder, Memeloder Saar. Interessant sind alte Briefe mit Marke – am besten in einerschönen Schrift mit einer Adresse in Übersee oder Briefe, die mit derZeppelinpost transportiert wurden. Besonders die Briefe, die mit dem 1937 beiLakehurst abgestürztem Zeppelin transportiert wurden, sind bei Sammlerngesucht. Richtig wertvoll ist der schwarze Einser von 1849, die erstedeutsche Briefmarke. Die Briefmarke wurde 2024 für 440.000 Euro versteigert. DenBaden-Fehldruck hat Heinrich Köhler 2019 für 1,26 Millionen Euro verkauft hat. Gesuchtist auch der Sachsen-Dreier von 1850, eine rote Marke, die bei Ausgabe 3Pfennige kostete und 2022 von Heinrich Köhler für 260.000 Euro versteigertwurde.   Interessant können auch alte Bücher über Briefmarken oderMemorabilia wie Zeppelin-Geschirr sein. Diese Sachen werden ebenfalls von denBriefmarkenhändlern verkauft. Briefmarken werden heute vor allem über Auktionen oderHändler verkauft. Beide sind Ansprechpartner, wenn man Briefmarken verkaufenwill. Einfach Fotos der Sammlung an die Unternehmen schicken – die meistenmachen eine kostenlose Schätzung. Wenn die Sammlung besondere Marken enthält,lohnt sich die Einlieferung in eine Auktion. Einfachere Sammlungen werden ggfs.angekauft. Briefmarken, die kein Händler kaufen will, kann man entwederan lokale Briefmarkenvereine verschenken (eine Übersicht bietet der BundDeutscher Philatelisten, siehe Linkliste) oder an die gemeinnützigeOrganisation Bethel spenden. Bei Bethel bereiten Menschen mit Behinderung dieBriefmarken auf und verkaufen sie als Kiloware.   Hier die Links der Folge Auktionshaus Heinrich Köhler https://heinrich-koehler.de/de Bund Philatelistischer Prüfer: https://www.bpp.de/ InternationalAssociation of Philatelic Experts, AIEP: https://www.aiep-experts.net/ Bethel: https://www.bethel.de/briefmarken-fuer-bethel Bund Deutscher Philatelisten https://www.bdph.de/

    22 Min.
  2. 23. JAN.

    Schätze in Gold und Silber - Münzen bewerten und verkaufen

    Dr. Hubert Ruß vom der Künker Numismatik AG (München) gibt in dieser Folge von Krempel de Luxe Tipps, wie man Münzen am besten aufbewahrt, bewerten lässt und verkauft. Ein paar wichtig Punkte: - Aufbewahrung und Pflege: Als Laie die Münzen niemals putzen! Münzen können durch unsachgemäße Reinigung dramatisch an Wert verlieren. Am besten in säurefreien Papiertüten aus dem Fachhandel aufbewahren - entweder im Tresor oder in einem Bankschließfach. Beides mit ausreichender Versicherung! - Kategorisierung von Münzen: Es gibt Sammlermünzen, Anlagemünzen, Umlaufgeld und Medaillen. Sammlermünzen haben einen über den Metallwert hinausgehenden Wert, der von Erhaltung und Seltenheit abhängig ist. Anlagemünzen werden zum reinen Gold- oder Silberwert verkauft - Beispiele sind hier Krügerrand, Maple Leaf, Schweizer Vreneli oder Goldmark. Umlaufgeld sind Münzen, mit denen man im Laden bezahlen kann oder konnte. Medaillen kann im Prinzip jeder prägen, es sind oft Gedenkprägungen. - Verwertung von Münzen: Je nach Kategorie, ist die Verwertung unterschiedlich: Sammlermünzen eignen sich für Auktionen, Anlagemünzen kann man an seriöse Händler mit einem Abschlag von ca. 3% des tagesaktuellen Metallpreis verkaufen, Umlaufgeld - zumindest Deutsche Mark - kann man bei der Bundesbank in Euro tauschen. - Verkauf von Goldmünzen: Trotz des hohen Goldpreises sollte man sich überlegen, ob man Goldmünzen verkauft. Nur wenn man mit dem Geld konkrete Pläne hat, empfiehlt Dr. Ruß den Verkauf. Ansonsten sind Goldmünzen weiterhin eine gute Geldanlage. Münzen, nach denen man Ausschau halten sollte sind - Fünf Mark Stücke von 1952 bis 1967 mit Germanischem Museum, Eichendorf, Schiller, dem Markgraf von Baden und Fichte. - Fünf Mark Stück aus Silber aus dem Jahr 1958 mit Präge-Kennzeichen J - 50 Pfenning Stück aus dem Jahr 1950 mit Schrift "Bank Deutscher Länder" - Fehlprägungen beim Euro, beispielsweise 50 Cent Stücke mit Adler (statt dem Brandenburger Tor) oder wenn eine 1 Euro Münze auf dem zu großen Schrötling (Münz-Rohling) eines 2 Euro Stücks geprägt wurde. Hier die Links zu den Fachhändlern mit Selbstverpflichtung: Bundesverband des Deutschen Münzenfachhandels Verband der Deutschen Münzenhändler

    28 Min.
  3. Die Psychologie des Wohnens und des Loslassens - Ausmisten für Raum und Seele

    9. JAN.

    Die Psychologie des Wohnens und des Loslassens - Ausmisten für Raum und Seele

    Wohnpsycholog Uwe Linke gibt Einblicke in den Zusammenhang zwischen Ordnung und Wohlbefinden und erklärt, warum es uns so schwerfällt, Sachen auszumisten und loszulassen. Wie wir wohnen und wie unser Zuhause aussieht, ist laut Uweein Spiegelbild von dem, wie wir uns darstellen wollen, was praktisch ist, aber auch dem was uns unterbewusst am meisten entspricht. Manchen Menschen brauchen cleaneOberflächen, andere brauchen viele Dinge um sich herum, um sich aufgehoben zu fühlen. Wenn das Zuhause auch die Emotionen befriedigt, fühlen wir uns darin 100% wohl. Unordnung erzeugt dabei immer Stress. Trotzdem hebenMenschen Dinge auf, weil an Sachen auch Erinnerungen und Sehnsüchte hängen: An großartige Reisen, an ein geplantes Hobby, an Menschen. Um die Dinge loszulassen, die mansachlich betrachtet nicht braucht, muss laut Uwe etwas anderes kommen, an das meine seine Wünsche und Hoffnung hängen kann. Man muss etwas anderes finden, das einen glücklich macht. Das man sogar Sachen aufhebt, die einen an Menschenerinnern, mit denen man gar nichts mehr zu tun haben will - den Tennisschläger des Ex-Mannes - hängt damit zusammen, dass diese Dinge uns an alte, bekannte Bindungen erinnern. Diese alten Bindungssysteme sind tief ins Gehirn eingeprägt, so dass wir sie energiesparend aufrufen können. Erst wenn wir unsvon alten Konzepten - und den dazugehörigen Dingen - verabschieden, uns auf etwas Unsicheres einlassen, können neue Bindungen entstehen. Und ein Gefühl von Freiheit. Ausmisten ist so auch immer ein Prozess des Loslassens, derein wertschätzendes Begleiten braucht. Oft es daher einfacher, wenn die Sachen noch eine weitere Benutzung kommen und nicht auf dem Müll landen. Beim Neugestalten von Wohnungen sollte laut Uwe das Bauchgefühl der leitende Gedanke sein. Mit Moodboards und Collagen kann man passende Farben herausfinden. Wichtig ist auf jeden Fall aber genügend Stauraum für jedesFamilienmitglied, damit das Chaos gar nicht ausbricht. Auch Beschriftungen helfen, damit Ordnung gehalten werden kann. Am Ende stauen die Leute oft, wie viel sie mit ihren vorhandenen Möbeln und Räumen machen können, wenn sie nur in sich und ihre Bedürfnisse hineinspüren.

    39 Min.

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Krempel de Luxe ist ein Podcast über das Ausmisten und das Weitergeben von Dingen. Die Geschichten hinter den Sachen und wie man ihnen ein zweites Leben gibt.