LandMEDchen

Andrea Morawe

LandMEDchen - der Podcast rund um die medizinische Versorgung im ländlichen Raum. Dr. Andrea Morawe spricht im Podcast mit Menschen aus der Medizin, mit MFAs, Ärzt:innen, Pfleger:innen und allen, die mit den Patientinnen und Patienten arbeiten. Außerdem erklärt sie auch in ihren Episoden, wie das Leben als Landarzt ist, worauf man bei einer eigenen Praxis so achten soll und motiviert, sich als Ärztin oder Arzt auf dem Land niederzulassen. Jeden Donnerstag gibt es eine neue Folge!

  1. Was ist eine Patientenverfügung und wofür brauche ich sie auch als junger Mensch? | Andrea erklärt

    vor 5 Tagen

    Was ist eine Patientenverfügung und wofür brauche ich sie auch als junger Mensch? | Andrea erklärt

    Ein Thema, das viele Menschen zwar im Hinterkopf haben, aber gerne auf später verschieben: die Patientenverfügung. Dabei begegnet Dr. Andrea Morawe diesem Thema regelmäßig im Praxisalltag und spricht auch in dieser Folge von „LandMEDchen“ darüber. Kommt es zu einer schweren Erkrankung oder einem Unfall, stehen Angehörige und Ärzt:innen oft vor schwierigen Entscheidungen: Soll eine Ernährungssonde gelegt werden? Ist eine Trachealkanüle gewünscht? Wie steht die betroffene Person zu einer Organspende? Auf all diese Fragen gibt es kein allgemeingültiges Richtig oder Falsch. Entscheidend ist der persönliche Wille des Menschen. Damit dieser auch dann berücksichtigt werden kann, wenn man sich selbst nicht mehr äußern kann, braucht es eine Patientenverfügung. Die rechtlichen Grundlagen dazu finden sich in § 1827 BGB. Andrea unterstützt ihre Patient:innen bei diesem Thema, stellt Informationsmaterial des Bundesministeriums der Justiz zur Verfügung und berät bei der Erstellung einer Patientenverfügung. Dabei bestätigt sie auch, dass die betreffende Person zum Zeitpunkt der Erstellung einwilligungs- und entscheidungsfähig ist. Die fertige Verfügung erhalten die Patient:innen selbstverständlich selbst. Zusätzlich wird eine Kopie in der Praxis hinterlegt und ein Hinweis für das Portemonnaie mitgegeben, damit das Dokument im Ernstfall schnell gefunden werden kann. Wichtig ist Andrea dabei ein häufiger Irrtum: Eine Patientenverfügung bedeutet nicht automatisch, alle medizinischen Maßnahmen abzulehnen. Vielmehr geht es darum, den eigenen, ganz persönlichen Willen festzuhalten. Typische Inhalte einer Patientenverfügung betreffen Entscheidungen zu Reanimation, Beatmung, künstlicher Ernährung, künstlichen Körperöffnungen, Dialyse, Flüssigkeitsgabe, Antibiotikatherapie oder Organspende. Auch zur Schmerztherapie können individuelle Wünsche festgelegt werden. Manche Menschen entscheiden sich beispielsweise bewusst gegen bewusstseinsdämpfende Medikamente und nehmen dafür Schmerzen in Kauf. Um die Bedeutung solcher Entscheidungen greifbarer zu machen, nimmt Andrea die Zuhörer:innen auf eine Gedankenreise mit und schildert die Situation eines jungen Familienvaters im Krankenhaus. Dabei weist sie auch auf ein häufiges Problem hin: Manche Formulierungen in Patientenverfügungen können sich gegenseitig widersprechen oder sogar aufheben. Deshalb empfiehlt sie ausdrücklich eine fachkundige Beratung bei der Erstellung. Diese Beratung ist zwar keine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung, bewegt sich jedoch in einem überschaubaren finanziellen Rahmen. Wichtig ist außerdem die Unterscheidung: Die Patientenverfügung gehört in den medizinischen Bereich und wird häufig gemeinsam mit Ärzt:innen besprochen, während Vollmachten in den Zuständigkeitsbereich eines Notars fallen können. Andrea betont außerdem, dass eine Patientenverfügung keineswegs nur für ältere Menschen relevant ist. Schwere Unfälle oder unerwartete Erkrankungen können in jedem Lebensalter auftreten. Doch was passiert eigentlich, wenn keine Patientenverfügung vorliegt? Dann entscheidet nicht automatisch die Ehefrau oder der Ehemann. Stattdessen versuchen Ärzt:innen und Angehörige gemeinsam herauszufinden, was dem mutmaßlichen Willen der betroffenen Person entsprochen hätte. Anhand eines Beispiels aus ihrer Praxis mit einem demenziell erkrankten Patienten zeigt Andrea, wie belastend solche Situationen für alle Beteiligten sein können. Umso wichtiger ist es, diese Gespräche einfühlsam und offen zu führen. Zum Schluss gibt sie praktische Hinweise für die Formulierung einer Patientenverfügung und richtet auch einen Appell an Angehörige: In solchen Momenten trifft man keine Entscheidung für sich selbst, sondern für den betroffenen Menschen. Und wenn man sich dieser Verantwortung nicht gewachsen fühlt, sollte man auch das ehrlich aussprechen dürfen. Folg Andrea auf Instagram: https://www.instagram.com/andrea.morawe/ Zum Podcast auf YouTube: https://www.youtube.com/@landmedchen Zum Podcast auf Spotify: https://open.spotify.com/show/6fSmt4EgJeAPGGR1Il4BDu Zum Podcast bei Apple Podcast: https://podcasts.apple.com/de/podcast/landmedchen/id1835667319s

    45 Min.
  2. Hautkrebsscreening: Sinnvoll oder überholt? | Dr. Andrea Morawe

    27. Mai

    Hautkrebsscreening: Sinnvoll oder überholt? | Dr. Andrea Morawe

    „Heute schauen wir uns Ihre Haut nochmal genauer an“ – diesen Satz hören Millionen gesetzlich Versicherte regelmäßig beim Hautkrebsscreening. Doch genau diese Untersuchung wird derzeit kontrovers diskutiert: Handelt es sich um eine sinnvolle Form der Krebsfrüherkennung oder um ein kostenintensives Routineprogramm mit begrenztem Nutzen? Darüber spricht Dr. Andrea Morawe in der neuen Folge von „LandMEDchen“. Das Hautkrebsscreening gehört zur Krebsfrüherkennung und steht allen gesetzlich Versicherten ab dem 35. Lebensjahr alle zwei Jahre zu. Dabei wird die Haut am gesamten Körper untersucht – inklusive Kopfhaut und Zehenzwischenräumen. Durchgeführt werden kann die Untersuchung sowohl von Dermatolog:innen als auch von entsprechend qualifizierten Hausärzt:innen. Ziel des Screenings ist es, Hautkrebsformen wie das maligne Melanom, Basalzellkarzinome oder Plattenepithelkarzinome möglichst früh zu erkennen, damit eine Therapie rechtzeitig eingeleitet werden kann. Dahinter steht die Hoffnung, die Prognose und Überlebenschancen der Patient:innen zu verbessern. Grundlage dafür ist unter anderem die S3-Leitlinie zur Prävention von Hautkrebs. Allerdings ist die Datenlage komplex. Zwar sollen frühe Tumorstadien entdeckt werden, eindeutige Studien, die eine Senkung der Sterblichkeit durch das allgemeine Screening belegen, fehlen jedoch bislang. Gleichzeitig besteht das Risiko einer Überdiagnostik. Auffällige Hautveränderungen werden häufiger entfernt, obwohl sie möglicherweise nie problematisch geworden wären. Das kann Patient:innen psychisch belasten und verursacht zusätzliche Kosten. Auch die DEGAM positioniert sich differenziert: Kein generelles Screening nach dem Gießkannenprinzip, aber ein klares Ja für Risikogruppen. Dazu zählen beispielsweise Menschen mit sehr hellem Hauttyp, familiärer Vorbelastung oder hoher UV-Belastung. Für Andrea bedeutet das Hautkrebsscreening jedoch mehr als nur die reine Hautinspektion. Sie nutzt diese Termine auch, um mit Patient:innen über Prävention, Sonnenschutz und UV-Exposition zu sprechen. Genau dieser präventive Aspekt würde ihrer Meinung nach verloren gehen, wenn das Screening komplett wegfallen würde. Für sie bleibt deshalb klar: Das Hautkrebsscreening kann sinnvoll sein – allerdings gezielter eingesetzt und nicht pauschal bei allen Menschen gleichermaßen. Gute Medizin bedeutet manchmal eben auch, kritisch zu hinterfragen, ob ein Instrument tatsächlich den Nutzen bringt, den man sich davon versprochen hat. Zum Schluss spricht Andrea außerdem darüber, dass sie sich mehr strukturierte Beratungsmöglichkeiten zu Gesundheitsthemen im Sommer wünschen würde – beispielsweise zur richtigen Lagerung von Medikamenten bei hohen Temperaturen. Folg Andrea auf Instagram: https://www.instagram.com/andrea.morawe/ Zum Podcast auf YouTube: https://www.youtube.com/@landmedchen Zum Podcast auf Spotify: https://open.spotify.com/show/6fSmt4EgJeAPGGR1Il4BDu Zum Podcast bei Apple Podcast: https://podcasts.apple.com/de/podcast/landmedchen/id1835667319s

    13 Min.
  3. Heilmittel - warum Bewegung besser als Massagen sind | Andrea Morawe erklärt

    20. Mai

    Heilmittel - warum Bewegung besser als Massagen sind | Andrea Morawe erklärt

    „Warum bekomme ich denn keine Massage verschrieben? Ich habe doch Schmerzen!“ Genau diese Frage hört Dr. Andrea Morawe häufig in der Praxis. Doch die gesetzliche Krankenkasse ist nicht für Wellness zuständig, sondern für Therapie. Dabei geht es nicht darum, sich passiv behandeln zu lassen, sondern aktiv etwas für die eigene Gesundheit zu tun – Hilfe zur Selbsthilfe also. Die Krankenkassen zahlen nicht für Maßnahmen, die sich kurzfristig gut anfühlen, sondern für Therapien mit langfristigem Nutzen. Deshalb spricht Andrea in der neuen Folge von „LandMEDchen“ über Heilmittel, ihre verschiedenen Formen und darüber, wie sie eigentlich funktionieren. Grundlage dafür ist der Heilmittelkatalog. Dazu gehören Physiotherapie, Ergotherapie, Podologie und Logopädie. Ziel dieser Heilmittel ist immer, Funktionen zu verbessern – also beispielsweise besser greifen, sich sicherer bewegen oder den Alltag wieder selbstständiger bewältigen zu können. Physio- und Ergotherapie tragen außerdem oft dazu bei, dass Menschen länger zuhause leben können und nicht frühzeitig in eine Pflegeeinrichtung müssen. Kommen Patient:innen mit Rückenschmerzen in die Praxis und wünschen sich Massagen, steckt dahinter meist der Wunsch nach schneller Schmerzlinderung. Langfristig helfen bei vielen Beschwerden jedoch eher gezieltes Training, aktive Übungen und Muskelaufbau. Andrea ist deshalb ein großer Fan von Reha-Training beziehungsweise Rehabilitationssport. Dieser wird häufig von den Krankenkassen übernommen und hat zusätzlich einen sozialen Effekt, weil er oft in Gruppen stattfindet. Ein klassisches Heilmittelbudget gibt es zwar nicht, dennoch existieren Richtgrößen, an denen sich Hausärzt:innen orientieren müssen. Entscheidend ist dabei auch, wie viel Kolleg:innen im Umfeld verordnen. Wer deutlich mehr verschreibt, gerät schneller in eine Plausibilitätsprüfung. Der wirtschaftliche Druck spielt also trotzdem eine Rolle. Andrea erklärt außerdem, dass sie bestimmte Leistungen wie Kinesio-Tape nach dem WANZ-Prinzip nicht über die gesetzliche Krankenkasse abrechnen darf, weil diese nicht im GKV-Katalog enthalten sind. Deshalb bietet sie solche Leistungen als Selbstzahlerleistungen an. Für sie wäre es eine Entmündigung der Patient:innen, diese Möglichkeiten gar nicht erst anzubieten. Für Patient:innen mit einem besonders hohen Heilmittelbedarf – etwa nach einem Schlaganfall – gibt es zusätzlich den langfristigen beziehungsweise besonderen Heilmittelbedarf. Außerdem spricht Andrea über den Heilmittel-Richtlinienkatalog, in dem genau festgelegt ist, welche Untergruppen und Bedarfe existieren. Als praktische Unterstützung empfiehlt sie den Hausärztinnen- und Hausärzteverband mit der Zeitschrift „hausärztliche Praxis digital“, in der sich hilfreiche Übersichten und „Spickzettel“ finden. Massagen können zwar kurzfristig entspannen und Schmerzen lindern, lösen aber häufig nicht die eigentliche Ursache. Natürlich spielt auch mentale Entspannung eine wichtige Rolle, weil sich dadurch verspannte Muskulatur lockern kann. Ohne Behandlung der Ursache kehren die Beschwerden jedoch oft zurück. Ein weiteres Thema ist die sogenannte Blanko-Verordnung, von der Andrea ein großer Fan ist und die sie gerne stärker ausgebaut sehen würde. Diese gibt es aktuell in der Physiotherapie bei bestimmten Schultererkrankungen. Dabei entscheidet nicht die Ärztin im Detail über jede einzelne Therapieform, sondern die Heilmittelerbringer:innen wählen selbstständig die passende Behandlung aus und passen sie flexibel an den Verlauf an. Andrea fasst es am Ende treffend zusammen: Viele wünschen sich verständlicherweise die angenehmste Lösung. Das Gesundheitssystem bezahlt jedoch vor allem Therapien, die langfristig zu einer Verbesserung führen – und das passiert meist durch Aktivierung, Bewegung und Eigenarbeit. Folg Andrea auf Instagram: https://www.instagram.com/andrea.morawe/ Zum Podcast auf YouTube: https://www.youtube.com/@landmedchen Zum Podcast auf Spotify: https://open.spotify.com/show/6fSmt4EgJeAPGGR1Il4BDu Zum Podcast bei Apple Podcast: https://podcasts.apple.com/de/podcast/landmedchen/id1835667319s

    31 Min.
  4. Mutterschutz für selbstständige Ärztinnen - ein gesellschaftliches Anliegen! | Andrea Morawe erklärt

    13. Mai

    Mutterschutz für selbstständige Ärztinnen - ein gesellschaftliches Anliegen! | Andrea Morawe erklärt

    Dieses Thema betrifft längst nicht nur Frauen, sondern die gesamte Gesellschaft. Stell dir vor: Du bist Ärztin, hast viele Jahre studiert, gehst den Schritt in die Niederlassung und wirst schwanger. Doch genau dann zeigt sich ein großes Problem im System: Während es im Angestelltenverhältnis klare Schutzregelungen gibt, fehlt dieser Schutz für selbstständige Ärztinnen nahezu vollständig. Auch auf dem Deutschen Ärztetag wird das Thema in diesem Jahr diskutiert. Mittlerweile sind rund 60 % der Absolvent:innen des Medizinstudiums weiblich. Gleichzeitig braucht das Gesundheitssystem dringend Nachwuchs im ambulanten Bereich. Politik und Gesundheitswesen wünschen sich mehr Niederlassungen, außerdem werden Nachfolger:innen für bestehende Praxen benötigt, besonders in der ländlichen Versorgung. Im Angestelltenverhältnis gibt es klare Regelungen zum Mutterschutz: Sechs Wochen vor der Geburt und acht bis zwölf Wochen danach. Die Zeit vor der Geburt ist freiwillig, die Zeit nach der Geburt verpflichtend. Für Studierende existieren Sonderregelungen, damit sie ihre Ausbildung nach der Geburt schneller fortsetzen können. Für selbstständige Ärztinnen sieht die Situation jedoch völlig anders aus. In der Novellierung des Mutterschutzes wurden sie kaum berücksichtigt. Faktisch gibt es keinen Mutterschutz für Selbstständige. Daraus entstehen erhebliche finanzielle Belastungen: Die laufenden Kosten bleiben bestehen, die Verantwortung für Praxis, Mitarbeitende und Organisation ebenfalls. Auch die Vertretungsregelung ist kompliziert. Viele Ärztinnen müssen sich zwischen „ganz oder gar nicht“ entscheiden, statt beispielsweise stundenweise weiterarbeiten zu können. Das Mutterschaftsgeld ist bei gesetzlich Versicherten meist ähnlich geregelt wie das Krankengeld und beginnt formal nach sechs Wochen. Trotzdem bleibt häufig eine Versorgungslücke bestehen. In der privaten Krankenversicherung hängen Leistungen oft von individuellen Vereinbarungen ab. Zusätzlich gibt es zwar Praxisausfallversicherungen, diese schließen Schwangerschaften jedoch häufig aus. Andrea erzählt, dass sie sich ihre eigene Schwangerschaft letztlich „angespart“ hat. Dabei darf man nicht vergessen: Gerade junge Ärztinnen, die sich neu niederlassen, tragen hohe finanzielle Belastungen. Die Abschlagszahlungen der KV kommen zeitversetzt, während Miete, Gehälter und weitere Praxiskosten trotzdem weiterlaufen. Die Folge daraus: Viele junge Ärztinnen verschieben die Niederlassung oder entscheiden sich ganz dagegen. Damit stellt sich zwangsläufig die Frage, wie glaubwürdig eine Niederlassungsstrategie überhaupt sein kann, wenn zentrale Lebensphasen nicht ausreichend abgesichert werden. Neu ist das Thema keineswegs. Die Problematik ist seit Jahren bekannt, politische Versprechungen gab es viele – konkrete Veränderungen hingegen kaum. Sogar eine EU-Richtlinie (2010/41/EU) existiert bereits, wurde in Deutschland bislang jedoch nicht umgesetzt. Dabei betrifft dieses Thema nicht nur die Mütter selbst, sondern auch die Gesellschaft insgesamt und natürlich die ungeborenen beziehungsweise frisch geborenen Kinder. Auch über die Finanzierung wird intensiv diskutiert. Im Raum stehen unterschiedliche Modelle, etwa ein Mutterschutzfonds für Selbstständige, ein Umlagesystem oder eine steuerfinanzierte Übergangsförderung. Hochrechnungen gehen von einem Finanzierungsbedarf von rund 229 Millionen Euro aus. Andrea kann sich besonders eine Umlagelösung gut vorstellen. Ihr Appell an die Politik ist deshalb eindeutig: Wer über moderne Versorgung, Gleichstellung und Nachwuchsförderung spricht, muss auch diese Lebensrealitäten konsequent mitdenken. Zu „Mutterschutz für Alle“: https://mutterschutzfueralle.de/ Zum Bündnis: https://mutterschutz-fuer-selbststaendige.de/ Folg Andrea auf Instagram: https://www.instagram.com/andrea.morawe/ Zum Podcast auf YouTube: https://www.youtube.com/@landmedchen Zum Podcast auf Spotify: https://open.spotify.com/show/6fSmt4EgJeAPGGR1Il4BDu Zum Podcast bei Apple Podcast: https://podcasts.apple.com/de/podcast/landmedchen/id1835667319s

    23 Min.
  5. Wie eine Zuckersteuer Einfluss auf unsere Gesundheit hat | Dr. Andrea Morawe erklärt

    6. Mai

    Wie eine Zuckersteuer Einfluss auf unsere Gesundheit hat | Dr. Andrea Morawe erklärt

    Die Zuckersteuer wird aktuell erneut intensiv diskutiert, denn die Finanzkommission Gesundheit hat sie wieder ins Gespräch gebracht. Der Hintergrund: Durch eine solche Maßnahme könnten jährlich rund 450 Millionen Euro zusätzlich eingenommen und gleichzeitig hunderttausende Diabetes-Erkrankungen verhindert werden. Genau darüber spricht Dr. Andrea Morawe in der neuen Folge von „LandMEDchen“. In Deutschland entstehen jedes Jahr enorme Kosten durch Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Adipositas oder frühzeitige Arthrose. Gleichzeitig wird eine Maßnahme, die nachweislich präventiv wirken könnte, politisch weiterhin kontrovers diskutiert. Andrea betont dabei klar: Es geht nicht darum, den Sonntagskuchen zu verbieten. Medizinisch lässt sich der Zusammenhang gut erklären. Vor allem zuckerhaltige Getränke führen dazu, dass Zucker sehr schnell aufgenommen wird. Dadurch entstehen starke Insulinspitzen. Langfristig kann das eine Insulinresistenz fördern und die Bildung von viszeralem Fettgewebe begünstigen. Sowohl die WHO als auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin empfehlen deshalb eine deutliche Reduktion von Zucker in Getränken und sprechen sich für verhältnispräventive Maßnahmen wie eine Zuckersteuer aus. Die wissenschaftliche Datenlage dazu ist eindeutig. Die Zahlen zeigen ebenfalls die Dimension des Problems: Rund die Hälfte der Bevölkerung in Deutschland gilt als übergewichtig, etwa 20 Prozent sind adipös. Natürlich wäre eine gesündere Ernährung grundsätzlich möglich, allerdings zeigt die Verhaltensforschung deutlich, wie stark unser Umfeld das Essverhalten beeinflusst. Großbritannien wird dabei oft als Beispiel genannt: Dort sank nach Einführung der Zuckersteuer der Zuckeranteil in Softdrinks um etwa 30 Prozent. Kritiker:innen sprechen häufig von Bevormundung. Andrea sieht das anders. Für sie geht es nicht um Verbote, sondern darum, gesundheitsschädliche Strukturen zu verändern. Sie zieht den Vergleich zur Anschnallpflicht: Auch hier existieren klare Regeln zum Schutz der Bevölkerung, trotzdem bleibt die individuelle Entscheidung bestehen. Ein weiteres Argument gegen die Zuckersteuer ist die Sorge vor sozialer Ungleichheit. Andrea verweist jedoch darauf, dass gerade sozial benachteiligte Gruppen aktuell die höchste Krankheitslast tragen und deshalb besonders von einer Zuckersteuer profitieren könnten. Für Andrea liegt das Problem längst nicht mehr im fehlenden Wissen, sondern in der Umsetzung. Eltern möchten ihren Kindern nicht schaden, bewegen sich aber in einer Umgebung, in der stark zuckerhaltige Produkte jederzeit verfügbar und gezielt vermarktet werden. Zusätzlich spricht sie sich dafür aus, Obst und Gemüse steuerlich zu entlasten und die Kennzeichnung von Lebensmitteln verständlicher zu gestalten. Der Nutri-Score beispielsweise vergleicht Produkte nur innerhalb derselben Kategorie und liefert deshalb oft kein vollständiges Bild. Am Ende stellt Andrea die entscheidende Frage: Nicht, ob wir uns eine Zuckersteuer leisten können – sondern wie lange sich unser Gesundheitssystem leisten kann, weiterhin darauf zu verzichten. Folg Andrea auf Instagram: https://www.instagram.com/andrea.morawe/ Zum Podcast auf YouTube: https://www.youtube.com/@landmedchen Zum Podcast auf Spotify: https://open.spotify.com/show/6fSmt4EgJeAPGGR1Il4BDu Zum Podcast bei Apple Podcast: https://podcasts.apple.com/de/podcast/landmedchen/id1835667319s

    19 Min.
  6. Wirtschaftlichkeit und Abrechnung in der Hausarztpraxis | Dr. Andrea Morawe erklärt

    29. Apr.

    Wirtschaftlichkeit und Abrechnung in der Hausarztpraxis | Dr. Andrea Morawe erklärt

    Wie funktioniert die Abrechnung und die Wirtschaftlichkeit einer Hausarztpraxis? Darüber spricht Dr. Andrea Morawe in ihrer neuen Folge von „LandMEDchen“. In einer Hausarztpraxis bekommt die Ärztin oder der Arzt für jeden Patienten pro Quartal – also für drei Monate – einen festen Betrag. Sobald die Patient:innen ihre Karte einlesen lassen, entsteht ein Schein, der den Wert von 60-70 Euro hat. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Patient einmal kommt oder zehnmal und wie viel Zeit die Behandlung tatsächlich kostet, d.h. der Schweinwert sagt nichts über den einzelnen Patienten aus. Zusätzlich gibt es ein recht komplexes System aus Zeit- und Geldberechnung. Grundlage dafür ist der sogenannte Punktwert. Jede ärztliche Leistung hat im EBM eine bestimmte Anzahl an Punkten. Diese Punkte werden mit dem Punktwert multipliziert und ergeben so den Geldbetrag, den die Praxis dafür bekommt. Gleichzeitig ist jeder Leistung auch eine Kalkulationszeit zugeordnet. Diese legt fest, wie viel Zeit theoretisch für eine Leistung vorgesehen ist und bestimmt mit, wie hoch ihre Vergütung ist. In der Realität reicht diese Zeit jedoch oft nicht aus, weil Gespräche und Behandlungen deutlich länger dauern. Daneben gibt es die sogenannte Prüfzeit. Sie dient der Kontrolle und legt fest, wie viele Stunden Ärztinnen und Ärzte pro Quartal maximal abrechnen dürfen. Überschreiten sie diese Grenze (bei einem vollen Kassensitz pro Quartal 780 Stunden), geht die Kassenärztliche Vereinigung davon aus, dass die Leistungen nicht vollständig oder nicht korrekt erbracht worden sein könnten – und es kann zu einer Prüfung kommen. Das soll davor schützen, dass das System ausgenutzt wird. Das führt zu einem Problem: Wenn eine Praxis sehr viele Patientinnen und Patienten versorgt, was vor allem auf dem Land oft nötig ist, kommt sie schnell an diese Zeitgrenzen. Im Extremfall können Leistungen dann nicht mehr abgerechnet werden, obwohl sie erbracht wurden und vielleicht zum Teil von MFAs und VERAHs vorbereitet wurden. Zudem: Sich viel Zeit für eine Leistung zu nehmen wird nicht besser vergütet. In der privaten Krankenversicherung, also bei Abrechnung nach GoÄ sieht das anders aus. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Bezahlung der Leistungen. Technische Untersuchungen, zum Beispiel Lungenfunktionstest, EKG, Blutdruck, Ultraschall, etc. sind vergleichsweise gut vergütet, zudem sind sie gut planbar. Gespräche mit Patientinnen und Patienten dagegen, obwohl sie zentral für die Behandlung sind, bringen deutlich weniger Geld und sind oft zusätzlich begrenzt. Für Präventionsgespräche kann man selbst nichts abrechnen. Ein wichtiger Bestandteil der Arbeit in der Hausarztpraxis sind Gespräche. Dafür gibt es sogenannte Gesprächsziffern. Das sind Abrechnungspositionen für Beratungen, also zum Beispiel, wenn Diagnosen erklärt werden oder Therapien besprochen werden. Diese Gespräche sind medizinisch sehr wichtig, werden aber im System vergleichsweise schlecht vergütet und sind zusätzlich oft budgetiert. Das heißt: Wenn eine Praxis viele ausführliche Gespräche führt, wird jedes einzelne Gespräch am Ende schlechter bezahlt. Besonders relevant wird das bei sogenannten F-Diagnosen. Das sind Diagnosen aus dem Bereich der psychischen Erkrankungen, zum Beispiel Depressionen oder Angststörungen. Hier braucht es oft mehr Zeit, mehr Gespräche und eine engere Begleitung der Patient:innen. Dazu kommt das Problem der Budgetierung. Das bedeutet: Eine Praxis bekommt nur bis zu einer bestimmten Menge die volle Bezahlung für ihre Leistungen, z.B. bei den Gesprächsziffern. Wenn diese Grenze überschritten wird, sinkt die Vergütung oder fällt ganz weg. Die Ärzt:innen behandeln ihre Patient:innen meist trotzdem weiter, aber ein Teil dieser Arbeit wird dann nicht mehr richtig bezahlt. Am Ende stehen Ärztinnen und Ärzte ständig vor einem Konflikt. Sie wollen sich ausreichend Zeit für ihre Patientinnen und Patienten nehmen, müssen aber gleichzeitig darauf achten, dass die Praxis finanziell überlebt und alle Regeln eingehalten werden. Das Grundproblem ist also: Gute Medizin braucht Zeit, das System bezahlt aber vor allem Menge und nicht den tatsächlichen Aufwand. Folg Andrea auf Instagram: https://www.instagram.com/andrea.morawe/ Zum Podcast auf YouTube: https://www.youtube.com/@landmedchen Zum Podcast auf Spotify: https://open.spotify.com/show/6fSmt4EgJeAPGGR1Il4BDu Zum Podcast bei Apple Podcast: https://podcasts.apple.com/de/podcast/landmedchen/id1835667319s

    52 Min.
  7. Was der Referentenentwurf bedeutet - analysiert von zwei Hausärztinnen | Laura Dalhaus und Andrea Morawe

    22. Apr.

    Was der Referentenentwurf bedeutet - analysiert von zwei Hausärztinnen | Laura Dalhaus und Andrea Morawe

    Der aktuelle Referentenentwurf des Bundesministeriums für Gesundheit sorgt für große Unruhe im Gesundheitswesen – und bei Dr. Laura Dalhaus sogar für hektische Flecken. Genau deshalb hat Dr. Andrea Morawe sie in ihren Podcast „LandMEDchen“ eingeladen, um die geplanten Veränderungen gemeinsam einzuordnen und kritisch zu beleuchten. Schnell wird klar: Vor allem die Hausärzt:innen stehen unter Druck. Die primärärztliche Versorgung droht weiter geschwächt zu werden – obwohl sie nicht zu den größten Kostentreibern im System gehört. Gleichzeitig bleiben zentrale Ausgabenpunkte, wie beispielsweise die Finanzierung der Versorgung von Bürgergeldempfänger:innen, weitgehend unangetastet. Einige Vorschläge der Finanzkommission Gesundheit haben bei Andrea gemischte Reaktionen ausgelöst – von Skepsis bis Zustimmung. Besonders Maßnahmen wie eine Zuckersteuer bewertet sie positiv. Umso unverständlicher ist es für beide, dass solche präventiven Ansätze im aktuellen Entwurf fehlen, obwohl Prävention sogar im Koalitionsvertrag verankert ist. In diesem Zusammenhang sprechen sie auch über die allgegenwärtige Zuckerfalle, insbesondere für Kinder. Ein weiterer kritischer Punkt: Die geplante Senkung des Krankengeldes um 5 %. Gerade diejenigen, die ohnehin körperlich belastende Berufe ausüben, geraten dadurch noch schneller in existenzielle Notlagen. Für Laura und Andrea bestätigt sich hier einmal mehr die Realität hinter dem Satz: „Armut macht krank – und Krankheit macht arm.“ Gleichzeitig geraten auch Ärzt:innen selbst zunehmend unter gesundheitlichen Druck. Auch wirtschaftlich spitzt sich die Lage zu: Je mehr Patient:innen eine Hausarztpraxis versorgt, desto geringer fällt die Vergütung pro Fall aus. Mit der geplanten Grundlohnsummenregelung sehen viele Therapeut:innen ihre Existenz bedroht. Laura bringt sogar die Idee einer Sammelklage ins Spiel. Die Konsequenz könnte sein, dass Praxen künftig stärker gezwungen sind, wirtschaftlich zu entscheiden, welche Patient:innen sie behandeln. Parallel gewinnt die Privatmedizin weiter an Attraktivität. Unterschiedliche Perspektiven zeigen sich beim Thema Check-ups: Während Laura deren Nutzen grundsätzlich hinterfragt, verfolgt Andrea einen differenzierteren Ansatz. Einig sind sich beide jedoch in der Kritik an der unzureichenden Vergütung. Auffällig ist außerdem, dass die Pharmaindustrie im aktuellen Entwurf vergleichsweise wenig belastet wird. Ein weiterer Diskussionspunkt sind Reha-Berichte und der Umgang der Deutschen Rentenversicherung damit. Auch die Qualität von Arztbriefen und der schleppende Fortschritt in der Digitalisierung werden kritisch beleuchtet. Für viele Praxen bleibt als einzige Option eine weitere Effizienzsteigerung, sei es durch zusätzliches Personal oder technische Lösungen. Doch diese Investitionen müssen zunächst selbst getragen werden. Gleichzeitig entwickelt sich die GKV-Leistung zunehmend in Richtung Basisversorgung – wobei sich die Frage stellt, ob sie das nicht längst ist, wenn bereits strikt nach dem WANZ-Prinzip gearbeitet wird. Im weiteren Verlauf berichtet Laura von einer Veranstaltung in Borken zum Thema „Wer darf wie alt werden?“. Die zentrale Frage: Wie lange können wir uns Spitzenmedizin in einer älter werdenden Gesellschaft leisten? Und gehört individualisierte Medizin überhaupt noch in ein solidarisch finanziertes System? Für beide ist klar: Das ist eine der großen sozial-ethischen Herausforderungen unserer Zeit – auch wenn viele Politiker:innen diese Debatte scheuen. Ergänzend diskutieren sie das sogenannte Verursacherprinzip, das in der privaten Krankenversicherung bereits Anwendung findet, in der gesetzlichen jedoch kontrovers bleibt. Auch die Rolle des Bundes wird thematisiert: Statt struktureller Lösungen erfolgt der Beitrag zur Stabilisierung vor allem durch eine Verschiebung finanzieller Verpflichtungen. Mit dem sogenannten „David-Experiment“ veranschaulicht Laura schließlich ethische Dilemmata im Gesundheitssystem und zieht Parallelen zur Versorgung von Kindern und Jugendlichen, insbesondere im Bereich der psychischen Gesundheit. Am Ende bleibt eine ernüchternde Erkenntnis: Der Glaube an grundlegende Systemveränderungen schwindet. Andrea zieht für sich eine klare Grenze – sie lehnt eine „3-Minuten-Medizin“ ab und setzt stattdessen auf transparente Kommunikation mit ihren Patient:innen, auch in Bezug auf Zusatzleistungen. Gemeinsam stellen sich beide die Frage, ob Programme wie DMP in ihrer jetzigen Form noch sinnvoll sind, da sie primär der Finanzierung innerhalb des Morbi-RSA dienen. Fest steht: Die aktuellen Entwicklungen werden nicht nur die Versorgung, sondern auch die Strukturen und Arbeitsplätze in den Praxen nachhaltig beeinflussen. Folg Andrea auf Instagram: https://www.instagram.com/andrea.morawe/ Zum Podcast auf YouTube: https://www.youtube.com/@landmedchen Zum Podcast auf Spotify: https://open.spotify.com/show/6fSmt4EgJeAPGGR1Il4BDu Zum Podcast bei Apple Podcast: https://podcasts.apple.com/de/podcast/landmedchen/id1835667319s Folg Laura auch hier: LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dr-laura-dalhaus-mahm-5470b597/ Instagram: https://www.instagram.com/lauradalhaus/ TikTok: https://www.tiktok.com/@laura.dalhaus Mehr über Laura: https://linktr.ee/lauradalhaus

    1 Std. 2 Min.
  8. Warum Gesundheitskompetenz immer mehr verloren geht | Dr. Andrea Morawe erklärt

    15. Apr.

    Warum Gesundheitskompetenz immer mehr verloren geht | Dr. Andrea Morawe erklärt

    In ihrer täglichen Arbeit sieht Dr. Andrea Morawe immer wieder, welche Folgen es hat, wenn Gesundheitskompetenz fehlt. Für sie ist klar: Das liegt nicht an einzelnen Menschen, sondern ist ein grundlegendes Problem im System. Ein Beispiel aus dem Alltag: Eine Patientin liest im Befund „Vitamin-D-Mangel“. Die entscheidende Frage sollte nicht lauten „Was ist Vitamin D?“, sondern vielmehr: „Hat das für mich eine Bedeutung? Muss ich etwas tun – und wenn ja, was ist medizinisch sinnvoll?“ Patient:innen bewegen sich als Laien durch ein hochkomplexes System. Nach einem Arztgespräch bleibt oft nur etwa die Hälfte der Informationen im Gedächtnis – ein völlig normales Phänomen. Gleichzeitig ist die Zeit knapp: Ein durchschnittlicher Termin in der Hausarztpraxis dauert rund 10 Minuten. In dieser Zeit sollen Ärzt:innen zuhören, untersuchen, diagnostizieren und eine Therapie einleiten. Dabei wird häufig mit medizinischer Fachsprache gearbeitet, die für viele schwer zugänglich ist. Hinzu kommt, dass Patient:innen oft zwischen verschiedenen Akteur:innen vermitteln müssen. Das System selbst setzt klare Schwerpunkte: Diagnostik und Behandlung werden vergütet, Aufklärung, Prävention und langfristige Gesundheitsförderung hingegen deutlich weniger. Andrea betont, dass auch Ärzt:innen hier Verantwortung tragen. Es braucht ein Umdenken in der Kommunikation. Methoden wie das Teach-back-Prinzip, bei dem Patient:innen das Gesagte noch einmal in eigenen Worten wiedergeben, können helfen, Verständnis zu sichern. Auch schriftliche Informationen können eine wichtige Unterstützung sein. Gesundheitskompetenz darf kein Zusatzangebot sein, sondern muss ein fester Bestandteil guter medizinischer Versorgung werden. Viele Patient:innen suchen zusätzlich im Internet nach Informationen. Das ist grundsätzlich nichts Negatives. Die Schwierigkeit liegt vielmehr darin, verlässliche von irreführenden Inhalten zu unterscheiden. Fehlinterpretationen können schnell zu Verunsicherung oder unnötigen Ängsten führen. Nicht die Informationssuche bei „Dr. Google“ ist das Problem – sondern die fehlende Einordnung. Die Frage bleibt: Wer ist eigentlich dafür verantwortlich, Gesundheitskompetenz zu fördern? Ein zentrales Problem ist das Fehlen einer klaren Orientierung im System. Ein stärker etabliertes Primärarztmodell könnte hier als Leitstruktur dienen und Patient:innen besser durch die Versorgung führen. Dabei beginnt Gesundheitskompetenz viel früher, nämlich im Kindesalter. Andrea sieht großes Potenzial darin, Gesundheitsthemen bereits in Kitas und Schulen stärker zu verankern. Regelmäßige Bewegung sollte selbstverständlich sein und über die üblichen zwei Sportstunden hinausgehen. Auch außerschulische Angebote könnten einen wichtigen Beitrag leisten. Ein weiterer wichtiger Baustein ist die Ernährung. Diese prägt die Gesundheit bereits vor der Geburt, muss danach aber aktiv begleitet werden. Andrea spricht sich für mehr praxisnahe Angebote aus, bei denen Kinder Gesundheit erleben und verstehen können. Häufig scheitert die Umsetzung jedoch an fehlenden finanziellen Ressourcen. Früher wurde viel Gesundheitswissen im familiären Umfeld weitergegeben. In Großfamilien gehörte es zum Alltag, sich gegenseitig zu unterstützen und grundlegende Dinge zu vermitteln – etwa, wie man mit Fieber umgeht. Diese Strukturen sind heute seltener geworden. Auch politische Rahmenbedingungen spielen eine Rolle. Andrea kritisiert unter anderem die Ablehnung einer Zuckersteuer sowie den Nutri-Score, den sie als wenig aussagekräftig empfindet. Gleichzeitig verfolgt die Lebensmittelindustrie vor allem wirtschaftliche Interessen – nicht primär gesundheitliche. Folg Andrea auf Instagram: https://www.instagram.com/andrea.morawe/ Zum Podcast auf YouTube: https://www.youtube.com/@landmedchen Zum Podcast auf Spotify: https://open.spotify.com/show/6fSmt4EgJeAPGGR1Il4BDu Zum Podcast bei Apple Podcast: https://podcasts.apple.com/de/podcast/landmedchen/id1835667319s

    22 Min.

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LandMEDchen - der Podcast rund um die medizinische Versorgung im ländlichen Raum. Dr. Andrea Morawe spricht im Podcast mit Menschen aus der Medizin, mit MFAs, Ärzt:innen, Pfleger:innen und allen, die mit den Patientinnen und Patienten arbeiten. Außerdem erklärt sie auch in ihren Episoden, wie das Leben als Landarzt ist, worauf man bei einer eigenen Praxis so achten soll und motiviert, sich als Ärztin oder Arzt auf dem Land niederzulassen. Jeden Donnerstag gibt es eine neue Folge!

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