Was ist eigentlich Schuppenflechte bzw. Psoriaris? Rote, trockene Haut und Schuppen – das würden die meisten Menschen dazu sagen. Doch Schuppenflechte ist noch viel mehr. Sie kann Herz-Kreislauferkrankungen und Gelenkerkrankungen hervorrufen. Zudem hat sie Einfluss auf Psyche, Gewicht und Stoffwechsel. Darüber spricht Dr. Andrea Morawe in ihrer neuen Folge von LandMEDchen. Sie erzählt von einem jungen Mann, der wegen erhöhter Blutdruckwerte zu ihr in die Praxis kam. Sie entdeckte bei ihm rote Stellen entdeckte, die er mit dem Satz „das ist nur meine Schuppenflechte“ erklärte. Er erzählte zudem, dass er sich aktuell sehr abgeschlagen fühle, führte dies aber auf Stress zurück. Andrea wurde schnell hellhörig. Psoriaris ist eine Erkrankung, die durch eine Fehlregulation im Immunsystem hervorgerufen wird und ist somit eine Systemerkrankung. Diese führt dazu, dass die Erneuerung der Hautzellen deutlich schneller vonstatten geht als das normalerweise der Fall wäre. Denn normalerweise braucht eine Hautzelle vier Wochen, bis sie herangereift ist, bei der Psoriaris sind es nur wenige Tage – die vorherigen Hautzellen werden nicht so schnell abgebaut. Dadurch enstehen gerötete Hautstellen und silbrig glänzende Schuppen, vor allem an den Ellenbogen, den Knien, dem Sakralbereich und der Kopfhaut. Für viele Patient:innen bestimmt diese multifaktorielle Krankheit ihr ganzes Leben. Die Gene spielen eine Rolle und Umweltbedingungen können zum Ausbruch führen und die Erkrankung verstärken oder verbessern. Beispielhafte Auslöser sind Schlafmangel, Stress, Rauchen, Alkohol, Übergewicht aber auch bestimmte hormonelle Veränderungen oder Medikamente. Diese Mikroinflammationen können auch zu Veränderungen an den Gefäßwänden führen und somit auch zu Herzinfarkten oder Schlaganfällen. Jeder dritte Person mit Schuppenflechte entwickelt im Laufe des Lebens eine Gelenkerkrankung, eine Psoriaris-Arthritis. Viele schieben das aufs Alter, dabei ist der Auslöser die Schuppenflechte. Diese chronischen Entzündungen kosten den Körper ganz viel Energie, das führt zu Erschöpfung und Müdigkeit. Dazu kommt eine psychische Belastung, denn viele werden angestarrt oder trauen sich beispielsweise nicht, kurze Hosen oder Kleider zu tragen. Dadurch entsteht Vermeidungsverhalten bis hin zu depressiven Störungen. Dabei ist Schuppenflechte nicht ansteckend! Doch als Betroffene:r kann man auch etwas tun. Ein erster Schritt ist, das Gewicht aktiv zu gestalten, schon eine leichte Gewichtsreduzierung kann einen guten Effekt haben. Auch Ernährung spielt eine große Rolle, allerdings gibt es keine Psoriaris-Diät. Einige Ernährungsweisen können allerdings unterstützen. Andrea sagt es immer wieder: Mediterrane Kost ist unschlagbar gut: Gemüse, Hülsenfrüchte, Seefisch, Nüsse, hochwertige Eisenquellen und hochwertige Öle. Sie empfiehlt zudem eine Mikronährstoffanalyse, um herauszufinden, welche Nährstoffe dem Körper gerade fehlen. Dies ist ihr lieber, als einfach Supplements zu nehmen. Sie geht auf Vitamin D, Omega 3-Fettsäuren, Zink, Selen und Vitamin B12 ein. Für sie ist es wichtig, den Patient:innen die Möglichkeiten aufzuzeigen und ganzheitlich zu behandeln. Folg Andrea auf Instagram: https://www.instagram.com/andrea.morawe/ Zum Podcast auf YouTube: https://www.youtube.com/@landmedchen Zum Podcast auf Spotify: https://open.spotify.com/show/6fSmt4EgJeAPGGR1Il4BDu Zum Podcast bei Apple Podcast: https://podcasts.apple.com/de/podcast/landmedchen/id1835667319s