LandMEDchen

Andrea Morawe

LandMEDchen - der Podcast rund um die medizinische Versorgung im ländlichen Raum. Dr. Andrea Morawe spricht im Podcast mit Menschen aus der Medizin, mit MFAs, Ärzt:innen, Pfleger:innen und allen, die mit den Patientinnen und Patienten arbeiten. Außerdem erklärt sie auch in ihren Episoden, wie das Leben als Landarzt ist, worauf man bei einer eigenen Praxis so achten soll und motiviert, sich als Ärztin oder Arzt auf dem Land niederzulassen. Jeden Donnerstag gibt es eine neue Folge!

  1. Mutterschutz in der Niederlassung - ein Systemproblem | Nadja Jesswein

    vor 10 Std.

    Mutterschutz in der Niederlassung - ein Systemproblem | Nadja Jesswein

    Wie ist das eigentlich, wenn man als selbstständige Hausärztin schwanger wird? Genau dieser Frage widmen sich Dr. Andrea Morawe und Nadja Jesswein in der neuen Folge von „LandMEDchen“. Nadja ist niedergelassene Hausärztin, Co-Sprecherin des Bundesforums Hausärztinnen im Hausärztinnen- und Hausärzteverband sowie in der Ärztekammer Niedersachsen engagiert. Heute sind rund zwei Drittel der Absolvent:innen des Medizinstudiums weiblich. Gleichzeitig gibt es für niedergelassene Ärztinnen während einer Schwangerschaft kaum soziale Absicherung. Während angestellte Ärztinnen sechs Wochen vor der Geburt freiwilligen Mutterschutz und anschließend acht Wochen verpflichtenden Mutterschutz mit finanzieller Absicherung durch den Mutterschutzlohn erhalten, existiert eine vergleichbare Regelung für Selbstständige nicht. Ein zentrales Problem sehen Andrea und Nadja darin, dass Schwangerschaft im Sozialrecht häufig ähnlich behandelt wird wie eine Erkrankung – obwohl sie keine Krankheit ist. Hinzu kommt der sogenannte Sicherstellungsauftrag. Mit der Zulassung durch die Kassenärztliche Vereinigung verpflichten sich niedergelassene Ärzt:innen dazu, die Versorgung ihrer Patient:innen sicherzustellen. Deshalb kann eine Praxis auch während Urlaub oder Schwangerschaft nicht einfach geschlossen werden. Stattdessen muss eine geeignete Vertretung organisiert werden. Genau hier entstehen weitere Schwierigkeiten. Vertretungsbörsen oder entsprechende Netzwerke sind vielerorts kaum vorhanden. Zusätzlich unterscheiden sich die Regelungen je nach Bundesland. In Niedersachsen ist es beispielsweise nicht möglich, am selben Tag gemeinsam mit einer Vertretung in der Praxis tätig zu sein. Der Vertreter arbeitet dann auf eigene Rechnung. Eine weitere Möglichkeit ist die sogenannte Entlastungsassistenz. Dabei wird eine Ärztin oder ein Arzt befristet angestellt, um die Praxis zu unterstützen. Allerdings entstehen dadurch Sozialabgaben, gleichzeitig besteht unter bestimmten Voraussetzungen das Risiko einer Scheinselbstständigkeit. Hinzu kommt, dass die Praxisinhaberin weiterhin für mögliche Regresse haftet. Wie hoch die finanzielle Belastung werden kann, zeigt Nadja anhand ihrer eigenen Erfahrung: Die Vertretung während ihres Mutterschutzes kostete rund 750 Euro pro Tag. Neben diesen Kosten laufen auch sämtliche weiteren Praxisausgaben unverändert weiter. Gehälter für Mitarbeitende, Miete und laufende Betriebskosten lassen sich während einer Schwangerschaft schließlich nicht einfach aussetzen. Andrea begegnet in diesem Zusammenhang immer wieder Kommentaren wie „Das wusste man doch vorher“ oder „Eine Schwangerschaft muss man eben planen“. Für sie greift diese Sichtweise deutlich zu kurz. Auch Ärztinnen führen ein ganz normales Leben – und nicht jede Lebensentscheidung lässt sich bis ins Detail planen. Auch Nadja betont, dass eine Schwangerschaft aus ihrer Sicht nicht zu den üblichen unternehmerischen Risiken einer Selbstständigkeit gehört. Gleichzeitig geht es ihr nicht ausschließlich um Frauen. Vereinbarkeit betrifft ebenso Männer, die Väter werden und Familie und Beruf miteinander vereinbaren möchten. Dabei existiert bereits eine EU-Richtlinie, die eine Unterbrechung der Erwerbstätigkeit für Selbstständige ermöglichen soll. Deutschland hat diese Vorgaben bislang jedoch nur unzureichend umgesetzt – obwohl entsprechende Ziele sogar im Koalitionsvertrag festgehalten wurden. Auch innerhalb der Ärzteschaft wächst der Wunsch nach Veränderungen. Ein gemeinsamer Antrag von Andrea und Nadja wurde bereits von der Bundesdelegiertenversammlung beschlossen und wird nun durch den Vorstand des Deutschen Ärztetags beraten. Für beide endet die Diskussion jedoch nicht beim Mutterschutz. Sie wünschen sich insgesamt flexiblere Regelungen im KV-Recht, beispielsweise mehr Möglichkeiten für Teilzeitmodelle und bessere Rahmenbedingungen, um Familie und Beruf miteinander vereinbaren zu können. Abschließend sprechen Andrea und Nadja auch über politische Vorstellungen traditioneller Familienbilder. Dabei diskutieren sie unter anderem die Positionen der AfD und wie viel Entscheidungsfreiheit diese Frauen bei der Gestaltung ihres eigenen Lebens und Berufswegs geben wollen. Folg Andrea auf Instagram: https://www.instagram.com/andrea.morawe/ Zum Podcast auf YouTube: https://www.youtube.com/@landmedchen Zum Podcast auf Spotify: https://open.spotify.com/show/6fSmt4EgJeAPGGR1Il4BDu Zum Podcast bei Apple Podcast: https://podcasts.apple.com/de/podcast/landmedchen/id1835667319s

    52 Min.
  2. Reiseapotheke: Was wirklich mit muss für einen entspannten Urlaub | Dr. Andrea Morawe

    24. Juni

    Reiseapotheke: Was wirklich mit muss für einen entspannten Urlaub | Dr. Andrea Morawe

    Die Urlaubszeit steht bevor! Doch was sollte eigentlich in einer gut vorbereiteten Reiseapotheke nicht fehlen? Und worauf müssen Menschen achten, die regelmäßig Medikamente einnehmen? Darüber spricht Dr. Andrea Morawe in der aktuellen Folge von „LandMEDchen“ und gibt praktische Tipps für eine sichere Reisevorbereitung. Zum Einstieg berichtet sie von zwei Familien, die wichtige Bestandteile ihrer Reiseapotheke zuhause vergessen hatten. Genau deshalb kann eine reisemedizinische Beratung hilfreich sein. Dabei geht es nicht nur um Impfungen, sondern auch um individuelle Empfehlungen zur Reiseapotheke und Reisevorbereitung – besonders bei Kindern, älteren Menschen oder anderen Risikogruppen. Doch warum werden viele Menschen ausgerechnet im Urlaub krank? Unser Alltag ist meist von festen Gewohnheiten geprägt. Schlafzeiten, Essensrhythmus und Tagesabläufe laufen oft nach einem ähnlichen Muster ab. Im Urlaub verändert sich vieles gleichzeitig. Hinzu kommen neue klimatische Bedingungen, eine ungewohnte Flora und Fauna sowie andere Keime als zuhause. Auch aus der Stressmedizin ist bekannt, dass viele Menschen über längere Zeit unter hoher Belastung funktionieren. Fällt diese Anspannung im Urlaub plötzlich weg, reagiert der Körper nicht selten mit gesundheitlichen Beschwerden. Wer dauerhaft Medikamente einnimmt, sollte diese unbedingt in ausreichender Menge mitführen. Andrea empfiehlt sogar, eine Reserve einzuplanen, falls sich die Rückreise verzögert oder unerwartete Situationen eintreten. Ebenso wichtig ist eine vollständige Dokumentation der Medikation. Neben den Medikamenten selbst sollten auch Impfpass, Unterlagen der Auslandskrankenversicherung und relevante medizinische Dokumente mitgeführt werden. Zusätzlich empfiehlt sie, diese Unterlagen digital zu sichern. Dauermedikamente gehören grundsätzlich ins Handgepäck. In jede Reiseapotheke gehört außerdem ein Medikament gegen Fieber und Schmerzen. Andrea nennt hier Paracetamol oder Ibuprofen, bei Kindern selbstverständlich in einer altersgerechten Form. Ein Fieberthermometer sollte ebenfalls nicht fehlen. Magen-Darm-Beschwerden zählen zu den häufigsten Reiseerkrankungen. Neue Gewürze, veränderte Ernährungsgewohnheiten und ein unbekanntes Keimumfeld können den Verdauungstrakt belasten. Problematisch ist dabei häufig weniger die Diarrhoe selbst als vielmehr der damit verbundene Flüssigkeits- und Elektrolytverlust. Deshalb empfiehlt Andrea, Elektrolyte mit auf die Reise zu nehmen. Auch kleinere Verletzungen oder Unfälle können im Urlaub schnell passieren. Zur Grundausstattung gehören deshalb Desinfektionsmittel, sterile Kompressen, eine Binde, Pflaster, eine Pinzette und eine Zeckenkarte. Wer viel zu Fuß unterwegs ist, profitiert außerdem von Blasenpflastern. Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Reiseapotheke ist der UV-Schutz. Sonnencreme und UV-Schutzkleidung sollten selbstverständlich sein. In einigen Reisezielen ist zusätzlich Insektenschutzkleidung sinnvoll. Besonders praktisch findet Andrea eine Cap mit Nackenschutz, die sowohl vor intensiver Sonneneinstrahlung als auch vor Insekten schützt. Ergänzend können Insektenschutzmittel mit geeignetem DEET-Wert verwendet werden. Auch in Deutschland gibt es zahlreiche FSME-Risikogebiete. Während gegen Borreliose bislang keine Impfung verfügbar ist, kann man sich gegen FSME impfen lassen. Darüber hinaus empfiehlt Andrea ein Antihistaminikum für den Fall von stärkeren Reaktionen auf Insektenstiche. Besondere Aufmerksamkeit widmet sie Menschen mit Diabetes. Insulin reagiert empfindlich auf Temperaturveränderungen und sollte weder starker Hitze noch Frost ausgesetzt werden. Da sich im Urlaub häufig auch das Bewegungsverhalten verändert, kann unter Umständen eine Anpassung der Insulin-Dosis erforderlich werden. Dies sollte immer gemeinsam mit dem Hausarzt oder Diabetologen besprochen werden. Zusätzlich verändert Wärme die Hautdurchblutung. Dadurch kann Insulin schneller aufgenommen werden als gewohnt. Deshalb erklärt Andrea in der Folge auch, woran Außenstehende eine Unterzuckerung erkennen können und warum dieses Wissen gerade auf Reisen von großer Bedeutung sein kann. Folg Andrea auf Instagram: https://www.instagram.com/andrea.morawe/ Zum Podcast auf YouTube: https://www.youtube.com/@landmedchen Zum Podcast auf Spotify: https://open.spotify.com/show/6fSmt4EgJeAPGGR1Il4BDu Zum Podcast bei Apple Podcast: https://podcasts.apple.com/de/podcast/landmedchen/id1835667319s

    44 Min.
  3. Public Viewing aus medizinischer Sicht - was in unserem Körper passiert | Dr. Andrea Morawe erklärt

    17. Juni

    Public Viewing aus medizinischer Sicht - was in unserem Körper passiert | Dr. Andrea Morawe erklärt

    Die WM steht vor der Tür! Doch was hat ein Fußballturnier eigentlich mit Gesundheit zu tun? Genau darüber spricht Dr. Andrea Morawe in der neuen Folge von „LandMEDchen“. Große Turniere wie eine Weltmeisterschaft sind für viele Menschen etwas Besonderes – selbst für diejenigen, die sich sonst kaum für Fußball interessieren. Wenn ein Spiel spannend wird, reagiert unser Körper deutlich stärker, als man vielleicht vermuten würde. Das sympathische Nervensystem wird aktiviert, Adrenalin und Dopamin werden ausgeschüttet, Herzfrequenz und Blutdruck steigen an und auch die Atmung beschleunigt sich. Der Körper verhält sich beinahe so, als würde man selbst auf dem Spielfeld stehen. Deshalb fühlen sich manche Menschen nach einem nervenaufreibenden Spiel tatsächlich erschöpft oder ausgelaugt. Das ist keine Einbildung, sondern die Folge realer körperlicher Prozesse. Mindestens genauso wichtig wie das Spiel selbst ist jedoch das Gemeinschaftserlebnis. Menschen sind soziale Wesen und profitieren von gemeinsamen Erlebnissen. Oft erinnern wir uns Jahre später nicht mehr an das genaue Ergebnis eines Finales, wohl aber daran, mit wem wir diesen Moment geteilt haben. Regelmäßige soziale Kontakte wirken sich nachweislich positiv auf die Gesundheit aus. Sie gehen mit einer höheren Lebenszufriedenheit, weniger Einsamkeit und einem geringeren Risiko für Depressionen einher. Natürlich sorgen spannende Spiele auch für eine erhöhte Ausschüttung von Stress- und Glückshormonen. Das ist grundsätzlich völlig normal. Treten jedoch Beschwerden wie Schwindel, Ohnmacht, Brustdruck, Luftnot oder neurologische Symptome auf, sollten diese ärztlich abgeklärt werden. Ein schneller Puls beim Elfmeterschießen allein ist dagegen noch kein Grund zur Sorge. Beim Public Viewing kommen häufig weitere Belastungsfaktoren hinzu. Hohe Temperaturen, langes Sitzen, Schwitzen, unzureichende Flüssigkeitszufuhr und oft auch Alkohol können den Körper zusätzlich fordern. Die Folge können Schwindel, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Konzentrationsstörungen oder Schlafprobleme sein. Mit einfachen Maßnahmen lässt sich jedoch viel erreichen. Ausreichend Wasser trinken gehört zu den wichtigsten Empfehlungen. Wer Alkohol konsumiert, sollte zusätzlich auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten. Ebenso wichtig sind Schattenplätze, eine Kopfbedeckung bei direkter Sonneneinstrahlung und genügend Schlaf. Zum Thema Alkohol weist Andrea auf die Empfehlung der WHO hin, die eine Null-Toleranz-Strategie vertritt. Gleichzeitig ist der Verzicht heute einfacher denn je, da es mittlerweile zahlreiche alkoholfreie Alternativen gibt. Und natürlich gehört für viele Menschen auch die Grillwurst zum Fußballabend dazu. Andrea macht deutlich, dass eine einzelne Wurst keine chronische Erkrankung verursacht. Entscheidend ist vielmehr das Ernährungsverhalten über das gesamte Jahr hinweg. Dennoch können stark salzhaltige und energiereiche Speisen bei manchen Menschen Völlegefühl, Sodbrennen oder andere Beschwerden auslösen. Am Ende gibt uns Andrea mit: Gesundheit ist wichtig – aber ebenso wichtig ist Lebensqualität. Wer sich permanent alles verbietet und jede Freude reglementiert, verliert irgendwann die Balance. Und genau dann ist man möglicherweise einen Schritt zu weit gegangen. Folg Andrea auf Instagram: https://www.instagram.com/andrea.morawe/ Zum Podcast auf YouTube: https://www.youtube.com/@landmedchen Zum Podcast auf Spotify: https://open.spotify.com/show/6fSmt4EgJeAPGGR1Il4BDu Zum Podcast bei Apple Podcast: https://podcasts.apple.com/de/podcast/landmedchen/id1835667319s

    18 Min.
  4. Medikamente im Sommer - darauf solltest du achten | Dr. Andrea Morawe erklärt

    10. Juni

    Medikamente im Sommer - darauf solltest du achten | Dr. Andrea Morawe erklärt

    Passend zu den sommerlichen Temperaturen beschäftigt sich Dr. Andrea Morawe in der aktuellen Folge von „LandMEDchen“ mit einer oft unterschätzten Kombination: Hitze und Medikamente. Anhand eines Praxisbeispiels erklärt sie die Problematik. Frau Müller ist 79 Jahre alt und wird wegen Bluthochdruck, Herzschwäche und Wassereinlagerungen behandelt. Dafür nimmt sie verschiedene Medikamente ein. Während einer mehrtägigen Hitzewelle mit Temperaturen von über 30 Grad isst und trinkt sie deutlich weniger als sonst. Nach einigen Tagen treten Schwindel, Schwäche und Kreislaufprobleme auf. Die Untersuchungen zeigen einen niedrigen Blutdruck, Anzeichen einer Dehydratation, eine Verschlechterung der Nierenfunktion und einen Gewichtsverlust. Für Andrea wird dabei deutlich: Nicht die Hitze allein ist das Problem, sondern das Zusammenspiel von hohen Temperaturen, Flüssigkeitsmangel und medikamentöser Therapie. Deshalb sollten insbesondere Angehörige, Pflegekräfte und Ärzt:innen in den Sommermonaten aufmerksam sein. Der menschliche Körper verfügt grundsätzlich über wirksame Mechanismen zur Temperaturregulation. Bei Hitze kommt es zu vier zentralen Anpassungen: Die Schweißproduktion nimmt zu, um den Körper abzukühlen.Die Blutgefäße erweitern sich.Die Herzfrequenz steigt an.Die Atmung wird schneller. Diese Prozesse funktionieren zuverlässig, solange ausreichend Flüssigkeit vorhanden ist. Geht jedoch zu viel Flüssigkeit verloren, können wichtige Elektrolyte wie Natrium, Kalium und Magnesium aus dem Gleichgewicht geraten. Gleichzeitig steigt das Risiko für Einschränkungen der Nierenfunktion. Besonders gefährdet sind Menschen ab dem 65. Lebensjahr, vor allem Frauen. Auch Patient:innen mit Diabetes gehören zur Risikogruppe, da ihr Durstempfinden häufig verändert ist. Im weiteren Verlauf der Folge geht Andrea auf verschiedene Medikamentengruppen ein, die bei hohen Temperaturen besondere Aufmerksamkeit erfordern. Dazu zählen: Diuretika („Wassertabletten“)Blutdruckmedikamentetransdermale Applikationsformen wie PflasterPsychopharmaka Dabei betont sie einen wichtigen Grundsatz: Medikamente sollten niemals eigenständig abgesetzt oder in der Dosierung verändert werden. Stattdessen sind regelmäßige Mahlzeiten, ausreichend Flüssigkeit und eine engmaschige Kontrolle von Blutdruck und Allgemeinzustand sinnvoll. Gerade bei Psychopharmaka können Hitzeperioden problematisch werden. Neuroleptika beeinflussen die Wärmeregulation des Körpers, reduzieren teilweise die Schweißproduktion, können Müdigkeit verstärken, den Blutdruck senken und Verwirrtheit fördern. Auch viele Antidepressiva gehen mit einer erhöhten Schweißproduktion einher. Eine Sonderstellung nimmt Lithium ein. Bereits geringe Flüssigkeitsverluste können dazu führen, dass der Lithium-Spiegel deutlich ansteigt und kritische Werte erreicht. Auch bei Insulin gibt es Besonderheiten zu beachten. Das Medikament muss kühl gelagert werden und sollte keinesfalls längere Zeit in einem aufgeheizten Auto verbleiben. Gleichzeitig kann die durch Wärme gesteigerte Durchblutung dazu führen, dass Insulin schneller aufgenommen wird als gewohnt. Zum Schluss fasst Andrea die wichtigsten Empfehlungen für heiße Tage zusammen: Medikamente korrekt lagernAusreichend trinkenAuf Warnzeichen achtenGewicht und Blutdruck regelmäßig kontrollieren Denn gerade im Sommer können kleine Veränderungen im Alltag große Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Folg Andrea auf Instagram: https://www.instagram.com/andrea.morawe/ Zum Podcast auf YouTube: https://www.youtube.com/@landmedchen Zum Podcast auf Spotify: https://open.spotify.com/show/6fSmt4EgJeAPGGR1Il4BDu Zum Podcast bei Apple Podcast: https://podcasts.apple.com/de/podcast/landmedchen/id1835667319s

    43 Min.
  5. Was ist eine Patientenverfügung und wofür brauche ich sie auch als junger Mensch? | Andrea erklärt

    3. Juni

    Was ist eine Patientenverfügung und wofür brauche ich sie auch als junger Mensch? | Andrea erklärt

    Ein Thema, das viele Menschen zwar im Hinterkopf haben, aber gerne auf später verschieben: die Patientenverfügung. Dabei begegnet Dr. Andrea Morawe diesem Thema regelmäßig im Praxisalltag und spricht auch in dieser Folge von „LandMEDchen“ darüber. Kommt es zu einer schweren Erkrankung oder einem Unfall, stehen Angehörige und Ärzt:innen oft vor schwierigen Entscheidungen: Soll eine Ernährungssonde gelegt werden? Ist eine Trachealkanüle gewünscht? Wie steht die betroffene Person zu einer Organspende? Auf all diese Fragen gibt es kein allgemeingültiges Richtig oder Falsch. Entscheidend ist der persönliche Wille des Menschen. Damit dieser auch dann berücksichtigt werden kann, wenn man sich selbst nicht mehr äußern kann, braucht es eine Patientenverfügung. Die rechtlichen Grundlagen dazu finden sich in § 1827 BGB. Andrea unterstützt ihre Patient:innen bei diesem Thema, stellt Informationsmaterial des Bundesministeriums der Justiz zur Verfügung und berät bei der Erstellung einer Patientenverfügung. Dabei bestätigt sie auch, dass die betreffende Person zum Zeitpunkt der Erstellung einwilligungs- und entscheidungsfähig ist. Die fertige Verfügung erhalten die Patient:innen selbstverständlich selbst. Zusätzlich wird eine Kopie in der Praxis hinterlegt und ein Hinweis für das Portemonnaie mitgegeben, damit das Dokument im Ernstfall schnell gefunden werden kann. Wichtig ist Andrea dabei ein häufiger Irrtum: Eine Patientenverfügung bedeutet nicht automatisch, alle medizinischen Maßnahmen abzulehnen. Vielmehr geht es darum, den eigenen, ganz persönlichen Willen festzuhalten. Typische Inhalte einer Patientenverfügung betreffen Entscheidungen zu Reanimation, Beatmung, künstlicher Ernährung, künstlichen Körperöffnungen, Dialyse, Flüssigkeitsgabe, Antibiotikatherapie oder Organspende. Auch zur Schmerztherapie können individuelle Wünsche festgelegt werden. Manche Menschen entscheiden sich beispielsweise bewusst gegen bewusstseinsdämpfende Medikamente und nehmen dafür Schmerzen in Kauf. Um die Bedeutung solcher Entscheidungen greifbarer zu machen, nimmt Andrea die Zuhörer:innen auf eine Gedankenreise mit und schildert die Situation eines jungen Familienvaters im Krankenhaus. Dabei weist sie auch auf ein häufiges Problem hin: Manche Formulierungen in Patientenverfügungen können sich gegenseitig widersprechen oder sogar aufheben. Deshalb empfiehlt sie ausdrücklich eine fachkundige Beratung bei der Erstellung. Diese Beratung ist zwar keine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung, bewegt sich jedoch in einem überschaubaren finanziellen Rahmen. Wichtig ist außerdem die Unterscheidung: Die Patientenverfügung gehört in den medizinischen Bereich und wird häufig gemeinsam mit Ärzt:innen besprochen, während Vollmachten in den Zuständigkeitsbereich eines Notars fallen können. Andrea betont außerdem, dass eine Patientenverfügung keineswegs nur für ältere Menschen relevant ist. Schwere Unfälle oder unerwartete Erkrankungen können in jedem Lebensalter auftreten. Doch was passiert eigentlich, wenn keine Patientenverfügung vorliegt? Dann entscheidet nicht automatisch die Ehefrau oder der Ehemann. Stattdessen versuchen Ärzt:innen und Angehörige gemeinsam herauszufinden, was dem mutmaßlichen Willen der betroffenen Person entsprochen hätte. Anhand eines Beispiels aus ihrer Praxis mit einem demenziell erkrankten Patienten zeigt Andrea, wie belastend solche Situationen für alle Beteiligten sein können. Umso wichtiger ist es, diese Gespräche einfühlsam und offen zu führen. Zum Schluss gibt sie praktische Hinweise für die Formulierung einer Patientenverfügung und richtet auch einen Appell an Angehörige: In solchen Momenten trifft man keine Entscheidung für sich selbst, sondern für den betroffenen Menschen. Und wenn man sich dieser Verantwortung nicht gewachsen fühlt, sollte man auch das ehrlich aussprechen dürfen. Folg Andrea auf Instagram: https://www.instagram.com/andrea.morawe/ Zum Podcast auf YouTube: https://www.youtube.com/@landmedchen Zum Podcast auf Spotify: https://open.spotify.com/show/6fSmt4EgJeAPGGR1Il4BDu Zum Podcast bei Apple Podcast: https://podcasts.apple.com/de/podcast/landmedchen/id1835667319s

    45 Min.
  6. Hautkrebsscreening: Sinnvoll oder überholt? | Dr. Andrea Morawe

    27. Mai

    Hautkrebsscreening: Sinnvoll oder überholt? | Dr. Andrea Morawe

    „Heute schauen wir uns Ihre Haut nochmal genauer an“ – diesen Satz hören Millionen gesetzlich Versicherte regelmäßig beim Hautkrebsscreening. Doch genau diese Untersuchung wird derzeit kontrovers diskutiert: Handelt es sich um eine sinnvolle Form der Krebsfrüherkennung oder um ein kostenintensives Routineprogramm mit begrenztem Nutzen? Darüber spricht Dr. Andrea Morawe in der neuen Folge von „LandMEDchen“. Das Hautkrebsscreening gehört zur Krebsfrüherkennung und steht allen gesetzlich Versicherten ab dem 35. Lebensjahr alle zwei Jahre zu. Dabei wird die Haut am gesamten Körper untersucht – inklusive Kopfhaut und Zehenzwischenräumen. Durchgeführt werden kann die Untersuchung sowohl von Dermatolog:innen als auch von entsprechend qualifizierten Hausärzt:innen. Ziel des Screenings ist es, Hautkrebsformen wie das maligne Melanom, Basalzellkarzinome oder Plattenepithelkarzinome möglichst früh zu erkennen, damit eine Therapie rechtzeitig eingeleitet werden kann. Dahinter steht die Hoffnung, die Prognose und Überlebenschancen der Patient:innen zu verbessern. Grundlage dafür ist unter anderem die S3-Leitlinie zur Prävention von Hautkrebs. Allerdings ist die Datenlage komplex. Zwar sollen frühe Tumorstadien entdeckt werden, eindeutige Studien, die eine Senkung der Sterblichkeit durch das allgemeine Screening belegen, fehlen jedoch bislang. Gleichzeitig besteht das Risiko einer Überdiagnostik. Auffällige Hautveränderungen werden häufiger entfernt, obwohl sie möglicherweise nie problematisch geworden wären. Das kann Patient:innen psychisch belasten und verursacht zusätzliche Kosten. Auch die DEGAM positioniert sich differenziert: Kein generelles Screening nach dem Gießkannenprinzip, aber ein klares Ja für Risikogruppen. Dazu zählen beispielsweise Menschen mit sehr hellem Hauttyp, familiärer Vorbelastung oder hoher UV-Belastung. Für Andrea bedeutet das Hautkrebsscreening jedoch mehr als nur die reine Hautinspektion. Sie nutzt diese Termine auch, um mit Patient:innen über Prävention, Sonnenschutz und UV-Exposition zu sprechen. Genau dieser präventive Aspekt würde ihrer Meinung nach verloren gehen, wenn das Screening komplett wegfallen würde. Für sie bleibt deshalb klar: Das Hautkrebsscreening kann sinnvoll sein – allerdings gezielter eingesetzt und nicht pauschal bei allen Menschen gleichermaßen. Gute Medizin bedeutet manchmal eben auch, kritisch zu hinterfragen, ob ein Instrument tatsächlich den Nutzen bringt, den man sich davon versprochen hat. Zum Schluss spricht Andrea außerdem darüber, dass sie sich mehr strukturierte Beratungsmöglichkeiten zu Gesundheitsthemen im Sommer wünschen würde – beispielsweise zur richtigen Lagerung von Medikamenten bei hohen Temperaturen. Folg Andrea auf Instagram: https://www.instagram.com/andrea.morawe/ Zum Podcast auf YouTube: https://www.youtube.com/@landmedchen Zum Podcast auf Spotify: https://open.spotify.com/show/6fSmt4EgJeAPGGR1Il4BDu Zum Podcast bei Apple Podcast: https://podcasts.apple.com/de/podcast/landmedchen/id1835667319s

    13 Min.
  7. Heilmittel - warum Bewegung besser als Massagen sind | Andrea Morawe erklärt

    20. Mai

    Heilmittel - warum Bewegung besser als Massagen sind | Andrea Morawe erklärt

    „Warum bekomme ich denn keine Massage verschrieben? Ich habe doch Schmerzen!“ Genau diese Frage hört Dr. Andrea Morawe häufig in der Praxis. Doch die gesetzliche Krankenkasse ist nicht für Wellness zuständig, sondern für Therapie. Dabei geht es nicht darum, sich passiv behandeln zu lassen, sondern aktiv etwas für die eigene Gesundheit zu tun – Hilfe zur Selbsthilfe also. Die Krankenkassen zahlen nicht für Maßnahmen, die sich kurzfristig gut anfühlen, sondern für Therapien mit langfristigem Nutzen. Deshalb spricht Andrea in der neuen Folge von „LandMEDchen“ über Heilmittel, ihre verschiedenen Formen und darüber, wie sie eigentlich funktionieren. Grundlage dafür ist der Heilmittelkatalog. Dazu gehören Physiotherapie, Ergotherapie, Podologie und Logopädie. Ziel dieser Heilmittel ist immer, Funktionen zu verbessern – also beispielsweise besser greifen, sich sicherer bewegen oder den Alltag wieder selbstständiger bewältigen zu können. Physio- und Ergotherapie tragen außerdem oft dazu bei, dass Menschen länger zuhause leben können und nicht frühzeitig in eine Pflegeeinrichtung müssen. Kommen Patient:innen mit Rückenschmerzen in die Praxis und wünschen sich Massagen, steckt dahinter meist der Wunsch nach schneller Schmerzlinderung. Langfristig helfen bei vielen Beschwerden jedoch eher gezieltes Training, aktive Übungen und Muskelaufbau. Andrea ist deshalb ein großer Fan von Reha-Training beziehungsweise Rehabilitationssport. Dieser wird häufig von den Krankenkassen übernommen und hat zusätzlich einen sozialen Effekt, weil er oft in Gruppen stattfindet. Ein klassisches Heilmittelbudget gibt es zwar nicht, dennoch existieren Richtgrößen, an denen sich Hausärzt:innen orientieren müssen. Entscheidend ist dabei auch, wie viel Kolleg:innen im Umfeld verordnen. Wer deutlich mehr verschreibt, gerät schneller in eine Plausibilitätsprüfung. Der wirtschaftliche Druck spielt also trotzdem eine Rolle. Andrea erklärt außerdem, dass sie bestimmte Leistungen wie Kinesio-Tape nach dem WANZ-Prinzip nicht über die gesetzliche Krankenkasse abrechnen darf, weil diese nicht im GKV-Katalog enthalten sind. Deshalb bietet sie solche Leistungen als Selbstzahlerleistungen an. Für sie wäre es eine Entmündigung der Patient:innen, diese Möglichkeiten gar nicht erst anzubieten. Für Patient:innen mit einem besonders hohen Heilmittelbedarf – etwa nach einem Schlaganfall – gibt es zusätzlich den langfristigen beziehungsweise besonderen Heilmittelbedarf. Außerdem spricht Andrea über den Heilmittel-Richtlinienkatalog, in dem genau festgelegt ist, welche Untergruppen und Bedarfe existieren. Als praktische Unterstützung empfiehlt sie den Hausärztinnen- und Hausärzteverband mit der Zeitschrift „hausärztliche Praxis digital“, in der sich hilfreiche Übersichten und „Spickzettel“ finden. Massagen können zwar kurzfristig entspannen und Schmerzen lindern, lösen aber häufig nicht die eigentliche Ursache. Natürlich spielt auch mentale Entspannung eine wichtige Rolle, weil sich dadurch verspannte Muskulatur lockern kann. Ohne Behandlung der Ursache kehren die Beschwerden jedoch oft zurück. Ein weiteres Thema ist die sogenannte Blanko-Verordnung, von der Andrea ein großer Fan ist und die sie gerne stärker ausgebaut sehen würde. Diese gibt es aktuell in der Physiotherapie bei bestimmten Schultererkrankungen. Dabei entscheidet nicht die Ärztin im Detail über jede einzelne Therapieform, sondern die Heilmittelerbringer:innen wählen selbstständig die passende Behandlung aus und passen sie flexibel an den Verlauf an. Andrea fasst es am Ende treffend zusammen: Viele wünschen sich verständlicherweise die angenehmste Lösung. Das Gesundheitssystem bezahlt jedoch vor allem Therapien, die langfristig zu einer Verbesserung führen – und das passiert meist durch Aktivierung, Bewegung und Eigenarbeit. Folg Andrea auf Instagram: https://www.instagram.com/andrea.morawe/ Zum Podcast auf YouTube: https://www.youtube.com/@landmedchen Zum Podcast auf Spotify: https://open.spotify.com/show/6fSmt4EgJeAPGGR1Il4BDu Zum Podcast bei Apple Podcast: https://podcasts.apple.com/de/podcast/landmedchen/id1835667319s

    31 Min.
  8. Mutterschutz für selbstständige Ärztinnen - ein gesellschaftliches Anliegen! | Andrea Morawe erklärt

    13. Mai

    Mutterschutz für selbstständige Ärztinnen - ein gesellschaftliches Anliegen! | Andrea Morawe erklärt

    Dieses Thema betrifft längst nicht nur Frauen, sondern die gesamte Gesellschaft. Stell dir vor: Du bist Ärztin, hast viele Jahre studiert, gehst den Schritt in die Niederlassung und wirst schwanger. Doch genau dann zeigt sich ein großes Problem im System: Während es im Angestelltenverhältnis klare Schutzregelungen gibt, fehlt dieser Schutz für selbstständige Ärztinnen nahezu vollständig. Auch auf dem Deutschen Ärztetag wird das Thema in diesem Jahr diskutiert. Mittlerweile sind rund 60 % der Absolvent:innen des Medizinstudiums weiblich. Gleichzeitig braucht das Gesundheitssystem dringend Nachwuchs im ambulanten Bereich. Politik und Gesundheitswesen wünschen sich mehr Niederlassungen, außerdem werden Nachfolger:innen für bestehende Praxen benötigt, besonders in der ländlichen Versorgung. Im Angestelltenverhältnis gibt es klare Regelungen zum Mutterschutz: Sechs Wochen vor der Geburt und acht bis zwölf Wochen danach. Die Zeit vor der Geburt ist freiwillig, die Zeit nach der Geburt verpflichtend. Für Studierende existieren Sonderregelungen, damit sie ihre Ausbildung nach der Geburt schneller fortsetzen können. Für selbstständige Ärztinnen sieht die Situation jedoch völlig anders aus. In der Novellierung des Mutterschutzes wurden sie kaum berücksichtigt. Faktisch gibt es keinen Mutterschutz für Selbstständige. Daraus entstehen erhebliche finanzielle Belastungen: Die laufenden Kosten bleiben bestehen, die Verantwortung für Praxis, Mitarbeitende und Organisation ebenfalls. Auch die Vertretungsregelung ist kompliziert. Viele Ärztinnen müssen sich zwischen „ganz oder gar nicht“ entscheiden, statt beispielsweise stundenweise weiterarbeiten zu können. Das Mutterschaftsgeld ist bei gesetzlich Versicherten meist ähnlich geregelt wie das Krankengeld und beginnt formal nach sechs Wochen. Trotzdem bleibt häufig eine Versorgungslücke bestehen. In der privaten Krankenversicherung hängen Leistungen oft von individuellen Vereinbarungen ab. Zusätzlich gibt es zwar Praxisausfallversicherungen, diese schließen Schwangerschaften jedoch häufig aus. Andrea erzählt, dass sie sich ihre eigene Schwangerschaft letztlich „angespart“ hat. Dabei darf man nicht vergessen: Gerade junge Ärztinnen, die sich neu niederlassen, tragen hohe finanzielle Belastungen. Die Abschlagszahlungen der KV kommen zeitversetzt, während Miete, Gehälter und weitere Praxiskosten trotzdem weiterlaufen. Die Folge daraus: Viele junge Ärztinnen verschieben die Niederlassung oder entscheiden sich ganz dagegen. Damit stellt sich zwangsläufig die Frage, wie glaubwürdig eine Niederlassungsstrategie überhaupt sein kann, wenn zentrale Lebensphasen nicht ausreichend abgesichert werden. Neu ist das Thema keineswegs. Die Problematik ist seit Jahren bekannt, politische Versprechungen gab es viele – konkrete Veränderungen hingegen kaum. Sogar eine EU-Richtlinie (2010/41/EU) existiert bereits, wurde in Deutschland bislang jedoch nicht umgesetzt. Dabei betrifft dieses Thema nicht nur die Mütter selbst, sondern auch die Gesellschaft insgesamt und natürlich die ungeborenen beziehungsweise frisch geborenen Kinder. Auch über die Finanzierung wird intensiv diskutiert. Im Raum stehen unterschiedliche Modelle, etwa ein Mutterschutzfonds für Selbstständige, ein Umlagesystem oder eine steuerfinanzierte Übergangsförderung. Hochrechnungen gehen von einem Finanzierungsbedarf von rund 229 Millionen Euro aus. Andrea kann sich besonders eine Umlagelösung gut vorstellen. Ihr Appell an die Politik ist deshalb eindeutig: Wer über moderne Versorgung, Gleichstellung und Nachwuchsförderung spricht, muss auch diese Lebensrealitäten konsequent mitdenken. Zu „Mutterschutz für Alle“: https://mutterschutzfueralle.de/ Zum Bündnis: https://mutterschutz-fuer-selbststaendige.de/ Folg Andrea auf Instagram: https://www.instagram.com/andrea.morawe/ Zum Podcast auf YouTube: https://www.youtube.com/@landmedchen Zum Podcast auf Spotify: https://open.spotify.com/show/6fSmt4EgJeAPGGR1Il4BDu Zum Podcast bei Apple Podcast: https://podcasts.apple.com/de/podcast/landmedchen/id1835667319s

    23 Min.

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LandMEDchen - der Podcast rund um die medizinische Versorgung im ländlichen Raum. Dr. Andrea Morawe spricht im Podcast mit Menschen aus der Medizin, mit MFAs, Ärzt:innen, Pfleger:innen und allen, die mit den Patientinnen und Patienten arbeiten. Außerdem erklärt sie auch in ihren Episoden, wie das Leben als Landarzt ist, worauf man bei einer eigenen Praxis so achten soll und motiviert, sich als Ärztin oder Arzt auf dem Land niederzulassen. Jeden Donnerstag gibt es eine neue Folge!

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