10 Folgen

Nun, es könnte wahrscheinlich auch anders sein – mit dieser Überzeugung fragen Stephie und Lars nach den anstehenden Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft. In jeder Episode diskutieren die zwei Professor:innen einen Begriff aus dem ABC der Transformation. Wohin er ihr Gespräch führt? Das wissen auch sie nicht. Ohne Skript und Hochglanz, ungeschönt und ungeschnitten kannst Du die zwei denken hören. Der Podcast LAUTDENKEN ist kein Unterhaltungsprogramm. Er ist eine Einladung zum Mit- und Weiterdenken.

lautdenken Stephanie Birkner und Lars Hochmann

    • Gesellschaft und Kultur
    • 5,0 • 3 Bewertungen

Nun, es könnte wahrscheinlich auch anders sein – mit dieser Überzeugung fragen Stephie und Lars nach den anstehenden Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft. In jeder Episode diskutieren die zwei Professor:innen einen Begriff aus dem ABC der Transformation. Wohin er ihr Gespräch führt? Das wissen auch sie nicht. Ohne Skript und Hochglanz, ungeschönt und ungeschnitten kannst Du die zwei denken hören. Der Podcast LAUTDENKEN ist kein Unterhaltungsprogramm. Er ist eine Einladung zum Mit- und Weiterdenken.

    Kulturschock

    Kulturschock

    Schaulust am Unfallort und Festhalten am Status quo haben etwas gemeinsam: Wir wissen, es ist falsch, aber aufhören können wir auch nicht.




    Es ist bemerkenswert: Seit Jahrzehnten warnen diverse Wissenschaften vor dem planetaren Kollaps und den damit verbundenen sozialökologischen Gefahren für Freiheit, Wohlstand und Demokratie. Die Fakten sind erdrückend. Die alternativen Ansätze liegen vor und sind erprobt. Doch die Beharrungskräfte scheinen stärker zu sein. Selbsttäuschung und Nichtwahrhabenwollen sind das eine. Eingespielte Gewohnheiten und Gepflogenheiten sind das andere. Doch dann, wenn ein Kulturschock den Trott des Alltags aus dem Tritt bringt und Altbewährtes ins Leere laufen lässt, dann öffnen sich Schwellenräume im Dazwischen. In ihnen kann tabula rasa gemacht werden. In ihnen kann das Neue im Alten entstehen. Wie der Weg in und aus dem Schockmoment führt und wie daraus neues Handeln möglich wird, darum geht es in dieser neuen Folge lautdenken.




    LEISE WEITERDENKEN




    Birkner, Stephanie (2019): To belong or not to belong, that is the question?! Explorative insights on liminal gender states within women’s STEMpreneurship. In: International Entrepreneurship and Management Journal 4 (2), S. 1–22.



    Diamond, Jared (2011): Collapse. New York: Penguin.



    Turner, Victor (1967): Betwixt and between. The liminal period in rites of passage. In: Victor Turner (Hg.): The Forest of Symbols. Ithaca, NY: Cornell University Press, S. 3–19.



    Yanow, Dvora; Tsoukas, Haridimos (2009): What is Reflection-In-Action? A Phenomenological Account. In: Journal of Management Studies 46 (8), S. 1339–1364.

    • 1 Std. 1 Min.
    Pfadabhängigkeiten

    Pfadabhängigkeiten

    Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Und das ist auch gut so. Denn Routinen strukturieren unseren Alltag und machen uns leistungsstark. Doch manche Gewohnheiten können auch aus der Zeit fallen, ineffizient oder gar zum Bremsklotz einer Transformation werden. Wenn einmal eingeschlagene Pfade nur noch mit hoher Kraftanstrengung verlassen werden können, liegt eine besonders schwerwiegende Pfadabhängigkeit vor. In diesen Situationen stecken wir in Denk- und Handlungsgefängnissen fest, die vorherige Generationen unbeabsichtigt hinterlassen haben. Wie ein Ausbruch gelingt und was es mit Pfadabhängigkeiten auf sich hat, davon handelt die neue Folge lautdenken.



    Wenn Gewohnheiten problematisch werden, müssen wir lernen, das Normale als etwas normal Gewordenes zu begreifen. Wir müssen das Staunen wieder lernen, müssen erkennen, dass wir mit der gleichen Selbstverständlichkeit auch ganz anders mit Nahrung, Wohnraum, Mobilität oder Energie umgehen könnten. Der verfremdete Blick, betonen Stephie und Lars, bereitet den Ausbruch vor. Doch mit dem reinen Erkennen von Alternativen ist es noch nicht getan. Viele Pfadabhängigkeiten, die zu einem Problem geworden sind, sind lange identifiziert. Und sie sind, mitunter wortwörtlich, in Beton gegossen und in Fleisch und Blut übergegangen. Genau das ist ihre Krux: in Pfadabhängigkeiten feststeckend, fällt es leichter, an der ineffizienten oder gar zerstörerischen Gewohnheit festzuhalten – selbst im Angesicht des planetaren Kollapses. Um den Pfad zu brechen, so Stephie und Lars, braucht es keine Manager:innen zur Administration, sondern Unternehmer:innen, die kreativ-schöpferische Antworten geben. Wohin diese neue Reise geht, das kann im Vorfeld niemand sagen. Um unseren Kindern und Kindeskindern jedoch eine Welt voller Möglichkeiten im Denken und Handeln zu übergeben, da sind sich die zwei einig, sind wir gut beraten, reflexiv zu handeln, das heißt, bei allem, was wir tun, stets einen Blick von hinten über die Schultern auf unsere eigenen Hände zu werfen und uns zu fragen: Könnte dieser Pfad sich eines Tages als Sackgasse erweisen?

    • 59 Min.
    Handlungsstau

    Handlungsstau

    Organisationen ersticken in Routinen und auch bei der Transformation der Gesellschaft stauen sich Tag für Tag Handlungen auf. Obwohl im Grunde alles geklärt ist: Erfordernis, Beteiligte, Optionen, Konzepte. Eigentlich könnte es losgehen, denken wir. Falsch gedacht – so richtig Fahrt nimmt die Transformation nicht auf. Wir stecken im Handlungsstau fest. Wie es dazu kommt und was wir dagegen tun können, davon handelt die neue Folge lautdenken.



    Wir wissen genug, wir handeln nur nicht entsprechend. Um zu verstehen, wie Handlungen sich wider besseres Wissen aufstauen, so Stephie und Lars, müssen wir unsere Handlungstheorie prüfen. Denn mit Transformationen verhält es sich wie auf der Autobahn. Bisweilen geraten sie ins Stocken und nichts geht mehr. Dann gilt: Wir stehen nicht im Stau; wir sind der Stau. Ausgebremst werden wir nicht durch irgendetwas, das außer uns liegt. Es ist unsere Praxis, welche uns Steine vor die eigenen Füße wirft. Erneut zeigt sich, dass nichts praktischer ist als eine gute Theorie. Auf die große Einsicht wollen die zwei daher nicht warten. Wenn die sozialen Praktiken das Problem sind, braucht es kulturelle Bildung statt Informationskampagnen. Übungsräume zu schaffen, um neue Gewohnheiten und Gepflogenheiten zu kultivieren, ist das Gebot der Stunde. Denn Transformation ist auch wie Fahrradfahren. Am Anfang sind wir auf Unterstützung angewiesen und das ein oder andere aufgeschlagene Knie gehört dazu. Irgendwann jedoch geht es wie von selbst. Eine gute Nachricht: Transformation kann gelernt werden!

    • 52 Min.
    Fehlerfreundlichkeit

    Fehlerfreundlichkeit

    Fehler fürchten viele Menschen mehr als der Teufel das Weihwasser. Doch warum eigentlich? Jeder Mensch ist schließlich fehlbar. Und überhaupt: Was ist denn ein Fehler? Sprechen wir von Fehlern, meinen wir häufig nicht falsch in dem Sinne, dass zwei plus zwei fünf ergibt. Wir meinen, dass unsere Erwartungen nicht eingetreten sind, dass die Dinge anders kamen als gedacht, wir etwas übersehen haben, so Stephie und Lars. Transformation braucht deshalb einen offenen Umgang mit Fehlern, um aus ihnen lernen zu können. Sie braucht Fehlerfreundlichkeit. Wie das geht und was dafür benötigt wird, davon handelt die neue Episode lautdenken. 



    Fehlerfreundlichkeit heißt nicht Fahrlässigkeit, heißt nicht, frisch-fröhlich dem Abgrund entgegen zu manövrieren. Nein, Fehlerfreundlichkeit bedeutet im Gegenteil, einen ehrlichen Umgang mit zwangsläufig auftretenden Fehlern zu finden, statt diese zu vertuschen, weil eine Kultur der Angst herrscht.



    Fehler, betonen Stephie und Lars, sind keine Tatsachen, sondern Zuschreibungen: Nicht die Dinge an sich sind richtig oder falsch, sondern erst durch an sie angelegte Maßstäbe können wir von richtig oder falsch sprechen. Transformation, so die beiden, beruht auf der Einsicht, dass das, was früher selbstverständlich für richtig und gut galt, sich heute als Fehler entpuppt hat. Lasst uns also über Fehler reden, nicht als Anklage, sondern als Lernanlass.

    • 1 Std.
    Weltanschauung

    Weltanschauung

    Kopf in den Sand – und alles gut? Nicht wirklich. Und trotzdem verschließen Menschen permanent die Augen vor einer leidenden Welt, im Großen wie im Kleinen: Klimakrise, Hunger, Armut, Krieg. Wer nimmt die Obdachlosigkeit auf dem täglichen Weg zur Arbeit noch wirklich wahr? Wer setzt sich mit ihr auseinander?



    Stephie und Lars sind sich einig: Transformation braucht eine bewusste Auseinandersetzung mit unseren Weltanschauungen. Dabei geht es ihnen nicht um Glaubenssätze oder ein festgezurrtes Wertekorsett. Es geht ihnen um Wahrnehmungsfragen, also darum, wie Menschen auf und in die Welt schauen, sie wahrnehmen und sich auf dieser Basis in der Welt verorten. Gestaltung, so Lars, setzt einen eigenen Standpunkt voraus, um sagen zu können, was das eigene in-der-Welt-Sein bedeute. Stephie plädiert für mehr Involvierung, dass wir uns aktiv mit der Welt auseinandersetzen und unsere Wahrnehmungen und Sinne schulen. Also: Kopf raus aus dem Sand! Genauer hinzugucken, hinzuhören, hinzuriechen, hinzuschmecken, hinzufühlen – nur so kann Transformation gelingen, insbesondere im Umgang mit Leid. Und ist es nicht gerade die Leiderfahrung, die Transformation so nötig macht?

    • 1 Std. 2 Min.
    Entscheidungsfreude

    Entscheidungsfreude

    Zukunft ist mehr als Prognose oder Statistik. Zukunft ist das, was noch nicht ist, aber sein könnte: ein Produkt unserer Vorstellungskraft. Ob es Wirklichkeit wird, hängt davon ab, ob wir uns für oder gegen sie entscheiden. Entscheidungen spielen für demokratische Gestaltung also eine wichtige Rolle. Das beinhaltet auch den Standpunkt, sich nicht entscheiden zu wollen, sowie den Glauben, sich nicht entscheiden zu können. Wie wir zu mehr Entscheidungsfreude gelangen, darüber reden Stephie und Lars in dieser Folge lautdenken.



    Sich bewusst für das eine und gegen das andere zu entscheiden, wird erschwert durch die Sorge, etwas falsch zu machen, und den drohenden Gesichtsverlust, der mit dem möglichen Scheitern einhergeht. Stephie und Lars plädieren für einen Perspektivwechsel: Was wäre, wenn es gelingt? Damit keine Sachzwänge und nicht die Anderen regieren, brauchen Organisationen, und die Gesellschaft insgesamt, eine neue Fehlerkultur. Und um Freude an der Entscheidung zu entwickeln, braucht es Mut und Zuversicht, weil, wo entschieden, auch gestaltet werden kann. Für Stephie und Lars drückt sich Entscheidungsfreude durch Leichtigkeit aus. Nicht naiv und optimistisch, sondern hoffnungsvoll, beharrlich und neugierig, suchend, tastend und prototypisch. Irgendeine Zukunft wird schließlich kommen, warum also entscheiden wir uns nicht für eine, in der wir auch leben wollen?

    • 1 Std. 2 Min.

Kundenrezensionen

5,0 von 5
3 Bewertungen

3 Bewertungen

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