Logbuch Laut

Erik POP

Erik Hauth lebt in Hamburg-Altona und manchmal auf seinem Boot. Er schreibt, segelt und singt FCSP Chants, meist in dieser Reihenfolge. Als Blogger der ersten Stunde, Digital-Stratege und preisgekrönter Autor (u.a. Best of Blogs Award der Deutschen Welle) logbuch.substack.com

  1. 31. JAN.

    Kaffeonkel

    Kaffee trinke ich länger als Bier. Und habe nie länger als einen Tag auf ihn verzichtet. Früher, als wir uns die Nächte in Medienlaboren und im frühen Internet um die Ohren geschlagen haben, literweise aus großen silbernen Kannen. Heute kleiner und schwarzer als Espresso. Drei Espressi sind es im Schnitt. Mal schwarz, mal als Schweizer Melange mit ein Spritzerchen Kakao. Etwas, was es früher bei Lufthansa an jedem Gate kostenlos zur Frankfurter Zeitung gab. Eine stille Sucht, die ich mit allen teile, die ich kenne. Chapters 0:05 Einführung in die Kaffeewelt 3:10 Kaffee und Krimis 9:32 Die Reise zum Kaffee-Nerd 12:28 Kaffee und schlechte Laune 14:05 Nu mach ich mir n 2. Ein Bekenntnis zum Druck Ich bin ein Kaffeeonkel. Das ist kein Titel, das ist eine Diagnose. Es ist die Wahrheit, die mir jeden Morgen erstellt wird, bevor die erste Tasse meine Synapsen flutet. In dieser Episode habe ich versucht, das in Worte zu fassen – 500 Zeichen Mastodon-Lyrik verlängert zu einem Audio-Manifest über die einzige Substanz, die ich mir jeden verdammten Tag zuführe - als Longo quasi. Bier? Kann ich lassen. Aber Kaffee ist das Benzin, das diesen Motor am Laufen hält. Zornig dunkel und literweise Erinnert ihr euch an die Zeit, als wir noch unsterblich waren? In den Medienlaboren der Neunziger, im “frühen Internet”. Da tranken wir keine “Notes of Apple and Rose”. Wir tranken Schlamm. Er kam aus riesigen silbernen Kannen, er war zornig dunkel und schmeckte im Abgang ein bisschen angebrannt. Wir haben ihn uns literweise in die Hälse gekippt, heiß und gnadenlos, wie das Leben selbst. Wir waren in unseren Zwanzigern, unsere Mägen waren aus Eisen, und wir brauchten diesen Treibstoff, um den Mantel der Müdigkeit zu zerreißen. Heute ist alles kleiner, schwärzer, konzentrierter. Drei Espressi. Das ist mein Maß. Keine Milch. Um Himmels willen, keine Milch. Ich habe dieses ganze “Latte Fantastic”-Gedöns nie verstanden. Ein Dreiviertelliter weiße Babynahrung mit einem lütten Schuss Koffein? Das ist kein Getränk, das ist ekelhaft. Ich will den reinen Stoff. Die italienische Verschwörung In der Episode erzähle ich von meiner ersten Espressomaschine (die noch heute unseren Morgen startet). Ich stand bei diesen zwei wunderbaren Italienern in der Juliusstraße, umgeben von Chrom-Monstern, die so viel kosten wie eine Niere. Und ich fragte: “Was kauft man, wenn man pleite ist, aber das Leben italienisch starten will?” Und sie flüsterten mir zu, als würden sie mir Staatsgeheimnisse verraten: “Kauf ‘ne DeLonghi. Aber sag es nicht unseren Eltern”. Und genau das habe ich getan. Eine Maschine, die Wasser heiß macht und es mit Druck durch Pulver jagt. Mehr braucht der Mensch nicht. Kochendes Wasser, Druck, Erlösung. Die Alltagsvariante von Glaube, Liebe, Hoffnung. Kommissare auf Entzug Es gibt einen Grund, warum skandinavische Kommissare Kaffee trinken und deutsche Tatort-Ermittler Bier. Der Deutsche will betäuben, der Schwede will wach bleiben, um klar in den Abgrund zu schauen. Wenn ein Autor nicht weiterweiß, lässt er seinen Kommissar Kaffee kochen. Es ist das universellste Ritual des Universums. Nimm einem Menschen das Essen weg – er wird hungrig. Nimm ihm den Kaffee – und du hast eine Revolution. Nichts macht Menschen so aggressiv wie der Entzug ihrer Droge. Hört euch die Episode an. Es ist ein Experiment. Ein Text, eine Stimme, eine Sucht. Und dann kommt rüber zu stpauli.social. Da gibt es auch für euch 500 Zeichen Platz, für eure kleinen Neurosen. Aber erst mal: Kaffee. Schwarz. Jetzt. Get full access to Eriks Logbuch at logbuch.substack.com/subscribe

    16 Min.
  2. Heute ist Dein Digitaler Unabhängigkeitstag

    4. JAN.

    Heute ist Dein Digitaler Unabhängigkeitstag

    Fediverse, am 4. Januar 2026 Elon Musk dreht völlig durch, Mark Zuckerberg verkauft die Daten Deiner Mutter und Jeff Bezos dreht dir überteuerten Ramsch an - weil er weiss, dass du heiß drauf bist. Jaja, das weißt Du alles, aber … Es gibt ein großes Aber und das ist dummerweise unsere Bequemlichkeit. Es stört im Alltag wenig, wenn der Algorithmus als Türsteher fungiert oder Gmail Deine E-Mails liest; Du hast ja nix zu verbergen. Aber was ist, wenn sich der Wind dreht? Was ist, wenn das Auge des US-Faschismus dich trifft und dir Konten, E-Mails und der Zugang zu digitalen Welt gesperrt wird. Stimmen verschwinden in Filtern, das Recht, sich zu artikulieren von seelenlosen Bots langsam zerfasert. Es gibt Themen im Netz, da streitest du Abende lang, nur um zu lernen, dass du dich mit russischen Bots geprügelt hast - du wirst dabei müde - die nicht. Weißt Du, was das Problem am Internet ist?Es führen zu viele Links nach rechts.- Marc Uwe Klings Känguru Zeit für mehr Autonomie - Zeit für den DI.day Links und eine Einladung: * Jeden 1. Sonntag im Monat rufen wir den Digital Independence Day aus. Anleitungen und Idee, wie das geht, findest du auf der Kampagnenwebsite. * Marc Uwe Kling und das Känguru sind auch dabei * Einladung: Du bist HHer, magst St. Pauli, wohnst vielleicht im Viertel? Dann komm zu stpauli.social. Du bist herzlich eingeladen. * Eine Handreichung hab ich in meinem Blog für Dich zusammengestellt - zusammen mit einem Starter Pack, damit Du gleich Gleichgesinnte treffen kannst. Get full access to Eriks Logbuch at logbuch.substack.com/subscribe Bei Gefallen bitte teilen oder ein Anlegebier ausgeben: https://ko-fi.com/ring2 Get full access to Eriks Logbuch at logbuch.substack.com/subscribe

    18 Min.

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