Als eine der Aufgaben von Weihnachten, von denen ich gestern erzählt habe, hatte ich die erste mit Dir bedacht, wo es darum geht die Verlorenen zu finden. Und heute ist es die letzte der sieben Aufgaben, die ich mit Dir bedenken möchte. Ich gebe ehrlich zu, dass sie mich sehr verwundert. Die ersten sechs sind sehr ähnlich den Werken der Barmherzigkeit und Daueraufträge für alle, die Jesus in ihrem Leben Raum geben wollen. Aber diese siebte, Musik im Herzen anzustimmen, finde ich echt erstaunlich. Ich kenne Leute, die summen oder singen bei der Arbeit und man hat das Gefühl, dass sie mit sich, ihrem Tun und Leben im Einklang sind.Das ist, glaube ich, so ein Punkt. Das heißt nicht, dass die Arbeit oder das alltägliche Tun nicht anstrengend oder nervig oder lästig sein kann. Diese Leute schaffen es zu akzeptieren, was sie tun müssen und daraus trotzdem Mut und Zuversicht zu bekommen. Oder Kinder, die in unbeobachteten Momenten beim Spielen stillvergnügt singen und nachahmen, was andere ihnen vorgesungen haben. Unsere indische Mitschwester singt immer, wenn sie ihre Räume putzt und ist sich ja sicher, dass niemand ihre indischen Lieder versteht und sie vergewissert sich ihrer Herkunft und Heimat.Ein anderer Punkt ist das Tröstliche und Ermutigende im Inneren singen, wenn die Schwierigkeiten scheinbar überhandnehmen. Ein spanischer Tenor hat einmal erzählt, dass er während der Bestrahlungen wegen der Leukämie immer im Inneren Arien gesungen hat, die einfach aus ihm herausbrachen, ohne das geplant zu haben. Und viele von uns kennen auch das Singen und Summen unter der Dusche und spüren dabei, dass es einfach guttut für Leib und Seele und dieser Zusammenklang zum äußeren hörbaren Klang werden will. Musik im Herzen anstimmen kann auch aus Dankbarkeit und Liebe als ein stilles tiefes Empfinden da sein und mir selbst deutlich machen, was der Verstand noch gar nicht fassen kann.Genauso geht es mit dem Lob Gottes, das manchmal wie ein Ohrwurm im Inneren immer weiter singt, obwohl ich ein Lied, ein Musikstück oder Psalm heute noch gar nicht gehört, gesungen oder gespielt habe. Stimmen wir heute oder am Wochenende immer mal wieder Musik im Herzen an.