Nahost. Nah Dran.

Karim El-Gawhary

Der Journalist und langjährige Nahost-Experte Karim El-Gawhary nimmt euch mit, die arabische Welt hautnah zu erfahren. Er erzählt Geschichten aus dem Leben in der Region, analysiert kompakt aktuelle Ereignisse und hilft Konflikte einzuordnen. Dazu kommen inspirierende Gesprächspartner und ausführliche Talks. Dort ist genug Zeit, einmal länger als die üblichen kurzen Nachrichtenminuten in die Welt unserer unmittelbaren europäischen Nachbarn einzutauchen.

  1. vor 2 Tagen

    E21 Ob der Iran, der Golf, Gaza oder das Westjordanland - es gibt einen gemeinsamen Nenner: Unberechenbarkeit - eine Analyse

    Donald Trump wechselt innerhalb weniger Tage zwischen massiven Kriegsdrohungen gegen den Iran und der Ankündigung neuer Verhandlungen, ohne dass klar wird, ob tatsächlich ein belastbarer diplomatischer Prozess existiert. El-Gawhary analysiert, dass Trumps ständige Kurswechsel seine Glaubwürdigkeit zunehmend untergraben und sowohl Abschreckung als auch Diplomatie erschweren. In Gaza sorgt die Ankündigung einer möglichen Entwaffnung der Hamas zunächst für Hoffnung, doch der Streit über den zeitlichen Ablauf eines israelischen Truppenabzugs macht eine Umsetzung derzeit unwahrscheinlich. Während über diplomatische Lösungen gesprochen wird, gehen die israelischen Angriffe im Gazastreifen weiter und fordern erneut zahlreiche zivile Opfer. Im Westjordanland verschärfen Checkpoints, Verhaftungen und Siedlergewalt den Alltag der palästinensischen Bevölkerung. Anhand des Schicksals einer hochschwangeren Frau, die wegen einer langen Verzögerung an einem israelischen Checkpoint ihr Kind verliert, verdeutlicht El-Gawhary die humanitären Folgen dieser Einschränkungen. Die Episode zeigt, dass von Iran über Gaza bis ins Westjordanland derzeit vor allem eines den Nahen Osten prägt: politische Unberechenbarkeit und fehlende Perspektiven für eine nachhaltige Deeskalation. Produktion: Manuel Correa, Martin Druml Musik: Nour Ashour Grafic Design des Logos: Mona Henry

    E21 Ob der Iran, der Golf, Gaza oder das Westjordanland - es gibt einen gemeinsamen Nenner: Unberechenbarkeit - eine Analyse
  2. 30. Juli

    E20 „Ich hörte Schreie, das Geräusch von zerschmettertem Glas, spürte die Hitze des Feuers“ Analyse: Siedler-Gewalt im Westjordanland

    Die Folge beschreibt die jüngste Eskalation der Siedlergewalt im besetzten Westjordanland als Teil eines länger bestehenden Musters von Angriffen auf palästinensische Dörfer, Häuser, Moscheen, Fahrzeuge und landwirtschaftliche Flächen. Besonders hervorgehoben wird, dass die israelische Armee bei vielen Übergriffen nicht eingreift, sondern Palästinenser statt der Angreifer festnimmt.  Ein zentraler Teil der Folge ist der Bericht des palästinensischen Journalisten Mohammad Hesham Huraini über einen Angriff auf At-Tuwani, bei dem Siedler eine Moschee in Brand setzten und mit Gewalt in das Dorf eindrangen. Der Text schildert die Situation als Erfahrung vollständiger Hilflosigkeit, weil die Bewohner keine staatliche Hilfe erwarten können. Ergänzend wird der israelische Jurist Itay Epshtain zitiert, der Siedlergewalt und militärische Zerstörung als zwei Seiten derselben Politik beschreibt. Nach seiner Einschätzung dienen diese Maßnahmen dazu, Palästinenser zu vertreiben und die israelische Präsenz im Westjordanland zu verfestigen. Die Folge verweist auch auf internationale Reaktionen, vor allem auf Aussagen von UN-Generalsekretär António Guterres und Zahlen der UN-Behörde OCHA. Demnach wurden seit Jahresbeginn mehr als 1.330 Vorfälle mit Siedlerbeteiligung registriert, die zu Opfern oder Sachschäden führten. Zugleich kritisieren fast 600 ehemalige israelische Militär-, Diplomatie- und Geheimdienstfunktionäre die Siedlergewalt und warnen vor Folgen für die regionale Sicherheit. Am Ende betont die Folge, dass sich für Palästinenser in Gaza und im Westjordanland mit den kommenden israelischen Wahlen voraussichtlich wenig ändern wird. Produktion: Manuel Correa, Martin Druml Musik: Nour Ashour Grafic Design des Logos: Mona Henry

    E20 „Ich hörte Schreie, das Geräusch von zerschmettertem Glas, spürte die Hitze des Feuers“ Analyse: Siedler-Gewalt im Westjordanland
  3. 29. Juli

    E19 Archäologie in Ägypten: Weg vom Gold der Pharaonen hin zum Leben der einfachen Menschen: Talk mit Irene Forstner-Müller

    Wie lebten die einfachen Menschen im Alten Ägypten? Das ist der Forschungsschwerpunkt von Irene Forstner‑Müller, er Leiterin des Österreichischen Archäologischen Instituts in Kairo. Sie erforscht seit Jahrzehnten Siedlungsarchäologie in Tell el‑Daba (im Osten des Nildeltas) und Kom Ombo (Süden) betreibt. Sie beschreibt interdisziplinäre Prospektionsmethoden — Magnetometer, Bodenradar, Bohrungen und geomorphologische Analysen — die Ausgraben zielgerichteter und wissenschaftlicher machen. Neuere Technologien wie Structure‑from‑Motion‑3D‑Scanning (mit LiDAR‑fähigen Smartphones) erlauben detailreiche Modelle von Gebäuden, Speicheranlagen und Keramik. Die Forschung fand umfangreiche Getreidespeicher und Verteilungsanlagen, die auf regional organisierte Vorratssysteme und Verwaltung in Krisenzeiten hinweisen. Durch Tierknochenanalysen, Mumienbefunde und physische Anthropologie lassen sich Ernährungsweisen (Brot, Bier, Fisch) aber auch soziale Unterschiede bei der Ernährung nachweisen und Krankheiten rekonstruieren. Forstner‑Müller berichtet auch, wie migrantische Gruppen aus der Levante in ägyptische Städte integriert waren: im Alltag ägyptisiert, in Gräbern oft kulturspezifische Bestattungsformen bewahrend.  Produktion: Manuel Correa, Martin Druml Musik: Nour Ashour Grafic Design des Logos: Mona Henry

    E19 Archäologie in Ägypten: Weg vom Gold der Pharaonen hin zum Leben der einfachen Menschen: Talk mit Irene  Forstner-Müller
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Der Journalist und langjährige Nahost-Experte Karim El-Gawhary nimmt euch mit, die arabische Welt hautnah zu erfahren. Er erzählt Geschichten aus dem Leben in der Region, analysiert kompakt aktuelle Ereignisse und hilft Konflikte einzuordnen. Dazu kommen inspirierende Gesprächspartner und ausführliche Talks. Dort ist genug Zeit, einmal länger als die üblichen kurzen Nachrichtenminuten in die Welt unserer unmittelbaren europäischen Nachbarn einzutauchen.

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