Faltrad, Tandem, Dreirad – all made in Germany. In der aktuellen Podcast-Folge erklären Michaela und Thomas Bernds, wie (und warum) sie seit 35 Jahren am Bodensee Falträder, Tandems und Kompakträder entwickeln, konstruieren, schweißen und montieren. Thomas Bernds schweißte als Grundschüler mit dem Dorfschlosser zwei Räder zu einem Tandem, später baute er als Schulprojekt ein Dreirad. Und weil ihn die Zweiradleidenschaft nicht los ließ, gründete er – kaum volljährig – seinen ersten Laden für Liegeräder, den er „nach einer phänomenalen Eröffnungsparty" bald wieder schloss. Die Fahrradindustrie sollte dennoch über die nächsten Jahrzehnte seine Heimat werden – und viel von ihm lernen. Host Sissi Pärsch spricht mit Thomas Bernds über das Unternehmen, das er 1991 gegründet hat. Und seine Frau, Bernds-Geschäftsführerin Michaela, erklärt, wie sie es zu einem wichtigen Nischen-Player aufgebaut haben: um die Ursprungsmotivation hinter den 20-Zoll-Rädern, um die Erfindung eines Faltmechanismus, der zugleich eine Individualisierung auf Größe und Körperproportionen zuließ, um die Entwicklung des Riemenantriebs – und darum, wie Bernds im Kult-Katalog von Manufactum landete. Die Drei sprechen über die Vorteile eines „kleinen, zähen Fahrradherstellers", der konsequent in Deutschland entwickelt, aber auch produziert: in-house schweißt, wenige Kilometer weiter pulverbeschichtet – und dann alles individuell auf den Kunden, die Kundin abstimmt. Dabei stellt Bernds das Marketing im Grunde auf den Kopf: Nicht Bernds betreibt Marktforschung, der Markt forscht nach Bernds. Er findet das kleine Team am Bodensee, äußert Wünsche, sucht das Gespräch, bekommt individuelle Anpassungen. So formt sich die Marke mit den Bedürfnissen der Käuferschaft weiter – und inzwischen gibt es neben den Falträdern, den faltbaren Tandems und Lastenrädern auch Bernds Dreiräder, die speziell von Menschen mit Handicap geschätzt werden. Viel Spaß beim Zuhören.