Ring2, das Hamburg Logbuch

Erik Hauth

Erik Hauth lebt in Hamburg-Altona und manchmal auf seinem Boot. Er schreibt, segelt und singt Fußball-Chants, meist in dieser Reihenfolge. Als Blogger der ersten Stunde, Digital-Stratege und preisgekrönter Autor (u.a. Best of Blogs Award der Deutschen Welle) logbuch.substack.com

  1. 31. Juli

    Hamburg ist nicht ... Marstal (Ostsee

    Marstal (Insel Aeroe, DK), 18 Grad, Regenschauer.Morgen gibts Sturm und der liegt auch schon in der Luft und in den vorüber jagenden Wolken. Jedes Jahr versuchen wir, die Hosts des @stpop Podcast, @nudiscowilli , @alfetta und ich, uns ein paar Tage rauszunehmen aus unseren Alltagen, um uns einen neuen Ground außerhalb unserer Hamburger Hood anzusehen. Frischer Input fürs Fußballherz.Wir sind schon weit herumgekommen. Brescia, Glasgow, Kolding, Aarhus oder Odense (in letzter Zeit zieht es uns nach DK).Seit letztem Wochenende hab ich da einen neuen Kandidaten: den Ground des Marstal FC auf der dänischen Insel Ærø. Ich war schon vor über zehn Jahren quasi aus Versehen dort gelandet, als ich Einhand den altehrwürdigen Hafen von Marstal besuchte. Der Fußball war rumpelig, dafür waren die Leute nett (so ein bisschen wie in Glückstadt). Die Stadionwurst war lecker, Bier gab’s von der lokalen Craft Bier Brauerei. Sogar einen Menschen im FCSP Trikot hab ich getroffen.Lustigerweise liegt das Stadion an der „Reeperbahnen“, der Straße in der die langen, schweren Leinen der Segler gedreht wurden (Reepen). Kommt einem doch herzlich bekannt vor, oder?Die St. POP Episode aus Kolding ist immer noch lustig: Übrigens, in Marstal tut sich was. Vor einigen Jahren schrieb ich folgende 500 Zeichen in meinen Blog: Auf Marstal liegt so eine Grundbedrücktheit, die man beinahe greifen kann. Überall Verfall. Noch nicht mal der örtliche Puff findet Freier, Marstal verschwindet langsam. Das zerfledderte Schild der ‘Bageri’ erneuert keiner. Marstal hadert, ein Jahrhundert nach seiner größten Blüte, und versinkt in Bedeutungslosigkeit. Und doch erwächst immer wieder etwas Neues im alten Rott. Unten am Hafen hat ein neues Café aufgemacht. Das probier ich mal aus. Soviel Mut soll man belohnen. Das Café gibts immernoch. Und auch wenn die lokale Bäckerei immer noch geschlossen ist, beleben sich die alten Docks am Hafen zusehends; eine neue Räucherei, neue Cafés am Fähranleger, mittendrin lauter Loeppe- also Flohmärkte, die sich in alten Maschinenhallen einnisten - und trotzdem ist da überall diese schöne Patina, die von jahrzehntelangem Verfall übrig bleibt statt “Hafencitys” wie in HH (oder Aarhus) Wer mehr über die Dänsiche Sydsee erfahren möchte, der höre gerne meinen Podcast dazu: Oder lese meine Ebooks rund ums Segeln und die Ostsee kostenlos+. Get full access to Ring2 * das Hamburg Logbuch at logbuch.substack.com/subscribe

  2. 30. Juni

    Ring2 - Hitzefrei

    Moin Moin Hamburg, ich habe dieses Privileg, das nicht jeder hat: Wenn es heiß wird, verdünnisiere ich mich an die Ostsee und springe in die Fluten der Baltischen See. Die A7 kann das nicht. Die muss bleiben, wo sie ist. Und ihr Beton wurde damals gemischt in der frohen Annahme, dass wir hier mal ein, zwei, drei, vier Tage über dreißig Grad haben — aber doch keine wochenlange Belastung. So ist die Autobahn, die uns Hamburger mit dem Norden verbindet, das schönste Denkmal für eine Infrastruktur aus der Vorklimakatastrophenzeit. Das Gefühl, dass wir da an einen Wendepunkt kommen, den wir seit den frühen Achtzigern haben kommen sehen und geflissentlich ignoriert haben — ich wahrscheinlich auch — dieses Gefühl erschlägt uns gerade, während wir japsend in unseren Dachgeschosswohnungen sitzen. Warum gibt es hier eigentlich keine Klimaanlage? Keine in der S1 von Altona nach Wedel, und warum fällt die andauernd aus zwischen Blankenese und Sülldorf? Hätten wir uns nicht ein bisschen früher kümmern können? Wir sind in Hamburg und Schleswig-Holstein mit knapp sechsunddreißig Grad noch gut dran. Wir kratzen nicht an der Vierzig oder sogar an der 50! wie Brüssel oder Köln, wo diese Hitzewelle dramatischere Ergebnisse hatte. Ich will da gar nicht lange drauf rumreiten — ihr habt das alles längst gelesen, in den Medien, im Logbuch, und euch eure eigene Meinung gemacht. Aber manchmal ist so ein bisschen Wärmedruck auf dem Gehirn auch der Auslöser für die immer wiederkehrende (und ein wening selbstbezogene) Frage. Was mache ich eigentlich mit diesem Format? Das Ring2 Hamburg Logbuch war die letzten Monate ein Newsletter, sehr newslastig konzipiert. Es hat mir Spaß gemacht, ehrlich. Aber es fehlte ein bisschen was. Es fehlte ein bisschen von mir. Und damit stelle ich, wie jeden Sommer (und zuverlässig auch um die Weihnachtszeit), die Sinnfrage. Meine treuesten Leser kennen das schon: Jetzt kommt wieder der Zwei-Quartals-Wahnsinn, jetzt denkt Erik sich was Neues aus. Nach den Logbüchern, die ich aus Mittelaltersprache in moderne Sprache übersetzt habe. Nach den 500 Zeichen, die natürlich auch oft übers Segeln und über Hamburg gingen. Zuletzt war der Ring2 Letter der Versuch zu beschreiben, was im Ring 2 so passiert in Hamburg. (Eine Anekdote am Rande: Ring 2 heißt das hier, weil ich 2004 mit einem Satiremagazin aus den Neunzigern gestartet bin — Arbeitstitel „Ringfahndung“ — das sich dann in einen Blog verwandelte. Ich fand den Namen wunderschön, weil ich am Ende des Ring 2 wohnte und mir von dort aus vorstellte, wie ich in die Welt gucke. Und das soll wieder Thema sein.) Ich habe euch gefragt: lieber lassen oder weitermachen? Und sehr nettes Feedback bekommen. Das tiefste kam von meinem Freund Christian, einem begnadeten Schreiber, der Gedanken denkt, die ich selbst beim dritten Lesen kaum nachvollziehen kann — dafür liebe ich seine Texte. Er hat ein klares Profil für sich gefunden. Und Leute mit klarem Profil beneide ich; Buddenbohm zum Beispiel, der seit über zwanzig Jahren über sein Leben bloggt und das durchgezogen hat. Also: Weg von der schlechten Kopie des von mir mitentwickelten ZEIT Elbvertiefungen-Newsletters. Hin zu Essay, Kolumne, Glosse. Es soll nach wie vor um Hamburg gehen — aber aus meiner Perspektive. Eine eigene Sicht auf diese Stadt Diese Perspektive kommt als Melange daher, in Blankenese aufgewachsen ist Altona seit jeher mein Sehnsuchtsort. Seit ich vierzehn war, sind wir mit den Mofas von Freunden da immer hingeöddelt. Ich habe die Entwicklung in Ottensen sehr genau verfolgt, bin selbst Teil der Gentrifizierung geworden, habe alte Läden sterben sehen — die Altonaer Blume, den letzten Schuhmacher, der aus Altersgründen aufgab und erst zum Reisebüro, dann zum Friseur mutierte. Ich treibe mich seit über dreißig Jahren professionell im Internet herum, meistens bei den Themen Stadt (Berlin, Hamburg), Stadtevents, Musik, Geschichte, Popkultur (VH-1, MTV Home) — und Sport, namentlich dem FC St. Pauli. Lauter Lebensbereiche, die eine besondere Perspektive ermöglichen. Genau die versuche ich jetzt. Beim nächsten Mal hieße das, wenn es um Hitze geht: wie ich in der Ostsee plansche und sie wahrnehme. Letztes Wochenende war die Ostsee in der Lübecker Bucht sogar wärmer als in der Kieler Bucht. Vor zwei Wochen waren am Strand schon dreißig Grad — und im Wasser vielleicht vierzehn. Ein absoluter Gegensatz: draußen dreißig, drinnen vierzehn. Innerhalb einer einzigen Woche hat sich dieser Gegensatz komplett aufgelöst. Du gehst rein und bist immer noch erfrischt, klar, keine Mittelmeer-Vibes, eher Mittelmeer im Oktober. Aber du merkst am eigenen Leib, wie unnormal warm diese Ostsee ist. Ich erinnere mich, dass wir früher beim Segeln in Dyreborg — unserem Lieblingshafen in Dänemark — morgens über den Steg ins Wasser gingen, und dass das Mitte August war, wenn die Ostsee so warm war, wie sie jetzt Ende Juni in Kiel ist. An solchen persönlichen Erlebnissen kann man den Klimawandel ablesen. Diese rasende Geschwindigkeit, in der wir uns anpassen müssen an das, was kommt. Und um kurz politisch zu werden: Ich würde mich nicht wundern, wenn das so weitergeht im Juli und August, dass die Grünen bei den nächsten Landtagswahlen bei dreißig Prozent liegen. Wünschen würde ich es mir — auch wenn ich nicht weiß, ob sie politisch in der Lage wären, dann auch was durchzusetzen. Aber das wäre doch mal was. Eine Idee für die Schanze Apropos durchsetzen. Ich habe ja viel über den Verkehr geschrieben, und neulich, bei einem Bierchen, jemanden kennengelernt, der einen Laden auf der Schanze hat. Der hat vor Jahren mal mit den Grünen gesprochen, was man gegen den Durchgangsverkehr in Schanzenstraße und Schulterblatt machen könnte. Und sein Vorschlag war so einleuchtend, dass selbst Agentur-Fuzzis „No-Brainer“ dazu sagen würden: Macht doch aus Schulterblatt und Schanzenstraße jeweils Einbahnstraßen. In die eine Richtung die eine, in die andere die andere — es sind ja quasi zwei Parallelstraßen. So naheliegend, dass ich mich frage, warum das in der Stadt nicht diskutiert wird. Vielleicht liegt es daran, dass das eine in Hamburg-Mitte liegt und das andere in Altona. Vielleicht ist genau das schon das Problem. Aber wieso kommt die Politik auf so einfache Ideen nicht? Das sind die Sachen, die mich umtreiben — und die ich künftig mit einer sehr persönlichen Sichtweise versehen möchte. Es wird also weniger HSV geben (vielleicht mache ich das aus Lust und Laune trotzdem mal), und ich finde, eine Rubrik „Hamburg ist nicht …“ ist auch ganz schön. Mal sehen. Ein Blogger und ein Podcaster leben von Feedback. Tut mir also den Gefallen: Sagt mir, was ihr von dem hier haltet, und von den Ideen, die ich habe. Mach ich nach der Sommerpause ein bisschen mehr Altona — aus eigener Sicht, mit eigenem Dialekt? Christian, wenn du okay damit bist, packe ich dein Reply, das ja ein öffentliches war, noch in die Shownotes. Ich habe mir übrigens ein neues Logo gegönnt. Freut euch drauf. Vielleicht verändert es sich noch tausendmal, ist mir egal, es ist sehr schön geworden. Und wenn ihr Lust habt, mir ein Bier zu spendieren: Geht einfach zu ko-fi.com/ring2 (ko-fi wie coffee). Da findet ihr nicht nur meine E-Books zum kostenlosen Download, ihr könnt mir auch ein Einzelbier ausgeben — oder jeden Monat eins, oder zwei, je nachdem. Würde mich sehr freuen. Und was macht … der Fußball? Dass der HSV gegen den FC Everton spielt, finde ich persönlich wenig spannend. Gegen wen spielt eigentlich der FC St. Pauli? Ach ja — heute Abend, achtzehn Uhr, Altona 93 gegen den FC St. Pauli, es gibt noch ein paar Restkarten. Altona 93 ist gestern 133 Jahre alt geworden, und nun kommen die jungen Spunde aus dem Nachbarstadtteil und werden hoffentlich verhauen. Denn bei Altona 93 gilt die Regel: Wenn es gegen St. Pauli geht, U-A — Altona. Bis dann. Gebt mir Feedback, Kommentare, weiterleiten, Bier spendierenm abonnieren — ihr wisst schon. Dein Erik (post Hitzewelle, mit den Füßen noch in der Ostsee) Get full access to Ring2 * das Hamburg Logbuch at logbuch.substack.com/subscribe

  3. 22. Juni

    Hamburg und die Hitze

    Kalenderwoche 26 · Montag, 22. Juni 2026 Erik POP — die wöchentliche Hamburg-Kolumne aus Altona Moin. Die zurückliegende Woche war eine von der schwülen Sorte. Über 30 Grad, Tropennacht, Gewitter im Anflug — Fenster auf oder zu? Hamburg hat in sieben Tagen gleichzeitig demonstriert, gefeiert und geschwitzt. Hol Dir einen heißen Tee und folge mir in die News der letzten Woche … (auch wenn ich den Sonntag total verschwitzt habe ;) Kurzer Einschub: spendier Erik ein kühles Helles - via Ko-Fi - oder abonniere hier: Wer ist hier radikal? Die Bürgerschaft und der Verfassungsschutz-Check Fangen wir mit dem an, worüber man eigentlich länger reden müsste, als es eine Kolumne hergibt. Am Mittwoch hat die Hamburger Bürgerschaft die sogenannte Regelanfrage beschlossen — künftig prüft der Verfassungsschutz Bewerberinnen und Bewerber für den öffentlichen Dienst ob sich nicht doch radikale Ideen hinter der Fassade verbergen. SPD, Grüne und CDU stimmten dafür, Linke und AfD dagegen. Am Ende: Angenommen mit 85 zu 25 Stimmen. Ein Zusatzantrag schärft nach: Das Landesamt für Verfassungsschutz soll künftig nicht nur sagen ob, sondern auch was es über jemanden weiß. Nach drei Jahren wird das Gesetz überprüft. In Kraft treten könnte es schon im August. Und das ist eben kein Detail aus dem Maschinenraum der Verwaltung. Der SPD-Innenpolitiker Sören Schumacher sagt, man müsse verhindern, dass Verfassungsfeinde staatliche Institutionen unterwandern. Die Linke — Deniz Celik — warnt, dass unter dem Vorwand des Demokratieschutzes auch Menschen eingeschüchtert würden, die sich für Antifaschismus, Klimaschutz oder Frieden engagieren. Schon einen Tag vorher, am Dienstag, gingen Menschen dagegen auf die Straße: Die Polizei zählte 260, die Veranstalter sprechen von rund 500. Für die Wichtigkeit des Themas eigentlich zu wenige. Verkehr: Hamburg fährt Rad — und die Bahn fährt nicht Am Sonntag war die Stadt für einen Tag in der Hand der Radfahrenden. Die 31. Fahrradsternfahrt — Veranstalter ADFC und Mobil ohne Auto — zog von über 60 Startpunkten zwischen Itzehoe und Lüneburg in die Innenstadt. Zehn- bis zwölftausend Menschen wurden erwartet. Das Highlight, wie jedes Jahr: einmal mit dem Rad über die Köhlbrandbrücke, der einzige Tag im Jahr, an dem das geht. Treffpunkt war am Jungfernstieg, 15 Uhr, dann der Endspurt über die Lombardsbrücke. Gefordert wurde, was hier seit Jahren gefordert wird: Tempo 30 innerorts und eine autofreie Innenstadt im Ring 1. Bundesweit gab es 13 solcher Sternfahrten, Motto: „Die Zukunft fährt Rad.” Zänk You. Sommer ist Baustellensaison - auch bei der Bahn Die Schiene macht weiter Kummer. Seit dem 14. Juni und noch bis zum 10. Juli ist der Abschnitt zwischen Lüneburg und Uelzen dicht, zweiter Teil der Sanierung auf einer der wichtigsten Bahnstrecken des Landes. Züge fahren nur stündlich, Ersatzverkehr mit Bussen. Und am Hauptbahnhof, an den Gleisen 13 und 14, wo die Züge aus Lüneburg und Hannover ankommen, drängt sich wie immer halb Norddeutschland. Wer in diesen Wochen Richtung Süden will: Geduld einpacken - und genug zu trinken, denn ob es genügend an Bord gibt ist nie sicher. Hitze: Tropennacht über der Hansestadt Das Wochenende kam mit Wucht. Der Deutsche Wetterdienst meldete über 30 Grad, am Freitag 34, dazu Gewitter mit Starkregen und Böen mit Orkanstärke - ob das die Zelte auf der altonale ausgehalten haben? DWD-Meteorologe Jens Kieser sprach von einer Tropennacht — wenn die Temperatur nachts nicht mehr unter 20 Grad fällt. Praktisch: Die Stadt hat eine Online-Karte „Kühle Orte” — Grünanlagen, Bademöglichkeiten, Trinkwasserstellen. Ich war an der fünf Grad kühleren Ostsee. Funktioniert auch. Pride Month: Queere Forschung zum Mittag Die HAW Hamburg lädt im Pride Month zu drei „Lunchtalks” — queere Forschung, zur Mittagszeit, mit oder ohne Stulle. Den Auftakt machte am 10. Juni die Erziehungswissenschaftlerin Anne Franze mit „Diversität im Kinderbuchregal”. Sie bewertet Kinderbücher mit Herzen und Blitzen — drei Herzen für gelungene Vielfalt, ein Blitz für problematische Inhalte. Die Conni-Reihe? „Leicht problematisch”: alle Hauptfiguren normschön, weiß, heterosexuell. Am 18. Juni stellte Professorin Sabine Wöhlke eine Studie zur gesundheitlichen Versorgung von trans* Kindern und Jugendlichen vor. Und am 29. Juni — also kommende Woche — geht es um Einsamkeit unter trans* und nicht-binären Studierenden. Hingehen oder online zuschalten, beides geht. Anmeldung übers Gleichstellungsbüro. Apropos queer und Fußball: Zur Männer-WM gab es im Gängeviertel ein queeres Public Viewing namens „Spielraum” — Motto „Anstößchen! Football is coming Homo”, kommentiert von einem queeren Team, mit Torwandschießen und Kinderschminken für Erwachsene. Nationalflaggen unerwünscht. So lässt sich das FIFA Turnier sogar aushalten. Die kleine, schräge Geschichte der Woche: Kaffee aus dem Lastenrad Studierende der HAW haben das „Velobrew” gebaut — ein Lastenrad, das per Solarmodul seinen eigenen Strom macht und damit eine Kaffeemaschine betreibt. Absteigen, Solarplatten ausklappen, Filterkaffee aufsetzen. Bewusst Filter statt Siebträger, weil die Ökobilanz besser ist. Eine volle Batterie reicht für rund 100 Tassen, die Bohnen kommen von einer Kooperative aus Wilhelmsburg. Kostenpunkt: rund 1000 Euro. Kultur: Die Altonale, mein Nachbarschaftsfest — und seine Zukunftsfrage Vor der Haustür: Die Altonale lief zehn Tage, vom 12. bis zum 21. Juni, Motto „Festival der kulturellen Vielfalt”. Herzstück der Platz der Republik, das meiste kostenlos oder nach dem Prinzip „Pay what you want”. Das Straßenkunst-Festival STAMP am Abschlusswochenende, die Infomeile „Buntes Altona” zwischen Bahnhof und Rathaus, das gemeinschaftliche Kulturfutter aus geretteten Lebensmitteln. Schön war’s. Aber — und das gehört dazu — die Altonale kämpft. Gestiegene Kosten, weniger Sponsoren, knappe Förderung. Dass es die Ausgabe 2026 überhaupt gab, lag an einer Spendenkampagne. Ob im nächsten Jahr noch Festival ist, weiß niemand. Für ein Fest, dessen ganze Idee „Kultur für alle, möglichst umsonst” ist, wäre das ein echter Verlust. Ich sage es als Anwohner: Lasst uns das nicht so leicht hergeben. Ausblick: die kommende Woche * Bis 10. Juli: Streckensperrung Lüneburg–Uelzen, Züge Richtung Hannover nur stündlich, Ersatzverkehr. Wer reist, plant Puffer ein. * 22. Juni bis 3. Juli: Asphaltarbeiten in der Stadt sorgen für Verkehrseinschränkungen (Quelle: hamburg.de). * Montag, 29. Juni, 13.30 Uhr: Letzter Pride-Month-Lunchtalk der HAW — Lynn Müller über Einsamkeit unter trans* und nicht-binären Studierenden, hybrid in der Alexanderstraße 1 oder online. Bleib im Schatten, trink genug, und falls Dir jemand auf einem Solar-Lastenrad einen Filterkaffee anbietet: genieß ihn. Bis nächste Woche, hakt dich fuchtig,Dein Erik Ring2 * das Hamburg Logbuch is a reader-supported publication. To receive new posts and support my work, consider becoming a free or paid subscriber. Quellen * FINK.HAMBURG: „Bürgerschaft hat für Verfassungsschutz-Check abgestimmt” (18.06.2026) — https://fink.hamburg/2026/06/buergerschaft-hat-fuer-verfassungsschutz-check-abgestimmt/ * FINK.HAMBURG: „Sternfahrt 2026: Hamburg demonstriert auf dem Rad” (18.06.2026) — https://fink.hamburg/2026/06/sternfahrt-2026-hamburg-demonstriert-auf-dem-rad/ * FINK.HAMBURG: „Hamburg, der Sommer ist da!” (18.06.2026) — https://fink.hamburg/2026/06/hamburg-der-sommer-ist-da/ * FINK.HAMBURG: „Pride Month: Queere Forschung an der HAW Hamburg” (18.06.2026) — https://fink.hamburg/2026/06/pride-month-queere-forschung-an-der-haw-hamburg/ * FINK.HAMBURG: „Kaffee aus dem Fahrrad – und das ist erst der Anfang” (18.06.2026) — https://fink.hamburg/2026/06/kaffee-aus-dem-fahrrad-und-das-ist-erst-der-anfang/ * FINK.HAMBURG: „Kostenlos Kultur! Die Altonale startet” (09.06.2026) — https://fink.hamburg/2026/06/kostenlos-kultur-die-altonale-startet/ * FINK.HAMBURG: „Queeres Public Viewing der WM im Gängeviertel” (11.06.2026) — https://fink.hamburg/2026/06/queeres-public-viewing-der-wm-in-hamburgs-gaengeviertel/ * FINK.HAMBURG: „Streckensperrung zwischen Hannover und Hamburg” (11.06.2026) — https://fink.hamburg/2026/06/streckensperrung-zwischen-hannover-und-hamburg/ * hamburg.de — Aktuelles (u. a. Asphaltarbeiten 22.06.–03.07.2026; Positionspapier der norddeutschen Finanzministerinnen und -minister zur Erbschaftsteuer, 19.06.2026) — https://www.hamburg.de/politik-und-verwaltung/aktuelles Get full access to Ring2 * das Hamburg Logbuch at logbuch.substack.com/subscribe

    Hamburg und die Hitze
  4. 14. Juni

    Hamburg tanzt auch bei Schauerwetter

    “Was für ein wundervolles Herbstwochenende”, lese ich in meinem Social Media Stream und muss lachen. Ja, es ist Juni und der Westwind schiebt einen Schauer nach dem anderen über die schönste Stadt. Chapters 0:20 Ein nasser Hamburger Sommer 1:57 Altonale im Schauerwetter 3:44 Die neue Kühlbrandbrücke 5:12 Amsterdam-Zug wieder weg 6:07 Altonale zwischen Fest und Krise 7:56 Kampnagel und Bobo 8:56 Tanztriennale startet 9:56 Wilhelmsburg und Zverev 10:40 Ausblick auf die Woche Die Kieler hatten vor einpaar Jahren fast aufgegeben und wollten ihre “Kieler Woche” in den Juli verlegen; wegen des Norddeutschen Wetters im Juni. Ob das auch mal in Altona diskutiert wurde, weiß ich nicht. Was ich weiß: im Juni ist der Hamburger Sommer vorbei (der ist nämlich regelmäßig im Mai, sodass man kurz naiv denkt, “wow, wenn das so weitergeht ,,,”). Übrigens: es gibt meine Ebooks ähnlich wie bei der altonale als “Pay what you can”-Modell - also auch völlig kostenlos. Außerdem kannst du mir bei Ko-Fi einen Galao in der Schanze oder ein Sagres im Ribatejo ausgeben, wenn Dir der Letter gefällt! Dankeschön. Hier kommt Dein Logbuch für die KW 24 · Es ist Sonntag, der 14. Juni 2026 in der schönsten Stadt: Moin,wettertechnisch ein wundervolles Herbstwochenende - Juni in Hamburg, das heißt: altonale und Regengüsse, stundenweise kleine, schwüle Zwischenhochs und Gewitter bei böigem oder wahlweise stürmischem Westwind (Zeltstangenungeeignet). Das hat Tradition, genauso wie das stoische Ignorieren: man träumt sich einfach zu cooler Musik und portugiesischen Bratwürstchen weg und feiert den wohl buntesten Stadtteil der Stadt: Altona. Wollte eben Bratwurstrauch schreiben und habe Bratwurststrauch gelesen - und nu hab ich Hunger und das Bild eines Wurstbaums im Kopf. Man stolpert bei mir um die Ecke über frisch verlegte Festivalkabel und freut sich auf die altonale. Ein knapper Monat, in dem Altona zur Bühne wird, während der Hafen sich eine neue Brücke ausmalt, die teurer ist als so mancher Stadtteil als Ganzes. Die Brücke, die wie sie selbst aussehen soll Mittwoch im Rathaus kam es zur großen Geste: Der Siegerentwurf für die neue Köhlbrandbrücke wurde vorgestellt. Wirtschaftssenatorin Melanie Leonhard, Oberbaudirektor Franz-Josef Höing und HPA-Chef Jens Meier präsentierten eine Nachfolgerin, die höher, länger, größer wird — und trotzdem aussehen soll wie die alte. Rund 73 Meter Durchfahrtshöhe, gut zwanzig mehr als bisher, damit auch die ganz großen Pötte durch den Köhlbrand kommen. Knapp fünf Kilometer lang, weil die Rampen für die neue Höhe ausladender werden müssen. Ingenieurin Maren Wolff nannte den Entwurf eine „Hommage an die alte Brücke”. Heißt: Wir bauen das Wahrzeichen noch mal, nur in groß. Preisschild derzeit 5,3 Milliarden Euro, die Hälfte der Nettobaukosten übernimmt der Bund. Die alte Dame aus den Siebzigern muss noch rund vierzehn Jahre durchhalten; abgerissen wird erst, wenn die neue steht. Die ersten Autos sollen Ende der 2030er drüberrollen — früher als die ursprünglich genannten 2042. In Hamburg ist das Turbo - wäre Olaf Scholz noch Bürgermeister, er würde vom “Hamburg-Tempo” schwärmen. Kurzes Vergnügen: der Zug nach Amsterdam ist schon wieder weg Manche Dinge in dieser Stadt halten vierzehn Jahre, andere keine drei Monate. Der niederländische Anbieter Govolta hat die Direktverbindung Hamburg–Amsterdam wieder eingestellt — gestartet im März, Ende Mai war Schluss. Neuausrichtung, heißt es: Die Züge fahren künftig Amsterdam–Paris und Amsterdam–Berlin. Wer von hier in die Grachtenstadt will, nimmt wieder den ICE mit Umstieg in Osnabrück oder Duisburg, fünfeinhalb bis sechs Stunden. Immerhin: Die Strecke Hamburg–Berlin wird ab 1. Juli auf sechs Fahrten pro Woche ausgeweitet, im Winter sogar sieben. Ein kleiner Umweg als Trost verpackt. Altona feiert sich selbst — und kämpft ums Überleben Seit Freitag ist meine Ecke wieder Festivalgebiet: Die altonale, das Festival der kulturellen Vielfalt, läuft bis zum 21. Juni. Musik, Film, Theater, Kunst, Tanz, Literatur und Straßenkunst, das meiste kostenlos oder nach dem schönsten aller Prinzipien — „pay what you want”. Herzkammer ist der Platz der Republik, ein paar Schritte vom Bahnhof Altona. Heute, ab 18 Uhr, wird auf der Christianswiese beim Kulturfutter gekocht — aus geretteten Lebensmitteln, von Ehrenamtlichen und Profis, an langen Tischen, für alle. Nächstes Wochenende kommt mit STAMP (19. bis 21. Juni) das internationale Festival der Straßenkünste, dazu Flohmarkt und Kunstmarkt am 20. und 21. Und doch liegt ein Schatten über dem Festival: Der altonale fehlt Geld. Gestiegene Kosten, weniger Sponsoren, aus Sicht der Veranstaltenden zu wenig Förderung. Dass es 2026 überhaupt läuft, ist einer Spendenkampagne zu verdanken. Ob es nächstes Jahr eine altonale gibt, ist offen. Man tanzt also auf der Wiese vor der Christianskirche und weiß nicht, ob man nächsten Sommer wieder da ist. Warum kein Geld für Kultur da ist, aber für Olympiabewerbungen? - Stille im Senat. Ein Schwamm namens Bobo Bei Kampnagel lief von Donnerstag bis Samstag das Live Art Festival unter dem Motto „Hitze.Heat” — ein begehbarer Parcours über das ganze Gelände, fünf internationale Positionen zwischen Klimakrise, Macht und Performance. Der schrillste Beitrag: Das Kollektiv God’s Entertainment baute mit „it’s getting hot in bikini bottom” eine begehbare, surreale Unterwasserwelt. In acht Episoden rund um „SpongeBobo Šwammgods” trifft Popkultur auf Ökokollaps — auf einem Foto sitzt jemand im Fischkostüm in einer blau beleuchteten Badewanne, und ehrlich: schöner kann man die Klimakatastrophe kaum durchdeklinieren. Camp als Ernstfall, Glitzer mit Haltung. Nebenbei war es das letzte Festival vor der geplanten Kampnagel-Sanierung ab September. Hamburgs erste Tanztriennale Heute ist Übergangstag im Kulturkalender. Während die 9. Triennale der Photographie ausklingt, eröffnet am 14. Juni, erstmals die Tanztriennale Hamburg — eine Initiative der Kulturstiftung des Bundes, künstlerische Leitung Gwen Hsin-Yi Chang und Monica Gillette, Leitmotiv „Brave Moves. Courageous Joy”. Auftakt ist eine City-Parade durch Barmbek-Nord, vom Museum der Arbeit bis zur Abschlussperformance im Stadtpark. Tanzschulen, Initiativen, Hiphop Academy, Lola-Rogge-Schule — und ausdrücklich auch alle, die einfach mittanzen wollen. Bis zum 21. Juni Aufführungen, Audiowalks und offene Tanzklassen über die ganze Stadt verteilt. Von der Insel und vom Rest der Woche Auf den Elbinseln lief das 48h Wilhelmsburg, 17. Ausgabe, von Freitag bis heute: 196 Bands und Acts an 60 Orten, dort, wo Menschen wohnen, essen, arbeiten. In diesem Jahr mit Nachhaltigkeitsfokus — Anreise am liebsten per Rad oder zu Fuß. Dezentral, leise und gut organisiert. Sportlich gab’s Grund zur Freude für alle, die den Jungen aus Hamburg noch vom Rothenbaum kennen: Alexander Zverev hat nach elf Jahren endlich seinen ersten Grand-Slam-Titel geholt. Ring2 * das Hamburg Logbuch is a reader-supported publication. To receive new posts and support my work, consider becoming a free or paid subscriber. Ausblick: die kommende Woche (14.–21. Juni) * Sonntag, 14. Juni: Eröffnung der Tanztriennale mit City-Parade durch Barmbek-Nord (Museum der Arbeit → Stadtpark). Und ab diesem Tag ist die Bahnstrecke Hamburg–Berlin nach Sperrung wieder frei — gute Nachrichten für alle Pendlerinnen Richtung Hauptstadt. * Die ganze Woche: altonale in Altona und Tanztriennale stadtweit laufen parallel weiter. Doppelte Kulturdosis, vieles davon kostenlos oder gegen Spende. * Freitag bis Sonntag, 19.–21. Juni: STAMP, das Straßenkunst-Festival der altonale, verwandelt Altona in eine Bühne. Dazu Flohmarkt und Kunstmarkt am 20./21. rund um den Platz der Republik. * Sonntag, 21. Juni: Hamburger Fahrradsternfahrt — Großdemo für bessere Radwege. Auf der grünen Route ist wieder eine Fahrt über die Köhlbrandbrücke geplant, die man im Alltag ja nicht beradeln darf. Einmal noch oben drüber, bevor sie zum Auslaufmodell wird. * Am Horizont: Ab 22. Juni starten in Ottensen die Bauarbeiten an der „Westschleife” im Projekt freiRaum. Zum 30. Juni legt die Stadt die erste Schätzbilanz zum Klimaschutzgesetz vor — die erste Härteprüfung nach dem erfolgreichen Zukunftsentscheid. Und ab 1. Juli fährt Govolta öfter nach Berlin. Halt dich fuchtig und geh raus, trotz Schauerwetter, es lohnt sich!—Dein Erik Quellen * Kostenlos Kultur! Die Altonale startet — FINK.HAMBURG, 9.6.2026 * So soll die neue Köhlbrandbrücke aussehen — FINK.HAMBURG, 12.6.2026 * Govolta: Direktzug Hamburg–Amsterdam eingestellt — FINK.HAMBURG, 9.6.2026 * Kampnagel startet Live Art Festival — FINK.HAMBURG, 10.6.2026 * Erste Tanztriennale in Hamburg — FINK.HAMBURG, 12.6.2026 * Bahnstrecke Hamburg–Berlin ab 14. Juni wieder frei — FINK.HAMBURG * Save-the-Date: 48h Wilhelmsburg vom 12. bis 14. Juni 2026 — stadtkultur-hh.de * Großevents und Veranstaltungen in Hamburg 2026 — heuteinhamburg.de * Termin der altonale 2026 — altonale.de * Volksentscheid „Hamburger Zukunftsentscheid” — hamburg.de * CSD Hamburg / Hamburg Pride 2026 — hamburg-pride.de * Veranstaltungen im Juni 2026 in Hamburg — hamburg.de * Wetter Hamburg Juni 2026 — climate-data.org Get full access to Ring2 * das Hamburg Logbuch at logbuch.substack.com/subscribe

    Hamburg tanzt auch bei Schauerwetter
  5. 7. Juni

    Quo vadis Altonale?

    Moin Moin Hamburg, Es ist Juni, die Festivalsaison naht. Das bedeutet, der Vorsommer aus dem Mai wird abgelöst durch Schauertiefs und Gewitterfronten. Regen, Blitz und dazwischen schwül. So wird das Wetter zur altonale; fast immer. Die Nachbarn rumpeln schon seit Tagen im Keller herum, um den Flohmarkt zu bestücken. Ein halbes Viertel steht halbsechs auf, nur um dieselben Menschen beim Aufbau zu treffen, die man am Wochenende normalerweise nicht vor 11 auf der Straße sieht. Die andere Hälfte kommt ebendann vorbeigeschlendert, man klönt, feilscht ein bisschen oder passt für eine Stunde auf den Stand und die Kasse der Nachbarn auf. Ich liebe und fürchte die Altonale gleichermaßen: Altona ist noch voller als sonst, aber eben auch noch künstlerischer, noch internationaler, als sonst schon. Die Freunde aus Portugal an der Bahrenfelder Straße organisieren ein Festival im Festival, die Sambagruppen trommeln sich durch den Stadtteil als wäre das hier nicht der kühle Norden. Künstler präsentieren ihre Werke, die Moschee hat Süßes für alle. Es regnet und trotzdem haben alle Spaß. Auf der altonale feiern wir uns selbst, ein wenig punkig, alles wirkt ein bisschen zusammengestöpselt, kein Hochglanzmarketing, dafür viel Herz. Wie und was das kostet, habe ich mich nie gefragt — erst jetzt, wo diese Woche die Nachricht der drohenden Insolvenz die Runde machte … 🎪 altonale 2026: Sorgen, Crowdfunding & Programm-Highlights Die wichtigste Nachricht vorweg: Die altonale findet statt! Vom **12. bis 21. Juni 2026** verwandelt sich der Westen Hamburgs wieder in ein riesiges Kulturareal. Allerdings steht das Festival unter erheblichem finanziellem Druck. Das *Hamburger Tagesjournal* berichtete von “Sorgen um die altonale”. Wegen eines massiven Budgetlochs läuft seit März eine Crowdfunding-Kampagne, um die nötigen 90.000 Euro zur langfristigen Sicherung des Festivals zusammenzubekommen. Da diese Summe noch nicht erreicht ist, wurde die Kampagne jetzt **bis Ende Juni verlängert**. Der Eintritt bleibt zwar nach dem “Pay what you want”-Prinzip frei, aber Spenden vor Ort sind in diesem Jahr überlebenswichtig. Das Programm-Motto & Die Highlights: “Vor aller Augen” Das diesjährige Motto lautet **”Vor aller Augen”** und setzt sich künstlerisch mit Demokratie, gesellschaftlichem Zusammenhalt und Sichtbarkeit auseinander. | Datum | Event / Programmpunkt | Ort / Details | | **Fr, 12.06.** (Eröffnung) | **FINNA & Friends** (Konzert) *Danach:* DJ Schmeisser | **Platz der Republik** (Festivalzentrum) Start um 19:30 Uhr, freier Eintritt. | | **Sa, 13.06. & So, 14.06.** | **Infomeile „Buntes Altona“** | Vom Altonaer Bahnhof bis zum Rathaus. Präsentation der Hamburger Kultur- & Freizeitlandschaft. | | **Wochenende 13./14.06.** | **Parkour für eine bessere Welt** | **Christianswiese**. Interaktives Angebot der *jungen altonale* für Kinder & Jugendliche zum Thema gerechte Zukunft. | | **Täglich (12.–21.06.)** | **Kulturfutter** | **Christianswiese**. “Rette, schnibbel und koche mit uns” – kreative Aktion gegen Lebensmittelverschwendung. | | **Fr, 19.06. bis So, 21.06.** | **STAMP Festival** | Ganz Altona wird zur Open-Air-Bühne für internationale Straßenkünste, zeitgenössischen Zirkus und bildstarke Walkacts. | | **Sa, 20.06. & So, 21.06.** | **altonale Flohmarkt & Kunstmarkt** | Flohmarkt rund um den Platz der Republik; Kunstmarkt auf der Wiese vor der Christianskirche. | **Quellen-Check:** *altonale.de* (Offizielles Programm), *Stadtkultur Hamburg* (Meldung vom 02.06. zur Crowdfunding-Verlängerung) & *Szene Hamburg*. Nolympia und die Woche danach: Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) betonte umgehend nachdem der Pulverdampf des Nein verflogen war, dass der rot-grüne Senat dadurch nicht beschädigt sei und man die Stadtentwicklung nun eben ohne die Spiele vorantreiben werde. In der Bürgerschaft entbrennt derweil eine hitzige Debatte über direkte Demokratie und die Frage, warum das Thema vor allem in den wohlhabenderen Stadtteilen zog, während der Rest der Stadt abwinkte. **Quellen-Check:** *Hamburger Tagesjournal* (Leitartikel und Analyse vom 01.–04. Juni) & *Abendblatt*. Und was macht der HSV? Das fiel diese Woche gar nicht weiter auf, denn es zählte auf dem HHer Boulevard nur … Trainer-Beben auf dem Kiez: Blessin muss gehen, Rapp übernimmt Drei Wochen nach dem bitteren Abstieg aus der Bundesliga und einer kleinen Ewigkeit an Rumeierei hat der FC St. Pauli die Reißleine gezogen. Am Donnerstag (04. Juni) wurde Cheftrainer Alexander Blessin offiziell freigestellt. Sportchef Andreas Bornemann dankte ihm zwar für die Arbeit, doch intern hieß es schnell: “Es passt nicht mehr”. Long story short: Nur einen Tag später, am Freitag, wurde **Marcel Rapp** (ehemals Holstein Kiel) als neuer Coach präsentiert. Er brennt darauf, das Projekt “Wiederaufstieg” sofort anzugehen. Aufstieg kann Rapp, absteigen dummerweise auch ;) **Quellen-Check:** *MillernTon* (Lagebericht vom 04./05. Juni), St. Pauli POP, *SAT.1 Regional* / *dpa*. Ohren zuhalten: Tornado-Alarm am Hamburger Flughafen Nein, kein meteorologischer Wirbelsturm zieht über Fuhlsbüttel (auch wenn im Westen Deutschlands gerade einer wütete), sondern die Bundeswehr. Vom **08. bis 12. Juni** stationiert die Luftwaffe im Rahmen der Übung „Dispersed Operations 2026 – Panther Shield“ sechs Tornado-Kampfflugzeuge am Hamburg Airport.Hintergrund: Es wird trainiert, wie zivile Flughäfen im Ernstfall militärisch für Starts und Landungen genutzt werden können. Geflogen wird werktags zwischen 09:00 und 18:00 Uhr. Anwohner müssen sich auf eine ordentliche Geräuschkulisse einstellen. Der zivile Flugverkehr soll aber normal weiterlaufen. **Quellen-Check:** *Hamburger Tagesjournal* & *Offizielle Mitteilung Hamburg Airport*.Kurioses aus dem Polizeireport (Abwegig, aber wahr)Kopfhörer-Großeinsatz: Ein Mann setzte in seiner Wohnung die Kopfhörer so laut auf, dass er das Piepen seines Rauchmelders nicht hörte – die Nachbarn alarmierten die Feuerwehr, die am Ende die Tür aufbrach, während er seelenruhig Musik hörte. * **Quellen-Check:** *MOPO.de* (Blaulicht-Ticker der Woche) PS - ich habe eine tolle Leserin, G. - eine Schulfreundin meiner Schwiegermutter. Sie hat mir auf meinen letzten Letter geantwortet, dass sie sehr traurig ist, dass Olympia nicht die Chance bekam, Hamburg anzuzünden. Das bringt vielleicht die Gefühlslage der meisten von uns gut auf den Punkt: die einen finden es schade, dass mit Nein gestimmt wurde, die anderen, dass sie mit Nein stimmen mussten … Vielleicht sehen wir uns ja zum Ausgleich auf der altonale, die passt als organisch gewachsenes Festival sowieso viel besser zu uns … Haltet euch fuchtig, euer Erik Thanks for reading Ring2 * das Hamburg Logbuch! This post is public so feel free to share it. Get full access to Ring2 * das Hamburg Logbuch at logbuch.substack.com/subscribe

    Quo vadis Altonale?
  6. 31. Mai

    Hamburg geht baden

    Meine Großmutter kam aus Blankenese, wie die ganze Familie meiner Mutter. Sie erzählte uns als Butscher dieselben Horrorgeschichten, die man sich in den Fischerdörfern an der Elbe seit Jahrhunderten erzählt: Geschichten vom Leichtsinn, von der brutalen Kraft, wenn die Elbe ihre vorgespielte Harmlosigkeit ablegt und sich ihre Opfer holt. Nur bei Stauwasser, der guten Stunde zwischen den Tiden, dürfe man in der Elbe bei Blankenese baden gehen, mahnte sie. Und auch dann nie allein. Wer einmal (wie mein Onkel) vom Sog unter den Ponton gezogen wird, verliert sofort die Orientierung in der braunen Brühe. Die Panik sorgt für den Rest. Mein Onkel hatte Glück, irgendein blind in den Fluss gestocherter Arm packte ihn kurz vorm Ertrinken. So erzogen habe ich einen Heidenrespekt vor der Elbe. Allerdings haben den nicht alle. Es seien meist Hamburger Touristen und Zugezogene, die die tödliche Kraft der Elbe unzerschätzten und einfach untergingen, sagte meine Omi — und hat auch heute noch damit Recht. Es gibt keine offizielle „Zehn-Jahres-Statistik“ für die Elbe allein, weil die Ertrinkungsstatistik der DLRG zwar für Hamburg geführt wird, aber die Gewässerarten (Fluss, Kanal, See) in den Jahresberichten schwanken und nicht immer nahtlos über ein Jahrzehnt addiert sind. Die Zahl der Ertrinkenden hängt dabei stark vom Wetter ab. In einem langen, heißen Sommer wie 2018 gab es in Hamburg 16 Badetote. 2022 waren es 10, im Jahr darauf (2023) sprang die Zahl auf 21 hoch. Die Elbe ist dabei konstant das gefährlichste Gewässer der Hansestadt. Warum es die Elbe trifft: Die Elbe ist bei Hochwasser, aber auch bei ablaufender Tide eine Naturgewalt. Die Strömung kann bei Hochwasser bis zu sieben Kilometer pro Stunde erreichen. Dazu kommen die steilen Kanten der Fahrrinne, die tückisch nah am Ufer liegen. Wer da den Boden unter den Füßen verliert, hat gegen den Strom oft keine Chance. Wer verunglückt: Es sind häufig Männer, die sich überschätzen, die die Strömung verkennen oder unter Alkoholeinfluss ins Wasser springen. Aber es trifft auch Kinder, Jugendliche und ältere Menschen, die einfach nur den falschen Moment erwischt haben. Es bleibt das, was man am Wasser hier lernt: Die Elbe verzeiht keine Fehler. Man schaut raus, sieht den Strom, und weiß, dass unter der glatten undurchsichtigen Oberfläche eine Kraft arbeitet, die sich um uns Menschen nicht schert. Geht also lieber in Freibädern baden. Das drüben in Finkenwerder ist toll — und man kann sogar auf die Elbe und Övelgönne gegenüber schauen. Moin Moin Hamburg, wir haben den letzten Sonntag im Mai 2026. Hier kommen die weiteren News aus der schönsten Stadt. Die Plakate hängen mittlerweile schief, die Argumente sind ausgetauscht, die Fronten verhärtet. Heute noch schnell das Kreuzchen – Olympia oder nicht. Hamburg hält den Atem an.Aber während wir uns den Kopf über die Ringe zerbrechen, dreht sich die Stadt unbeirrt weiter. Und sie ist diese Woche kein sanfter Ort gewesen.Die Blaulicht-Ticker haben keine Pause gemacht. In Lurup musste die Mordkommission ran, ein 41-Jähriger kam dort in der Nacht zum Mittwoch gewaltsam zu Tode. Und in der Sternschanze gab es am vergangenen Samstag einen Angriff auf zwei Männer, die Polizei prüft ein antisemitisches Motiv – eine dieser Nachrichten, die einem im Vorbeigehen kurz die Kehle zuschnürt, während man eigentlich nur zum Schanzenbäcker wollte.In Altona-Nord liegt eine 30-jährige Radfahrerin nach einem Zusammenstoß mit einem Lkw lebensgefährlich verletzt im Krankenhaus. Ein Unfall in Hoheluft, ein Raubüberfall in Ottensen, die Stadt zeigt ihr raues Gesicht. Manchmal vergisst man bei all den großen Debatten um Olympiastadien, dass die Stadt jeden Tag eigenen Geschichten schreibt – oft genug leider wenig glitzernde.Ein bisschen menschlicher war es in Barmbek. Da gab es am Donnerstag den „Tag der Leichten Sprache“ am Bert-Kaempfert-Platz. Eine bunte Aktion für mehr Inklusion und Verständlichkeit. Ein kleiner Kontrast zu den großen, oft unverständlichen Worthülsen aus dem Rathaus. Manchmal ist das Einfache eben doch das Beste. Geht der Senat wieder baden?Heute, am Sonntag, sind die Wahllokale von 8 bis 18 Uhr offen. Die Spannung ist fast greifbar. Die einen hoffen auf den großen Wurf für die Stadtentwicklung, die anderen auf Vernunft und Realismus. Ich werde nach dem Schreiben dieses Letters runter an die Elbe gehen und auf den schönen, gefährlichen Fluss blicken, der Generationen untereinander und uns mit der Welt verbindet. Und hoffe, die Hamburger nehmen sich die Warnungen meiner Omi zu Herzen.Wir hören uns nächste Woche, Dein Erik. Get full access to Ring2 * das Hamburg Logbuch at logbuch.substack.com/subscribe

    Hamburg geht baden
  7. 24. Mai

    Pfingsten in HH — Nix wie an die See

    Hafengeburtstag, Harley Days oder Schlagermove (von Kreuzfahrtparaden mal ganz ab): wer kann flieht aus Hamburg zu touristischen Großevents oder bei angesagten 30 Grad im Schatten. Ich erinnere mich noch an das Motto der “lebenswerten Stadt”, das sich in den letzten 25 Jahren zum Mantra der “besuchenswerten Stadt” gewandelt hat. Nur allergische Gegenreaktionen wie in Paris oder Barcelona bleiben in Hamburg bisher aus. Ich saß am Donnerstag mit Freunden in der Schanze draußen, wir feierten den Geburtstag eines Freundes. Es waren auch mehrere Einzelhändler aus St. Pauli anwesend, und bei leckerem Ratsherrn Pils von nebenan kam das Gespräch schnell darauf, dass auf der Schanze nur noch auf finanzstarke Filialisten geschielt wird, die es auch in Paderborn oder Neumünster gibt. Die Schanze stirbt einen leisen Tod, auch weil der Politik die Menschen (auch Unternehmer:innen unter ihnen) schietegal sind. Und dass nicht erst seit G20. Das Gespräch mäanderte zu Orten wie dem Tempelhofer Feld oder der Wiese vor dem Müngersdorfer Stadion. Orte, die für Gäste und Anwohner gleichfalls entworfen und genutzt sind. Ich schreibe euch diesen Letter übrigens von der Ostsee. Bin auch geflohen aus der schönsten Stadt. Es ist Pfingsten. Die Stadt atmet kurz durch zwischen den Tourihighlights, auch wenn auf den Autobahnen rundherum alles steht. Hier sind deine Nachrichten zum Pfingstwochenende 2026: * Pfingststau-Chaos: Wer am Freitag aus der Stadt wollte, hatte schlechte Karten. Durch hohes Verkehrsaufkommen, Baustellen und Unfälle bildeten sich kilometerlange Staus. Besonders hart traf es die A7 vor dem Elbtunnel (12 km Stau) und die A1 vor der Norderelbbrücke (13 km). Die A23 in Richtung Nordsee ist zwischen dem Dreieck Hamburg-Nordwest und Pinneberg-Süd wegen Bauarbeiten voll gesperrt – das wird laut Autobahn GmbH noch bis Pfingstmontagabend (20 Uhr) anhalten. Wer denkt sich sowas aus? (In die Stadt gings locker ;) (Quelle: dpa via borkenerzeitung.de) * Nordseewoche gestartet: Auf dem Wasser ist Hochbetrieb. Die 91. Nordseewoche hat am Wochenende begonnen. Die Segel-Crews sind nach Helgoland unterwegs, nachdem die Eröffnung am Freitag in der Segler-Vereinigung Cuxhaven gefeiert wurde. Ziel ist nach Pfingsten dann Strande, mein 2. Heimathafen: (nordseewoche.org) * Grundgesetz-Feier & Elbphilharmonie: Am Samstag, den 23. Mai, feierte das Grundgesetz seinen 77. Geburtstag. Bundesweit gibt es Aktionen. In Hamburg besuchte Elke Büdenbender ein Konzert zum Ehrentag in der Elbphilharmonie („Misa criolla – sing mit!“). (Quelle: bundespraesident.de) * Stadtfest St. Georg: Wer in der Stadt geblieben ist, findet heute die „Lange Reihe“ in St. Georg als Festmeile vor. Das Stadtteilfest ist wie immer: bunt, beliebt und belebt. (Quelle: MOPO) * Olympia-Referendum: Die Debatte läuft auf Hochtouren. Noch bis zum 31. Mai können die Hamburgerinnen ihre Stimme zur Olympia-Bewerbung abgeben. Die Argumente zwischen den Pro-Seiten (Mobilität, Barrierefreiheit) und den Contra-Seiten (kein Olympia für Ausbau nötig, Kosten/Nutzen) werden derzeit medial sehr intensiv geführt. (Quelle: Abendblatt) * Hamburg ist nicht … Lima Wovon der Nachwuchs der HHer Fußballklubs nur träumen kann, erlebte ein Qualifikant beim Tennis am Rothenbaum. Sport 1 meldet: “Der 22-Jährige mit deutschen Wurzeln bezwang am Samstag im Endspiel den an Nummer sechs gesetzten US-Amerikaner Tommy Paul 7:6 (8:6), 4:6, 6:3 und feierte in seinem ersten ATP-Final-Triumph” * Und was macht der HSV? Der lässt Königsdörffer ziehen und seine lautesten Kritiker nörgeln jetzt, weil der 22-jährige Mainz05 für den etablierteren Bundesligisten hält (und vermutlich auf Abstiegskampf von Minute 1 nächste Saison keine Lust verspürt) * Du magst meinen Letter? Dann leite ihn bitte an Freunde weiter; und oder soendier mir n Anlegebier: https://ko-fi.com/ring2 Ring2 * das Hamburg Logbuch is a reader-supported publication. To receive new posts and support my work, consider becoming a free or paid subscriber. Get full access to Ring2 * das Hamburg Logbuch at logbuch.substack.com/subscribe

    Pfingsten in HH — Nix wie an die See
  8. 17. Mai

    Abpfiff

    Abpfiff: Da ist sie wieder. Diese absolute Leere, die bleibt, wenn das Flutlicht ausgeht und der Regen die Tränen vom Gesicht wäscht. St. Pauli steigt ab. Es tut weh, jedes Mal aufs Neue, obwohl man es kommen sah. Das Endspiel gegen Wolfsburg war kein Klassekampf, es war nur das bittere Erwachen auf dem harten Boden der Realität. Wir sind eben doch in der zweiten Liga zu Hause, nu, da gehören wir vielleicht auch hin, ganz ohne die Eventfans und die Millionen-Arroganz. Der Schmerz sitzt tief am Millerntor, laut MOPO herrscht absolute Leere in den Gesichtern. Schiete, das passt zur Woche. In der Altstadt stand tagelang ein sündhaft teurer McLaren 720S Spider im strömenden Regen. Das elektrohydraulische Dach halb offen, die Ledersitze volgelaufen wie eine alte Jolle. Hunderttausend Euro Schaden, schätzt die MOPO hämisch, während die sozialen Medien spotten. Und das Beste: Unter dem Scheibenwischer klemmte ein Knöllchen. Wer die Woche versucht hat, mit der S-Bahn von Harburg zum Hauptbahnhof zu kommen, weiß, was echtes Elend bedeutet: Schienenersatzverkehr, Streckensperrungen, Chaos auf den Gleisen. Das Hamburger Abendblatt schrieb treffend von „Zuständen wie in Indien“. Der NDR zeigte Bilder von überfüllten Bahnsteigen, auf denen es teilweise sogar gefährlich eng wurde. Die Menschen drängten sich aneinander; man steht Schulter an Schulter, schaut stumm ins Grau und erträgt es. Ich bekam diese Woche Post vom Bürgermeister. Peter Tschentscher persönlich wirbt per Brief in Hunderttausenden Haushalten für ein „Ja“ beim Olympia-Referendum Ende des Monats. Die Werbetrommel rotiert heiß, das Hamburger Tagesjournal seziert die tiefen Gräben, die quer durch die Generationen und Stadtteile gehen. „Mutig oder ängstlich?“ fragen sie vor der Abstimmung am 31. Mai. Vielleicht ist es einfach nur vernünftig, das Geld lieber in funktionierende S-Bahnen zu stecken als in fünf Ringe aus Gold. Der Hamburger Schiedsrichter Patrick Ittrich hat am Samstag seine Pfeife an den Nagel gehängt. Das letzte Bundesliga-Spiel abgepfiffen, Schluss, Aus. Ein guter Kerdl, der laut Abendblatt zum Abschied klare Worte für die Herausforderungen auf dem Platz fand. Man merkt, wie die alten Gesichter gehen. Auf dem Platz, in der Stadt, überall. Nächste Woche wird nicht besser. Die Gleise zwischen Hauptbahnhof und Harburg bleiben dicht, das Bahnchaos geht in die nächste Runde. Und die Diskussionen um die Ringe werden schärfer, je näher das Monatsende rückt. Wir werden weiter streiten, am Küchentisch, in der Kneipe, beim Bäcker. Die Elbe fließt weiter, ungeachtet der Tränen am Millerntor und des Wassers im Luxusauto. Ein Frachter zieht raus Richtung Nordsee, die Tide läuft ab. Manchmal muss man einfach loslassen können. Und was macht der HSV? Endlich wieder die Nummer 1 der Stadt. Nach Jahren der Stadtteildominanz ist die alte Hackordnung in der Stadt wieder hergestellt. Die Männer vom Volkspark strotzen vor Kraft. Klassenerhalt- check. Europa kann kommen 😉. Get full access to Ring2 * das Hamburg Logbuch at logbuch.substack.com/subscribe

Info

Erik Hauth lebt in Hamburg-Altona und manchmal auf seinem Boot. Er schreibt, segelt und singt Fußball-Chants, meist in dieser Reihenfolge. Als Blogger der ersten Stunde, Digital-Stratege und preisgekrönter Autor (u.a. Best of Blogs Award der Deutschen Welle) logbuch.substack.com