Texte von Silke Amberg-Villars

Silke Amberg-Villars, Schriftstellerin

Slams, Geschichten und Romananfänge

Folgen

  1. Plötzlich. Roman. Gelesen und geschrieben von Silke Amberg

    05.04.2021

    Plötzlich. Roman. Gelesen und geschrieben von Silke Amberg

    In ihrem zweiten Roman bringt Silke Amberg drei Personen zusammen, die abwechselnd, aus verschiedenen Perspektiven, durch die Geschichte führen. Fabienne, Redaktionsleiterin bei einem Lehrmittelverlag in Cambridge, erwartet ihr erstes Kind. Mario, als Filmemacher freier Mitarbeiter beim WDR in Köln, soll noch vor der Geburt zu ihr nach England ziehen. Im Moment, da die beiden zur Familie werden, kippt das Gleichgewicht ihrer Fernbeziehung, denn Mario sieht sich gezwungen, seine Heimat, seinen Job und seine Freunde zu verlassen. Damit hatte er nicht gerechnet, darüber wurde nicht rechtzeitig gesprochen. Außerdem möchte Mario nach langer Zeit wieder mit der Tochter aus seiner früheren Beziehung Kontakt aufnehmen. Die bevorstehende Geburt seines zweiten Kindes lässt ihn spüren, wieviel er damals verpasst hat. Fabienne ist in Cambridge auf sich gestellt und fühlt sich allein gelassen, während Mario sich in ein letztes Filmprojekt verbeißt. – Eine Freundin berichtet der Hochschwangeren am Telefon etwas, was Fabienne kaum glauben kann. Auch Hanna, die dritte Stimme in diesem raffiniert konstruierten Roman, hat private Probleme, steht an einem Wendepunkt und kämp. mit Zweifeln. In einer emotionalen Sprache zeigt Silke Amberg das aufgewühlte Seelenleben ihrer Figuren. Drei Menschen, die einander suchen, zusammen- und voneinander abprallen wie Billardkugeln. (Ausschnitt aus dem Roman, erschienen im Caracolverlag, April 2021.

    14 Min.
  2. Ich gehe. (Roman. Geschrieben und gelesen von Silke Amberg)

    04.05.2020

    Ich gehe. (Roman. Geschrieben und gelesen von Silke Amberg)

    Romananfang: Die 28-jährige Lina hat ihren Mann Florian verlassen und geht nun in ihre Heimat, Nordschweden, zurück. Sie hat entschieden, auch ihre Tochter Liv in Zürich bei Florian zurückzulassen. Das ersehnte Freiheitsgefühl stellt sich nur zögerlich ein, wird überschattet von Linas Gewissensbissen ihrer Tochter gegenüber. "Warum? Warum tust du das?" Meine Tochter schrie mich an. Dann weinte sie. Ich kündige.  Kündige als Frau. Kündige als Mutter. Ich kündige als Mutter. So habe ich gedacht. Und bin gegangen. Eine Mutter kann nicht kündigen. Das weiß jeder. Trotzdem habe ich es versucht. Bin einfach weggefahren. In meine Heimat. Über den Roman:  Der Roman "Ich gehe." von Silke Amberg ist im Herbst 2018 in einem kleinen feministischen Verlag, dem Schweizer eFeF-Verlag, erschienen. „Die Erzählung von Silke Amberg überzeugt mit der differenzierten und stimmigen Darstellung der Situation einer jungen Mutter, die mit 16 während eines Sprachaufenthalts in der Schweiz ungeplant schwanger wurde, den Vater des Kindes heiratete und nach einigen Jahren realisieren musste, dass sie von der Situation überfordert war und sich selber aufgegeben hatte. Die Erzählung setzt ein, als sie beschliesst, Mann und Kind zu verlassen, zu ihren Eltern nach Schweden zurückkehrt und eine schwierige Zeit der Auseinandersetzung mit ihren eigenen Wünschen und Ängsten durchlebt. Sie kämpft um die Liebe und Anerkennung ihrer Tochter und setzt sich selbstkritisch mit ihrem eigenen Verhalten auseinander.“ So extrem und absurd der gewählte Weg der Hauptperson sein mag, so finden sich trotzdem viele in ihren Gedanken wieder. Einige, weil sie das Gefühl kennen, sich für Partner und Kind aufgegeben zu haben. Andere, da sie wissen, wie fremd man sich in einem Land fühlen kann, in dem man schon lange lebt. „Die Autorin schreibt in einer knappen, rhythmischen Sprache, die das Hämmern der Gedanken und das Drängen der Gefühle ausdrückt.“

    9 Min.

Info

Slams, Geschichten und Romananfänge