Wiener Wissen

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Wiener Wissen ist ein Podcast über die Forscher:innen und die Wissenschaft in der Weltstadt Wien. Woran wird geforscht, wo ist Österreichs Metropole führend - und was sind die neuesten Erkenntnisse in interessanten Bereichen? Hier bekommen Sie die Antworten. Alle 14 Tage gibt es eine neue Episode.

  1. 17. MAI

    Maria Zahlbruckner über Start-up-Gründung: „Traut euch - und fragt viele Leute“

    Start-up statt Konzernkarriere, KI statt klassischer Planung: In der aktuellen Folge des Podcast „Wiener Wissen“ gibt Maria Zahlbruckner, Co-Gründerin und CEO des Wiener Deep-Tech-Start-ups „Factorymaker“ Einblicke in die Gründung eines Industrie-Design-Startups. Bei Wiener-Wissen-Podcasterin Elisabeth Oberzaucher erklärt die Bauingenieurin, wie „Factorymaker“ mit einer KI-basierten Plattform die Frühphasenplanung von Industriebauten revolutioniert und digitale Zwillinge von Fabriken erstellt, um Produktionsprozesse effizienter zu gestalten. Zahlbruckner spricht über ihren persönlichen Weg von der Uni zur Gründerin, über Schnelligkeit, Vorteile, aber auch Herausforderungen im Start-up-Alltag – und darüber, warum dieser Weg für sie erfüllender ist, als eine klassische Anstellung in großen Unternehmen: „Wenn wir uns im Team zusammensetzen und eine Entscheidung treffen, dann wird die morgen umgesetzt. Und wo ist das so? Wo hat man diesen Speed, diesen Drive, diese Leidenschaft?“ Und wir erfahren von ihr mehr über Frauen in der Start-up- und Tech-Szene. Warum sind Gründerinnen noch immer deutlich in der Minderheit? Gründen Frauen anders? Welche Hürden gibt es - und wo liegen auch Chancen durch Netzwerke und Diversität in Teams? Zu den Personen:  Elisabeth Oberzaucher ist Verhaltensbiologin und studierte Zoologie an den Universitäten Wien und Würzburg. Sie promovierte in Anthropologie mit Spezialisierung auf das menschliche Verhalten. Forschungsschwerpunkte: Mensch-Umwelt-Interaktionen, nonverbale Kommunikation sowie evolutionäre Gender Studies: www.oberzaucher.eu  Maria Zahlbruckner studierte Bauingenieurwesen an Universitäten in Innsbruck und Wien sowie in Melbourne, Australien. Während ihres Masterstudiums nahm Maria an einem Forschungsprojekt teil, das die Grundlage für ihr unternehmerisches Vorhaben wurde und zur Gründung von factorymaker führte: https://factorymaker.at/

    30 Min.
  2. 3. MAI

    Katrin Vohland: „Citizen Science bereichert Forschung ganz stark“

    Forschung zum Anfassen statt verstaubter Vitrinen: Im Naturhistorischen Museum Wien zeigt Direktorin Katrin Vohland, wie Bürgerinnen und Bürger selbst Teil der Wissenschaft werden – und warum das für Klima, Natur und Gesellschaft immer wichtiger ist. Bei so genannten Citizen-Science-Projekten wirken Menschen – oft ohne wissenschaftliche Ausbildung – aktiv an Forschung mit. In der neuen Podcast-Folge von „Wiener Wissen“ verrät Katrin Vohland bei Elisabeth Oberzaucher, wie das konkret aussieht.  Denn das Naturhistorische Museum Wien versteht sich längst nicht mehr nur als Ort zum Anschauen, sondern als aktiver Forschungsraum. Mit interaktiven Angeboten im multifunktionalen Raum „Deck 50“ können Besucherinnen und Besucher Wissenschaft hautnah erleben - von Shows bis hin zu kleinen Laboren, in denen Fossilien bestimmt oder Tierknochen untersucht werden. Ziel ist es, Wissen verständlich zu vermitteln und gleichzeitig Neugier für Forschung zu wecken. „Citizen Science“ ist aber noch viel mehr. Ob beim Beobachten von Tieren per App oder bei großen Zählaktionen: Laien liefern wertvolle Daten, die Wissenschaftler allein nie sammeln könnten. So lassen sich etwa Veränderungen in der Natur früh(er) erkennen. Gleichzeitig profitieren auch die Teilnehmenden, weil sie Natur bewusster wahrnehmen und besser verstehen. Mehr dazu und wie Sie ein Teil von „Österreich forscht“ werden können, erfahren Sie im Podcast!

    30 Min.
  3. 19. APR.

    Autoreifenabrieb: Die unterschätzte Gefahr für uns und die Umwelt

    Was wir nicht sehen, kann uns trotzdem schaden: Mikroplastik ist längst überall – in der Luft, im Wasser und sogar dort, wo wir uns eigentlich gesund fühlen wollen. Thilo Hofmann, Universitätsprofessor für Umweltgeowissenschaften an der Universität Wien, schlägt Alarm und zeigt im Podcast bei Elisabeth Oberzaucher auf: Die größte Gefahr kommt aus einer völlig unterschätzten Quelle. Mikroplastik ist kein neues Problem - aber eines, das lange ignoriert wurde. Heute wissen wir: es ist praktisch überall. Doch während viele an Plastiksackerl oder Verpackungen denken, liegt die wahre Hauptquelle ganz woanders: beim Autoverkehr. Von den Gesamtemissionen, die - insbesondere in Nordeuropa – in der Umwelt landen, entfallen 80 bis 90 Prozent auf den Autoreifenabrieb. „Das wurde lange enorm stark unterschätzt“, so der Forscher.  Auch Elektroautos werden – zumindest - dieses Problem nicht lösen. Im Gegenteil: schwerere E-Autos könnten sogar noch mehr Abrieb verursachen. Entscheidend ist vor allem der Fahrstil: Wer aggressiv beschleunigt und bremst, produziert deutlich mehr Mikroplastik.  Warum ausgerechnet in Kletterhallen die Belastung in der Atemluft ähnlich hoch wie an stark befahrenen Straßen ist, und wie sich steigende Temperaturen auf die Schadstoffe in der Umwelt auswirken, erfahren Sie im Podcast. Zur Person: Thilo Hofmann erforscht, wie sich Schadstoffe wie Mikroplastik, Nanopartikel und chemische Verbindungen in Umwelt und Wasser verhalten, um deren Auswirkungen besser zu verstehen und nachhaltige Lösungen für globale Umweltprobleme zu entwickeln.

    31 Min.
  4. 2. APR.

    Lieferketten-Experte Peter Klimek: „Wir sind geopolitisch erpressbar“

    Mehrere Krisen gleichzeitig, Abhängigkeiten, die uns geopolitisch erpressbar machen und ein System, das jederzeit kippen kann: Der Wiener Komplexitätsforscher Peter Klimek schlägt Alarm. Im Podcast „Wiener Wissen“ erklärt er bei Elisabeth Oberzaucher, warum unterbrochene Lieferketten große Folgen haben können, aber auch, wie Wissenschaft hilft, Lösungen für die großen Herausforderungen unserer Zeit zu entwickeln. Ob Donald Trumps Zollpolitik, globale Konflikte oder blockierte Schifffahrtsrouten: eine einzelne Krise wäre oft noch beherrschbar, gemeinsam aber würden sie eine gefährliche Dynamik entwickeln. „Irgendwann funktionieren die Systeme nicht mehr so, wie wir es gerne hätten“, warnt Klimek. Genau dieser Kipppunkt sei entscheidend – und gleichzeitig schwer vorherzusagen. Denn in komplexen Systemen hängt alles mit allem zusammen. Besonders brisant: Staaten und Unternehmen würden ihre Lieferketten oft nicht wirklich im Detail kennen. Selbst Firmen haben oft nur einen begrenzten Überblick: sie kennen ihre direkten Zulieferer, aber schon bei den Zulieferern der Zulieferer wird es meist unübersichtlich. Und genau dort entstehen oft kritische Abhängigkeiten. Denn es zeigt sich immer wieder: hinter vielen Produkten steckt am Ende dieselbe Quelle – etwa ein einzelnes Unternehmen in China, das wichtige Vorprodukte liefert. Fällt dieses Glied aus, kann das ganze System ins Wanken geraten. Die Folge: wirtschaftliche Probleme, politische Erpressbarkeit und ganz konkrete Auswirkungen für uns alle, etwa bei Autos, Mikrochips oder anderen wichtigen Gütern. Peter Klimek und sein Team arbeiten daran, diese unsichtbaren Verflechtungen sichtbar zu machen. Ziel ist es, besser zu verstehen, „wer von wem abhängt“. Nur so lässt sich im Ernstfall schnell erkennen, wo das Problem liegt – und wie man darauf bestmöglich reagieren kann. Denn längere Lieferketten-Blockaden beeinflussen Wohlstand, Arbeitsplätze und die Versorgungssicherheit. Zu den Personen: Menschliches Verhalten zu erforschen, ist die große Leidenschaft von Verhaltensbiologin Elisabeth Oberzaucher. Einem breiten Publikum wurde die mehrfach ausgezeichnete Wissenschaftlerin und Direktorin von Urban Human als Mitglied der „Science Busters“ bekannt. Peter Klimek ist Physiker und Komplexitätsforscher. Bekannt wurde er durch seine Covid-19-Analysen in Österreich. Seit März 2023 ist er der Leiter eines neuen Forschungsinstituts für Lieferketten, dem Supply Chain Intelligence Institute Austria (ASCII).

    31 Min.

Info

Wiener Wissen ist ein Podcast über die Forscher:innen und die Wissenschaft in der Weltstadt Wien. Woran wird geforscht, wo ist Österreichs Metropole führend - und was sind die neuesten Erkenntnisse in interessanten Bereichen? Hier bekommen Sie die Antworten. Alle 14 Tage gibt es eine neue Episode.