In dieser Folge des Honigraum-Podcasts geht es um die Ameisensäure als klassische Sommerbehandlung gegen die Varroa und um genau die Behandlung, bei der am meisten schiefgeht. Markus Habermehl erklärt den entscheidenden Vorteil der Ameisensäure, die richtige Anwendung Schritt für Schritt, die gängigen Verdunster und die typischen Fehler. Der entscheidende Vorteil Ameisensäure wird im Stock verdunstet, die Dämpfe verteilen sich und töten die Milben. Ihr großer Vorteil: Sie ist das einzige gängige Mittel, das auch in die verdeckelte Brut wirkt. Die Dämpfe dringen durch den Zelldeckel und erwischen die Milben, die sich in der Brut verstecken. Oxalsäure und Milchsäure können das nicht. Deshalb ist Ameisensäure die Sommerbehandlung der Wahl, solange das Volk noch in der Brut steht. Der kritische Punkt: die Temperatur Ameisensäure ist stark temperaturabhängig. Zu kühl, und sie verdunstet zu wenig, die Behandlung wirkt nicht. Zu heiß, und es kommt zur Sturzverdunstung: zu viel Säure auf einmal, mit Schäden an Brut, Bienen und im schlimmsten Fall der Königin. Dann steht das Volk weisellos da. Markus' Rat: die Temperatur vor, während und nach der Behandlung im Blick behalten und sich an die empfohlenen Bereiche des jeweiligen Verdunsters halten, statt nach Gefühl zu dosieren. Die Verdunster-Modelle • Schwammtuchmethode: billig und einfach, aber stärker temperaturabhängig und weniger gleichmäßig. • Nassenheider-Verdunster: etabliert, mit Docht, gibt über eine große Fläche ab (horizontal oder vertikal). Markus' Bedenken: Er tropft temperaturunabhängig weiter, sodass sich bei kühlen Nächten eine Pfütze bilden kann, die am nächsten warmen Tag zur Sturzverdunstung führt. • Liebig-Dispenser: zieht die Säure über das Docht-System aktiv aus der Flasche, nur so viel wie verdunstet. Markus bevorzugt ihn (rund 6 Euro pro Stück), weil im Zweifel eher Säure in der Flasche übrig bleibt, statt dass die Bienen Schaden nehmen. Er bezieht sich dabei auf ein Argument von Dr. Pia Aumeier. Wichtiger als das Modell ist: ein System für den ganzen Betrieb wählen, sich an Gebrauchsanweisung und Temperaturvorgaben halten, nicht nach Bauchgefühl arbeiten. Markus' eigene Einschätzung 2025 hat Markus die Sommerbehandlung nicht mit Ameisensäure gemacht, sondern mit Oxalsäurestreifen, als Anfänger einfacher und temperaturunabhängiger. Alle drei Völker kamen super fit aus dem Winter. Dieses Jahr ist er noch zwiegespalten, ob er Ameisensäure einsetzt oder wieder die teureren Streifen kauft. Er freut sich über Erfahrungsaustausch (Facebook: Markus Habermehl, oder LinkedIn).