keshmesh

ahmed ajil | kambez nuri

Keshmesh ist ein Podcast des Kriminologen Ahmed Ajil und des Gewaltberaters Kambez Nuri. Wir sprechen über Männlichkeiten, Migration, Gewalt und Kriminalität, über Rassismus und Marginalisierung – aus einer kritischen, schweizerisch-migrantischen Perspektive, die persönliche Erfahrungen mit Forschung und Praxis verbindet. www.keshmesh.ch Illustration: Sarah Blaser Logo/Design: Chris Rohner

Episodios

  1. 10 jun

    11: Arabischer Fremdkörper

    Der „arabische Fremdkörper“ im Visier der Behörden Hoi zäme und willkommen auf keshmesh.ch! Hinter uns liegen unglaublich turbulente Wochen. Eigentlich haben wir diese Folge schon vor längerer Zeit aufgenommen, wussten aber nicht genau, wann der richtige Moment für die Veröffentlichung ist. Nach den jüngsten Ereignissen und mit Blick auf die bevorstehende Abstimmung am 14. Juni ist jetzt genau der richtige Zeitpunkt gekommen. Ausgelöst durch den tragischen Vorfall in Winterthur vom 28. Mai 2026, bei dem ein Mann drei Personen attackierte und „Allahu Akbar“ rief, erlebten wir wieder einmal die reflexartigen, rassistischen Muster unserer Medienlandschaft und Politik. Ironischerweise haben wir genau in jener Woche unsere Folge zum Thema Femizid veröffentlicht und aufgezeigt, wie schwer sich die Gesellschaft damit tut, systemische, patriarchale Strukturen hinter Gewalt zu benennen. Sobald jedoch ein Täter einen muslimischen Hintergrund zu haben scheint, schreien alle sofort nach „islamistischem Terror“, verknüpfen es mit Asylfragen und instrumentalisieren das Ganze für den politischen Wahlkampf. Inmitten dieser aufgeheizten Stimmung teilen wir mit euch ein exklusives, hochemotionales Dokument: Ahmeds persönliche Erfahrung als Terrorismusforscher und Kriminologe auf einem Zürcher Podium, wie wir es in dieser Episode detailliert besprechen. Was als wissenschaftliche Debatte geplant war, mutierte zu einem hochexplosiven, politischen Spiessrutenlauf. Der Winterthur-Reflex (Mai 2026): Warum schreckliche Gewalttaten sofort genutzt werden, um politisch motivierten Hass zu schüren, während das vorangegangene Behördenversagen ausgeblendet wird. Die Dynamik auf dem Podium: Ahmed berichtet ungefiltert von einer Diskussion, die von politischen Akteuren (darunter der FDP und einer royalistischen iranischen Partei) komplett instrumentalisiert wurde. Der geheime Behörden-Check: Ein hochrangiger Funktionär veranlasste im Vorfeld der Veranstaltung über eine Polizeibehörde eine Sicherheitsüberprüfung gegen Ahmed. Wenn der Regierungsrat die Beherrschung verliert: Ahmed rekonstruiert den Moment, in dem ein Politiker auf den Tisch haute und versuchte, Ahmeds wissenschaftliche Einordnung durch pure Einschüchterung zu ersticken. Bewaffneter „Schutz“ im Raum: Das bedrohliche Gefühl, als Ahmed realisierte, dass im Raum Männer mit versteckten Schusswaffen anwesend waren – nicht um ihn zu schützen, sondern um die anderen vor seinem „arabischen, muslimischen Körper“ abzusichern. Das Problem mit der „Behördentreue“: Warum die Schweizer Mehrheitsgesellschaft und die Medien so fragil reagieren, wenn man den Finger in die Wunden staatlicher und institutioneller Fehler legt. „Egal wie gut deine Credentials sind, egal ob du an einer Schweizer Uni forschst, im Militär- oder Zivildienst warst – am Ende wirst du in solchen Momenten auf das reduzierte Stück Fleisch heruntergebrochen, von dem angeblich eine Gefahr ausgeht. Wenn sie dich in eine Ecke drängen wollen, nützen dir wissenschaftliche Titel gar nichts. Aber genau diese unbequemen Perspektiven müssen wir auf Keshmesh hörbar machen.“ Für Ahmed war dieses Podium eine Grenzerfahrung, die auf brutalste Weise zeigt, wie tief rassistische Bilder und Projektionen in den Köpfen unserer Entscheidungsträger verankert sind. Wir weigern uns jedoch, uns mundtot machen zu lassen oder uns den einfachen, populistischen Antworten anzupassen. Wir haben diesen Raum geschaffen, um Stimmen und Analysen zuzulassen, die sonst in den Mainstream-Medien systematisch gecuttet oder marginalisiert werden. Wie habt ihr die Medienberichte der letzten eineinhalb Wochen erlebt? Löst diese Folge Abwehrreaktionen bei euch aus oder hilft sie euch, die Dinge klarer zu sehen? Schreibt uns eure Meinung, teilt die Folge in euren Chats und lasst uns eine Nachricht da! Keshmesh – Von uns, für uns, mitten aus der Schweizer Realität. www.keshmesh.ch

    1 h 3 min
  2. 10: Femizid

    27 may

    10: Femizid

    SVP-Mythen, männliche Macht und die Realität von Femiziden in der Schweiz Bevor wir tief in unser Hauptthema eintauchen, räumen wir direkt zu Beginn mit einem gefährlichen politischen Narrativ auf: Wir nehmen die aktuelle SVP-Kampagne und ihre irreführenden Statistiken zur Kriminalität von Asylsuchenden auseinander. Wir zeigen auf, wie Zahlen bewusst verzerrt werden, um rassistische Stimmung zu machen – und warum dieses Derailing systematisch davon ablenkt, wer bei sexualisierter Gewalt fast immer die wahren Täter sind: Männer. Denn die bittere Realität ist: Jedes Jahr, häufiger als alle zwei Wochen, stirbt in der Schweiz eine Frau, weil sie eine Frau ist. Es passiert in der Regel nicht im dunklen Park durch einen Fremden, sondern zuhause. Femizide sind keine «Beziehungsdramen» oder «Tragödien» – sie sind der ultimative und tödliche Ausdruck eines patriarchalischen Systems. In dieser Folge von Keshmesh stellen wir uns der unbequemen Wahrheit der geschlechtsspezifischen Gewalt. Wir beleuchten die Gewaltpyramide, die dem Femizid vorausgeht: von scheinbar harmlosem Sexismus über Stalking und Zwangskontrolle bis hin zum Mord. Und wir richten das Wort an uns Männer: Es ist an der Zeit, die Abwehrmechanismen («Not all men», Whataboutism) abzulegen. Es ist Zeit, das Unbehagen zuzulassen, den Mund zu halten und den Betroffenen zuzuhören. Wir müssen anerkennen, dass unsere Realität eine andere ist, und die Verantwortung übernehmen, toxische Verhaltensmuster in unserem Umfeld zu stoppen. In dieser Folge: Bullshit-Check: Wie die SVP mit falschen Zahlen rassistische Stimmung macht und was die Statistik wirklich sagt. Femizid vs. Feminizid: Warum die Benennung der Tat so extrem wichtig ist. Die Gewaltpyramide: Warum geschlechtsspezifische Gewalt zutiefst systemisch ist und Femizide nie in einem Vakuum passieren. Die nackten Zahlen: Was die Daten des Bundesamtes für Statistik über Täter, Tatorte und die Gewaltspirale beweisen. Strafrecht: Was wir aus Lateinamerika im Umgang mit Tätern lernen können. Derailing: Männliche Abwehrreaktionen und das Problem mit «Not All Men». Ein direkter Appell: Was können und müssen Männer jetzt tun? Achtung: Diese Folge behandelt detailliert Themen wie rassistische Hetze, sexualisierte und häusliche Gewalt sowie Tötungsdelikte. Ressourcen & Hilfe: Opferhilfe Schweiz: www.opferhilfe-schweiz.ch Die Opferzahlen und Statistiken stammen u.a. von www.stopfemizid.ch und dem Bundesamt für Statistik. Schreibt uns euer Feedback und eure Gedanken an info@keshmesh.ch oder in die Kommentare. Wenn euch unsere Arbeit wichtig ist, abonniert den Podcast und teilt diese Folge! Webseite: www.keshmesh.ch Logo/Design: Chris Rohner | juhuni.ch Illustrationen: Sarah Blaser | hellopazuzu.com

    1 h 5 min
  3. 13 may

    09: Muttersprache? Fremd.

    Code-Switching & Alltagsrassismus: Wie Sprache unsere Identität prägt Habt ihr euch als Kinder auch geschämt, wenn eure Eltern in der Öffentlichkeit eure Muttersprache gesprochen haben?  In dieser sehr persönlichen und ungeschönten Folge tauchen Ahmed und Kambez tief in ein Thema ein, das unzählige Menschen mit Migrationsbiografie im gesamten DACH-Raum kennen: Die Macht der Sprache und der ewige Spagat zwischen den Kulturen. Eigentlich wollten die beiden über etwas ganz anderes sprechen, aber manchmal entstehen aus Planänderungen die besten Deep Talks. Sie reflektieren über ihr Aufwachsen als irakische und afghanische Geflüchtete in der Schweiz und wie der Erwerb der deutschen Sprache zu einem existenziellen Überlebensmechanismus wurde. In dieser Episode erfährst du: Die Scham der Kindheit: Warum Ahmed und Kambis früher alles taten, um in der Öffentlichkeit nicht Arabisch oder Dari sprechen zu müssen. Code-Switching: Warum wir je nach Umfeld (Arbeit, Familie, Freunde) unbewusst in komplett andere Persönlichkeiten und Sprachen schlüpfen – und wie anstrengend dieses "Maskentragen" ist. Alltagsrassismus: Skurrile und schmerzhafte Situationen im Alltag (von ungefragten englischen Antworten am Bahnhof bis hin zur ewigen Frage: "Woher kommst du wirklich?"). Imposter-Syndrom: Das Gefühl, weder in der Mehrheitsgesellschaft noch in der eigenen Herkunftskultur zu 100 % sprachlich dazuzugehören. Reclaiming Identity: Warum es nie zu spät ist, die eigene Muttersprache als Erwachsener wieder neu zu lernen und ohne Scham an die nächste Generation weiterzugeben. Egal ob du in Zürich, Berlin oder Wien lebst – wenn du dich jemals gefragt hast, wie Sprache entscheidet, ob wir dazugehören oder "die Anderen" bleiben, ist diese Folge für dich. 🎧 Jetzt reinhören und abonnieren! Hinweis: Diese Folge ist auf Schweizerdeutsch. 💬 Diskutiert mit uns: Kennt ihr dieses Gefühl der sprachlichen Zerrissenheit? Schreibt uns auf Instagram @keshmesh.talk oder besucht unsere Website www.keshmesh.ch, schreibt uns auf info@keshmesh.ch. Keywords: Migration, Identität, Zweisprachigkeit, Rassismus, Integration, Code-Switching, Schweiz, BIPoC, Mental Health, Muttersprache.

    1 h 5 min

Información

Keshmesh ist ein Podcast des Kriminologen Ahmed Ajil und des Gewaltberaters Kambez Nuri. Wir sprechen über Männlichkeiten, Migration, Gewalt und Kriminalität, über Rassismus und Marginalisierung – aus einer kritischen, schweizerisch-migrantischen Perspektive, die persönliche Erfahrungen mit Forschung und Praxis verbindet. www.keshmesh.ch Illustration: Sarah Blaser Logo/Design: Chris Rohner

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